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Inhaltsverzeichnis
Impressum zu dieser Veröffentlichung:
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Kartenwiedergabe
Wilfried Eilers
Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge
und Küste des Persischen Golfes.
Geographische
Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970
Band 1:
Gerhard Voigt. Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen
Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes
Band 2:
Wilfried Eilers. Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge
und Küste des Persischen Golfes.
Einleitung und Danksagung
Ergebnisse von Untersuchungen in Fars
während einer Reise im Sept. und Okt. 1970
Schriftliche Hausarbeit für die
Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie
Betrifft: Az.: HG 61 vom 30.10.1970
Eingereicht am 1.3.71 beim
Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und
Realschulen
Meldung zum Staatsexamen im
Sommersemester 1971, am 10.7.70
Zur Prüfung bei:
Prof. Dr. H. Mensching
Geographisches Institut. Technische
Universität Hannover
Wilfried Eilers
Bei der Durchführung der
Untersuchungen in Iran waren uns – W. Eilers und G. Voigt – viele Personen
und Dienststellen mit Rat und Tat behilflich; ihnen allen sei an dieser
Stelle unser Dank ausgesprochen.
Besonders erwähnen möchten wir dabei
insbesondere unsere persischen Freunde, die uns manche wichtige
Information geben konnten; so stellvertretend für viele andere:
Herr Mostafa Mostafawi, im
Landwirtschaftsinstitut Karadj,
Herr Husang Deghan, im
Wirtschaftsministerium Teheran,
Herr Prof. Schafaghi, Geographisches
Institut der Universität Esfahan,
Familie Mostafawi in Eghlid,
Herr Fereidun Towhidi, Shiraz,
Herr Dozent F. Schowkatfard und
Herr Dozent H. Pourafzal, im
Agricultural College der Pahlavi Universität von Shiraz, Bashgad,
und insbesondere
Herr Djalil Mostafawi, Hannover
Die vorliegende Arbeit ist mit der
dem thematischen Zusammenhang nach vorgeschalteten Arbeit über
naturgeographische Fragen desselben Untersuchungsgebietes von G. Voigt
zusammen zu sehen.
Die Themenstellung ergab diesen Zusammenhang, so dass die Arbeiten als
zwei Teile mit unterschiedlichen Aspekten, aber insgesamt als eine Einheit
zu sehen sind.
Es kam dabei auf den Versuch an, ein
bestimmtes Gebiet in zwei Schritten der Analyse, mit zwei Fragestellungen
von Seiten der physischen und der Kulturgeographie zu untersuchen.
Hervorgegangen sind beide Arbeiten aus Kartierungen im Gelände, die der
Autor dieser Arbeit zusammen mit G. Voigt im September und Oktober 1970
durchgeführt haben.
Aus der Natur der Sache heraus,
bedingt durch die Zusammengehörigkeit der Themen, ergab sich daher eine
Kooperation im technischen Bereich, die gemeinsame Bemühungen um eine
sinngemäße Abgrenzung des umfangreichen Stoffes umfasst, um die beiden
Arbeitsbereiche inhaltlich und systematisch zu koordinieren, damit
Querverweise und Bezugnahmen möglich werden.
Deshalb verweist auch diese kurze,
formale Einleitung auf die entsprechenden Abschnitte und Ausführungen zu
Beginn der Arbeit von G. Voigt,
die zum gleichen Zeitpunkt wie die vorliegende Arbeit als
Staatsexamensarbeit eingereicht worden ist.
Auch die methodischen Prinzipien der
Abgrenzung sind, soweit sie nicht aus kulturgeographischem Interesse im
Folgenden erläutert werden, in dem genannten Vorwort der vorgeschalteten
Arbeit dargelegt worden. Aus dieser thematischen Trennung ergab sich dann
auch die Eigenverantwortlichkeit für die jeweils eigene Arbeit.
Einige Worte noch zur Abgrenzung des
Untersuchungsgebietes. Um einen Vergleich beider Arbeiten zu
gewährleisten, mussten die Kartierungsgrenzen in beiden Arbeiten
übereinstimmen. Deshalb haben wir gemeinsam versucht eine Grenze zu
finden, die sowohl dem naturgeographischen Landschaftswandel genügt, als
auch in kulturgeographischer Hinsicht zu befriedigen vermag. Diese fanden
wir einmal aus dem Thema heraus, das Golfküste und Zagros als
landschaftliche Einheiten angibt, sowie aus der im Gelände erfahrenen
Gliederung des Bereiches, die in beiden Arbeiten ausführlich dargelegt
wird. Gewisse thematische Beschränkungen mussten durch technische und
zeitliche Handicaps während der Fahrt in Kauf genommen werden, so dass
besonders in der regionalen Analyse eine exemplarische Betrachtungsweise
angebracht schien. Die Auswahlprinzipien dieser Gebiete werden dabei im
Einzelnen erläutert.
Die vorliegende Arbeit ist mehrfach
untergliedert. Der einleitende theoretische Teil gliedert sich in
methodische Betrachtungen und die Analyse spezifischer Einflussfaktoren
als Voraussetzung einer Untersuchung der kulturlandschaftlichen
Strukturen. Eine weitgehende Bezugnahme auf die vorgeschaltete
naturgeographische Arbeit ist hierbei unumgänglich.
Zwei Teile gliedern auch den
nachfolgenden Hauptteil: zum einen die Analyse durchgehender
kulturgeographischer Strukturelemente und zum anderen die exemplarische
Untersuchung einzelner Regionen.
Die Ergebnisse dieses
Untersuchungsganges werden dann in den größeren Rahmen der
landwirtschaftlichen und allgemein wirtschaftlichen Gesamtsituation des
Iran hineingestellt. Damit verbunden ist ein kurzer Ausblick auf in die
Zukunft weisende Tendenzen und Planungen in kulturgeographisch relevanten
Bereichen der Landesentwicklung.
Hannover/Osterode den 1. März 1971
Wilfried Eilers
1. Die Beziehung
Der Kulturgeographie
zu den
physisch-geographischen Wirkungsfaktoren
1.1. Methodisches
Die traditionelle Trennung der
Kulturgeographie von der physisch-geographischen Analyse darf nicht dazu
verleiten, die Einheit des geographischen Forschungsstandes und die
komplexen Zusammenhänge von Natur- und Kulturgeographie zu übersehen. Nur
wenn die wissenschaftstheoretischen Abstraktionen, die zu der Trennung der
Teilbereiche der Geographie aus Gründen einer handlichen Analyse führen,
bei den Ausführungen bewusst bleiben und kritisch reflektiert werden, so
dass der Einheitsanspruch der Geographie als Wissenschaft nicht aus den
Augen gelassen wird, bekommt eine regionale Arbeit, die sich mit einem
bestimmten Aspekt der Geographie, hier der Kulturgeographie und
insbesondere der Agrargeographie, den richtigen Stellenwert. Die Aufgabe
ist es daher, über das bloße Aufzeigen der strukturellen und genetischen
Faktoren zu einer Analyse der Kulturlandschaft als Glied eines
umfassenderen Landschaftsbegriffes zu kommen, der die Bedeutung der
räumlichen Strukturen des Untersuchungsgebietes klar erkennen lässt.
Wie schon in der Einleitung
angedeutet wurde, kann sich die vorliegende Arbeit im Bereich der
naturgeographischen Wirkungsfaktoren darauf beschränken, einzelne Faktoren
unter dem spezifischen Aspekt ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft oder
weiterhin allgemein für das Leben und Handeln des Menschen in Fars
aufzuzeigen.
Für die Landwirtschaft sind die
Faktoren von besonderer Bedeutung, die den Aufbau
-
Entweder fördern, indem sie den
Wachstumsbedingungen der angebauten Pflanzen entsprechen oder gar den
Anbau spezifischer, höherwertiger Sorten ermöglichen
-
oder aber begrenzen und
beschränken, sei es durch klimatische Faktoren, die die Anbauzeit
verkürzen und damit bei engerer Limitierung die Zahl der anzubauenden
Sorten vermindern, sei es durch mangelhafte Bereitstellung der in der
Wachstumsphase notwendigen Nährstoffe.
Beide Bedingungskomplexe sind eng
miteinander verwandt und bestimmen die landwirtschaftliche Gunst eines
Gebietes.
Insbesondere muss man sich mit den
Beschränkungen beschäftigen, die das Klima der Landwirtschaft auferlegt.
Unmittelbare Anbaugrenzen ergeben sich
-
durch die Trockenzeit
-
durch die Kälte
Mittelbar durch das Klima
beeinflusste Faktoren sind
-
Bodengüte-Grenzen
-
Relief-Grenzen
Auf die weiter unten eingegangen
werden.
Die Trockenheit kann jahreszeitlich
wirken und so die Wachstumsperiode eingrenzen, aber auch die mangelnde
Bereitstellung von kontinuierlichen Wassermengen während der Reifezeit
kann den Wachstumsprozess verhindern, behindern, teilweise sogar
unterbrechen. Die Kälte wirkt ebenfalls auf verschiedene Weise. Durch
Frostperioden wird die Wachstumsperiode eingeschränkt, frostempfindliche
Pflanzen werden um ihre Überlebungschancen gebracht und manchmal ganz aus
den frostgefährdeten Gebieten verdrängt. Das Wachstum anderer Pflanzen
wird durch die Kälte in der Wachstumsperiode verhindert, verzögert,
qualitativ verschlechtert oder unterbrochen.
Durch entsprechenden Kapitalaufwand
kann der Mensch die Begrenzungen, die das Klima der Landwirtschaft
auferlegt, positiv beeinflussen und die Lage von natürlichen Anbaugrenzen
in bisher unbebaute Gebiete hinausschieben. Bei der Analyse dieses Faktors
darf eine wirtschaftliche Komponente nicht außer acht gelassen werden:
Tatsächliche Anbaugrenzen beziehen sich zwar auf die natürlichen
Anbaubedingungen, sind ihrer Qualität nach jedoch wirtschaftliche
orientierte Grenzlinien. Das ist folgendermaßen zu verstehen:
Erste Voraussetzung: Innerhalb der
natürlichen Anbaugrenzen nimmt der Ertrag hin zu diesen Grenzen ab. Es
vergrößern sich folglich die Aufwendungen an Arbeitskraft und
landwirtschaftlicher Nutzfläche, um ein vergleichbares Ertragsverhältnis
zu erwirtschaften.
Zweite Voraussetzung: Außerhalb der
natürlichen Anbaugrenzen ist der Anbau nur durch technische Hilfsmittel
möglich, die die negativen Wirkungsfaktoren abwenden bzw. positive
hinzufügen. Auch hierbei gilt die Regel, dass der technische Aufwand
größer wird, je weniger auf natürliche Gunstfaktoren zurückgegriffen
werden kann, d.h. je weiter sich der Anbauort von der natürlichen
Anbaugrenze entfernt.
In den meisten Fällen bedeutet
technischer Aufwand Kapitalaufwand. Nur bei manchen primitiven
Bewässerungsverfahren kann dieser durch eigene Arbeitskraft ersetzt
werden. Andererseits können auch Techniken, die außerhalb der natürlichen
Anbaugrenzen den Anbau erst ermöglichen, zur Ertragsverbesserung innerhalb
dieser Grenzen benutzt werden, d.h. auch innerhalb dieser Grenzen kann
eine Kapitalintensivierung zur Ertragssteigerung führen. Aus diesen
Voraussetzungen kann folgendes Gesetz abgeleitet werden:
Mit abnehmender Eignung eines Raumes
zur landwirtschaftlichen Nutzung vermindert sich bei minimalem
Arbeitsaufwand und gleichbleibendem Areal der Ertrag bis hinunter zum
Werte Null. Hier befindet sich dann die natürliche Anbaugrenze.
In der Umkehrung gilt:
Um einen gleichbleibenden Ertrag zu
sichern, steigt zuerst der notwendige Aufwand an Areal und
Arbeitsleistung. Ohne einsetzende technische Aufwendungen (d.i. in der
Regel Kapitalintensivierung) kann dieser Prozess nicht über die natürliche
Anbaugrenze hinausgeschoben werden. Folglich gilt, da Areal und
Arbeitskraft relative Konstanten sind, dass bei wachsender natürlicher
Ungunst zur Kontinuierung des Ertrages eine gleichfalls wachsende
Kapitalintensivierung notwendig ist.
Die tatsächliche Anbaugrenze richtet
sich daher nach dem Verhältnis dieses Gesamtaufwandes (Areal, Arbeit und
Kapital) zum Bedarf, d.h. entweder zum Eigenbedarf oder zum Marktpreis.
Dabei berücksichtigt werden muss, das sei hier noch einmal herausgestellt,
der lokale Wert von Boden, Arbeit und Kapital.
Für den Bereich des Iran sehen die
Bedingungsfaktoren folgendermaßen aus:
Der Iran liegt – wegen der später
noch zu erörternden naturgeographischen Faktoren – am Rande oder jenseits
von natürlichen Anbaugrenzen. Der wirtschaftliche Aufwand ist im Vergleich
zum Ertrag hoch. Dabei ist der Faktor Areal eine nicht sehr hoch bewertete
Größe (im Vergleich zu der Bodenknappheit mitteleuropäischer Länder),
ebenfalls hat, entsprechend der sozialen Situation des Landes, die
Arbeitskraft noch keine hohe Bewertung erfahren. Im Gegensatz dazu
herrscht im Iran, wie in allen sogenannten Entwicklungsländern, akuter
Kapitalmangel, d.h. Gelder bzw. Kapitalaufwendungen sind im Verhältnis zu
den beiden anderen Faktoren extrem teuer oder nicht verfügbar.
Das bedeutet für die Landwirtschaft
nach den Voraussetzungen der eben entwickeltn Gesetzmäßigkeiten, dass
-
mit einer tatsächlichen
Ertragsminderung hin zu den natürlichen Anbaugrenzen vorlieb genommen
wird,
-
diese Grenzen nur dort
überschritten werden, wo Techniken zur Verfügung stehen, die keinen
großen Kapitalaufwand erfordern, dafür in der Regel aber sehr
arbeitsintensiv sind (Bereich der primitiven Zwangsbewässerung),
-
diese primitiven Techniken in
weiten Bereichen auch zur Ertragssicherung bzw. Ertragsverbesserung
innerhalb der natürlichen Anbaugrenzen genutzt werden,
-
durch den Kapitalmangel, bei
gleichzeitigem „Arealüberfluss“, Flächen innerhalb und außerhalb der
natürlichen Anbaugrenzen zeitweilig oder ganz offengelassen werden,
obwohl sie mit einem vertretbarem Kapitalaufwand kultvierbar wären.
Fasst man zusammen:
Die Landwirtschaft im Iran ist
geprägt von der natürlichen Ungunst ihrer Lage, von dem niedrigen Wert von
Areal und Arbeit und der Kapitalarmut. Das bedeutet, dass der Ertrag pro
Flächeneinheit gering ist und dass primitive Anbau- und
Bewässerungssysteme vorherrschen.
Es ist nun die Aufgabe, die
physisch-geographischen Bedingungsfaktoren, die diese Situation
hervorgerufen haben, zu analysieren. Dazu müssen dann auch die
wirtschaftlichen und sozialen, d.h. in gewisser Weise politischen
Tatsachen, die zur Konservierung des Zustandes führten, mit in die
Untersuchung einbezogen werden.
1.2 Landwirtschaftliche Anbaugrenzen
und ihre Abhängigkeit von klimatischen Faktoren
1.21 Die direkte Abhängigkeit
Im vorangegangenen Abschnitt wurde
versucht, eine Unterscheidung zwischen den natürlichen und den
tatsächlichen Anbaugrenzen zu finden. Dabei ist schon erwähnt worden, dass
der für die Grenzen wichtigste Faktor, das Klima, sowohl direkt auf das
Geschehen in der Landwirtschaft einwirkt, als auch indirekte Wirkungen
über Boden und Relief erkennen lässt.
Der wesentlichste, direkt auf die
Landwirtschaft einwirkende Klimafaktor, der die Anbaumöglichkeiten des
Iran begrenzt, ist die Trockenheit. Exakte Trockengrenzen lassen sich
jeweils nur nach den Wachstumsbedingungen der entsprechenden Pflanzen
definieren. Die Ermittlung der Trockengrenzen verlangt die Kenntnis von
biologischen Voraussetzungen der jeweiligen Kulturpflanzen. So findet man
z.B. bei Bäumen und Sträuchern, bei Getreide oder Gemüse sehr
unterschiedliche Grenzen.
Nicht die Niederschlagssumme ist
maßgeblich, sondern die Niederschlagsverteilung und die Art des
Niederschlages. Das ist folgendermaßen zu verstehen:
Eine Pflanze benötigt in vielen
Fällen
-
genügend Feuchtigkeit während der
Wachstumsperiode und
-
eine gewisse Trockenheit in der
Reifezeit.
Pflanzen mit einer längeren
Wachstumsperiode benötigen eine kontinuierliche Durchfeuchtung und nicht
eine einmalige Wassergabe. Übermäßige Feuchtigkeit in der Reifeperiode
schädigt den Ertrag in der Regel ebenso, wie zu große Trockenzeit während
der Wachstumsperiode.
Der biologische Rhythmus einer
Pflanze ist zum größten Teil temperaturgesteuert, das bedeutet, dass neben
einer günstigen Verteilung der Niederschläge, die biologisch richtige
Einordnung des Regens in den thermischen Jahresgang kommen muss.
1.22 Beispiele zur Klimaabhängigkeit
der Nutzpflanzen
Das im vorhergegangen Abschnitt
Dargelegte lässt sich an den einzelnen Nutzpflanzen, deren
Wachstumsbedingungen von der Agrarwissenschaft analysiert worden sind,
exemplarisch nachweisen. Einige aus der Literatur zusammengestellte
Beispiele sollen den Zusammenhang von Klimafaktoren der Anbauregionen und
den angebauten Kulturpflanzen verdeutlichen.
Kartoffel
Kleinerer Wuchs bei 20-29°C
Über 29°C keine Knollenbildung
Grenze der Wachstumsmöglichkeit bei
32°C
Eine Vorverlegung des Pflanztermins
ermöglicht auch in heißen Regionen den Kartoffelanbau. Starke
Frostempfindlichkeit schränkt den Anbau in Höhenlagen ein.
Für Fars bedeutet das, dass die
Kartoffel nur in den kühleren Gebieten der Hochbecken im Frühlingsanbau
ausreichende Erträge erzielt. Die Wasserverteilung in diesen Gebieten
(Shiraz, Marvdasht, Eghlid) kommt dem entgegen.
-
Die Kartoffel stellt keine großen
Ansprüche an die Durchfeuchtung, wird aber durch ausgesprochene
Dürreperioden im Wachstum gehindert.
-
Ihre Wachstumsperiode liegt
zwischen zwei und sieben Monaten
-
Die optimale Niederschlagsmengen
liegen bei der entsprechenden Anzahl von Zwölfteln der
Jahresniederschlagssummen von 700-800mm
-
Möglich ist der Anbau minderer
Flächenintensität bei entsprechenden Niederschlagsanteilen einer
Gesamtsumme von 200-300mm pro Jahr
-
Günstig wirkt sich ein
Niederschlagsmaximum am Anfang des Knollenwachstums, bzw. kurz nach der
Blüte aus
-
Frühlingsanbau als Vorfrucht zu
Getreide bzw. im Wechsel mit Getreideanbau und Brache
-
Sie benötigt monatliche
Niederschlagssummen zwischen 10 und 100mm im Zeitraum Januar bis April
-
Ein Anbau im Januar erweist sich
wegen der starken Frostgefährdung als ungünstig
-
Die vorhandenen Niederschlagsmengen
führen bei zum Sommer hin abnehmender Regenmenge zu keinem optimalen
Knollenwuchs
|
Shiraz |
|
|
Niederschlag |
Durchschnittstemperatur |
|
Febr. |
20-40mm |
8°C |
|
März |
15-30mm |
12°C |
|
April |
5-20mm |
18°C |
Aus dieser klimatischen Situation
heraus wird auch der Kartoffelanbau zeitweilig mit geringen Wassergaben
bei vorhandenem Bewässerungssystem gefördert.
Als Ergänzung dazu seien noch für
einige weitere wichtige Nutzpflanzen in Fars die nach der Literatur
erforderlichen bzw. günstigen Klimavoraussetzungen tabellarisch
aufgeführt:
Weizen
Aus dem von Franke
seien einige Angaben zitiert, die Arnon 1965 unter israelischen
Bedingungen zur Erzielung hoher Erträge als günstig festgestellt hat:
|
Monat |
Entwicklungs-
stadium |
Wasserbedarf |
Gedeckt durch |
|
Okt.-Nov. |
Vor der Saat |
100-200mm |
Bewässerung |
|
Dez.-Jan. |
Aufgang bis Bestockung |
50-100mm |
Regen |
|
Febr.-März |
Bestockung bis Ährenschieben |
100-150mm |
Regen und Bewässerung |
|
April |
Kornausbildung |
50mm |
Regen oder Bewässrung |
-
Die erforderliche Mindestwärmesumme
beträgt für Winterweizen als Summe der täglichen Temperaturmaxima der
Vegetationsperiode 2000-2200°C
und aufgrund der kürzeren Vegetationszeit für Sommerweizen 1350°C
-
Geringe Hitzeempfindlichkeit,
jedoch empfindlich bei feuchtheißen Klimabedingungen
-
Die erforderlichen Wassermengen,
optimal 750mm/Jahr, spielen nicht die Rolle, d im Untersuchungsgebiet
Weizen vorzugsweise mit Zusatzbewässerung angebaut wird
-
Wachstumsverhindernd sind
Sandböden, Salzböden, Moor- und Sumpfböden
-
Bevorzugter, traditioneller Weizen
im Iran ist T. carthlicum Nevski (persischer Weizen) von der Sorte der
Dicoccoideae (Emmer-/Zweikorn-Reihe) als nackte Kulturform.
Zum Abschluss nochmals eine Übersicht
über tatsächliche Wassergaben in cbm/ha für das Beispiel Telvar bei
Hamadan, wie es von Latefi
mitgeteilt wird:
Okt. 600, April 800, Mai 1400, Juni
500 – total 3300
Zuckerrübe
-
Keimung bei einer Minimaltemperatur
von 4-5°C, Optimum bei 24°C
-
Wachstumsperiode 150-225 Tage
-
Benötigte Wärmesumme (s.o.)
2400-2700°C
-
Bevorzugt wird warmes, sonniges,
mäßig feuchtes Klima, mit nach Möglichkeit hohen Wassergaben während der
stärksten Entwicklungsphase etwa 4-5 Monate nach der Aussaat
Im Untersuchungsgebiet in Fars
verlangt die Zuckerrübe auf jeden Fall eine Bewässerung und ist daher auf
Gebiete mit ausreichender Wasserversorgung beschränkt. Die Sortenwahl und
die günstigste Anbauzeit ist im Iran noch nicht optimal gelöst, so dass
kleiner Wuchs und Fehlernten häufig auftreten.
Bei Latefi
findet man ein Bewässerungsbeispiel für Zuckerrüben in Azerbeidjan (in
cbm/ha):
|
Azerbeidjan (in cbm/ha) |
|
März |
1200 |
|
|
Mai |
1200 |
|
|
Juni |
1100 |
Zweite Gabe 1100 |
|
Juli |
850 |
|
|
August |
800 |
Zweite Gabe 800 |
|
September |
750 |
Zweite Gabe 750 |
|
Insgesamt |
8500 |
|
Dattelpalme (Phoenix dactylifera
L.)
Franke schreibt:
„Obgleich die Dattelpalme in vielen
Gebieten recht unterschiedlicher Klimaverhältnisse wächst, vermag sie
jedoch nur dann hohe Leistungen und schmackhafte Früchte zu erbringen,
wenn bei guter Wasserversorgung ihre spezifischen Ansprüche an Temperatur
und Luftfeuchtigkeit erfüllt werden. Phoenix dactylifera verlangt ein
heißes, tropisches Klima, namentlich im Sommer und Herbst, mit einer
Mitteltemperatur von 25-32°C, um ihre Früchte zur Reife zu bringen. Auch
hohe Nachttemperaturen sind für längere Zeit wesentlich. Unter Benutzung
eines Schwellenwertes von 18°C sind zur Fruchtbildung und –reife Summen
der täglichen Mitteltemperaturen von 1500-1800°C, bei Zugrundelegung der
täglichen Maxima von über 3000°C erforderlich.
Gleichfalls von großer Bedeutung ist
die Bodentemperatur. Mit Erwärmung des Bodens im Frühjahr, setzt
intensives Wachstum ein. Nocten (1965) beobachtete an verpflanzten Palmen
im Ertragsalter die Wiederaufnahme des Wurzelwachstums erst nach
Überschreiten einer Bodentemperatur von 25°C in 60cm Tiefe.“
Optimales Wachstum wird durch
künstliche Bewässerung (Oasenkulturen) ermöglicht. Niederschläge sind
nicht nötig. Im Untersuchungsgebiet liegen keine Daten über die einzelnen
Palmensorten und die gegebenen Wassermengen vor. Entsprechend den
Anforderungen findet man Dattelpalmkulturen nur im südwestlichen
Zagrosgebiet und im Küstengebiet des Persischen Golfes. Die Palmengrenze
ist auf der Karte ‚Fars. Anbauprodukte‘ eingezeichnet.
1.23 Natürliche und
ökonomisch-technische Anbaugrenzen
Durch Trockenheit hervorgerufene
Anbaugrenzen können von verschiedenen Faktoren abhängig sein:
-
Die Gesamtmenge des Niederschlages
ist geringer als der Gesamtwasserbedarf der Pflanze.
-
Der Niederschlag fällt in einer so
kurzen Zeit – die kürzer als die Wachstumsperiode der Pflanze ist – so
dass die Speicherungskapazität der Pflanze überfordert wird.
-
Die Niederschläge fallen so
unregelmäßig, dass der Wachstumsprozess diskontinuierlich verläuft,
durch Dürreperioden eventuell unterbrochen oder beendet wird.
-
Die Niederschläge fallen in einer
thermisch biologisch ungünstigen Zeit, etwa so, dass Keimungs- und
Wachstumsperioden trocken bleiben und Niederschläge dann z.B., in der
thermisch günstigeren Reifungsperiode fallen.
Um nun regional aussagekräftige
Trockengrenzen zu finden, bedarf es daher des Vergleiches der
Wachstumsperioden von Nutzpflanzen, die in dem zur Frage stehenden Gebiet
angebaut werden sollen, mit den Werten von Niederschlagshöhe und
Niederschlagsverteilung dieses Gebietes. Pflanzen, die den gegebenen
Klimabedingungen nicht entsprechen, sei es durch die Ansprüche an das
Wasserangebot, sei es durch die Ansprüche an den thermischen Jahresgang im
Verhältnis zur Wasserführung, solche Pflanzen sind daher als Nutzpflanzen
für das jeweilige Gebiet nicht geeignet.
So tritt neben schon erläuterten
Einflussmöglichkeiten auf den Ertrag durch „technische Verbesserung der
Klimabedingungen“ die Möglichkeit, über eine günstigere Sortenauswahl und
über spezielle Zuchtsorten zu einer Ertragsverbesserung oder räumlich
ausgedrückt, Verschiebung der natürliche Anbaugrenzen zu kommen. Dabei ist
zu berücksichtigen, dass die Neueinfuhr fremden Saatgutes, ebenso wie die
gezielte Zucht resistenter Formen in der Regel kapitalintensiv ist.
Aus der bekannten Kapitalarmut des
Landes ist es daher zu erklären, dass diese agronomischen Verbesserungen
nicht in dem Maße in die Praxis der iranischen Landwirtschaft eingegangen
sind. Den Vorrang haben auch heute noch „traditionelle“, meist
ertragsärmere Sorten.
Es wird deutlich, dass die iranische
Landwirtschaft bei einer verbesserten Kapitalausstattung wesentlich
Fortschritte machen könnte, die sich auf die soziale Stellung der armen
Landbevölkerung und damit auch auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung
positiv auswirken könnte. Unter diesem Gesichtspunkt ist es daher
unbedingt nötig, auch im Hinblick auf die Veränderungen der
Landwirtschaft, auf die Probleme der Industrialisierung und der
Verbesserung der Infrastruktur, d.h. also auf alle Faktoren, die zu einer
besseren Kapitalausstattung eines Gebietes führen, gesondert und intensiv
einzugehen.
In dem Gebirge Fars tritt noch ein
weiterer, direkter klimatischer Wirkungsfaktor hinzu, nämlich die
Frostgefährdung, besonders in der Höhenstufe.
Eine große Zahl von Siedlungsflächen
mit landwirtschaftlich genutztem Umland liegen in sogenannten Hochbecken
in Höhen von rund 2000m wie z.B. das Becken von Ardekan oder etwas tiefer
das von Eghlid. Aber auch in den großen Becken von Shiraz oder Marvdasht,
in Höhen zwischen 1000 und 1500m, spielt der Frost eine gewisse Rolle.
Schneefälle sind hier keine Seltenheit. Da der Frost in die regenreiche
Winterzeit fällt, verschiebt sich die Bestellung zum Frühjahr hin. So wird
je nach Dauer des Frostes die Wachstumsperiode bis zum Eintritt der
Trockenheit, die auch in den Hochbecken wirksam ist, weiter eingeschränkt.
Gegen Trockenheit kann sich der Landwirt mit relativ geringem
Kapitalaufwand beim Vorhandensein von zusätzlichen Wasserquellen (Flüsse,
Brunnen, Ghanate) zur Wehr setzen. Gegen Kälte helfen jedoch in der Regel
nur Gewächshauskulturen, die sich im Iran, speziell in ländlichen Gebieten
wegen des enormen Kapitalaufwandes noch nicht durchsetzen konnten. Diese
Hochbecken gehören folglich zu den extremen Ungunst- und Armutsgebieten in
Fars.
Dennoch unterliegen auch Kältegrenzen
de allgemeinen Gesetzen der natürlichen und tatsächlichen Anbaugrenzen.
1.24 Die indirekte Wirksamkeit des
Klimas
Kein geographischer Faktor ist allein
aus sich selbst heraus zu verstehen. Das Kennzeichnende von geographischen
Vorgängen ist die Komplexität ihrer Wirkungsfaktoren und die
wechselseitigen Abhängigkeiten verschiedener geographischer Phänomene. So
ist es nötig, sich neben den direkten Einwirkungen der Klimafaktoren auf
die landwirtschaftliche Nutzung, die gegenseitigen Verflechtungen und
sekundären Wirkungsmöglichkeiten eines Geofaktors, in diesem Fall des
Klimas vor Augen zu führen. In diesem Sinne ist z.B. die Hydrologie oder
der Boden kein eigenständiger Faktor per se, sondern ist Glied einer
komplexen Faktorenreihe. In beiden Fällen spielen das Klima und auf der
anderen Seiten das Material (das anstehende Gestein etc.) eine
dominierende Rolle. So hat es bei einer Betrachtung der überwiegend
klimatisch geprägten Anbaugrenzen seine Berechtigung, Grenzen durch die
Hydrologie oder den Boden als z.T. vom Klima angeleitete Faktoren
hinzuzuziehen. Die Abnahme der Niederschläge wirkt sich auf die Hydrologie
– bei der Voraussetzung einer Konstanz der Lagerungs- und
Materialverhältnisse – als eine Verminderung der Wasserressourcen aus. Im
Einzelnen kann sich das als Senkung des Grundwasserspiegels, Verminderung
der Quellendichte und immer längeres Trockenfallen oberirdischer
Abflusslinien auswirken.
Diese zunehmende hydrologische
Ungunst geht also parallel zur abnehmenden klimatischen Gunst und
verschärft die Forderung, die an den Aufwand gestellt wird. Dieser besteht
in den technischen Maßnahmen, die negativen Folgen der Trockenheit
auszugleichen: die Brunnen werden tiefer, die Zuleitungswege für Wasser
werden länger und damit durch Versickerungs- und Verdunstungsgefahr
technisch aufwendiger. Die Auswirkungen der hydrologischen Ungunst zeigen
sich in kostspieligen Transportwegen für das Wasser und damit in einem
höheren Kapitalaufwand.
Etwas schwieriger ist, die Bedeutung
des Bodens in die Analyse einzubringen. Die in der Regel kleinräumig stark
differenzierten petrographischen Unterschiede des anstehenden Materials
wirken sich noch stärker als in der Hydrologie aus.
Dabei gilt eine Regel. Die chemische
Umsetzung und Umgestaltung des anstehenden Materials lässt mit abnehmender
Durchfeuchtung nach oder umgekehrt ausgedrückt, die Angleichung der
Bodenzusammensetzung an die Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und
damit die kleinräumige Differenzierung der Böden nimmt mit zunehmender
Trockenheit zu. Man muss nun einige Faktoren der Bodenbildung genauer
betrachten, um zu zeigen, dass auch hier aus klimatischer Ungunst indirekt
landwirtschaftliche Ungunstfaktoren aus dem Boden erwachsen.
In einem ständig gut durchfeuchteten
Boden läuft die Bodengenese in mehreren Stadien ab. Wesentliche, für die
Umsetzung wichtige Stoffe entstehen durch Wachstum und Zerfall der
Vegetationsdecke (Humussäuren etc.).
Gleichzeitig üben Pflanzen du Mikroorganismen zerkleinernde Funktionen
aus. In ariden Gebieten wird durch direkten klimatischen Einfluss die
Vegetationsdecke gelichtet und die chemische Bodenbildung und Umsetzung
verhindert bzw. verzögert. Aber auch die gegenläufige Beziehung ist
richtig: der verarmte Boden stellt einen zusätzlichen Ungunstfaktor für
Pflanzenwuchs dar.
Zusammengefasst bedeutet das:
Die chemische Bodenbildung tritt in
Trockengebieten hinter die physikalische Verkleinerung und Aufarbeitung
des Materials zurück. Nährstoffe werden nur vereinzelt freigesetzt,
Mergelböden behalten Nährstoffmangel.
Mit zunehmender Trockenheit nehmen
daher folgende Bodenarten zu: Gebirgsböden, je nach anstehendem Gestein
auch Kalkgebirgsböden (Lithosole), in den Alluvialebenen Schotterflächen
und Sandakkumulationen. All diese Böden sind für die Nutzung ungünstig.
Böden ohne Einschränkung (Limitation) gibt es in Fars nicht.
Der Grad der Limitation am Ort wird bestimmt
-
von der Bodenmächtigkeit, die meist
gering ist, soweit es sich nicht um Aufschotterungskörper handelt (wie
weit man deren Oberfläche noch als Boden bezeichnen kann, bedürfte einer
gesonderten Betrachtung; nach der Dewan’schen Gliederung sind diese
Böden als englimitierte Schotterböden ausgezeichnet), sowie
-
von der Wasserführung, in
Abhängigkeit des darunter anstehenden Gesteines
(Versickerungsgeschwindigkeit und Krustenbildung) und
-
von der Lage im Relief (Hanflagen
sind gering mächtig und der Denudation ausgesetzt).
Hier wird deutlich, dass auch das
Relief für die landwirtschaftliche Nutzung eines Areales und für die
Bodenstruktur von besonderer Bedeutung ist. Daneben hat das Relief, wie
wohl nicht näher ausgeführt zu werden braucht, einen unmittelbaren und
starken Einfluss auf den Wasserhaushalt eines Geländes. Man darf auch
nicht vernachlässigen, dass z.B. im steileren Gelände manche Pflanzen
nicht genügend Halt finden, so dass eine Lichtung der Vegetationsdecke
eintritt und zum anderen die Nutzung durch ein bewegtes Relief sehr
erschwert, wenn nicht sogar verhindert wird. Dabei ist es wichtig, dass
auch das Relief kein originärer Faktor ist, sondern in einer komplexen
Weise klimatischen Faktoren unterworfen ist.
Wenn Steil- und Rutschformen prägende
Elemente der ariden Landschaft darstellen, so bedeutet dies für die
Agrarlandschaft, dass auch die Oberflächenform, gleichzeitig mit den
andren Faktoren, Erschwernisse bietet.
Im Landschaftsbild des
Untersuchungsgebietes fand es seinen Ausdruck in der Weise, dass fast
ausschließlich die ebenen Becken- und Talböden einer landwirtschaftlichen
Nutzung unterliegen, während die Hänge und Höhen aus den eben
geschilderten Gründen
-
ungünstige Hydrologie
-
mangelnde Bodenbedeckung
-
geringer Halt für Vegetation
-
Nutzungsschwierigkeiten durch
Steilheit
Nur von einer spärlichen
Gebirgssteppe oder Garrigue bedeckt sind, die sich stellenweise zur
Gebirgswüste lichtet.
Fasst man zusammen: Neben den
Wirkungen die der Klimawandel unmittelbar auf die landwirtschaftliche
Nutzung ausübt, den verschiedenen natürlichen Anbaugrenzen und der
wechselnden klimatischen Gunst, beeinflussen weitere Faktoren die
Nutzungsmöglichkeit eines Gebietes. Diese Faktoren
-
Hydrologie
-
Boden
-
Oberflächengestalt
-
– das sei nur am Rande vermerkt –
die natürliche Vegetation in ihrem Wirkungsgefüge mit den vorgenannten
Faktoren
sind alle bis zu einem gewissen Grade
von dem Klima gesteuert. Da der mit einfließende Faktor Material keinen in
unserem Sinne regelhaften Wandlungen unterworfen ist du daher bei der
Systemanalyse (nicht jedoch bei der regionalen Analyse) vernachlässigt
werden darf, bilden diese Faktoren einen Komplex, dessen Leitprinzip durch
das Klima gegeben ist:
Man kann also eine regelhafte Veränderung der Nutzungsmöglichkeiten des
Untersuchungsgebietes, die mit geographischen Fragestellungen zu erfassen
und zu analysieren ist, voraussetzen. Das gibt den Ansatzpunkt, die
klimatischen Faktoren als bestimmend für die landwirtschaftliche Nutzung
zu untersuchen. Nach einem Blick auf die Bodenverhältnisse, besonders in
ihrer Limitation für die landwirtschaftliche Nutzung, werden dann die
Struktur der gegenwärtigen Landwirtschaft in Fars, ihre Stellung im Iran
und ihre Entwicklungstendenzen behandelt werden.
1.3 Natürliche Anbaugrenzen im Iran
1.31 Niederschlagsverteilung
Niederschlagsverteilung ist hier im
doppelten Sinne gemeint, als jahreszeitliche und als regionale Verteilung.
Beides ergibt wichtige Aspekte für die klimatische Situation des
Untersuchungsgebietes. Man würde jedoch das Klima in einem so engen
Bereich wie es Fars darstellt kaum qualitativ erfassen können, wenn nicht
die klimatische Gesamtsituation im Iran vergleichend hinzugezogen wird.
Über die mangelhafte Quellenlage meteorologischer Beobachtungen berichtet
Voigt in seiner Arbeit.
Es müssen also auch hier Einschränkungen in der Allgemeingültigkeit der
klimageographischen Aussagen gemacht werden.
Die regionale Niederschlagsverteilung
sei an Hand von zwei Karten unter verschiedenen Aspekten dargestellt.
In der Karte ‚Iran. Klima‘ ist eine
Dreigliederung der Niederschläge vorgenommen worden, die – bei der hier
zutreffenden Voraussetzung einer regelhaften Differenzierung des
Jahresganges in einem großklimatisch recht einheitlichen Lande – auch bei
methodischen Bedenken gegen Werte von Jahresniederschlägen eine gewisse
Aussagekraft für die – auch landwirtschaftlich relevante – Klimagliederung
behält.
Zum einen ist hier das extrem
trockene Gebiet von Dahst e Kevir und das Dasht e Lut, die in der gesamten
Ausdehnung vegetationsgeographisch zwischen Wüstensteppe und Wüste zu
klassifizieren sind. Sandakkumulationen und Salztonflächen verstärken noch
diesen Eindruck. Demgegenüber gibt es Gebiete mit über 500mm
Jahresniederschlag, die Gebirgszüge (Elbruz, Zagros und Azerbeidjan) und
als Ausnahmelandschaft die Küste des Kaspisees, wo überall Regenfeldbau
anzutreffen ist. Sehr viel vielgestaltiger ist der dazwischen gelegene
Bereich von 100-500mm Jahresniederschlag.
Hier ist die Nutzungsmöglichkeit von Fall zu Fall durch den Jahresgang von
Klima und Temperatur und den sekundären Faktoren bestimmt. In diesem
Bereich ist prinzipiell die Bewässerungswirtschaft vorherrschend, sei es
als Zwangs- oder Zusatzbewässerung. Die meisten regionalen Anbaugrenzen
liegen in diesem Bereich. Dass dieses Gebiet auch in Bezug auf die
Niederschlagssummen stark differenziert ist, zeigt die darauffolgende
Karte ‚Niederschläge nach Oberlander‘, in der gerade die Abhängigkeit der
Niederschlagssummen von dem Großrelief deutlich wird.
Der Nordwest-Südost Verlauf des
Zagros und seine langsame Auflösung und Höhenminderung im Bereich des
Untersuchungsgebietes, werden von der Niederschlagskarte nachgezeichnet..
Ein bemerkenswertes Phänomen vieler Trockenlandschaften wird
andeutungsweise sichtbar: das Zutage treten physisch-geographischer
Grenzlinien. An diesem Beispiel sei das kurz angedeutet. Tektonische
Leitlinien spiegeln sich in der Oberflächengestalt deutlich wieder und
beeinflussen regelhaft, entsprechend ihrer Größe, das Klimageschehen.
Weitere geographisch relevante Faktoren wie Böden und Hydrologie gliedern
sich entsprechend der Bedingung ihrer Genese diesen Faktor an. Auch
kulturgeographische Grenzen spiegeln in ihrem weiteren Verlauf, wie man
noch sehen wird, deutlich die naturgeographischen Strukturen wieder.
Dieses Phänomen ist typisch für
klimatisch extreme Gebiete, in denen die gegenseitigen Bedingungen stärker
hervor treten als in Gebieten, die von einer dichten Vegetationsdecke
bedeckt sind oder in noch stärkerem Maße durch anthropogene Einflüsse
umgestaltet worden sind, wie es die humiden Gebiete generell und besonders
Mitteleuropa zeigen. Für die Darstellung der geographischen Problematik
ist daher auch im Rahmen einer didaktischen Untersuchung die Analyse
differenzierter Übergangsbereiche von besonderer Bedeutung, deren
klimatische Extremität Nutzungsgrenzen bedingt.
Die jahreszeitliche Verteilung der
Niederschläge zeigt eine deutliche Konzentration auf den Winter. Fast
überall findet man im Sommer ausgesprochene Trockenzeiten mit mehreren
ariden Monaten. Dies wird der Betrachtung einiger Klimadiagramme
auf der Karte ‚Iran. Klima‘ deutlich.
Ein Sonderfall, auf den an dieser
Stelle nicht näher eingegangen werden soll, ist die ständig feuchte
Kaspiküste (Gilan, Mazanderan, Gorgan), was am Beispiel von Resht zu sehen
ist. Eine Trockenzeit im Sommer ist nur noch andeutungsweise zu erkennen,
der Jahresniederschlag erreicht in diesem Gebiet sogar Höhen von über
1000mm.
Weit verbreitet ist im Bereich der
westlichen Hochflächen der Typ von Teheran, mit einer ausgesprochenen
Trockenzeit und einem irregulär verlaufenden Regenmaximum. Dass die
Variabilität der Niederschlagskurven in trockenen bzw. feuchten Jahren in
semiariden Gebieten sehr groß ist, ist bekannt. So kommen bei
kurzfristiger Beobachtung sehr unterschiedliche Niederschlagskurven
zustande.
Den Klimastationen im
Untersuchungsgebiet, denen Esfahan hinzu gefügt wird, ist eine ausgeprägte
Trockenzeit gemein. Die Regenmaxima liegen zwischen Dezember und Februar,
ihre genaue Lage wird jedoch in den verschiedenen Statistiken
unterschiedlich angegeben. Ausreichende und hinreichend exakte Maßreihen
liegen nicht vor, obwohl in Esfahan und Busher schon seit längerer Zeit
Messungen vorgenommen werden sind.
Zwei regelhafte
Niederschlagsänderungen lassen sich jedoch herauslesen:
-
der Niederschlag nimmt von Nord
nach Süd ab und
-
mit zunehmender Gebirgshöhe zu.
Tafel 1,
Karte 1: Iran - Klima
1.32 Der Einfluss der Temperatur m
Klimageschehen
Auch im Klimageschehen kann man einen
regelhaften Verlauf erkennen. Ebenso wie bei den Niederschlägen ist das
Wesentliche der Temperaturverlauf im Jahresgang und nicht etwa irgendeine
Durchschnittstemperatur.
Die Größe der Jahresschwankung, die
im Iran recht hohe Werte annimmt, subsumiert man unter dem Begriff der
Kontinentalität. Weitere wesentliche Faktoren sind die Frostgefährdung,
d.h. die Möglichkeit des Absinkens der Temperatur unter 0°C, als auch der
regelhafte Auftritt von Frost in der Kurve der Monatsmittel, zum anderen
noch der Faktor der Maximaltemperatur, entweder als höchste gemessene
Temperatur oder als Mittelwert des wärmsten Monats. Mit zunehmender
Kontinentalität nimmt auch die Streuung der Maximal- bzw. Minimalwerte zu,
so dass sich der Abstand von absolutem Maximum bzw. Minimum zu
Monatsdurchschnittsmaximum bzw. –minimum vergrößert.
Die höchsten Monatsmaxima des
heißesten Monats findet man mit über 40°C in Khuzistan,
während sich ein breiter Streifen von über 30°C an der Küste des
Persischen Golfes entlang zieht, nach Norden ausweicht und das
Beckeninnere der Dasht e Kevir und Dasht e Lut einschließt. Diese Grenze
geht durch Fars hindurch. Eine geringe Abflachung des Maximums unmittelbar
an der Küste bei Busher ist zu verzeichnen. Das Temperaturmaximum in Fars
befindet sich im südlichen Zagros zwischen Kazerun und Boradzjan. Zu den
Hochflächen hin sinkt die Durchschnittstemperatur des heißesten Monats
unter 30°C ab.
Das Bild verändert sich etwas, wenn
man den Durchschnitt der gemessenen Tagesmaxima im heißesten Monat, dem
Juli, vergleicht. Das Gefälle der Temperatur von Busher über Shiraz nach
Esfahan wird deutlich (38,9-36,9-36,1°C).
Die Jahresschwankung unterliegt
jedoch einer gesonderten Regelhaftigkeit.
Das Zentrum der Kontinentalität liegt
in den trockenen, wüstenhaften Hochflächengebieten mit einer
Jahresschwankung der Monatsmittel von über 25°C. Ein sekundäres Zentrum
befindet sich im Bereich der Maximaltemperaturen von Khuzistan.
Zum Persischen Golf hin nimmt die
Jahresschwankung ab auf unter 20°C, zum Golf von Oman hin auf unter 15°C.
Die extremen Temperaturverhältnisse in Khuzistan sind bei der
vorherrschenden Nordströmung der Luftmassen im Westiran auf eine Art
Föhneffekt zurückzuführen.
Der Iran ist daher im Großen und
Ganzen einem kontinentalen, warm bis heißen, stellenweise winterkühlen
Klimatyp mit Winterregen und Sommerdürre zuzurechnen.
Daneben steht die schon angesprochene
Frostgefährdung der Höhenzone, die sich schon im Bereich des Beckens von
Shiraz auswirkt. In Esfahan liegt der Durchschnitt des Januarmittels bei
-2,2°C. Für die Landwirtschaft bedeuten diese Fakten, dass sie sich auf
Pflanzen konzentrieren muss, die unempfindlich gegen sehr hohe
Temperaturen mit direkter Sonneneinstrahlung sind, dazu längere
Dürreperioden vertragen können (oder bewässert werden müssen) und kurze
Wachstums- und längere Reifeperioden benötigen.
Für das menschliche Leben birgt das
persische Klima im Allgemeinen schwere Belastungen, allein gemessene
Maximaltemperaturen von über 50°C, dazu Tages- und Jahresschwankungen von
mehreren Zehnern von Graden (z.T. 40-50°C absolute Jahresschwankung)
belasten den menschlichen Organismus bis an den Rand seiner
Leistungsfähigkeit, auch wenn Trockenklimate im Allgemeinen als angenehmer
empfunden werden als feucht heiße, schwüle Klimate, wie man sie auf
bestimmte Jahreszeiten begrenzt, an den Küsten des Persischen Golfes und
des Golfes von Oman andeutungsweise erleben kann.
Tafel 2a, Karten 2; Niederschläge
Tafel 2b,
Karte 3; Böden
1.33 Die Böden in Fars und ihre
Bedeutung für die Nutzungsbegrenzung
Die Bedeutung des Bodens als die
Kulturlandschaft beeinflussender Wirkungsfaktor wurde schon weiter oben
angesprochen. Der Boden ist der Bereich, in dem die Wurzeln der Pflanzen
Halt gewinnen, Feuchtigkeit und Nährstoffe aufnehmen.
Zwei Bodentypen bestimmen das
Untersuchungsgebiet:
-
im Gebirgsbereich verschiedene
Lithosole, meist kalkhaltig, entsprechend dem anstehenden Gestein von
Jura bis Alttertiär, auf jungtertiärem Gestein in seiner Zusammensetzung
stärker wechselnd (kalkige, merglige, sandige Böden) und
-
Alluvialböden im Bereich der Becken
und Täler (Schotter, Sand, Feinmaterial), zum Beckeninneren hin eine
sich verstärkende Versalzungstendenz.
Diese Böden weisen Begrenzungen
(Limitationen) der Nutzbarkeit auf.
Nur einige Beckenlagen charakterisiert Dewan als Böden mit leichter bis
mäßiger Limitation, die dann die optimalen Ackerbauflächen darstellen (die
Becken von Shiraz und Marvdasht, Pulaver Rud Ebene und einige Flächen in
der Küstenebene.) Sie werden schon in kurzer Entfernung von weiträumigen
Salzflächen begrenzt, die Dewan als „Böden mit nahezu keinem
Nutzungspotential, Solontschak, Salzsümpfe, salz- und gipshaltige Mergel“
bezeichnet.
Die Gebirgsböden kennzeichnet er als
mäßig bis eng limitiert, abhängig von der hydrologischen Ausgangssituation
und den Einwirkungen des Reliefs auf Bodenstruktur und
Bedeckungsmächtigkeit. Daraus folgt:
Ähnlich wie in vielen semiariden bis
ariden Gebirgen, bietet auch hier der Boden keine optimalen
Standortbedingungen für die Inkulturnahme des Geländes. In günstigeren
Gebieten, d.h. vorwiegend im Bereich der Becken und Alluvialebenen lässt
sich bei einer Verbesserung der hydrologischen Situation (Bewässerung)
landwirtschaftlicher Nutzen ziehen. Die Strukturen der Bodenverteilung
zeichnen die Strukturlinien des Reliefs nach. Für die Landwirtschaft
bietet der Boden keine wesentlichen neuen Elemente an, die nicht auch
direkt durch Klima und Relief vorgeprägt werden. Als einzige wesentliche,
zusätzliche Einschränkung für die Landwirtschaft in Bezug auf die Nutzung
ist die Verbreitung der Versalzung mit heran zu ziehen.
In Fars sind einige größere
Versalzungsbereiche, die eine landwirtschaftliche Nutzung verhindern:
große Teile der Küstenebene um Busher, das Innere von Ablagerungsbecken (Dariacheh
e Maharlu, Marvdasht-Becken, die z.T. wegen ihrer Kleinräumigkeit auf der
Bodenpotentialkarte nicht berücksichtigt wurden) und Teile der nördlichen
Hochflächen (Abadeh, Surmagh etc.), die in ihrer Struktur den
Beckenlandschaften ähnlich sind. Hier auf den Hochflächen finden sich auch
größere Areale, die durch Sandbedeckung und Dünen eine Nutzung ebenfalls
nahezu ausschließen.
Eine zusätzliche Erschwernis für die
Landwirtschaft bedeutet die Bodenverwehung durch Windhosen, denen die
weiten, offenen Beckenlandschaften keinen Widerstand bieten können:
Am Fuß der Berge findet man dann die dazu gehörenden Akkumulationsformen,
wie z.B. kleine Dünen. Besonders wichtig wird dieses Phänomen in den
breiten, nördlichen Flusstälern, in denen die zentralen
Feinsedimentationsbereiche nicht wie in den abgeschlossenen Becken durch
Salzkrusten vor der Verwehung geschützt sind (Pulvar Rud etc.).
Gefährlich kann diese Art der
Bodenerosion werden, wenn in Zukunft die Anbaumethoden von der bisherigen
primitiven Flachpflugmethode auf von Traktoren gezogene Tiefpflüge
umgestellt werden, ohne dass bestimmte Schutzmaßnahmen gegen die Verwehung
eingeleitet werden (Windschutzhecken wo möglich, Befeuchten, Beregnen).
Tafel 3, Karte
4: Fars. Bodenpotentiale
2 Die Strukturen der Landwirtschaft
2.1 Die Agrarregionen des Iran
Im einleitenden Teil wurde versucht,
die naturgeographischen Grundlagen der Differenzierung der Landwirtschaft
im Iran und in Fars aufzuzeigen. Es ist nicht sinnvoll, aus den
errechenbaren Werten jetzt verschiedene (klimatische, bodenkundliche und
hydrologische) Gliederungen abzuleiten. Methodisch fruchtbarer ist es,
Gliederungen aus der tatsächlichen landwirtschaftlichen Situation
abzuleiten, zu deren Verständnis die theoretischen Vorbemerkungen in der
Folge den Schlüssel geben werden.
Bei einer landwirtschaftlichen
Gesamtbetrachtung des Iran wird von vornherein eine Großgliederung
sichtbar, die augenfällig mit den naturgeographischen Strukturlinien
zusammenfällt. In jener Gliederung wird z.B. das Gebiet der Kaspiseeküste
(die Ostane Gilan, Mazanderan, Gorgan) eine Sonderrolle spielen. Nachdem
einiges über die klimatische Besonderheit des zwischen Kaspisee und
Elbruzkette gelegenen Gebietes gesagt worden ist, sind die Auswirkungen
auf die Landwirtschaft klar: Sonderkulturen wie Tee, Reis, Tabak und
Zuckerrohr, sowie eine dichte, alles bedeckende Vegetation geben der
Landschaft einen nahezu tropischen Charakter.
Die Bedeutung der Wüstengebiete in
ihrer Einschränkung jeglicher Nutzungsart, in der nur spärliche
Oasenkulturen anzutreffen sind, wird von allein verständlich sein.
Ein recht übersichtlicher Versuch
einer Gliederung des Iran in Agrarregionen stammt von Bowen-Jones.
Neben den beiden eben genannten Großregionen unterschiedet er ein
zentrales Gebirgsgebiet von den Hochflächen bis in den Zagros, das durch
die Nutzungsmöglichkeiten seiner Becken gekennzeichnet wird. Weiterhin
untergliedert er in einen südwestlichen Streifen am Fuße des Zagros, den
er in den Hangbereich des Südwestzagros bis hinauf nach Kurdistan laufen
lässt, in den ebenen Bereichen von Khuzistan, in einen wenig nutzbaren
südlichen Zagrosbereich, der bis nach Pakistan hinein verlängert, die
eigentliche Küste gliedert. Daneben treten die Landschaften Azerdeidjans
und der Hochgebirgszug von Elbruz und Kopet Dagh auf, der dann seine
Fortsetzung in der UdSSR findet. Die Charakteristiken die Bowen-Jones für
die Agrarregionen angibt, finden sich in der Legende der Karte.
Für diese Arbeit werden jetzt die
Gliederungsprinzipien interessant, die Bowen-Jones für das
Untersuchungsgebiet anwendet.
Der weiteste Bereich des
Untersuchungsgebietes gehört zum Typ ‚Zagros und zentrale Hochländer‘. Als
typisch für diesen Bereich nennt Bowen-Jones die Gebirgszüge mit relativ
hohem, nach Süden und Osten hin abnehmenden Steigungsregen und
winterlichem Schneefall. Er stellt eine reduzierte Klimaxvegetation fest,
die der nomadischen Weidewirtschaft die Grundlage gibt. Die Kultivation
findet in Becken und Tälern statt, und die Siedlungen gehören zum Typ der
mehr oder weniger urbanisierten Oasen. Besonders wichtige Becken, wie das
von Esfahan-Zirjan und Shiraz gliedert Bowen-Jones aus.
Diese Strukturprinzipien decken sich
weitgehend mit den Beobachtungen, die im Gelände angestellt werden
konnten. Den südwestlichen Zagrosabfall kennzeichnet Bowen-Jones als
zerschnittenes, arides Hochland mit schmalen Tälern. In den Brunnenoasen
dominieren Dattelpalmen und Fruchtbäume. Die schmale Golfküstenebene wird
als „aride, schmale, diskontinuierliche Sedimentebene“ charakterisiert, in
der sich durch intermittierende Bergflüsse bewässerte Oasen befinden.
Tafel 4,
Karte 5: Iran. Agrarregionen
2.2 Zur Charakterisierung der
Landwirtschaft
Das auffälligste Merkmal der
iranischen Landwirtschaft sind die erstaunlich geringen Flächen, die
tatsächlich bewirtschaftet werden. Theoretisch könnte das Dreifache der
jetzt landwirtschaftlich genutzten Fläche unter Kultur genommen werden,
doch dazu fehlen in weiten Teilen des Landes die technischen
Voraussetzungen, das Kapital und auch der Wille, größere, neuere Aufgaben
in Angriff zu nehmen. Im Folgenden soll eine Übersicht gegeben werden, und
zwar im Vergleich der Jahre 1957/58 (1336),
1965/66 (1344 am Ende des dritten Planes) und der geplanten Zahlen für das
Ende des laufenden vierten Planes 1973/74 (1352).
|
In Mio. ha |
1957/58 |
1965/66 |
1973/74 geplant |
|
Kulturland |
18 =11% |
19=11,5 % |
19=1,5 % |
|
davon
Brache
Ernteland
Ernteland bewässert
Baumkulturen |
12
5
1 |
12
7
3
- |
11
8
3
- |
|
Weideland |
10 = 6,1% |
10 = 6,1% |
10 = 6,1% |
|
Wälder |
19 =11,5% |
19 =11,5% |
19 =11,5% |
|
Kultivierbares
Land |
31 =18,8% |
31 =18,8% |
31 =18,8% |
|
Ödland |
88 =52,6% |
86 =52,1% |
86 =52,1% |
Die wichtigsten Zahlen sind dabei die
des potentiellen Kulturlandes und die der schon einmal kultiviert
gewesenen, jetzt brach liegenden Fläche. Das bedeutet, dass mehr als ein
Fünftel des Landes einer direkten Kultivierung zugeführt werden könnte. Es
besagt weiterhin, dass durchschnittlich nur ein Drittel des möglichen
Kulturlandes tatsächlich bebaut wird. Die große Fläche des Brachlandes
erklärt sich aus der primitiven Anbaumethode, bei der nur selten eine
Düngung angewendet wird.
Eine Einschränkung muss zu dem
Begriff ‚Weideland‘ gemacht werden, denn in Europa bedeutet Weideland
etwas Anderes. Im Iran versteht man darunter die siedlungsnahen Steppen,
die dauernd beweidet werden. Daneben wird aber das sogenannte Ödland mit
Gebirgssteppen und Steppenarealen, das den größten Teil des Landes
umfasst, ebenfalls als Weideland für vorzugsweise nomadische
Herdenviehhaltung ausgegeben.
Die Zahlen für die
Bewässerungsflächen sind nicht genau zu ermitteln, da weite Gebiete am
Rande des möglichen Feldbaues eine irreguläre, in den verschiedenen Jahren
und Jahreszeiten unterschiedliche Zusatzbewässerung erhalten. Man kann in
diesem Fall von einer Bedarfsbewässerung sprechen, bei der den Landwirten
der objektive Wasserbedarf in den meisten Fällen nicht bekannt ist. Das
führt zu einer unökonomischen Wasserverschwendung, wie es weiter unten
noch behandelt werden wird.
Ein wesentlicher Faktor ist die
Versalzung des Landes, die stellenweise eine Nutzung verbietet oder
zusätzliche Aufwendungen in Bewässerungssystemen, Bodendüngung und
Sortenwahl verlangt. Große Teile des Landes, weit mehr als 50%,
unterliegen einer potentiellen Versalzung.
Kuros führt die heutige Versalzung,
besonders die der Wüsten, auf miozäne Salzformationen zurück und hält sie
dadurch für besonders ausgeprägt.
Nach seinen Angaben ist auch in einigen Flüssen eine jahreszeitliche
Versalzung festzustellen, die in manchen Gegenden eine Flussbewässerung
nahezu unmöglich macht. Bei Hochgebirgsflüssen wird die Versalzung im
Frühjahr durch die Schneeschmelze ausgeglichen, so dass das Wasser für
Bewässerungszwecke gebraucht werden kann.
Bei der Planung größerer
Irrigationsprojekte ist die Beachtung des Versalzungsquotienten von
besonderer Bedeutung. In allen Trockengebieten mit endor
ischer
Entwässerung findet man Salzflächen und Salzseen. Das Schema eines solchen
Beckens mit einem zentral gelegenem Versalzungsgebiet (Kevir), ist auf der
Karte ‚Bewässerungstechniken‘ zu sehen.
Einige Besonderheiten von Fars seien
noch erwähnt. Durch die Höhenlage wird die Zahl der Anbauprodukte
erheblich eingeschränkt. So findet man Palmen erst südwestlich von Kazerun,
zudem verursacht die Gebirgslage eine deutliche Strukturierung und
Abgrenzung der Anbaugebiete.
Großflächiger Anbau, wie er in
einigen zentralen Gebieten des Iran betrieben wird, ist in dieser Form in
Fars nicht möglich. Durch relativ hohe Siedlungsdichte
im zentralen Gebiet zwischen Kazerun, Ardekan, Abadeh, Deh Bid, Sarvestan
und Firuzabad und durch eine im Vergleich zu andere Regionen des Ira
größere Bevölkerungskontinuität, entwickelten sich die feudalen Strukturen
des Iran in Fars nicht in dem Maße wie in den nördlichen Regionen.
Die Großgrundbesitzer in Fars waren
in der Regel Angehörige der dörflichen Oberschicht mit gewissen
patriarchalischen Zügen innerhalb der lokalen Hierarchie, in der sie
jedoch integriert blieben und nicht wie im Norden zu, in Teheran
residierenden, rentenkapitalistischen Machthabern wurden. Ebenfalls ist in
Fars die Armut nicht so extrem wie z.B. in den Großstädten des Nordens
oder in den Kleinsiedlungen im Ostiran. So hat Fars gute Chancen, sich auf
die Erfordernisse der modernen Landwirtschaft einzustellen, ohne dass eine
sofortige Tabula rasa-Politik erforderlich wäre.
Die in Fars überdurchschnittliche
Anzahl von Traktoren, Mustergütern der ‚Pahlavi University‘ und die stetig
ansteigende Zahl der Genossenschaften,
deuten auf den Beginn einer landwirtschaftlichen Umstrukturierung hin.
|
Verteilung der Traktoren in Iran
im Jahre 1957 |
|
Gorgan |
650 |
|
Mazanderan |
230 |
|
Teheran |
800 |
|
Ghom, Saveh, Sarand |
80 |
|
Arak |
45 |
|
Malaijer, Borodjerd, Khoramabad |
25 |
|
Khuzistan |
500 |
|
Fars |
700 |
|
Esfahan |
20 |
|
Kerman |
45 |
|
Beluchistan |
15 |
|
Khorrasan |
300 |
|
Shahrud |
10 |
|
Semnan |
20 |
|
Azerbeidjan |
80 |
|
Gilan |
15 |
|
Hamadan |
50 |
|
Kurdistan |
20 |
|
Kermanshah |
70 |
|
* Iran: Iranian Embassy London (65), a.a.O.
|
Die Kapitalbelastung und Verschuldung
der einzelnen Bauern ist doch recht hoch. Staatliche und
genossenschaftliche Banken versuchen, die Landwirte durch günstige Kredite
von gewissenlosen Zinswucherern fern zu halten. So gibt es auch in kleinen
Orten Filialen der großen Banken.
Immer stärker verbreiten sich auch
kooperative Bewirtschaftungsformen, besonders in den zentralen
Anbaugebieten (Marvdasht.)
|
Durchschnittliche
Kreditbelastung durch genossenschaftliche Kredite in einer
Stichprobe von 54 Betrieben in Fars |
|
Region |
Anzahl der belasteten Betriebe
in % |
Kreditsumme pro Betrieb |
|
Firuzabad |
50 |
15000 Rial |
|
Abadeh |
70 |
13142 Rial |
|
Beijzar |
43 |
11670 Rial |
|
Sarvestan |
80 |
9333 Rial |
|
Ramdjed |
50 |
7500 Rial |
|
Schowkatfard, u.a., (191), a.a.O. (aus dem Persischen) |
Durch staatliche Maßnahmen wird
versucht, die Landwirtschaft „umzuschulden“ und ihr für bestimmte und
kontrollierte Intensivierungsprojekte gezielte, zusätzliche Gelder
zukommen zu lassen.
Die Landreform hat in Fars aus den
geschilderten Gründen nicht die Bedeutung gehabt wie in den Nord- und
Ostprovinzen, da sich – relativ gesehen – nicht so viele Flächen in
Großgrund- oder Staatsbesitz befanden. Dennoch wurde eine
Einkommensumverteilung auch hier durchgeführt.
Tafel 5, Abbildungen 1 und 2:
Anbau im Talbecken des Pulvar Rud
Tafel 6a,
Karte 6: Iran. Anbaubedingungen:
Wasserhaushalt und Bewässerungszonen
Tafel 6n,
Karte 7: Iran. Anbaubedingungen:
Hydrologie
2.3 Die Landreform
Wichtige neue Strukturänderungen der
Landwirtschaft gehen aus der Veränderung der Besitzverhältnisse hervor,
die durch die Landreform des letzten Jahrzehntes hervorgerufen worden
sind.
Die traditionelle Besitzstruktur im
Iran wurde schon kurz angesprochen. Sie war dadurch gekennzeichnet, dass
-
der Besitz in einzelne Besitztitel
aufgelöst war: Grundrechte (arsa), Rechte an Gebäuden und wachsenden
Gütern (adjani) und diverse Wassernutzungs- und Wassererbleitungsrechte,
sowie Rechte über das Maschinen- bzw. Arbeitsviehpotential. Der Ertrag
wurde auf diese Besitztitel und auf den Arbeiter bzw. Pächter umgelegt,
sowie
-
viele dieser Besitztitel für große
Gebiete in der Hand weniger Großgrundbesitzer zusammengefasst waren.
Die vom Shahanshah nach einigen
Unruhen im Lande eingeleitete Landreform, suchte hier durch eine
Neugestaltung der Besitzverhältnisse Abhilfe zu schaffen. Mit einigen
Gesetzen von 1960, 1962, 1963 u.a. wurde die Landreform in Gang gesetzt.
In der ersten Phase wurde der
Großgrundbesitz auf jeweils ein Dorf beschränkt, sowie Staatsland und
Kaiserliches Land gegen geringe Gebühren verteilt bzw. langfristig
verpachtet. In dieser ersten Phase wurden rund 100.00 Dörfer im Iran
getroffen und auf rund 340000 Erwerber verteilt. Der Wert des durch den
Staat aufgekauften Landes betrug etwa 5,009 Mrd. rial. In Fars wurden
dabei 1125 Dörfer betroffen, von denen 225 vollständig neu verteilt worden
sind. Die Zahl der Landerwerbenden in Fars während dieser Phase der
Landreform betrug 25200 und der Wert des verteilten Landes rund 360 Mio.
rial.
Eine zweite Phase, beginnend 1965,
wandte sich der Verteilung der noch verbliebenen einzelnen Dörfer zu. Die
unklare Fassung des Gesetzes gab jedoch den Großgrundbesitzern die
Möglichkeit, den neuen gesetzlichen Bestimmungen zu entgehen.
Bis 1969 wurden insgesamt 15834
Dörfer und 801 Farmen neu verteilt. Das Land hatte einen Gesamtwert von
9.771.954.121 rial. Verteilt wurde es an 735709 Bauern, die mit ihren
Familien eine Bevölkerung von 3590808 Einwohnern repräsentierten.
In der zweiten Phase wurde auch
wieder die Pacht erlaubt, aber nur langfristig du als Geldpacht. Im
Verlauf dieser zweiten Phase begann auch die Bildung von ländlichen
Genossenschaften, die 1969 schon in 23697 Dörfern bestanden. Dadurch
konnte der zersplitterte Landbesitz in vielen Fällen in optimaler Weise
genutzt werden. Trotzdem ist in weiten Bereichen von der Aktivität der
Genossenschaften, die von vielen Farsern noch misstrauisch beobachtet
werden, nicht viel zu spüren.
In der dritten Phase wurden
Mustergüter, technisierte Genossenschaften und Absatzgenossenschaften
besonders gefördert. Großen Wert legte man dabei auf die Vergabe von
kurzfristigen Krediten für genossenschaftliche Projekte und auf
langfristige Kredite für die weitere Strukturentwicklung, mit deren
Durchführung die Landwirtschaftsbank beauftragt wurde. Daneben wurden auch
die Wälder im Iran verstaatlicht. Eine Holzindustrie soll auf staatlicher
Basis errichtet werden.
Bezugnehmend auf Berichte, die im
Iran zu erfahren waren und auf kritische Bemerkungen im Werk von Curos
Gharatchedaghe,
sollen einige kritische Anmerkungen zur Landreform nicht fehlen.
-
Die Gesetzestexte sind nicht präzis
und erlauben im konkreten Fall zu viele Deutungsmöglichkeiten.
-
Die Gesetze sind nicht mit dem
Verfassungs- und Zivilrecht abgestimmt, so dass widersprüchliche
Rechtslagen auftreten können.
-
Die Definitionen sind unklar, so
dass z.B. Großgrundbesitzer ihre Betriebe durch einfache Umbenennung als
mechanisierte Betriebe ausgeben können, die von der Landreform nicht
erfasst werden
-
Es existiert keine formelle Instanz
zur Regelung von Streitfragen, da die Geschichte durch die
Rechtsunklarheit nicht zu urteilen in der Lage ist. So bleibt die
Entscheidung in der Regel bei dem örtlichen Vertreter der
Landreformorganisation hängen, der in manchen Fällen den
Großgrundbesitzern nahe steht.
Zusammengefasst muss gesagt werden,
dass die Landreform in ihrer heutigen Form zwar einige Besserungen
brachte, aber wenig durchdacht und in ihrer Durchführung inkonsequent
gehandhabt wurde, so dass einige der reichen Familien sogar noch aus der
Verteilung ihres Landes hohe Profite zogen, während die neuen Landeigner
durch die Kaufsumme finanziell aufs Äußerste belastet worden sind.
Bedeutende Folgen mag jedoch –
vielleicht unbeabsichtigt – der Vorgang der Landreform auf die sozialen
Wertvorstellungen innerhalb der Bevölkerung angenommen haben. Deshalb
besteht durchaus die Möglichkeit, dass dieser Anstoß zur sozialen Unruhe,
zusammen mit den etwas verbesserten Bildungschancen (z.B. der Abnahme des
Analphabetismus), zu einer tiefergreifenden Modernisierung der iranischen
Gesellschaft führen kann.
2.4 Bewässerungssysteme
Wenn man im Iran von
Bewässerungssystemen spricht, wird man sehr bald auf eine traditionelle,
weitverbreitete Bewässerungstechnik aufmerksam: die Bewässerung durch
Ghanate.
Ghanatbauwerke waren schon vor der
arabischen Eroberung bekannt. Bis heute sind noch Ghanate in Betrieb, die
vor mehreren hundert Jahren errichtet worden sind.
Ghanate sind in geneigte
Schotterebenen hineingegrabene, fast horizontale, unterirdische
Kanalsysteme, die zu Quellen und Grundwasservorkommen am Hangfuß der Berge
hinführen und das Wasser an dieser Stelle, einiger Zehner von Metern tief
abzapfen. In kurzen Abständen markieren Einstiegslöcher den Verlauf von
Ghanaten an der Oberfläche.
Die Neigung der unterirdischen Kanäle
muss so geschaffen sein, dass weder eine Verstopfung durch zu geringen,
noch die Gefahr einer Erosion durch zu große Gefälle gegeben ist.
Die Vorteile der Ghanate liegen in
den zusätzlichen Wassermengen, die unterirdisch abgezapft werden können,
die geringeren Wasserverluste durch Verdunstung – durch den unterirdischen
Verlauf – und die kontinuierliche Wasserführung, frei von technischen
Defekten, wie sie in oberirdischen System auftreten können. Dafür
verlangen die Ghanate eine regelmäßige Wartung, damit sie nicht verfallen.
Ein großer Nachteil in der heutigen
Zeit sind die hohen Kosten einer Errichtung eines Ghanatssystems. Man
kommt daher mehr und mehr davon ab, neue Ghanate zu bauen und installiert
trotz der höheren laufenden Kosten Motorpumpen. Dennoch bemüht sich die
Regierung seit einiger Zeit wieder verstärkt darum, vorhandene
Ghanatsysteme vor dem Verfall zu schützen.
Fars ist ein Zentrum der
Ghanatbewässerung, ebenso wie die zentralen und ostiranischen Provinzen.
Wesentliche ghanatbewässerte Gebiete sind auf der Karte ‚Fars.
Bewässerungssysteme‘ notiert.
Die bevorzugte Form der Bewässerung
geschieht heute durch Brunnen, die mit Motorpumpen bestückt sind.
Teilweise findet man auch noch von Zugtieren betriebene Ziehbrunnen, bei
denen ein Operationsseil in gegebener Höhe den Wasserbehälter über dem
Auffangbecken entleert. Hier dient Wasser den Tieren zunächst als Tränke;
danach wird es durch ein Rinnensystem auf die Felder geleitet. Es ist
klar, dass mit dieser Methode keine großen Wassermengen gefördert werden
können.
Bei den durch Motorpumpen betriebenen
Brunnen findet man Bohrungen in jeder Tiefe, vom Absaugen des dich unter
der Oberfläche befindlichen Grundwassers, bis hin zu Tiefbohrungen. Auf
der Karte ‚Fars. Bewässerungssysteme‘ sind die Bewässerungsregionen nach
der vorherrschenden Herkunftstiefe des verwendeten Wassers gegliedert. Es
ist zugleich auch ein Indikator für die Aufwendungen, die bei der
Erschließung des Landes gemacht werden mussten und auch heute noch gemacht
werden. Vorherrschend ist der flache Brunnen, der mit einer oberirdischen
Wasserpumpe mit geringer Leistung betrieben wird.
Eine bedingte Bedeutung hat in Fars
auch die Bewässerung mit Flusswasser, die dadurch Probleme aufwirft, dass
die Flüsse keine regelmäßige Wasserführung haben und in den heißen Monaten
trockenfallen. Dennoch bestehen am Kur Rud und am Pulvar Rud weite
Bewässerungsnetze mit Flusswasser.
Ein Staudamm, der am Ku-e
Rud bei
Marvdasht gebaut wird, soll eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft
im zentralen Anbaugebiet dieser Region gewährleisten. Ein umfassendes
Bewässerungsnetz zwischen Marvdasht und Takht e Djamshid, das auch
weitläufige Baumkulturen ermöglicht, ist nahezu fertiggestellt (Takt e
Djamshid Irrigation Project).
Fluss- und Quellbewässerung, beides
Formen der Ausnutzung von in natürlicher Weise an die Oberfläche
gelangenden Wassers, gehen infolge der regionalen Verknüpfung von Quell-
und Flusssystemen ineinander über.
Im südlichen Shiraz-Becken und
vereinzelt auch in anderen Gegenenden findet man Brunnen, die durch
artesische Wirkungen in ihrer Förderkapazität gespeist werden. Besondere
Bedeutung hat in Fars die Schneeschmelze im Gebirge, deren Wasser auf
vielfältige Weise aufgefangen und auf die Felder geleitet werden.
Interessant ist ein Vergleich der
Bewässerungsverhältnisse in Fars mit denen einiger anderer iranischer
Provinzen. Es ist zugleich auch ein Indikator für die landwirtschaftliche
Situation im Iran.
Tabellenartig sollen im Folgenden
Stichworte über markante Züge der Bewässerung im Iran gegeben werden.
Fars lässt sich in mehrere Zonen
untergliedern:
-
Djarom: alte Brunnenbewässerung,
teilweise mit Ziehbrunnen. Einige neuere Motorpumpen
-
Kovar: endoreisches Becken wird im
Frühjahr durch Schmelzwasser bewässert. Eine Verbesserung wäre durch den
Ausbau des schon seit sassanidischer Zeit bestehenden Kanalsystems und
den Anschluss an das Bewässerungssystem des Pulvar Rud möglich
-
Abadeh: Ghanate und Brunnen, bei
Eghlid einige Quellen
-
Kazerun: Die Anbauflächen werden
durch einen 26 km langen Kanal mit Quellen und dem Flusssystem
verbunden. Einige Tiefbohrungen. Ein 4000 ha großer, salzhaltiger See
bildet ein natürliches Wasserreservoir
-
Tal des Mond Rud: 20000 ha
flussbewässert
-
Marvdasht: Durch 33 Ghanate, 232
Brunnen mit automatischen Sammelbecken, die den natürlichen Wasserdruck
ausnutzen und 21 Motorpumpen wurde das Grundwasser gesammelt. Ein
größerer Sammelkanal liegt bei Soon. Es gibt mehrere kleine Staudämme (diversionsdämme).
Im Bau ist der Darius e Kebir Staudamm, sein Fassungsvermögen liegt bei
626 Mio. cbm. 32000ha sollen mit Hilfe dieses Staudammes neu bewässert
werden. In Zukunft will man 245000ha bewässern, heute wird erst ein
Fünftel davon genutzt
-
Firuzabad: Brunnenbewässerung,
einige Ghanate
-
Ardekan: Flussbewässerung,
Ausnutzen der Schmelzwässer
-
Shiraz-Sarvestan-Becken: Einige
Quellen, Ghanate sowie Grundwasserpumpen. Pumpen seit 50 Jahren. 250
Tief- und Halbtiefbrunnen (20-200m), die 3-100 l/sec. Liefern. Im
Südosten einige artesische Brunnen mit etwa 20 l/sec, Ghanate sind alt
und in einem schlechten Zustand, sie liefern etwa 10-200 l/sec,
ineffektive Wassernutzung
-
Esfahan: 127000ha wären
kultivierbar, 50000ha sind genutzt. Bei einer geplanten Speicherung von
977 Mio. cbm im Einzugsbereich des Karun ließe sich die Nutzfläche auf
90000 ha steigern
-
Kerman: 110000ha sind nutzbar
gemacht worden, vorwiegend Ghanate. Nach der Entde3ckung wasserführender
Schichten sind einige Motorpumpen im Bereich größerer Städte geplant
-
Gorgan: Flussbewässerung mit Hilfe
von 128 Pumpen, die beiderseits des Flusses errichtet worden sind.
-
Mazanderan: Flussbewässerung. Von
den 298605ha dieser Ebene sind 5/6 kultivierbar. 38715ha sind
ausgezeichnet, 86750ha gut, 100690ha mittelmäßig, 9770ha leicht
versalzt, 7280ha stark versalzt und 53400ha steinig
-
Gupayegan: Ein künstlicher See
gewährleistet die Bewässerung eines etwa 3000ha ha großen Gebietes. Der
Wasserbedarf pro ha schwankt zwischen 7500 und 12000cbm. Eine Ebene von
1800ha wird durch einen Kanel bewässert
-
Azerbaidjan: Im Norden wurde ein
100km langes Kanalsystem für die Bewässerung von 18500ha fertiggestellt.
In der Ebene von Tabriz sind nur 20000ha kultiviert, obwohl 250000ha
möglich wären. Mit zwei weiteren Projekten ist begonnen worden. Ein Damm
mit einem Fassungsvermögen von 236 Mio. cbm soll nach der Fertigstellung
eine Fläche von 33000ha bewässern. Ausnutzen der Schmelzwässer
-
Umgebung von Teheran: Hauptsächlich
Ghanate, dazu Fluss-Projekte sind im Pulvar Rud und an der Einmündung
des Kur Rud in den Niriz See vorgesehen. Diese Dämme dienen nahezu
ausschließlich der Bewässerung.
Dennoch scheint das Gesamtprogramm
des Staudammbaues im Iran nicht besonders sinnvoll ausgewogen. Zu hohe
Summen sind in Demonstrationsobjekte investiert worden, so dass kleinere
Projekte zur Wasserverteilung zurückgestellt werden mussten. Die
Stromerzeugungskapazitäten, die ohne zusätzlichen landwirtschaftlichen
Nutzen durch hohe Investitionen erreicht worden sind, können nicht voll
genutzt werden, selbst bei einer optimistischen Einschätzung der
Wirtschaftsentwicklung des Iran in den nächsten Jahren. Deshalb sollte
mehr Wert auf relativ kleine, aber effektivere Bewässerungsprojekte – z.B.
das Takht e Djamshid Irrigation Project – gelegt werden.
Nachfolgend nun eine komprimierte
Übersicht über bestehende und geplante Staudämme im Iran.
Staudämme in Iran
Man sieht, dass die
Bewässerungssituation im Iran wenig qualitative Unterschiede zu der,
anderer arider Gebiete aufweist. Bemerkenswert sind vielleicht nur die
Ghanate, deren Bedeutung weiter oben analysiert wurde.
Eine wasserwirtschaftliche
Gesamtrechnung für Fars oder den Iran liegt bisher noch nicht vor. Auch
ein detaillierter Vergleich von Fars mit anderen Provinzen ist wegen des
fehlenden Materials nicht möglich. Hier haben die iranischen Behörden noch
viel aufzuholen.
Qualitative Studien liegen für einige
Gebiete des Iran vor, nicht jedoch für Fars. Pauschale Übersichten finden
sich bei Latefi, Gobelot, Bémont und Kuros.
Eine interessante Studie über das Shiraz-Becken liegt vor und wird an
gegebener Stelle behandelt werden.
Über die technologische Seite des
Kanalbaues und der Bewässerungssysteme äußert sich Latefi an verschiedenen
Stellen.
Es würde jedoch für diese Arbeit zu weit führen, diese zu wiederholen.
Explorationsartig mit dem Ziel einer
Bestandsaufnahme der Wasserressourcen in den landwirtschaftlich nutzbaren
Gebieten von Fars sind noch nicht abgeschlossen.
Das Wasserrecht ist für die
landwirtschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung.
In der Tradition geht es – wie in allen islamischen Ländern – auf die
Gesetzesvorschriften der Religion, Shari’a zurück. Heute besitzt der Iran
jedoch in seinem ‚Civil Code‘ und seinen Subelementen (1309, 1310 –
iranisches Jahr-), sowie in dem Gründungsgesetz des „unabhängigen
Bewässerungsinstitutes (1943)“ ein kodifiziertes, auch modernen
Entwicklungen gewachsenes Wasserrecht. Den noch existierenden regionalen
Gewohnheitsrechten wird dann Rechnung getragen, wenn das kodifizierte
Recht keine gegenteiligen Vorschriften aufweist. Insbesondere werden
Eigentums-, Nutzungs-, Veräußerungs- und Instandhaltungsrechte und
–pflichten geregelt. Dabei steht der Grundsatz im Vordergrund, dass
traditionelle Nutzungsrechte und allgemeine Nutzungsbedürfnisse in einem
ausgewogenen Verhältnis zu Eigentumsrechten stehen sollen, und dass die
Ausnutzung eines Rechtes nicht zur Behinderung des Rechtes Anderer führen
darf.
Die Teilung des Eigentums in
unterschiedliche Rechts- und Nutzungspositionen die verschiedenen
Rechtssubjekten dienen können, ist auch im modernen Recht noch vorhanden.
Besonders wichtig sind die mit einem Wasserrecht verbundenen
Unterhaltungspflichten. So ist z.B. ein Teileigner eines Wasserechtes
verpflichtet, sich an Reparaturarbeiten bzw. Erhaltungsarbeiten, die ein
anderer Miteigentümer veranlasst, finanziell, entsprechend seinem
Eigentumsanteil zu beteiligen, bzw. sein Recht gegen eine angemessene
Entschädigung dem betreffenden Miteigentümer zu überlassen.
Weitere wichtige Rechtspositionen
entstehen aus Durchflussrechten von Kanälen durch fremden Besitz, die
nicht verhindert bzw. widerrufen werden können. Ein Sonderrecht betrifft
den „Harim“, die Schutzzone um Bewässerungseinrichtungen. Es gelten
folgende Richtwerte:
Um eine Wasserstelle darf das
umliegende Land in folgender Entfernung ohne Einwilligung des
Wassereigners nicht genutzt bzw. verändert werden:
20 gez um einen Trinkwasserbrunnen
30 gez um einen Bewässerungsbrunnen
250 gez um eine Quelle oder einen
Ghanat auf hartem Grund
500 gez um eine Quelle oder einen
Ghanat auf weichem Grund
(1 gez ist etwa 1 m)
Besondere Reglungen bestehen in Bezug
auf die Unveräußerlichkeit für den ‚Vaqf‘, den Besitz auf frommen
Stiftungen und den Nutzungsrechten religiöser Institutionen, die den
Rechtsnormen der Shari’a unterliegen.
Tafel 7,
Abbildungen 3 und 4: Bewässerungssysteme: Flussoase und
Brunnen
Tafel 8,
Karte 8: Fars Bewässerungssysteme
Tafel 9,
Abbildungen 5, 6 und 7: Bewässerungsanlagen
Tafel 10,
Übersicht 1: Bewässerungstechniken
2.5 Anbauprodukte in Fars
Traditionell ist der Getreideanbau
von Weizen und Gerste. In den Oasen mit intensiver Bewässerung findet man
Baumkulturen (Fruchtbäume), südlich der Palmengrenze ist die Dattelpalme
vorherrschend.
Wo es die natürlichen Bedingungen erlauben, treten Sonderkulturen hinzu,
bei genügendem Wasserangebot
z.B. Baumwolle
und Tabak, in Flussbereichen (z.B. Firuzabad) Reis. Zur Versorgung der
Städte befinden sich in Stadtnähe (den bekannten Regeln entsprechend)
Gemüsekulturen, z.B. Tomaten, Kartoffeln, bei Abadeh Zwiebeln.
In den Handlagen des nördlichen
Shiraz-Beckens wird Wein angebaut. Der Wein von Shiraz ist in der Welt als
wohlschmeckendes, aber mengenmäßig seltenes Produkt bekannt. In Shiraz
findet man Gartenbaubetriebe, die sich speziell auf Rosenzucht und
Rosenölproduktion beschränken.
Über die quantitative und wertmäßige
Verteilung der Anbauprodukte in Fars gibt es keine genauen Übersichten.
Angaben, die im Rahmen dieser Arbeit vorgelegt werden, beruhen auf
mündlichen Aussagen im Landwirtschaftsamt Shiraz, im Agricultural College
der Pahlavi University Shiraz/Bashgad du auf eigenen Kartierungen.
In einer Tabelle sollen diese
Ergebnisse zusammengestellt werden.
Tafel 11, Karte 9,
Technische Entwicklungen bringen
einige Verschiebungen in der Anbaustruktur mit sich. Die Verbesserung der
Bewässerungsmöglichkeiten fördert Baumkulturen, sowie Gemüse- und
Tomatenanbau. Die in Fars errichteten Zuckerfabriken bedingen seit einigen
Jahren den Zuckerrübenanbau auf großen Flächen nördliche und nordwestlich
des Kazerun-Beckens bis hin zu den Hochflächen.
Von besonderer Bedeutung für die
Opiumsüchtigen sind die in Fars konzentrierten Mohnanbauflächen. Diese
Areale unterliegen strengster gesetzlicher Kontrolle, sind auf Staatsgüter
beschränkt und werden in der Statistik nicht ausgewiesen. Im Vergleich zu
anderen Gebieten des Iran fällt der Produktreichtum in Fars auf.
Im Großen und Ganzen gesehen kann man
Fars, obwohl große Flächen zwangsbewässert werden müssen, als ein
landwirtschaftliches Gunstgebiet ansehen.
In den heißen Regionen wird auf der
Grundlage der Oasenwirtschaft Agrumenanbau betrieben, so z.B. in der
Küstenebene von Busher und Boradzjan.
Im Iran oder auch in Fars gibt es
kein Produkt, das landschaftsprägend wirken könnte. Daneben gibt es im
Rahmen der recht primitiven landwirtschaftlichen Situation im Iran auch
keine Produkte mit speziell erforderlichem Aufwand. Nicht berücksichtigt
oder zum Vergleich herangezogen wurde dabei die Produktionssituation der
iranischen Nordprovinzen mit ihren extraordinären klimatischen
Verhältnissen.
Einzelne Produkte der Landwirtschaft
und ihre Anbaugebiete
- Produktionsentwicklung der letzten
Jahre -
Zu 2,5: Tabellen
|
Produkt |
Produktion (Iran) in
Tsd,t. |
Anbaugebiete vor
allem: |
|
1962/63 |
1965/66 |
1967/68 |
|
Weizen |
2355 |
3648 |
4600 |
Bes. Azerbeidjan,
Kopet Dagh, Zagros |
|
Zuckerrüben |
860 |
1411 |
2857 |
Azerbeidjan, Fars,
Ghom, Esfahan etc. |
|
Gerste |
765 |
935 |
- |
Überall, Weizen-
anbau begleitend |
|
Reis |
567 |
681 |
818 |
Kaspiküste, Rezaijeh,
Khuzistan |
|
Baumwolle |
304 |
417 |
337 |
Nordiran, Fars,
Kopet Dagh |
|
Tee |
47 |
50 |
- |
Gilan, Mazanderan |
|
Baumwolle ist
ein wichtiges Exportgut, jedoch vom Kapselwurm gefährdet (1966:
33% Ertragsminderung!):* |
|
Jahr |
Produktion |
Export |
Verbrauch |
|
1956/57 |
70000t |
38512t |
41488t |
|
1965/66 |
151939t |
96961t |
54978t |
|
*
Vereinsbank, (17), a.a.O., p.22 |
|
Anbauprodukte von Fars 1969/70* |
|
Produkt |
Fläche in ha |
Ertrag in t |
Anbaugebiet |
|
Weizen z.T. bewässert |
539409 |
150000 |
Überall |
|
Gerste |
230175 |
65000 |
Lar, Busher, Abadeh, Fasa |
|
Zuckerrüben, nur bewässert |
17416 |
387475 |
Eghlid, Marvdasht, Kover,
Mamasani |
|
Baumwolle |
24000 (Schädlings-
befall!) |
37000 |
Darab, Shiraz, Fasa |
|
Reis |
12300 |
36515 |
Marvdasht, Mamasani,
Korban, Khaftarak, Firuzabad |
|
Tabak |
323 |
543 |
Jarom, Lar, Sarvestan,
Kazerun |
|
Gemüse marktorientiert |
1566 |
9885 |
z.B. Shiraz |
|
Zwiebeln |
526 |
4700 |
Abango, Abadeh |
|
Kartoffeln |
1474 |
5509 |
Marvdasht, Eghlid, Abadeh,
Shiraz |
|
*
Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (192), a.a.O., unveröffentl. |
|
Baumkulturen |
Fläche in ha |
Baumzahl |
Anbaugebiet |
|
Orangen |
2374 |
982840 |
Küstenebene, Derab,
Jarom, Fasa |
|
Äpfel, Birnen usw. |
1948 |
653399 |
Überall |
|
Dattelpalmen |
14727 |
1917290 |
Djarom, Fasa, Kazerun,
Darab, Küstenebene |
|
Feigen, Granatäpfel |
4681 |
1310500 |
überall |
Die Erträge schwanken von Jahr zu
Jahr, besonders durch die wechselnde klimatische Situation der einzelnen
Jahre, erheblich.
|
Dazu ein Vergleich: |
|
s.o. |
Weizen |
Gerste |
|
1968/69 |
539409ha |
321634t |
230175ha |
170070t |
|
1969/70 |
539409ha |
150000t |
230175ha |
65000t |
Zur Erläuterung der schwankenden
Erträge ein Niederschlagsvergleich
|
Ort |
Niederschläge in mm |
|
Ort |
Niederschläge in mm |
|
1968/69 |
1969/70 |
1968/69 |
1969/70 |
|
Mamasani |
847,4 |
529,0 |
|
Djarom |
354,6 |
288,6 |
|
Kazerun |
476,7 |
288,6 |
|
Lar |
323,0 |
101,0 |
|
Firuzabad |
451,5 |
251,0 |
|
Darab |
250,6 |
205,5 |
|
Shiraz |
417,9 |
209,6 |
|
Abadeh |
228,0 |
78,0 |
|
Fasa |
362,1 |
181,1 |
|
|
|
|
Tafel 11,
Karte 9: Fars. Anbauprodukte
Tafel 12, Abbildungen 8 und 9:
Kulturpflanzen: Dattelpalme und
Baumwolle
2.6 Landwirtschaftliche Regionen in
Fars
Im anschließenden speziellen Teil
sollen einige Regionen exemplarisch analysiert werden. Zuvor sei hier
jedoch ein Überblick über die Agrarregionen gegeben.
Eine Agrarlandschaft ist ein Begriff,
der sich aus einer komplexen Anzahl einzelner Faktoren zusammensetzt. Die
naturgeographischen Bedingungsfaktoren, die die Strukturen der
landwirtschaftlichen Nutzung vorprägen, sind schon weiter oben behandelt
worden. Daneben wurde auch schon versucht, ihre systemtheoretische
Bedeutung zu charakterisieren.
Es bleibt zu untersuchen, inwieweit
die kulturlandschaftlichen Faktoren, Anbauflächen, Anbautechniken und
Anbauprodukte das naturgeographisch gewonnene Bild modifizieren und
ergänzen.
Wie aus den bisherigen Analysen
hervorging, war das Charakteristikum in Fars die Gliederung in
Beckenlandschaften und Gebirgszüge. Dazu kommen als weitere, randlich
berührte geographische Einheiten die Küstenebene und der nordöstliche
Übergang zu den Hochflächen.
Diese Struktur spiegelt sich ohne
große Veränderungen in den landwirtschaftlichen Karten wieder, denn nur
die Becken und Tallandschaften werden landwirtschaftlich genutzt.
Die Nutzung reicht, manchmal durch
versalzene Gebiete oder Schotterareale unterbrochen, bis an den Hangfuss.
Die dichteste Nutzung findet sich zur Beckenmitte hin, wobei natürlich die
versalzenen Gebiete ausgespart bleiben müssen.
Deutlich unterscheiden sich auch die
flussbewässerten Regionen (Pulvar Rud, Kur Rud/Marvdasht, Mond Rud Gebiet/Firuzabad),
die durch langgestreckte Bewässerungsbereiche, mit vorherrschendem
Getreide- und Rübenanbau, gekennzeichnet sind, von den endoreischen
entwässerten Becken, die sich durch eine Häufung der Sonderkulturen und
eine größere Siedlungsdichte auszeichnen. Bedingt wird letzteres durch die
hydrologische Situation dieser Gebiete, die den schnellen Abfluss der
winterlichen Regen verhindert, die Grundwasserverhältnisse verbessert und
so eine höher entwickelte wassertechnische Ausstattung der Landwirtschaft
ermöglicht. Hier findet sich die höchste Brunnendichte, das Gros der
Ghanate und die seit alters her entwickelten Bewässerungssysteme, während
die Entwicklung in den Flussbereichen durch die unregelmäßige
Wasserführung und den instabilen Flussverläufen stark behindert wurde.
Eine Möglichkeit der Verbesserung in diesen Bereichen ist durch den Bau
von Staudämmen gegeben.
Zu den kleinen Becken gehört das von
Shiraz, welches am Dariache e Maharlu in das Sarvestan-Becken übergeht und
sich durch teilweise marktorientierte Produktenauswahl (Wein, Gemüse,
Tabak, Baumwolle, Zuckerrüben, Tomaten, Kartoffeln etc.) auszeichnet. In
geringerem Maße gilt dies auch für die Hochbecken von Ardekan und Eghlid
und dem zentralen Teil des Kazerun-Beckens. Die höchste produktmäßige
Spezifizierung einer z.T. flussbewässerten Beckenlandschaft findet sich in
Firuzabad. In den großen Fluss- und Hochflächenbecken wird weitflächiger
Getreide- und Zuckerrübenanbau bevorzugt. Die naturgeographische
Gliederung wiederspiegelnd finden sich in den südwestlichen Becken des
Zagrosabfalles eine Sonderform der landwirtschaftlichen Nutzung, die
engbegrenzte, flussbewässerte Tal-Palmoase. Durch die Reliefgegebenheiten
und die ungünstige hydrologische Situation sind diese Oasen in ihrer
Ausdehnung eingeschränkt du vom Markt abgeschnitten. Ebenfalls zur
Selbstversorgung tendieren die Palmoasen der Küstenebene, in denen der
klimatischen Situation entsprechend, neben den üblichen Fruchtbäumen auch
Agrumen zu finden sind. Auch diese Oasen bevorzugen eine Flussbewässerung
der aus dem Zagros kommenden intermittierenden Flüsse, kennen jedoch auch
Brunnen und am Bergfuss Ghanate.
3. Die Kulturlandschaftlichen
Regionen in Beispielen
3.1 Die ländliche Siedlung Eghlid
3.11 Lage und Größe
1966 lebten 61% der Bevölkerung in
ländlichen Bereichen. Das war gegenüber 1956 ein Abstieg von 12%. Am
Bevölkerungszuwachs gemessen, erhöhte sich die ländliche Bevölkerung um
18%, die der Stadtbevölkerung jedoch um 80%.
Eine vermittelnde Stellung zwischen
ländlichen und städtischen Strukturen nehmen kleine Landstädte wie Eghlid,
Ardekan oder Firuzabad ein. In ihrer Entwicklung nicht ganz so weit zurück
wie die oft nur von wenigen hundert Einwohnern bewohnten ländlichen
Kleinstsiedlungen, haben sie sich doch bis heute traditionelle Strukturen
von Siedlungsform und Sozialstruktur bewahrt. Gewisse Entwicklungslinien
und Problemstellungen, die für den Iran in Zukunft steigende Bedeutung
erlangen werden, lassen sich an diesen Orten exemplarisch aufzeigen. Ein
Beispiel ist dabei Eghlid.
Eghlid, 14332 Einwohner, liegt im
Sharestan Abadeh, im Norden des Untersuchungsgebietes. Umschlossen wird es
von einigen Höhenzügen, zu denen im Süden der mächtige Kuh e Bul gehört.
Nach Norden hin verbindet ein flaches Tal das Becken von Eghlid mit den
nördlichen Hochflächen (Esfahan-Yezd-Becken). Durch dieses Tal führt eine
Schotterstraße, die bei Surmagh auf die Fernverkehrsstraße
Teheran-Esfahan-Shiraz trifft.
Eghlid gehört zu den alten
Siedlungskernen am Nordrand des Zagros (eine alte Moschee zeugt davon) und
ist zusammengewachsen aus mehreren hintereinanderliegenden Siedlungen.
Eghlid ist Zentrum der Region Charhardangeh und mit zentralen Funktionen
(Schulen, Verwaltung, Polizeiposten etc.) ausgestattet.
Dennoch lässt es sich seiner Wirtschaftsstruktur nach dem ländlichen
Bereich zuordnen.
Tafel 13,
Karte 10: Eghlid
3.12 Soziale Differenzierung und
Bildungswesen
Die Sozialordnung Eghlids als einer
ländlichen Siedlung mit erheblicher „kultureller Verspätung“, spiegelt
feudalistische Strukturen vergangener Jahrhunderte wieder. Deutlich ist
die strikte Trennung der armen und der reicheren Bevölkerung, zu sozialen
Konflikten scheint es aber bisher wegen des fehlenden Reflexionsvermögens
kaum gekommen zu sein.
Auch nach der Agrarreform verteilt
sich der materielle Besitz und die sozialen Chancen nur auf wenige
Familien, während der weitaus größere Bevölkerungsteil wenig Möglichkeiten
hat, seine materiell triste Lage zu verbessern. Dennoch ist die
Gesellschaftsstruktur nicht kapitalistisch, sondern eher vorkapitalistisch
feudal.
Weit entwickelte Rechtssysteme von
Pacht und Teilbesitz regelten bis vor kurzem ausschließlich die
Anbauverhältnisse. Im Vordergrund stand dabei das islamische Recht
persischer Prägung, insbesondere die recht komplizierten Wasser- und
Nutzungsrechte.
Die sozialen Verhältnisse des
Industriezeitalters mit unmittelbarer kapitalistischer Ausbeutung wie sie
in den großen Städten des Iran zu finden sind, haben Eghlid noch kaum
berührt. Das Denken der vornehmlich landwirtschaftlichen Bevölkerung ist
noch größtenteils familienorientiert, nicht aber auf Beruf und Einkommen
gerichtet.
Die sichtliche soziale Stagnation
Eghlids steht nicht allein. Wohl die meisten, wenn nicht alle kleineren
Landstädte und Dörfer im Iran weisen diese Symptome auf. Die
Abgeschlossenheit vom Durchgangsverkehr fördert noch diese Isolation.
Der Auseinandersetzung der selbst
noch in feudalen Vorstellungen verhafteten, kapitalistisch orientierten
Regierung des Iran mit diesen traditionellen Strukturen ist auch die
Problematik des Bildungswesens zugeordnet. In Eghlid finden sich einige
bemerkenswerte Ansätze zur Hebung des Bildungsniveaus. Die allgemeine
Schulpflicht kann seit einigen Jahren durchgeführt werden, acht
Volksschulen und ein Doppelgymnasium, sowie eine eigene Schulverwaltung
(„Kulturhaus“) sind die zur Verfügung stehenden Bildungseinrichtungen.
Dennoch sieht die Bildungsstatistik bislang noch nicht sehr rosig aus.
Eine Tabelle über die verschiedenen
Stufen des Schulbesuches in Eghlid soll die Bildungsstruktur noch
verdeutlichen.
Gerade die Oberschichten in Eghlid,
wie auch in anderen Orten, verhindern eine großzügigere Umstrukturierung
der sozialen Verhältnisse. In diesen Kreisen ist auch noch eine strenge
islamische Frömmigkeit zu finden, von der sich die jüngere Generation
immer mehr abwendet. Meist äußert sich dieses Abwenden von der Tradition
jedoch nicht als direkte Kritik an den sozialen Zuständen, sondern im
Verlassen des Ortes, um ein Leben in der Großstadt (Shiraz oder Teheran)
oder gar im Ausland zu führen. Im Ort selbst finden sich bemerkenswerte
Hinweise auf eine „schizophrene“ Verhaltensweise, die die traditionellen
Gebote in Gegenwart Älterer zu respektieren vorgibt, im Verkehr mit
Gleichaltrigen jedoch kein Interesse mehr daran zeigt.
Verstärkt wird eine gewisse
„kulturelle Inzucht“ durch die immer noch vorherrschende, herkunftsmäßige
Homogenität der Bevölkerung, was eine Tabelle veranschaulichen soll.
So erstaunlich ist dieses „Phänomen“
aber gar nicht, denn man bedenke nur: Wer zieht schon freiwillig aus einer
Stadt nach Eghlid, mit all seinen Mängeln an zivilisatorischen
Bequemlichkeiten, seiner hygienischen Rückständigkeit und den
tiefeingefahrenen Gleisen seines sozialen Lebens?
Tafel 14,
Abbildungen 10 und 11: Eghlid
Tafel 15,
Übersicht 2: Abadeh/Shahrestan – Eghlid/City
3.13 Siedlungsform
Es bleibt nun zu untersuchen,
inwieweit sich die eben genannten Fakten in den räumlichen Beziehungen des
Ortes in seiner Siedlungs- und Anbaustruktur wiederspiegeln. Dazu kommen
noch die Einschränkungen, die die naturgeographischen Wirkungsfaktoren für
die Entwicklung des Ortes bedeuten.
Eghlid liegt in einer durch steinige
Hügel begrenzten Tallandschaft, die den Ausgang eines kleinen Beckens am
Fuße des Kuh e Bul bildet. Die Höhenlage von fast 2000m bedingt eine
gewisse klimatische Ungunst durch strenge, frostgefährdete Winter, und die
Abgeschlossenheit vermindert die Niederschlagsmenge, so dass der
überwiegende Teil des Kulturlandes bewässert werden muss. Dazu dienen in
Eghlid kleinere Flüsse, die von Quellen gespeist werden. Für die Siedlung
sind diese in Stein gefassten Flussverläufe von besonderer Wichtigkeit, da
der Stadt eine moderne Wasserversorgung fehlt. Trink- und Nutzwasser
werden diesen Wasserlinien entnommen, die quer durch die Grundstücke
führen. In ihrem weiteren Verlauf durch den Ort werden sie mit Schmutz-
und Sinkstoffen angereichert und auf die Felder zur Bewässerung geleitet.
Eghlid zerfällt in einige voneinander
getrennte Siedlungskerne.
Das Zentrum liegt im westlichen Teil, in dem sich das Viertel der
Geschäftsleute und Handwerker, die Moschee, das Rathaus und sonstige
öffentliche Einrichtungen wie Banken und Kulturhaus befinden. Deutlich
gliedert sich der Ort in zwei Teile, im Süden die Wohnhäuser der sozial
und wirtschaftlich besser gestellten Einwohner, nach Norden hin die der
ärmeren. Weiter außerhalb liegende Siedlungsflecken zeige noch ein
zusätzliches soziales Gefälle an. Die Sozialstruktur spiegelt sich somit
in der Siedlungsstruktur wieder. Die Verbindungsachse stellt eine erst vor
kurzem durchgebrochene und verbreiterte, aber noch nicht asphaltierte
Straße dar.
Stolz sind die Bewohner darauf, dass
ein Teil der Siedlung aus festen Steinhäusern besteht, während die
umliegenden Orte ausschließlich aus flachen Lehmziegelbauten bestehen.
Besonders die finanziell besser gestellten Einwohner besitzen Häuser, die
nach lokalen Maßstäben aufwendig und komfortabel sind. Dass ihnen Komfort
im westlichen Sinne jedoch völlig fehlt, sei nur am Rande bemerkt.
Elektrizität ist in Eghlid vorhanden, sanitäre Einrichtungen haben sich
bisher noch nicht durchsetzen können.
Viel Geschmack und Mühe verwenden die
Einwohner bei der Gestaltung ihrer Gärten, die die Innenhöfe ihrer Häuser
ausfüllen. Manche Kargheit der Innenräume wird durch den Baum- und
Blumenreichtum des Gartens aufgewogen. Erstaunlich ist immer wieder die
Diskrepanz der nach außen gerichteten, fensterlosen Hausfronten, die ohne
jeden architektonischen Schmuck sind und den gepflegten Innenbereich.
Ein architektonisches Hauptmerkmal
ist der sich zum Hof hin öffnende Livan der Steinhäuser, eine typisch
persische Bauform.
Die schönsten Beispiele dazu findet man in den persischen Moscheen.
3.14 Zuordnung
und Entwicklung des landwirtschaftlichen Umlandes
Wie schon erwähnt, ist das
landwirtschaftliche Areal von Eghlid nicht besonders bevorzugt. Schwere
naturgeographische Handicaps beeinträchtigen die Anbaumöglichkeiten. Zu
der klimatischen Ungunst treten verarmte, steinige Böden, meist vom Typ
der kalkhaltigen Gebirgsböden, Braunerden und kastanienfarbene Böden.
Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Böden stuft Dewan als mäßig bis
engbegrenzt ein, mit der Einschränkung „Begrenzung abhängig vom
zerschnittenen Relief, der Bedeckungsmächtigkeit und dem unterschiedlichen
Wasserdefizit“.
Das Klima bedingt eine Bewässerung,
die im Gebiet von Eghlid mit Hilfe natürlicher Quellen durchgeführt werden
kann, eine der wenigen Erleichterungen, die die Landwirtschaft in diesem
Raum in Anspruch nehmen kann. Aber schon weiter östlich zur
Adabeh-Surmagh-Ebene hin finden sich die ersten aufwendigen Ghanatsysteme.
Der Anbau auf Regenverdacht in diesem Gebiet ist spärlich und risikoreich.
Bevorzugt wurde in der Umgebung von Eghlid bislang der Gersteanbau und der
Wechselfeldbau von Kartoffeln und Weizen. Eingeengt wird das
landwirtschaftliche Areal durch die Geröllfelder und das zutage tretende
Gestein der umliegenden Hügel. Nur in den eigentlichen alluvialen Ebenen
finden sich Nutzungsmöglichkeiten.
Der größte Teil des Landes gehörte
einigen wenigen reichen Familien. Erst die vor kurzem durchgeführte
Landreform streute den Besitz etwas weiter.
Nach persischer Tradition hat
Landbesitz jedoch eine andere Bedeutung als in den westlichen Ländern. Der
Erwerb aus der Landwirtschaft verteilt sich anteilmäßig sowohl auf den
nominellen Besitzer des Landes, als auch auf den Halter der Wasserrechte,
dem Besitzer der Gespanne bzw. heute der Maschinen und auf den
Landarbeiter. In den nördlichen Regionen des Iran kommen dazu noch die
komplizierten Systeme mit Zwischen- und Unterpächtern, ganz im Sinne der
alten Feudalstruktur.
Die Anbauform und –methode in Eghlid:
primitiv, alte Holzpflüge werden auch heute noch benutzt, ebenso
verschiedene primitive Dreschgeräte.
Bei der Bewässerung wird die temporäre Furchenbewässerung bevorzugt. Die
Wasserverteilung wird an steinern Wassertrennern vorgenommen und im
weiteren Verlauf durch Umlenkung mittels kleiner Nebenwälle. Über die
Nachteile dieser Bewässerungsform wurde schon weiter oben gesprochen.
Seitdem in Eghlid eine Zuckerfabrik
gebaut worden ist, ist eine Umstrukturierung der Anbauprodukte zu
beobachten. Weite Flächen werden nun dem Zuckerrübenanbau zur Verfügung
gestellt. Sortenwahl und Wachstumsqualität sind wenig entwickelt und
rückständig.
Die Zuckerfabrik, die privat, mit
staatlicher Unterstützung errichtet worden ist, wurde von der BMA
(Braunschweigische Maschinenbauanstalt) gebaut. In der Anlaufphase waren
etwa dreißig deutsche Techniker an diesem Werk beschäftigt. Dies hat
natürlich nicht nur Folgen für die Anbaustruktur des Raumes, sondern auch
für das Selbstverständnis und die Tradition Eghlids. Fleiß und Geschick
der im Ort angeworbenen Arbeiter und Hilfskräfte wurde von der
Firmenleitung besonders gelobt. Für die Beschäftigungsstruktur des bisher
nur dem unmittelbar landwirtschaftlichen Anbaues zugeordneten
Bevölkerungsteiles, bedeutet die Anstellung in der Zuckerfabrik sowohl die
Möglichkeit einer ersten technischen Ausbildung, als auch eine Veränderung
des sozialen Status, deren Bedeutung erst die Zukunft erweisen wird.
Sicherlich wird die Arbeit der Zuckerfabrik direkt oder indirekt zur
Auflösung der geschilderten traditionellen Sozialstrukturen führen.
Eghlid ist dabei kein Einzelfall, da
bislang die Errichtung der Zuckerfabriken in den Regionen potentiellen
Rübenanbaues (Fars und Teheran) zu den vordringlichen Projekten der
Planungsbehörden gehörte. Erst nachdem die Privatwirtschaft die Chancen
der Zuckerindustrie wahrzunehmen beginnt, zieht der Staat, der auch
Entwicklungsgelder in diese Projekte gesteckt hat, sein Engagement aus
diesem Wirtschaftszweig zurück.
Fars ist ein Zentrum der
Rübenzuckerherstellung geworden. Neue Zuckerfabriken finden sich außer in
Eghlid noch in Shiraz, Kovar und Marvdasht, wo sich auch noch eine
Kunstdüngerfabrik befindet.
Die Zuckerfabrik in Eghlid sind auch
weite Anbauflächen im südwestlich des Kuh e Bul befindlichen Tales des
Pulvar Rud zugeordnet.
Diese weiten Alluvialflächen um Ab Barik und Khushk e Zard waren
ursprünglich nomadisches Weidegelände, das heute unter Staatsregie
gestellt worden ist.
Wegen der notwendig werdenden
LKW-Verbindungen zur Zuckerfabrik wurden die Pisten sowohl von Eghlid zur
Fernverkehrsstraße bei Surmagh, als auch in die zuletzt beschriebene
Richtung nach Aliabad, Ab Barik, Aspas neu trassiert und geschottert. Auch
die in diesem Zuge befindliche Durchbruchstraße durch den Ort Eghlid, die
zu tiefgreifenden baulichen Veränderungen geführt hat, gehört zu den
Erneuerungsprojekten im Rahmen der Errichtung der Zuckerfabrik.
Der Selbstversorgung dienen die
siedlungsnahen, bewässerten Flächen mit Obstbäumen, Tomaten, Gemüse und
lokalem Getreideanbau. Die Viehhaltung ist auch hier weitgehend von der
Landwirtschaft getrennt und wird vorzugsweise von Nomaden, den schon
erwähnten turkstämmigen Ghasghai durchgeführt. In früheren Jahren gab es
zeitweilig Konflikte zwischen den „jenseits der Berge wohnenden“ Ghasghai
und der sesshaften Bevölkerung. Heute sehen auch die Nomaden in Eghlid und
anderen Orten willkommene Markt- und Absatzorte für ihre tierischen
Produkte (Schaffleisch, Felle etc.).
Die Viehhaltung der Ansässigen
beschränkt sich auf Nutzvieh, wie Esel, Rind und einige Ziegen für den
Milchbedarf.
Tafel 16,
Abbildungen 12 und 13: Umland von Eghlid
3.15 Teppichknüpferei und
landwirtschaftliche Armut
Aus den vorangegangenen Abschnitten
ist zu ersehen, dass die Armut der prägende soziale Faktor im Leben
Eghlids und vieler kleiner Landorte in Fars ist.
Trotz der extensiven Bewirtschaftung
des Bodens werden im Durchschnitt pro 100ha bebauter Fläche 20
Arbeitskräfte „beschäftigt“. Das führt zu einem großen Überhang an
Arbeitszeit und Arbeitskapazität, die auf dem Felde nicht verwertet werden
können. Es bedeutet weiterhin, dass die tägliche Arbeitszeit Vieler nur
minimal ist. So liegt es nahe, dass zur Landwirtschaft ein Nebenjob
hinzutritt. Bevorzugt wird dabei die Teppichknüpferei.
In einer Arbeit des Agricultural
College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad werden sechs Schwerpunkte
der Teppicherzeugung in Fars festgestellt:
Abdeh, Bidjer, Ramdjer, Marvdasht, Sarvestan und Firuzabad. Technisch am
weitesten entwickelt ist die Knüpferei in Firuzabad. Zum größten Teil
werden die Teppiche für den Eigenbedarf bzw. für den Bedarf des Wohnortes
von Shiraz auf einen größeren Markt. Insgesamt existieren in diesem Gebiet
13007 teppicherzeugende Betriebe, die zu 81,2% als Nebenerwerbszweig
landwirtschaftlicher Betriebe und zu 18,8% als selbstständiges,
städtisches Gewerbe klassifiziert worden sind.
Bei einer nach dem Zufallsprinzip
ausgewählten Stichprobe von 54 Knüpfereibetrieben ergab sich folgende
Gesamtrohertragsstruktur: 50,6% Bodennutzung, 16,2% Viehhaltung, 32,2%
Teppichproduktion. In von der Natur aus benachteiligten Gebieten, wie der
Raum Abadeh, wird im Durchschnitt ca. 50% des Betriebseinkommens aus der
Teppichproduktion erwirtschaftet.
Festgestellt wurde ferner, dass die
Qualität der Landteppiche in Fars noch nicht zufriedenstellend ist, so
dass weitere Aufwendungen für eine Modernisierung der Betriebe wertvoll
wäre. Hingewiesen wird dabei auf die seit einiger Zeit bestehende
staatliche Teppichorganisation, die durch Gewährung kurzfristiger Kredite,
Beratung, Schaffung genossenschaftlicher Organisation für den Einkauf des
Rohmaterials und den Verkauf der Teppiche versucht, das Einkommen zu
erhöhen.
„Während z.Zt. im Durchschnitt
aller Betriebe der Reinverdienst je qm Teppich bei ca. 15,- DM liegt, wäre
es möglich, mit relativ geringer Umstellung in der Produktionstechnik,
sowie Durchführung der oben genannten Maßnahmen, den Verdienst um
mindestens das Dreifache zu steigern“.
Neben diesen sogenannten
Landteppichen existieren qualitativ zufriedenstellende Teppichknüpfereien
bei den Nomaden, den Ghasghai. Diese Teppiche werden ebenso dem Export
zugeführt wie manche der Landteppiche, soweit es sich um gute Exemplare
handelt.
Zu den Teppichknüpfereien noch eine
abschließende Statistik.
Nach Unterlagen des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad
gibt es in Fars folgende Anzahlen von Teppichknüpfereien ländlichen (l)
bzw. staatlichen (s) Types:
|
Region |
Teppichknüpfereien vom |
|
ländlichen Typ |
Städtischen Typ |
|
Shiraz
(mit Marvdasht, Randjet, Bejzar, Sarvesta) |
5837 |
1084 |
|
Mamasani |
1664 |
2 |
|
Abadeh/Eghlid |
4379 |
1355 |
|
Djarab |
978 |
425 |
|
Niriz |
617 |
36 |
|
Fasa |
558 |
179 |
|
Djarom |
452 |
64 |
|
Lar |
weniger als 5 |
- |
|
Kazerun |
weniger als 5 |
- |
Um einen Zusammenhang der
Teppichknüpferei mit den landwirtschaftlichen Ertragsverhältnissen
herzustellen, sei auf die bereits erwähnte Untersuchung des Agricultural
College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad hingewiesen.
Es wurden dabei 54 repräsentative Betriebe in der Provinz Fars eingehender
analysiert. Aus dem Ergebnis sei folgende Tabelle zusammengestellt:
|
Roherträge einer
repräsentativen Auswahl landwirtschaftlicher Betriebe in Fars (in
Rial) |
|
Region |
Erträge aus: |
|
Bodennutzung |
Viehhaltung |
Teppichknüpferei |
|
Abadeh/Eghlid |
21917 |
30792 |
50082 |
|
Beja/Ramdjed |
54610 |
10143 |
10286 |
|
Marvdasht |
33642 |
5006 |
15860 |
|
Sarvestan |
69308 |
22849 |
38756 |
|
Firuzabad |
62456 |
17453 |
43412 |
|
1000 Rial (= 100 Tuman)
entspricht etwa 48 DM |
Die besondere Struktur der Region
Abadeh/Eghlid, deren landwirtschaftliche Produktion gering ist, wird an
dem Verhältnis der Roherträge aus Boden und Viehhaltung zur
Teppichknüpferei deutlich, da hier die Teppichherstellung tatsächlich die
zusätzliche Existenzsicherung übernommen hat.
3.2 Der Raum Shiraz. Entwicklung der
Stadt-Land-Beziehungen
3.21 Naturgeographische Situation
Shiraz liegt in einem Becken in
Zentralfars in einer Höhe von etwa 1500m, umgeben von Bergen, die das
Becken noch einmal um ca. 1000m überragen. Dieses Becken ist über die
Fläche des Dariacheh e Maharlu mit dem von Sarvestan verbunden und weiter
südlich mit dem von Kovar. Die klimatische Situation von Shiraz ist für
die Lebensumstände des Menschen recht günstig. Durch die Höhenlage werden
die Temperaturen gedrückt, so dass Frost und Schneefälle im Winter keine
Seltenheit sind und die Niederschläge geringfügig erhöht werden. Die
Verkehrswege, die Shiraz mit anderen Städten verbinden verlaufen
nord-südlich bzw. nordost-südwestlich und müssen daher in Ketten des
Zagros überqueren. Diese etwas abgeschlossene Lage hat eine geschichtliche
Kontinuität der Stadt hervorgerufen, obwohl auch hier Zerstörung durch
Kriege und Erdbeben und die Dezimierung der Bevölkerung durch Seuchen eine
wichtige Rolle in der Stadtentwicklung gespielt haben. Aufgrund seiner
zentralen Lage ist Shiraz der unbestrittene Hauptort der Provinz Fars seit
alters her ein geistiges Zentrum.
Zudem ist Shiraz ein beliebtes Wohngebiet geworden. Wirtschaftlich steht
die Region Shiraz noch im Schatten des westlichen Erdölrevieres von
Khuzistan und des näher zu internationalen Verkehrslinien gelegenen
Industriegebietes von Esfahan-Ghom-Teheran.
3.22 Die landwirtschaftliche
Situation des Shiraz-Beckens und seine Entwicklungsmöglichkeiten
Shiraz liegt am Rande des Gebietes
mit Zwangsbewässerung. Extensive Randgebiete mit Anbau auf Regenverdacht
spielen wirtschaftlich keine besondere Rolle, man ist auf die
Bewässerungswirtschaft angewiesen. Die hydrologischen Verhältnisse sind
dabei nicht ungünstig.
Drei Wissenschaftler des Agricultural
College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad, Bahrani, Shooshtarian und
Haeri haben eine Studie über die Wasserressourcen und die Wassernutzung im
Shiraz-Becken erstellt. Aus ihrer Untersuchung sollen einige Fakten
herausgezogen werden.
Zur Verfügung steht eine
durchschnittliche Wassermenge p.a. von 298mm (es gibt auch noch andere
Zahlen!) bei einer Spannweite der Maximal- und Minimaltemperaturen von 26°
bis 3°C. In diesem Bereich liegen 89 Dörfer mit einer tatsächlich
genutzten landwirtschaftlichen Fläche von 10000ha. Zur Verfügung stehen
nach Lage des Geländes weitere 20000ha nutzbares Land. Eine besondere
Bedeutung haben die großen Flächen, die unter ein- oder zweijähriger
Brache stehen. Einige Flächen werden für das dry-farming ausgezeichnet,
was aber wohl mehr eine Umschreibung des Anbaues auf Regenverdacht
darstellt. Angebaut werden vorwiegend Weizen, Gerste, Zuckerrüben,
Luzerne, Hülsenfrüchte, Baumwolle, Reis, Melonen, Gemüse und in
Siedlungsnähe gibt es größere Areale mit Fruchtbäumen. Als Sonderkulturen
findet man am Gebirgshang im Norden und Nordwesten Weinanbau. In den
stadtnahen Gebieten werden weite Areale als Schmuck- und Nutzgärten
genutzt, bei denen die Rosenzucht im Vordergrund steht. Alle diese
Kulturen benötigen eine Bewässerung über die angebotene Regenmenge hinaus,
besonders, da die mehrmonatige Trockenzeit in Shiraz extreme
Trockenheitsgrade verursacht. Was steht an sonstigen Wasserressourcen zur
Verfügung?
Da sind zunächst einige kleinere
Flüsse, die in ihrem gesamten Verlauf nur in der feuchten Zeit
durchflossen werden und sonst, aus Quellen gespeist, nur über kurze
Strecken Wasser führen, um dann wieder zu versickern.
Zum anderen gibt es eine hohe Anzahl
von Ghanaten, die am Hangfuss unterhalb der Schotteroberfläche des
Beckenglacis Grund-, Sicker- und Quellwässer auffangen. Die Ghanate
variieren in ihrer Wasserspende zwischen 10-200 l/sec. Dazu kommen seit 50
Jahren Pumpen, von denen 250 dem Typ der Tief- und Halbtiefbrunnen
angehören. Die Bohrtiefe dieser Brunnen schwankt zwischen 20 und 200m und
die Wasserspende liegt zwischen 3 und 100 l/sec.
Im Südosten findet man einige
artesische Brunnen mit einer durchschnittlichen Spende von 20 l/sec.
Fasst man diese Wasserressourcen
einschließlich der Niederschläge zusammen, so kommt man auf eine
Wassermenge von 11,7 inch/10 000 ha (kalkuliert auf 97,9mm
Jahresniederschlag). Das entspricht für das Shiraz-Becken einer gesamten
jährlichen Wasserkapazität von 212,62 Mio. cbm.
Vergleicht man nun, wie im Ansatz
schon weiter oben erläutert, die zur Verfügung stehende Wassermenge mit
dem Wasserbedarf der Nutzpflanzen, so kommt man zu dem Ergebnis, dass das
Wasser im Shiraz-Becken ineffizient genutzt wird. Bezugnehmend auf die
oben angegebene Arbeit werden einige Punkte zusammengefasst.
-
Die Wasserkapazität im
Shiraz-Becken ist mehr als dreimal so hoch wie der durchschnittliche und
mehr als zweimal so hoch wie der maximale Wasserbedarf für die jetzt
kultivierten Areale.
-
Viel Wasser geht aus technischen
und bewässerungswirtschaftlichen Gründen verloren. Das rührt
hauptsächlich von der niedrigen Bewässerungseffizienz der primitiven
Bewässerungsmethoden her.
-
Ausgehend davon, dass in einem
guten Irrigationssystem die totale Effizienz um 70% gesteigert werden
kann, ist zu schließen, dass es möglich sein müsste, das kultivierte
Land um 50%, das sind 5000ha zu vergrößern, ohne dabei schon neue
Wasserressourcen in Anspruch nehmen zu müssen.
Eine Tabelle der Landnutzung im
Shiraz-Becken aus der selben Quelle soll die augenblickliche Struktur
verdeutlichen. Interessant ist dabei, die Wachstumsperiode der
Kulturpflanzen zu vergleichen!
|
Anbauprodukt |
Fläche/% |
Fläche/ha |
Wachstumsperiode |
|
Getreide |
39,0 |
3890 |
8 Monate |
|
Hülsenfrüchte |
6,0 |
585 |
4 Monate |
|
Melonen |
10,0 |
1010 |
4 Monate |
|
Gemüse |
2,0 |
191 |
9 Monate |
|
Fruchtbäume |
24,0 |
2390 |
10 Monate |
|
Zuckerrüben |
3,5 |
355 |
10 Monate |
|
Reis |
6,0 |
604 |
7 Monate |
|
Baumwolle |
7,0 |
710 |
7 Monate |
|
Luzerne
(Alfalfa) |
2,5 |
255 |
12 Monate |
Die Region Shiraz zeichnet sich durch
Produktionsreichtum und eine gewisse Marktorientierung aus. Die angebauten
Pflanzenspezies müssen, wenn sie eine extrem kurze Lebensdauer haben,
kälteresistent sein.
Die Intensivierung der Landwirtschaft
soll im Raum Shiraz durch eine Verbesserung der Bewässerungssysteme, sowie
durch den Ausbau der Verkehrsanbindung vonstattengehen.
Augenblicklich hat jedoch die
Entwicklung des Marvdasht-Beckens den Vorrang.
Tafel 17,
Karte 11: Becken von Shiraz.
Kulturlandschaft
3.23 Shiraz. Beispiel für die
Entwicklung städtischer Siedlungen im Iran
Die städtische Siedlungsform hat im
Iran keine ähnliche Entwicklung wie in den europäischen Ländern
durchgemacht. Der Begriff ‘Stadt‘ bedeutet nicht eine spezielle
Rechtskörperschaft, sondern ausschließlich einen größeren Siedlungsbereich
mit Wohn- und Geschäftsmöglichkeiten. Dennoch haben einige Städte eine
Geschichte, die mehr als tausend Jahre zurückreicht. Wenn man antike
Siedlungsstellen hinzunimmt, hat Shush, das ehemalige Susa ein Alter von
rund fünftausend Jahren, obwohl von einer städtischen Kontinuität nicht
gesprochen werden kann.
Die auch in Europa bekannten
Stadt-Land-Differenzen treten im Iran insofern noch verstärkt auf, als sie
den Gegensatz der sesshaften Lebensweise zum Nomadismus kennen. Alle
Städte im Iran sind von der Auseinandersetzung der Stadtbevölkerung mit
den sie umgebenden Nomadenstämmen geprägt, ihren Rivalitäten und
Eroberungszügen. Die städtische Kultur hat im Iran nie die Stärke erringen
können, die Nomaden zurück zu drängen oder ihrer Machtmittel zu berauben.
Die iranischen Städte waren daher
ursprünglich – wie auch Shiraz – verteidigungsbreite Festungen. Dennoch
mussten die Städte Eroberung, Zerstörung und Dezimierung wiederholt
hinnehmen. Den Zusammenhang zeigt ein Blick auf die Gesetzmäßigkeiten der
unruhigen iranischen Geschichte.
Als ein einladendes Hochland, am
Schnittpunkt nord-südlicher und west-östlicher Handels- und
Militärstraßen, bot es vielen Völkerschaften Gelegenheit zum Einfall oder
Durchmarsch. So war das Land in regelmäßigen Abständen der Eroberung durch
meist turkstämmige, nördliche Nomadengruppen ausgesetzt.
-
Sieht man von der arabischen
Eroberung einmal ab, handelt es sich um die Eroberungszüge der Mongolen
in mehreren Phasen, die Machtübernahme durch den grausamen Timor lang,
genannt Tamalan und die Kämpfe der verschiedenen turkmenischen Eroberer
wie die Kizel Brash oder die Kara Koyunu.
Die meisten Dynastien in der
persischen Geschichte stammen von Nomaden-Khanen ab, die erst nach ihrer
gewaltsamen Machtergreifung, die oft Hunderttausenden das Leben kostete,
in die persische Kultur assimiliert worden sind. Ihre nomadischen
Sozialvorstellungen (Großfamilien, Sippen mit Khanen als Vorsteher)
behielten sie auch als Herrscher bei. Bausani bezeichnet daher die
iranische Gesellschaft als geprägt vom „Wanderhirtenfeudalismus“.
Dass diese Sozialverhältnisse mit der
sesshaften Lebensweise kaum vereinbar waren, lässt auf die schwierige Lage
und die Behinderung der Entwicklungsmöglichkeiten der Städte schließen. So
wiederholt sich in der Geschichte der iranischen Stadt ein Zyklus von
Zerstörung, Wiederaufbau, kultureller Blüte, Schwächung und erneuter
Eroberung. Dass dazu noch Katastrophen, Seuchen oder Erdbeben oft die
Bevölkerung ganzer Städte vernichteten, sei nur am Rande bemerkt.
Dazwischen kamen Blütezeiten, wenn z.B. die gerade herrschende Dynastie
eine Stadt, die entweder ihre Heimatstadt war oder dem Weidegebiet ihrer
Schafe nahegelegen war, zur Hauptstadt erhoben hat.
Auch Shiraz machte diese Entwicklung
durch. Der Raum von Shiraz war das Kernland des Achämenidenreiches
(Persepolis;
Pasargadae), und Siedlungsspuren finden sich aus dieser Zeit auch im
Shiraz-Becken. Die eigentliche Entwicklung begann für Shiraz erst mit der
arabischen Eroberung, nach der Shiraz ein geistiges Zentrum des Islam
wurde. Eine Blüte erlebte die Stadt im Mittelalter zu Lebzeiten der beiden
großen Dichter Hafez und Saadi, deren Mausoleen sich in Shiraz befinden.
Durch diese hier lebenden Dichter und
Philosophen wurde die Stadt ein geistiges Zentrum ersten Ranges.
Wechselvolle Zeiten des Niederganges
wurden erst durch die Wahl von Shiraz zur Hauptstadt der Zand-Prinzen im
18. Jh. beendet. Aus dieser Zeit stammen auch die sichtbarsten
stadtprägenden Strukturen vor dem modernen Ausbau der Stadt. Der von den
Persern hochgeschätzte Karim Khan Zand, der sich nur als Verwalter der
Macht der vorangegangenen Safawiden-Dynastie sah und sich daher, ebenso
wie seine Nachfolger nicht zum Shah krönen ließ, sondern als Vakil
(„Stadthalter“ oder „Regent“) betrachtete, versuchte Shiraz nach dem
Vorbild der Safawiden-Metropole Esfahan neu zu gestalten. Einige
Architekturprinzipien beim Bau des zentralen Platzes (dem heutigen
Regierungsviertel) und der Moschee mit dem angrenzenden Bazar (Madjid e
Vakil und Vakil Bazar) entnahm er dem Vorbild des Majdan e Shah in
Esfahan, ohne jedoch dessen architektonische Bedeutung erreichen zu
können. Trotzdem galten die Bauten der Zand-Zeit als letzte Zeugen der
persischen Architektur, bevor sie in die Mittelmäßigkeit eines
internationalen Stils zurückfielen.
Durch den ersten Kadjaren, dem
grausamen Agha Muhamad Khan (1787-1797) ihrer Hauptstadtfunktion beraubt,
verlor das von Agha Muhamad schrecklich zugerichtete Shiraz seine
wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.
Erst in neuester Zeit besinnt sich
Shiraz seiner alten Traditionen und versucht eine neue Entwicklung zu
forcieren. Der Umbau der Stadt in der Regierungszeit von Reza Shah Pahlavi
nach damaligen persischen Stil (großzügige Straßendurchbrüche, übergroße
Kreisel – angeblich nach Pariser Muster – sowie Regierungsneubauten im
Monumentalstil) gab den Anstoß, neue städtebauliche Formen für die wenig
entwicklungsfähigen persischen Städte für unser Jahrhundert zu finden.
3.24 Die Gliederung der Stadtregion
von Shiraz
Die Altstadt von Shiraz, deren
Grenzen sowohl in der Architektur, als auch im Straßennetz sofort deutlich
zu erkennen sind, war früher von einem Wall und einem Graben umschlossen.
Sieben Tore stellten die Verbindung zu den umliegenden Orten her. Ein
geordnetes Straßennetz fehlte in diesem Bereich, der sich um das von Kraim
Khan Zand errichtete Stadtzentrum gruppierte. Ältere Zentren waren die
Masdjid e Now und die Shah Cheragh. Bis heute ist die Mehrzahl
öffentlicher Einrichtungen in diesem Bereich zu finden. Während des
Niederganges im letztem Jahrhundert füllte Shiraz nicht immer den gesamten
umschlossenen Bereich aus. Erst in unserem Jahrhundert verschwanden Wall
und Graben, Vorstädte lagerten sich an, und ein großer Neustadtbereich im
Nordwesten, parallel zum Koshk Rud, wurde erreichtet. Diese Gegend
unterschied sich schon rein äußerlich durch ein geregeltes Straßennetz und
den mehrstöckigen, der europäischen Architektur nachempfundenen Baustil.
Den Anstoß gab das neue Straßennetz, das Anfang der dreißiger Jahr durch
die Altstadt gebrochen wurde und in seinen Verlängerungen die
Entwicklungsrichtungen von Shiraz bestimmt. Auch der Wall- und
Grabenbereich wurde zu einer Ringstraße.
Das alte armenische Viertel und dicht
daneben das jüdische Wohngebiet ‚Mahalleh‘ waren soziologisch und früher
auch architektonisch von der übrigen Altstadt unterschieden.
Noch heute konzentrieren sich Bürger jüdischen Glaubens in diesem Viertel.
Einige der traditionellen
Ordnungsprinzipien der orientalischen Stadt werden deutlich: Gleichartige
Bevölkerungsgruppen, durch Beruf, Herkunft oder ihren Glauben zusammen
gekommen, wohnen in festumgrenzten Regionen zusammen und unterliegen einem
gruppeninternen, bzw. für die verschiedenen Gruppen differenzierten
sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Handlungsrahmen.
Ein weiteres Kennzeichen ist die
Zusammenfassung der Händler und Handwerker n Bazaren, in denen
gleichartige Werk- und Verkaufsstätten lokal zusammengefasst worden sind.
Geschäfte nach europäischem Muster
wurden erst im Zuge der neuen Straßendurchbrüche errichtet. Daneben werden
aber auch noch Geschäfte im Gebiet der Altstadt eröffnet, die bis heute
den zentralen Charakter von Shiraz noch nicht verloren hat. Das
Regierungsviertel, auch seine Neubauten, ist konzentriert auf den Bereich
des von Karim Khan Zand errichteten Zentrums. Die Außenbezirke, erst in
jüngster Zeit gebaut, haben architektonisch und funktional noch wenig
Bedeutung für die Stadt Shiraz selbst. Größere Areale, die von Militär und
Universität, sind vom öffentlichen Leben weitgehend abgeschlossen und
existieren nach altem Muster als abgetrennte Viertel.
Alle diese Züge sind in ihrem
Ordnungsprinzipien typisch für die iranische Stadt schlechthin. Clarke
beschreibt diese Strukturprinzipien an Hand offizieller Statistiken in
seinem Buch ‚The Iranien City of Shiraz‘.
Es würde jedoch zu weit führen, die Darlegungen an dieser Stelle genauer
zu erörtern.
Zusammenfassend mag die
kulturgeographische Bedeutung von Shiraz folgendermaßen charakterisiert
werden:*
Zusammenfassend mag die
kulturgeographische Bedeutung von Shiraz folgendermaßen charakterisiert
werden:
-
Für den heutigen Verkehr liegt
Shiraz relativ ungünstig. Erst durch den kostspieligen Ausbau der alten
Karawanenwege nach Busher und weiter nach Khuzistan kann Shiraz wieder
Anschluss an die Wirtschaftsbeziehungen des süd-west-iranischen Erdöl-
und Industriegebietes gewinnen. Der zusätzliche Ausbau von Pipelines und
elektrischen Transmissionsleitungen ist schon in Angriff genommen worden
(Karte 17, Tafel 25).
-
Seine regionale Bedeutung als
Kultur-, Markt- und Verwaltungszentrum für den Bereich der Provinz Fars
hat Shiraz nie verloren. Diese Beziehungen verstärken sich mit dem
Ausbau der Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen und mit der
Verbesserung der Verkehrswege zusehends.
-
Shiraz ist als kulturelles Zentrum
seit der arabischen Zeit im Bewusstsein der Öffentlichkeit geblieben.
-
Die klimatische Gunst fördert
Wohnen und Arbeiten in dieser Stadt und kann einen zusätzlichen Anstoß
für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung von Shiraz geben, wenn die
Verkehrsverhältnisse verbessert worden sind.
-
Eine nicht zu übersehende Rolle
spielt der Fremdenverkehr, der noch weiter ausgebaut werden kann. Die
Nähe zu Esfahan, einem weiteren Touristenzentrum fördert die
Anziehungskraft dieses Raumes insgesamt.
-
Für die Landwirtschaft hat Shiraz
zwei Bedeutungen,
-
als Zentral- und Vermarktungsort
einer eigenen landwirtschaftlichen Provinz, die sich durch
großstädtischen Charakter, Artenreichtum und Qualität der
landwirtschaftlichen Produkte auszeichnet
-
als Verwaltungs- und
Forschungszentrum (zusammen mit Bashgad als fortschrittliches Element
landwirtschaftlicher Strukturänderung).
Die Ausrichtung auf Shiraz ist in
ganz Fars zu beobachten. Intensität und Qualität der Landwirtschaft, sowie
Dichte und bauliche Qualität der Siedlung nehmen in Richtung auf Shiraz
hin zu, insbesondere auch orientiert an den bestehenden
Straßenverbindungen.
Tafel 18, Abbildungen 14 und
15: Altstadt von Shiraz
Tafel
19, Karte 12: Shiraz
Tafel 20,
Abbildungen 16 und 17; Gärten von Shiraz
3.25 Die Randbecken in Fars und
das Problem des Nomadismus
Die im vorangegangenen Abschnitt
analysierten Beziehungen zu Shiraz prägen auch das Bild der angrenzenden
Beckenlandschaften. Wesensmerkmale sind die Abhängigkeit von den
räumlichen Kommunikationsmöglichkeiten und die damit verbundene mehr oder
weniger große strukturelle Entwicklungsverzögerung.
Die Hauptstraße Shiraz-Esfahan führt
hinter den Höhenzügen, nördlich von Shiraz durch das große, verkehrsmäßig
gut zu erschließende Becken von Marvdasht. Es ist daher naheliegend, dass
gerade in dieser Region weitreichende Entwicklungsprojekte in Angriff
genommen worden sind. Vorausgegangen war eine intensive
geologisch-hydrologische Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse in der
vorliegenden Arbeit (Iran. Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad,
(190), a.a.O., unveröffentlicht)
durch Vermittlung des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad
benutzt werden konnten
(Cf. Voigt, (46), a.a.O., Profile 1b, Tafel 14; 2d, Tafel 15; 4f,
g, h, Tafel 17).
Mehrere Einzelprojekte wurden in den letzten Jahren
in Angriff genommen:
-
Aus mehreren kleinen Siedlungen
wurde der regional zentrale Ort Marvdasht gebildet.
-
Der Bau des Darius e
Kebir-Staudamms am Kur Rud wurde begonnen und steht kurz vor der
Vollendung.
-
Im Zusammenhang mit diesem Projekt
wurde das Takht e Djamshid Irrigation Project forciert.
-
Eine Zucker- und Düngemittefabrik
wurden bei Marvdasht errichtet und sind mit einer „refined products
pipeline“ mit Shiraz verbunden. Auch das Ende einer
Überlandhochspannungsleitung von Khuzistan über Shiraz liegt im Bereich
von Marvdasht. Falls der ‚Darius e Kebir‘ eine Stromerzeugung aufnimmt,
wird er auf diese Weise an ein Verbundnetz angeschlossen.
Mit weiterer Entfernung von den
Verkehrsverbindungen nimmt die Entwicklungsintensität ab. Noch in der Nähe
von Shiraz befinden sich das Grundwasserprospektionsgebiet von Khafr, das
in nächster Zeit landwirtschaftlich entwickelt werden soll und das
benachbarte Gebiet von Kovar, in dem durch Zuckerfabrik und
Pipelineanschluss neue Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen worden sind.
Die weiter entfernt liegenden Becken
von Firuzabad, Kazerun und Ardekan sind in ihrer Entwicklung
zurückgeblieben. Ansätze zu neuen Entwicklungen finden sich höchstens in
einer Anzahl neuer Motorpumpen oder beim B au neuer militärischer Anlagen
in Firuzabad, wo Unruhen in der Bevölkerung vor einigen Jahren nach
Missernten zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Zentralgewalt
geführt hatten. Das Gebiet, seitdem nur noch „Texas“ genannt, wurde „in
bewährter Weise befriedet“ und an Stelle von Investitionen, die eine neue
Hungersnot hätten vermeiden können, wurden Kasernen errichtet.
Die Gliederung dieser Randbecken
entspricht weitgehend den naturgeographischen Voraussetzungen, die im
einleitenden Teil der Arbeit von Voigt geschildert worden sind
(Voigt, (46), a.a.O., p. 8f und p.62f).
Sonderentwicklungen sind hier nicht
festzustellen, vorherrschend ist der Getreideanbau und in Ortsnähe sind
die Fruchtbaukulturen typprägend, zu denen im Gebiet Kazerun noch die
Dattelpalme hinzutritt (Abb. 8, Tafel 12).
Ihre Begrenzung findet die Kulturlandschaft dieser Becken in der
natürlichen Oberflächenform der Beckenlandschaft. Die Gefahr der
Versalzung ist schon mehrfach angesprochen worden.
Am Bergfuss und zum Gebirge hin
finden sich xerophytische Steppen- und Garriguelandschaften, die den
Herden der Ghasghai als Weideregion dienen.
Schon weiter oben wurde oben das
Problem des Nomadismus in der staatlichen Entwicklung Persiens
angesprochen. Beim Übergang in eine technisierte Phase der Zivilisation
verschärfen sich die Probleme des Nomadismus noch mehr. Der Abstand der
individuellen und gruppenspezifischen, wirtschaftlichen und politischen
Chancen zwischen der sesshaften Bevölkerung und den Nomaden vergrößert
sich immer mehr. Eine verkehrsmäßige Erschließung des Landes engt den
Lebensraum noch weiter ein. So werden soziale Spannungen unvermeidlich.
Der Staat versucht, dem Problem des
Nomadismus durch mobile Bildungseinrichtungen die Schärfe zu nehmen, doch
bleibt dieser Versuch in vielen Fällen ineffektiv. Daneben bilden die
Nomaden, teilweise noch fremdsprachig, herkunftsmäßig in der hier
entwickelten, überregionalen Staatsstruktur einen Fremdkörper, der schwer
zu absorbieren oder zu integrieren ist. Die Herden stellen den einzigen
Reichtum der Nomaden dar, flüssiges Kapital besitzen sie kaum
(Abb. 19, Tafel 21).
Zu einer Hilfe aus eigenem Vermögen sind sie nicht in der Lage.
Die Viehzucht auf natürlichen Weiden
ist jedoch in einem Trockenland wie dem Iran nicht ohne Wanderbewegung
möglich. Der Nomadismus hat handfeste naturgeographische Ursachen.
Gleichzeitig bedeuten die Herden einen nicht geringen
volkswirtschaftlichen Faktor, besonders im Hinblick auf die
Ernährungsgrundlage der Bevölkerung. Die Ziegenmilch und das Hammelfleisch
sind wichtige Eiweissspender, die persische Nationalspeise Khebab ist die
verbreitetste Speise des Nahen Ostens. Gleichzeitig liefern die Schafe der
Textilindustrie und hier besonders der Teppichknüpferei das
Ausgangsmaterial, die Wolle, die auch durch einen verstärkten
Baumwollanbau im Iran nicht überflüssig gemacht werden kann. Es wäre also
zur der Zeit nicht möglich, die Nomaden bei einer Aufgabe der
Weidewirtschaft sesshaft zu machen.
Die Nomaden in Fars, die Ghasghai,
sprechen einen türkischen Dialekt und gliedern sich in viele Großfamilien.
In einer Art Transhumanz ziehen sie während des Sommers in den Zagros, im
Winter jedoch in Richtung auf die Küste, ohne feste Weideplätze für sich
in Anspruch zu nehmen. In südlichen Regionen in Fars betreiben die Nomaden
einen primitiven Anbau auf Regenverdacht, so z.B. im Gebiet von Dasht
Arjan. Hier haben sie die Sommersitze der Familien. Besonders geschickt
sind die Ghasghai, wie schon erwähnt, im Teppichknüpfen.
Der Nomadismus ist ein integrierender
Strukturbestandteil in Fars wie auch im gesamten Iran (
In Bezug auf seine
Entwicklungschancen nimmt das Kazerun-Becken eine Sonderrolle ein. Seit
sassanidischer Zeit war es ein bedeutendes wirtschaftliches und
landwirtschaftliches Zentrum (Shapur). Jahrhundertelang galt es als
Schnittpunkt der Karawanenstraßen von Shiraz nach Busher und von Firuzabad
und anderen kleinen Orten im Osten nach Susa und Hamadan. Als Umschlags-
und Verarbeitungsort im Seidenhandel der alten Zeit spielte Kazerun bzw.
benachbarte antike Shapur eine bedeutende Rolle. Davon ist heute nichts
mehr zu spüren.
Neue Chancen gewinnt Kazerun durch
den begonnen Ausbau der Straße Shiraz-Busher (mit anglo-amerikanischer
Unterstützung). Parallel dazu verläuft der Ausbau des Hafens von Busher
und der Straße durch as Erdöl- und Erdgasfeld von Garch Saran und Bebehan
nach Khuzistan. Durch das Vordringen nach Osten der Erdöl- und
Erdgasfundstellen (Garch Saran) und der Verladung über die Insel Khargh –
anstelle von Bandar Shapur – gewinnt dieser Teil der Provinz Fars und
damit das Kazerun-Becken neue wirtschaftliche Impulse.
Eine weitere Sonderentwicklung ist
seit alters her im Raum Busher zu beobachten. Schon landschaftlich streng
von der Gebirgslandschaft in Fars unterschieden, hat es auch eine andere
geschichtliche Entwicklung durchgemacht. Die arabische Besiedlung folgte
in Busher der arabischen Eroberung (Die
kleinwüchsige, dunkelhäutige Bevölkerung unterscheidet sich deutlich von
den Persern).
Als Umgangssprache war bis vor kurzem noch arabisch vorherrschend. Busher
war zur Karawanenzeit bedeutendster Hafen am Nordufer des Persischen
Golfes und versorgte über Karawanenwege Shiraz und das Hinterland. Erst
mit dem Aufkommen moderner Verkehrsmittel, dem Bau der transiranischen
Eisenbahn nach Bandar Shapur und der stürmischen Entwicklung Khuzistans
durch die Erdölfunde seit 1913 (Masdjid e Suleiman) verlor Busher seine
alte Bedeutung.
Die Lagerhäuser und Gebäude von
Handelsniederlassungen der Portugiesen, Engländer und Holländer gaben dem
Kai die Fassade einer alten Kolonialstadt
(Abb. 18, Tafel 21).
Heute sind die größtenteils zerfallen und die Stadt hat einen schweren
Rückschlag erlitten. Das Hinterland von Busher ist, wie schon weiter oben
erwähnt worden ist, landwirtschaftlich nur unter großem Aufwand zu
bewirtschaften. Die vorherrschende Kulturform ist die Dattelpalmoase. Ein
bedeutendes Nebenzentrum ist Boradzjan, wo die Trans-Zagrosstraße ins
Gebirge eintritt.
Einige Entwicklungsprojekte sehen in
Busher den Ausbau von Hafen und Reede vor, die Fischindustrie soll
entwickelt werden (ähnlich wie in Bandar Abbas) und Kühl- und Lagerhäuser
sollen das „Hafenangebot“ verbessern. Geplant ist ferner eine sekundäre
Lebensmittelindustrie, die , orientiert an den Fischereiergebnissen,
Versorgungsfunktionen in Fars übernehmen soll, sobald die Straße
Shiraz-Busher voll ausgebaut worden ist. Für die Landwirtschaft stehen im
Augenblick keine weiteren Intensivierungsprojekte zur Debatte. An der
Grenze nach Khuzistan versorgt ein kürzlich errichteter Damm die
umliegenden Oasen.
Tafel 21,
Abbildungen 18 und 19: Randgebiete des Fars
4. Zusammenfassende
Betrachtung
4.1 Die Stellung der Landwirtschaft
im iranischen Wirtschaftssystem
Die Aufgabe dieser Arbeit ist es
nicht, eine ins Einzelne gehende Würdigung der iranischen Wirtschaft und
ihrer Entwicklungschancen zu geben. Dennoch soll versucht werden, einige
Leitgedanken, die aus der agrarischen Situation, den verschiedenen
Versuchen einer Strukturänderung und Industrialisierung in Fars gewonnen
werden konnten, mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation im Iran in
Beziehung zu setzen.
Mehrere verschiedene Faktoren spielen
dabei eine Rolle. Zum einen ist die Frage zu stellen, was an der Struktur
in Fars regelhaft oder ein Sonderfall der Entwicklung ist. Dazu bedarf es
einer vergleichenden Betrachtung. Zum anderen ist zu untersuchen, wenn
auch nur andeutungsweise, wie die Wechselbeziehungen der wirtschaftlichen
Kapazitäten in Fars und im Iran strukturiert sind.
Fragen wir zuerst nach der
Vermarktung der Anbauprodukte in Fars. Der Großteil der agrarischen
Produkte dient der Selbstversorgung oder wird nur im engeren Raum
vermarktet. Einzelne Produkte, Früchte und der Wein von Shiraz, sowie als
Sekundärprodukte Zucker und Textilien (Teppiche) unterliegen einem
geringfügigen überregionalen Austausch.
Über diese Fragen gibt es jedoch
keine Statistik, so dass über den Umfang einer Vermarktung in Fars keine
Aussagen gemacht werden können.
Die zweite Frage gilt den
angesprochenen überregionalen Entwicklungstendenzen, die Fars nachhaltig
beeinflussen. Hierbei handelt es sich um Rechtsverordnungen und
Planungsvollmachten der Zentralregierung in Teheran, und zwar in folgenden
Punkten:
-
Landreform
-
Untersuchungsprojekte
(Wasserressourcen, Bodenschätze)
-
Förderung der Maschinisierung und
Genossenschaftsbildung
-
Bereitstellung von Krediten über
landwirtschaftliche Genossenschaftsbanken
Über all diese Fragen ist im
jeweiligen Zusammenhang gesprochen worden, so dass diese Zusammenfassung
nur als Rekapitulation des Stellenwertes überregionaler Projekte dienen
kann.
Einige Wirtschaftsdaten z.B. über die
finanzielle Gesamtsituation im Iran, die nicht für die einzelnen Ostane
und Regionen spezifiziert werden konnten, sollen skizzenhaft den Rahmen
für die Entwicklungsmöglichkeiten und die augenblickliche Situation
abstecken.
Es ist dabei nicht zu vermeiden,
einige Aussagen in Tabellenform aus der Literatur zu übernehmen. Die
Vorbehalte gegenüber den im Iran vorliegenden Zahlen sind natürlich zu
beachten. Diese Statistiken, in ihrer Qualität nicht mit denen in Europa
zu vergleichen, schwanken von Quelle zu Quelle. Dennoch dürften einige
Aussagen durch diese Zahlen erhärtet werden.
4.2 Daten zur sozialen Struktur
Die Armut im Iran ist das
beherrschende Element. Wie in anderen Entwicklungsländern ist sie mit
mangelnden Bildungschancen verbunden. Es ist unbestritten, dass der Staat
bemüht ist, die Bildungsmöglichkeiten zu verbessern, jedoch sind
strukturimmanente Mängel zutage getreten. Dazu kommt die relative
Bewegungslosigkeit der von der Oberschicht getragenen Regierung, die den
Erfolg dieser Bemühungen z.T. paralysiert.
Dazu eine Tabelle über die Fähigkeit
der Perser, lesen und schreiben zu können.
|
Die Fähigkeit zu lesen
und zu schreiben hatten 1956 |
|
Insgesamt, ab 10 Jahre |
14,9 % |
|
10 bis 14 Jahre |
28,2 % |
|
15 bis 19 Jahre |
22,3 % |
|
Abnehmende Werte bis
Über 65 Jahre
|
5,3 % |
|
Männer, insg. über 10
Jahre |
22,2 % |
|
Frauen, insg. über 10
Jahre |
7,3 % |
|
Städtische Bevölkerung |
33,3 % |
|
1966, insg. ab 15
JahreStatistisches Bundesamt,
(31), a.a.O.;
Detaillierte Angaben aus dem Census 1966 liegen noch nicht vor |
23,5 % |
Deutlich wird die aus der iranischen
Sozialstruktur verständlich werdende Bevorzugung der
-
Männlichen Bevölkerung (was der
Rolle der Frau in der Gesellschaft entspricht) und
-
Städtischen Bevölkerung und was an
sich selbstverständlich ist, der jüngeren Bevölkerungsteile, die schon
in den Genuss der neuen Schulgesetzgebung kommen konnten.
Entsprechend spiegelt sich auch die
Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Berufszweige in der
wirtschaftlichen und sozialen Situation im Iran wieder.
Eine Tabelle soll die Verteilung der
Berufstätigen auf die Wirtschaftszweige verdeutlichen. Die Zahlen aus dem
Census 1966 liegen bislang noch nicht vor. Interessant ist vor allem die
geringe Anzahl der weiblichen Beschäftigten.
|
Beschäftigt in |
insgesamt |
davon Frauen |
|
Landwirtschaft |
3325721 |
143231 |
|
Bergbau |
24654 |
362 |
|
Industrie |
815699 |
277802 |
|
Handwerk |
335754 |
1436 |
|
Versorgung |
11736 |
309 |
|
Handel |
355005 |
3573 |
Bemerkenswerte Aufschlüsse über die
Möglichkeiten der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung gibt auch ein
Blick auf die Karte ‚Bevölkerungsverteilung‘.
Ein markanter Zug sind die weiten,
bevölkerungsarmen Wüstengebiete mit weniger als 5 EW/qkm.
Bevölkerungsballungen finden sich nur im Nordwestiran, im Bereich zwischen
Tabriz, Teheran, Esfahan, Hamadan und der Kaspiküste. Doch auch hier
erreichen die Durchschnittswerte dem Augenschein nach nicht die Werte
mitteleuropäischer Länder.
Städtische Agglomeration wachsen
absolut und relativ schneller als die ländlichen Gegenden, so dass die
Kopflastigkeit der iranischen Bevölkerungsverteilung zugunsten von Teheran
und in zweiter Linie zugunsten einiger Nebenzentren (Tabriz, Meshed,
Esfahan, Shiraz und Hafengebiet des Schatt es Arab) immer stärker wird.
Das birgt Gefahren in zweierlei Hinsicht:
-
die ländlichen Gebiete bleiben in
ihren Wachstumschancen und ihrer infrastrukturellen Ausstattung immer
weiter zurück, während
-
die Großstädte mit ihren
Wachstumsproblemen sowohl in Bezug auf die Versorgung, als auch in Bezug
auf die Siedlungs- und Verkehrseinrichtungen nicht Schritthalten können,
so dass eine städtische Verelendung (Slumbildung wie in Südteheran) die
notwendige Folge davon ist.
Ohne eine gezielte Struktursteuerung
sind die Probleme nicht zu lösen.
Deutlich spiegelt sich in der
Bevölkerungsverteilung und der Lage der städtischen Agglomerationen die
physisch-geographische Natur des Landes. Die für die landwirtschaftliche
Nutzung benachteiligten Wüstengebiete werden von der Grenze der minimalen
Besiedlung eingeschlossen, während die landwirtschaftlich günstigeren
Regionen an der Kaspiseeküste und im Nordzagros (Azerbeidjan) ausgeprägte
Dichtegebiete darstellen.
Eine Sonderrolle spielen die Nomaden,
deren genaue Anzahl nicht bekannt ist und die hauptsächlich im
Südwestiran, im Gebiet des Zagros ihre Wander- und Weidegebiete haben. Im
Untersuchungsgebiet sind die Ghasghai der wichtigste Stamm, dazu kommen
noch die Mamasani und die Khamse. Auf die Problematik des Nomadismus wurde
schon im Abschnitt ‚Die Randbecken in Fars und das Problem des Nomadismus‘
eingegangen.
Nachdem so die demographische
Situation angerissen worden ist, noch einige Zahlen zur wirtschaftlichen
Situation im Iran, soweit sie greifbar waren.
Tafel 22a,
Karte 13: Iran. Bevölkerungsverteilung:
Bevölkerungsdichte
Tafel 22b,
Karte 14: Iran. Bevölkerungsverteilung:
Städtische Bevölkerung
Tafel 22c,
Karte 15: Iran. Bevölkerungsverteilung:
Nomadenstämme
4.3 Daten zur wirtschaftlichen
Situation
Die qualitative Bedeutung der in den
folgenden Tabellen angeführten Bestände und Produkte wurde an angegebener
Stelle schon erläutert. Die Zahlen sollen den vergleichenden Überblick
erleichtern. Ausführliche Zahlen finden sich in der amtlichen Statistik,
bzw. in leichter greifbarer Form in den Länderkurzberichten (Iran 1969)
des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.
|
Anzahl der
landwirtschaftlichen Betriebe (1960)* |
|
Größenklassen in
ha |
Anzahl |
LNF, bewässert
in 1000 ha |
LNF, unbewässert
In 1000 ha |
|
Insgesamt |
1877299 |
4651 |
6705 |
|
Unter 0,5 |
312791 |
60 |
9 |
|
0,5-3 |
644482 |
601 |
413 |
|
3-10 |
606003 |
1363 |
2092 |
|
10-100 |
309917 |
2085 |
3742 |
|
Über 100 |
4086 |
543 |
448 |
|
*
Statistisches Bundesamt, (31), a.a.O. p.18 |
Diese Statistik verdeutlicht den
Zustand vor der Landreform. Sie zeigt die Tendenz zu sehr kleinen
Betriebseinheiten, die kaum der Ernährung einer Familie gerecht werden
können und die Tendenz zum Großgrundbesitz, bei dem wenige Betriebe große
Ländereien umfassen. Die Auswirkungen der Landreform wurden weiter oben
schon geschildert und ein Zwischenbericht bis 1969 gegeben. Wie die Zahlen
in einigen Jahren aussehen werden, besonders beim Vordringen des
Genossenschaftswesens, darüber zu spekulieren erscheint hier müßig.
Als Ergänzung seien die Zahlen
einiger wichtiger landwirtschaftlicher Produkte gegeben. Diese Werte (in
1000 t) tragen deutlich den Charakter des „Über-den-Daumen-Peilens“. Eine
Steigerung war in den letzten Jahren nur bei den Zuckerrüben zu
beobachten, bei anderen Produkten hält es sich in dem üblichen Rahmen.
|
Die Wirtschaftssituation es
Iran soll anhand von einigen Zahlen über die landwirtschaftliche
Erzeugung und die Außenhandelsverhältnisse gekennzeichnet werden. |
|
Landwirtschaftliche Produkte in
1000 t* |
|
Produkt |
Erzeugung |
|
Iran 1966 |
Fars** 1969/70 |
|
Weizen |
3190 |
150 |
|
Gerste |
1000 |
65 |
|
Zuckerrüben
1960
1965
1966
1967 |
1700
588
1300
1700
2857 |
387 |
|
Zuckerrohr |
350 |
- |
|
Weintrauben |
265 |
- |
|
Datteln |
308 |
- |
|
* Statistisches Bundesamt, (31), a.a.O., p.18
** Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (192), a.a.O. |
|
Viehbestand* |
|
Art |
Anzahl 1965 in 1000 |
|
Esel |
2000 |
|
Rinder |
6065 |
|
Büffel |
390 |
|
Kamele |
250 |
|
Schafe |
26000 |
|
Ziegen |
18000 |
|
* Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O., p.19 |
|
Fischfänge:
insgesamt 1964 |
8000 t |
|
Wichtige Außenhandelspartner.
Wert der iranischen Ausfuhr in Mio. US-$* |
|
United Kingdom |
431,0 |
EWG |
262,1 |
|
Japan |
532,7 |
-Italien |
66,5 |
|
USA |
65,6 |
-BRD |
58,3 |
|
Japan |
73,8 |
-Frankreich |
50,5 |
|
* Statistisches
Bundesamt, (31) a.a.O., p.30 |
|
Wichtige Ausfuhrgüter 1967 in
Mio. US-$* |
|
Erdöl |
1503,8 |
|
Motorbenzin |
84,1 |
|
Dieselkraftstoff |
26,2 |
|
Heizöl |
99,0 |
|
Teppiche |
49,1 |
|
Rohbaumwolle |
37,0 |
|
*
Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O.,
p.21 |
|
Aus dem Staatshaushalt 1968 in
Mio. Rial* |
|
Einnahmen |
113500 |
|
davon Erdöleinnahmen |
51200 |
|
Ausgaben |
140800 |
|
davon Verteidigung |
36300 |
|
Subventionen |
50000 |
|
Investitionen, Kredite |
51100 |
|
*
Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O.,
p.23 |
Die Bedeutung der Erdöleinnahmen wird
aus der vorangegangenen Statistik deutlich. Die Entwicklung irgendeines
Wirtschaftszweiges ist heute von den Einnahmen aus dem Erdölgeschäft
abhängig und alle weiterführenden Planungen kalkulieren dieses Geld mit
ein.
Aus einer Übersicht der Vereinsbank
Hamburg (Länderbericht Iran)
seien folgende Abschnitte über die Erdölsituation im Iran zitiert, um die
Rechtslage und die Produktionsverhältnisse zu charakterisieren. Da dies
vom Thema dieser Arbeit etwas abführt und nur zum besseren Verständnis der
wirtschaftlichen Situation des Iran dient, möge es gestattet sein, einen
längeren Abschnitt aus diesem Buch wörtlich zu zitieren:
„Die Basis der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung Irans bildet seit Anfang dieses Jahrhunderts das Erdöl. Es ist
zur wichtigsten Einnahmequelle des Staates geworden. Gegenwärtig werden
rd. 75 % der Devisen- und 50 % der Staatsausgaben aus Erdöleinnahmen
gedeckt.
Vor der 1951 erfolgten
Verstaatlichung der Erdölindustrie wurden die Erdölvorkommen von der
Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) ausgebeutet, deren Majorität im Besitz
des britischen Staates war. Im Zuge der jahrelangen Auseinandersetzungen
zwischen der iranischen Regierung und der britischen Gesellschaft erfolgte
Anfang der fünfziger Jahre die Gründung der staatlichen Erdölgesellschaft,
National Iranian Oil Company (NIOC), die außerhalb des britischen
Konzessionsgebietes arbeitete. Durch die Verstaatlichung der gesamten
Erdölwirtschaft wurden die Anlagen der britischen Gesellschaft der
National Iranian Oil Company übereignet. Die Drosselung der Ölförderung
infolge der Boykottierung der iranischen Erdölerzeugnisse auf dem
Weltmarkt führte zu einer Wirtschaftskrise im Land, die die Einstellung
der ersten Entwicklungsplanes erzwang. Erst nach Abschluss eines für 25
Jahre geltenden Vertrages zwischen der NIOC und 8 internationalen
Ölgesellschaften im Oktober 1954 konsolidierte sich die Lage. Durch ein im
Jahre 1957 in Kraft getretenes neues Erdölgesetz wurde die Regierung zum
Abschluss von Konzessionsverträgen mit ausländischen Gesellschaften unter
der Voraussetzung ermächtigt, dass der iranischen Erdölgesellschaft NIOC
eine Beteiligung von mindestens 30 % eingeräumt wird.
Die wichtigsten Ölfelder liegen in
Südwestpersien im Einzugsgebiet von Abadan, darunter von Südosten nach
Nordwesten: Gach Saran, Agha Jari, Naft Kel, Naft Safid,
Masjid-i-Sulaiman, Lali und das Gasfeld von Panzanun. Außer Qum sind auch
östlich von Qum im Wüstengebiet ergiebige Fundstellen entdeckt worden. Von
den Ölfeldern führen Ölleitungen zu den Tankerstationen am Golf sowie zu
den Raffierien in Abadan und Teheran. Die Raffinerie von Abadan gilt als
die größte Raffinerie der Welt. 1966 konnte ein Jahresdurchsatz von 18,608
Mill. long t (oder 383.000 Barrel pro Tag) erzielt werden. Die im Mai 1968
von einer deutschen und amerikanischen Firma errichtete Raffinerie in
Teheran verfügt über eine Jahreskapazität von 5 Mill. cbm (oder 85.000
Barrel pro Tag) und wird durch die Ahwaz-Teheran-Rohrleitung von den
Ahwaz- und Masjid-Suleiman-Feldern mit Rohöl versorgt. Pläne über die
Errichtung einer neuen Raffinerie in Shiraz mit einer Jahreskapazität von
2,4 Mill. cbm sowie die Erweiterung und Modernisierung der Raffinerie von
Kermanshah werden zur Zeit geprüft.“
|
Entwicklung der
Erdölförderung
(Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 29) |
|
Jahr |
Mio. t |
Geschätzte
Erdölreserven im Nahen Osten:
37149 Mio. t
d.i. ca. 59,8 % der
Weltreserven |
|
1928 |
5,8 |
|
1938 |
10,4 |
|
1945 |
17,1 |
|
1950 |
32,3 |
|
1953 |
1,3 |
(Verstaatlichung unter Mossadegh, Boykott) |
|
1954 |
3,5 |
|
|
|
1955 |
16,2 |
|
|
|
1956 |
27,0 |
Zum Vergleich, 1969** |
Mio. t |
|
1957 |
35,0 |
USA |
510,0 |
|
1964 |
84,6 |
U.S.S.R. |
328,8 |
|
1965 |
94,1 |
Venezuela |
188,0 |
|
1966 |
105,7 |
Libyen |
150,0 |
|
1969* |
167,6 |
Saudi-Arabien |
148,3 |
|
* Fochler-Hauke, (3), a.a.O., p. 285
** Fochler-Hauke, (3), a.a.O., p. 285 |
|
Produktion von Erdgas in Mio. cbm' |
|
Jahr |
Verbrauch |
Abfackelung |
Insgesamt |
|
1960 |
2892 |
4594 |
7486 |
|
1961 |
2951 |
5499 |
8400 |
|
1962 |
3034 |
6148 |
9182 |
|
1963 |
3072 |
7260 |
10332 |
|
1964 |
3467 |
8293 |
11760 |
|
1965 |
3502 |
10936 |
14438 |
|
1966 |
3587 |
14322 |
17909 |
|
* Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 31 |
|
An der
Nettoförderung von Rohöl waren die einzelnen Erdölgesellschaften
mit folgenden Mengen – in 1000 cbm – beteiligt: |
|
Gesellschaft |
1960 |
1961 |
1962 |
1963 |
|
Iranian Oil
Exploration and Production Co. (Internationales Ölkonsortium) |
60953 |
67967 |
75532 |
83811 |
|
National Iranian
Oil Company (NIOC) |
377 |
493 |
710 |
862 |
|
Iran-Italy Oil
Company (SIRIP) |
- |
175 |
363 |
862 |
|
Iran-Pan-American
Oil Company (IPAC) |
- |
26 |
7 |
16 |
|
Insgesamt |
61330 |
68661 |
76612 |
85551 |
|
|
|
Gesellschaft |
1964 |
1965 |
1966 |
1967 |
|
Iranian Oil
Exploration and Production Co. (Internationales Ölkonsortium) |
96319 |
104908 |
117049 |
143131 |
|
National Iranian
Oil Company (NIOC) |
396 |
438 |
499 |
517 |
|
Iran-Italy Oil
Company (SIRIP) |
1454 |
1389 |
1382 |
1193 |
|
Iran-Pan-American
Oil Company (IPAC) |
182 |
2679 |
3699 |
5823 |
|
Insgesamt |
98351 |
109414 |
122629 |
150664 |
|
Quelle:
Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 29 |
4.4 Wirtschaftssituation und
Planungen
Die Kopflastigkeit der iranischen
Wirtschaft zugunsten des Erdöls und seiner Produkte ist aus den vorherigen
Tabellen deutliche geworden. Es steht außer Zweifel, dass dies die
politische Entscheidungsfreiheit des Landes stark beeinträchtigt. Wichtig
sind daher Maßnahmen, die Wirtschaftsstruktur zu verändern und andere
Exportgüter in die Produktion aufzunehmen.
Dass die Staatsverschuldung
bedenklich hohe Ausmaße angenommen hat – exakte Zahlen werden in letzter
Zeit nicht mehr veröffentlicht – ist in der Außenhandelsbilanz nur
andeutungsweise zu erkennen. Neben den nachteiligen Wirklungen auf die
Währung, sind die Folgen für die internationale Einschätzung des Iran als
Handelspartner zu berücksichtigen.
Die Investitionen auf dem Sektor der
Industrie und der Verbesserung der Infrastruktur dieses Landes werden
vorwiegend über den Etat der Planorganisation aus Mitteln der Erdölabgabe
finanziert. Eine Schlüsselstellung hat dabei die National Iranian Oil
Company (NIOC). Die Zentren der Erdölförderung, Verladung und Aufarbeitung
liegen im Südwestiran, im Gebiet von Khuzistan.
In neuster Zeit dehnen sie sich nach
Norden und Westen in Richtung Luristan und Fars aus. Durch Pipelines ist
das Gebiet um Ghom und Teheran an die Erdölvorkommen angeschlossen. Fars
steht bisher noch zurück, soll aber auch stärker in die Erdölwirtschaft
einbezogen werden.
Die Kohle- und Eisenerzvorkommen sind
geringfügig, ihre Lage ist aus der Karte ‚Iran. Wirtschaft‘ ersichtlich.
In Nordwestfars existieren Projektionsvorhaben für Buntmetalle, ob sich
der Abbau lohnen wird, ist nicht nicht erwiesen. Eine gewisse Bedeutung
für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung des Iran werden unter Umständen
die neu entdeckten Kupfervorkommen mit ihrem Zentrum um Kerman haben.
Diese Vorhaben und Entwicklungen
werden sich über kurz oder lang auf die landwirtschaftliche Struktur des
Untersuchungsgebietes auswirken, und zwar in folgender Weise:
-
Die Industrialisierung verändert
die Bedarfsstrukturen und fördert die Marktorientierung auch der
Landwirtschaft, die sich dem Trend zu qualitativ hochwertigen und
spezialisierten Produkten nicht verschließen kann.
-
Die wirtschaftliche Entwicklung
ermöglicht eine gewisse Kapitalintensivierung es landwirtschaftlichen
Produktionssektors, was sich z.B. in einer verstärkten Mechanisierung
und in verbesserten Bewässerungssystemen niederschlägt.
-
Die Veränderung der Sozialstruktur
durch bessere Bildungschancen, höheres und differenzierteres Einkommen,
dazu ein verstärkter Umgang mit modernen Techniken und die Folgen der
Landreform, dies alles wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das
Bild der Agrarlandschaft grundlegend ändern. Neue Anbaumethoden und
Feldstrukturen werden sich durchsetzen, bessere Verkehrsanbindungen,
sowie neue Siedlungsstrukturen werden mit Sicherheit entstehen.
Ansätze dazu konnten in der Analyse
der Städte und der stadtnahen Regionen, die der Entwicklung grundsätzlich
vorauseilen, und in den landwirtschaftlichen Schwerpunkten (Marvdasht),
die staatlicherseits gefördert worden sind, beobachtet werden. Es ergibt
sich dabei die Frage, ob diese Entwicklung schnell vor sich gehen kann, so
dass eine wirtschaftliche Besserung (Struktur- und Finanzänderung) wirksam
werden kann, oder ob die Entwicklung die Regierung „einholt“ und, anderen
Entwicklungsländern ähnlich, so zu revolutionären Umstürzen oder
regionalistischer Anarchie führen könnte.
Bei der derzeitigen Administration,
die einseitig und dem Neuen wenig aufgeschlossen ist, meist nur die
Interessen einer kleinen Teheraner Oberschicht vertritt und relativ wenig
Beziehungen zu den Problemen hat, ist diese Frage nicht einmal abwegig.
Man kann der heutigen Regierung nur wünschen, dass sie die Gefahren ihrer
Position rechtzeitig erkennt und mit genügender Härte die ersten Schritte,
die sie mit der Landreform begonnen hat, weiter verfolgen wird. Nur so
kann sie die Probleme meistern, die dem Iran mit Sicherheit in den
nächsten Jahren entgegenkommen werden.
Fars als alte Zentralprovinz, mit
relativ „gesunden“ sozialen Verhältnissen, könnte als Modellregion eine
gewisse Bedeutung für die weitere Entwicklung bekommen. Die
Wirtschaftskraft in Fars reicht jedoch bislang nicht aus, sich in der
Teheraner Administration entsprechend Gehör zu verschaffen.
Eigeninitiative ist im Iran mit
seinem Bildungsgefälle und seiner religiös-sozialen Tradition nur in den
seltensten Fällen zu erwarten. Das macht die Situation für die fernere
Zukunft umso gefährlicher, da Chancen, die sich heute bieten schon in
wenigen Jahren vergeben sein können.
Die eben geschilderten und im Verlauf
der Arbeit angesprochenen Projekte des laufenden Siebenjahresplanes sind
zwar vielversprechende Ansätze, jedoch in Anbetracht der Nachholsituation
des Landes keineswegs ausreichend.
Zusammengestellt sind die wichtigsten
dieser Projekte auf der Karte ‚Fars. Planungen‘.
Einige Angaben zur wirtschaftlichen Situation des Iran sind nach
verschiedenen Quellen auf der Karte ‚Iran. Wirtschaft‘ zusammengestellt.
Diese Karte zeigt klar die Verteilung
wirtschaftlicher Stärke- und Schwächezonen. Besondere Bedeutung hat das
Erdölrevier von Khuzistan (Nebenkarte), mit einer Vielzahl von
Bohrstellen, einem dichten Netz von Pipelines und der großen Raffinerie
von Abdan. Ebenso bedeutungsvoll ist das Industriegebiet
Karadj-Teheran-Ghom-Esfahan, das die wichtigsten nicht erdölabhängigen
Produktionszweige in sich vereinigt. Bestimmte Industriezweige sind nur in
der Region von Teheran zu finden. Sekundäre Zentren befinden sich um
Tabriz, im Kopet Dagh östlich vom Kaspi (Sharud), um Kamerun (wenn die
Kupfervorkommen genutzt werden) und in Fars im Raum Shiraz.
Tafel 23,
Karte 16: Iran. Wirtschaft
Tafel 24,
Abbildungen 20 und 21: Das alte und das neue Persien
Tafel 25,
Karte 17: Fars. Planungen
5. Zusammenfassung
und Ausblick
Am Ende dieser Untersuchung stehen
die Fragen:
-
Welche Leitlinien können einer
Analyse des Untersuchungsgebietes dienen?
-
Wie stellt sich die anfangs
angesprochene Hypothese des Beziehungsgeflechtes zwischen natur- und
kulturgeographischer Landschaftseinheit dar?
-
Welche Untersuchungsergebnisse,
speziell im methodischen Bereich, können bei anderen Arbeiten oder für
didaktische Zwecke Bedeutung erlangen?
Dazu nur einige Antworten.
Durchgehend bedeutungsvoll für die
kulturgeographische Analyse wurden die naturgeographisch gegebenen
Einschränkungen und Behinderungen der menschlichen Aktivitäten durch einen
Komplex von untereinander bezogenen Wirkungsfaktoren. Im Vordergrund steht
dabei das Problem der Trockenheit, das die Entwicklung dieses Raumes
nachhaltig geprägt hat. Man sieht so die Kulturlandschaft als
Wirkungsobjekt zwischen den naturgeographischen Wirkungsfaktoren (Klima,
Böden, Oberflächenform etc.) und den Einflüssen, die sich aus der
Situation des Menschen in seiner geschichtlichen und sozialen Befangenheit
und aus seinen Aktionen heraus ergeben.
Von der Kulturlandschaft aus sind
Beziehungslinien zu ziehen sowohl zu den physikalisch-chemischen und
biologischen Prozessen, die in der Geosphäre wirksam werden, als auch zu
en anthropogenen Wirkungsfaktoren, die sich in Geschichte und
Gesellschaftsform manifestieren. Diese Wirkungsbeziehungen sind nicht als
einseitige Kausallinien zu verstehen. Sie sind, wie schon in den
theoretischen Bemerkungen eingangs darzustellen versucht wurde, befangen
in einem Komplex wechselseitiger Wirkungsbeziehungen. Man kann sowohl von
den randlich berührten Wissensbereichen erklärend auf die Struktur der
Kulturlandschaft – und das ist in weiterem Sinne die heutige Landschaft
überhaupt – schließen; als auch von der Kulturlandschaft ausgehend,
Bedingtheiten anderer Wissensgegenstände herauspräparieren. Diese
Wechselbeziehungen prägen das Wesen der Kulturlandschaft und ihrer
Analyse. Es geht also nicht darum, einzelne Fakten – so wichtig sie für
das Verständnis auch immer sein mögen – isoliert darzustellen, sondern sie
müssen in Hinblick auf ihre räumlichen, aber auch zeitlichen, genetischen
und wirkungsmäßigen Bezüge hin analysiert werden.
In dieser Perspektive erscheint das
Untersuchungsgebiet als Teil eines Entwicklungslandes, das durch
klimatische Umstände benachteiligt und durch die geschichtliche Situation
zurückgeworfen ist. Die zukünftigen Chancen können nur mit großen
finanziellen und persönlichen Aufwendungen gewahrt bleiben. Diese
nachteiligen Strukturen spiegeln sich in der wirtschaftlichen Situation.
Die Sozialstruktur ist von tiefen Gegensätzen zerrissen. Beides findet man
auch durch die herrschende politische Ordnung dargestellt, deren
Machthaber einer engbegrenzten Oberschicht entstammen und deren
Verwaltungsorgane sich nicht von dem Vorwurf der Korruption befreien
können. Perpetuiert wird die ungünstige Situation durch den Mandel an
öffentlichen Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen.
Andererseits haben – aus Gründen der
Selbstverwaltung – gewisse herrschende Kreise auch kein primäres Interesse
an der Änderung dieser Verhältnisse, so dass sich negative Strukturen
gegenseitig stützen und verstärken. So wird ein Absprung in eine modernere
Entwicklung behindert.
Die naturgeographischen
Einflussfaktoren, die in einer geographischen Analyse besonders
interessieren, bekommen in diesem Bedingungskomplex ihren speziellen
Stellenwert als Lebensraum und Handlungsrahmen des Menschen. Aus dieser
Situation heraus verstehen sich die Ansätze zu dieser Arbeit und zu der
parallel erstellten naturgeographischen Analyse des Untersuchungsgebietes
von Voigt, auf deren Ergebnisse sich diese Arbeit stützt.
Methodische Folgerungen können
insofern gezogen werden, als die Ergebnisse dieser Arbeit die Bedeutung
eines wissenschaftstheoretischen Ansatzes für die Strukturierung des
unübersehbaren Materials und die nachfolgende kritische Reflexion dieses
Ansatzes belegen.
Extreme naturgeographische
Verhältnisse schränken die menschlichen Aktivitäten ein. Das macht die
Stellung des anthropogen bestimmten Landschaftsbildes zu den natürlichen
Landschaftsstrukturen in ihrer Zuordnung oder Diskordanz übersichtlicher.
Die hier wirksam werdenden geographischen Faktoren sind in einer Klarheit
erkennbar und in ihrem Wirkungsgefüge überschaubar, wie es die
mitteleuropäische Landschaft nicht bieten kann. Die wesentlichen
Charakteristiken gemäßigt-humider Kulturlandschaften sind:
-
das klimatische Prinzip der
formausgleichenden Abtragung
-
die dichte Vegetationsdecke – Wald
etc. -, die die Strukturlinien überspielt
-
die weitgehende anthropogene
Umgestaltung der Naturlandschaft durch landwirtschaftliche Nutzung,
Besiedlung und Verkehrswegebau, die verursacht, dass sich in der
heutigen Kulturlandschaft natürliche Strukturen nur noch selten
wiederspiegeln.
Diese Charakterisierung der
mitteleuropäischen Landschaft soll dazu dienen, die Besonderheiten in den
geographischen Strukturen des Untersuchungsgebietes im Vergleich
deutlicher zu machen und die Differenzen im Wirkungsgefüge der
Landschaften der Trockenräume zu denen der mittleren Breiten aufzeigen.
Aus diesem Vergleich wird auch die besondere Bedeutung der Analyse der
ariden und semiariden Landschaft für die einführende geographische
Didaktik erkennbar.
Die mitteleuropäische Landschaft
bietet ein solch komplexes Bild – wie aus den angeführten Charakteristiken
zu entnehmen ist – dass eine einführende Betrachtung auf methodische
Schwierigkeiten stößt. Gerade ein Vergleich von Beispielen aus
Trockenräumen mit den bekannten mitteleuropäischen Landschaften kann
grundlegende geographische Gesetzmäßigkeiten verdeutlichen. Besonders die
Erkenntnis der geographischen Wirkungsfaktoren und ihre gegenseitigen
Abhängigkeiten kann so erzielt werden. Gleichzeitig ist die Analyse dieser
Landschaften als Einführung in eine landschaftskundliche Betrachtungsweise
hervorragend geeignet, da die Abgrenzung der Einzellandschaft durch die
eindeutigen naturgeographischen Verhältnisse leicht möglich ist und in der
Regel auch mit den kulturlandschaftlichen Wirkungsfaktoren und räumlicher
Gliederung übereinstimmt.
Als Ausblick soll daher dieser
Hinweis stehen
-
zum einen auf die vielen, durch das
mangelnde Material noch nicht analysierten Probleme
-
zum anderen auf die Bedeutung
arider und semiarider Gebiete für die Demonstration geographischer
Grundtatsachen im schulischen Geographieunterricht.
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problems économiques del’Iran. Mem.et Doc. 9/4, 1964
138 Bundesverband der deutschen
Industrie, Bericht über die Reise der
deutschen Wirtschaftsstudien-Mission nach Iran vom 10. Bis 28.02.1961.
Drucksache Nr. 58, Köln, 1961
139 ‚Dokumente und Materialien’,
Die sowjetische Einschätzung der
Wirtschaftsentwicklung des Iran. VJ-Ber., Nr. 31-34, 1968
140 Djourabtchi, H.,
La structure économique de l’Iran.
Genf, 1955
141 Farahmand, S., Der Wirtschaftsaufbau des Iran.
Tübingen, 1965
142 Fatemi, A.H.Kh., Die persische Wirtschaft mit
besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft. Diss. Heidelberg, 1935
143 Gini, C.,
Die Vorstellung vom
wirtschaftlichen Fortschritt im Abendland und in Asien. Zt.f.Natök.
XV/1-1, 1955
144 Grunwald, K.,
Industrialisation in the Middle
East. New York, N.Y., 1960
145 Iran. Bank Markazi (Zentralbank)
Iran, Investor’s Guide to Iran. Teheran,
1969
146 Iran. Ministry of Economy
Research. Center for Industrial and Trade, Developement Industrial Guide to Iran. Teheran,
1968
147 Kaveh, T., Einfluss der iranischen
Ölindustrie auf die wirtschaftliche Entwicklung Irans. Diss. Nürnberg,
1957
148 Studiengesellschaft für
wirtschaftliche Entwicklung, Iran als Entwicklungsland.
Frankfurt, 1959
149 Zahn, J.,
Beitrag der Kraftfahrzeugindustrie
zum Aufbau einer modernen Wirtschaft – dargestellt am Beispiel des Iran.
Ausführungen vor der Deutsch-Iranischen Gesellschaft am 10. Nov. 1969 in
Bad Godesberg
Geschichtliche und religiöse
Grundlagen
150 Adams, R.M.,
Agriculture and urban life in
early south-western Iran. Science vol. CXXXVI no. 3511, 1962
151 Bausani, A., Die Perser. Von den Anfängen bis
zur Gegenwart. Stuttgart, 1965
152 Bengtson, H.,
riechen und Perser. Die
Mittelmeerwelt im Altertum I. Fischer Weltgeschichte. Bd. 5.,
Frankfurt/Hamburg, 1965
153 Brentjes, B.,
Die iranische Welt vor Mohammed.
Leipzig, 1967
154 Gabriel, A.,
Kultur und Wirtschaftszentren an
den Küsten des Persischen Golfes in Historisch-Geographischer Sicht. In:
Festschrift G. Schneidel, Wien, 1967
155 Hinz, W.,
Das Reich Elam. Stuttgart, 1964
156 Hunke, S.,
Allahs Sonne über dem Abendland.
Unser Arabisches Erbe. Frankfurt/Hamburg, 1965
157 Der Koran,
In der Übertragung von Max
Henning. Stuttgart, 1962
158 Paret, R.,
Mohammed und der Koran. Geschichte
und Verkündigung des arabischen Propheten. Stuttgart, 1966
Aktuelle Probleme –
Zeitungsartikel
159 Jeremias, G.,
Frauen in Iran, FAZ, 18.4.1964
160 Vocke, H.,
Hilfe für persische Bauern, FAZ,
8.1.1964
161 Iran/Entwicklungshilfe: Geld und
Gas. Spiegel, 31.1.1966
162 Vocke, H.,
Ein sowjetisches Stahlwerk für
Persien. FAZ, 23.7.1966
163 Persien/Schah: Sieben Nächte
Jubel. Spiegel, 23.10.1967
164 Münchhausen, T.v.,
Lehrer in Uniform. FAZ, 31.10.1967
165 Mehnert, K.,
Die Landreform erweckt die Dörfer.
CuW, 10.11.1967
166 Münchhausen, T.v.,
Kritik gehört nicht zu den
Aufgaben des Madschlis. FAZ, 4.12.1967
167 Eilers, W. + G. Voigt,
Impressionen aus einer persischen
Kleinstadt (Eghlid). Gött. Tagbl., 8.10.1970
168 dies.,
Fruchtbare Äcker am Rande der
Salzwüste. Osterr.RS. 5.11.1970
169 dies.,
So sieht Persiens Wirklichkeit
aus. Gött.Tagbl., 17.11.1970
170 Janssen, G.,
Die iranische Wirtschaftspolitik
ist mehrstimmig instrumentiert. Handelsblatt, 5.1.1971
171 -Kupferfieber im Iran. FAZ,
1.1.1971, Übersichtskarten und
Topographische Karten
172 International Map of the World
1:500000. Military Survey, War Office. London, 1962,
Blätter: 428B Teheran, 428C Esfahan, 444A
Ahvaz, 444B Abadeh, 444C Shiraz, 444D Busher
173 World Road Maps, Scale
1:1000000. Series 1304 W. Middle East. Army Map Service, Corps of
Engineers, US Army. Washington, D.C., 1962
Blätter 3 und 5
174 NIOC, Road Map of Iran 1:2500000.
Teheran, o.J.
175 Ministry of Roads, Iran Highway Map 1:2500000.
Teheran, o.J.
176
Autokarte Naher Osten 1:2000000.
F&B, Wien, 1968
177 Sahab, Guide Map of Province of Persian
Gulf & Oman Sea Ports and Islands, 1:1000000. Teheran, o.J.
Cf. Regionalkarten und Pläne unter
19, 20, 24, 25, 30
Thematische Karten
178 Bobek, H., Die südliche Lut (Iran).
Geomorphologische Karte 1:600000. Entworfen auf Grund von Luftaufnahmen.
Wien, 1955/56
179 Dewan, M.L.,
Soil Map of Iran 1:2500000. Soil
Dept., Irrigation B., Ministry of Agric., Plan Organization and Food and
Agric. Organization of the United Nations, Teheran, 1961
180 Dewan, M.L. + J. Famouri, Soil Potentiality Map of Iran
1:2500000. Expressed in Terms of Soil Limitations for Agricultural
Production. FAO, Rome, 1963
181 Geological Maps and Sections of
South-West Persia 1:1000000,
International Geological Congress, Proceedings of 20th
Session Mexico 1956. Prepared by the geological staff of the British
Petroleum Co., Ltd., London/Teheran
182 Geological Maps Iran, 1:250000 Series (South-West Iran),
with: Notes to Accompany 1:250000 Geological Maps. Survey Branch, The
British Petroleum Company Ltd., (London), 1963
183 Sahab, Economic Map of Iran 1:3000000.
Teheran, o.J.
184 Sahab, Iran.
Agricultural Products 1:3000000. Teheran, o.J.
185 Sahab,
Iran. River Bassins 1:3000000, Sources of Irrigation in Iran.
Teheran, o.J.
186 Sahab, Iran. Physiographic Divisions,
Physiography and national Bounderies 1:3000000. Teheran, o.J.
187 Sahab, Iran. Natural Vegetation 1:3000000, Classification of Iran Forests,
their Situation and Approximate Area. Teheran, o.J.
188 Sahab, Iran. Soil Regions. Zonal Soil
Groups 1:5000000, Teheran, o.J. (Photodruck)
Unveröffentlichte Materialien
189 Iran. Stadtverwaltung Eghlid, Karte Eghlid. Auskünfte
190 Iran. Agricultural College der
Phlavi University Shiraz, Bashgad
Materialien im Rahmen des
Forschungsprojektes Marvdasht-Becken und Takht e Djamshid Irrigation
Projekt. Weitergehende Auskünfte über Landwirtschaft etc.
191 Schowkatfard, F. Pourafzal, H. +
K. Hadjiwandi, Die Möglichkeit zu einer Erhöhung
des Betriebseinkommens durch die Intensivierung der Teppichknüpferei in
den ländlichen Betrieben der Provinz Fars (Deutschsprachige
Zusammenfassung durch die Verfasser einer unveröffentlichten persischen
Arbeit im Rahmen des Agricultural Colleges der Pahlavi University Shiraz,
Bashgad)
192 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz,
Statistiken, meteorologische
Übersichten, Auskünfte
193 Iran. Universität Esfahan,
Auskünfte über geographische
Arbeiten in Zentraliran
194 Iran. Ministry of Economy,
Auskünste (Teheran)
195 Iran. Agricultural Insitute,
Auskünfte (Karadj)
Verzeichnis der Karten
|
Karte 1 |
Iran. Klima |
Tafel 1 |
|
Karte 2 |
Iran. Niederschläge |
Tafel 2 |
|
Karte 3 |
Iran. Böden |
Tafel 2 |
|
Karte 4 |
Fars. Bodenpotential
nach Dewan |
Tafel 3 |
|
Karte 5 |
Iran. Agrarregionen nach
Bowen-Jones |
Tafel 4 |
|
Karte 6 |
Iran. Anbaubedingungen
(1)
Wasserhaushalt und
Bewässerungszonen |
Tafel 6 |
|
Karte 7 |
Iran. Anbaubedingungen
(2)
Hydrographie und
Versalzung |
Tafel 6 |
|
Karte 8 |
Fars.
Bewässerungssysteme |
Tafel 8 |
|
Karte 9 |
Fars. Anbauprodukte |
Tafel 11 |
|
Karte 10 |
Eghlid |
Tafel 13 |
|
Karte 11 |
Becken von Shiraz |
Tafel 17 |
|
Karte 12 |
Shiraz |
Tafel 19 |
|
Karte 13 |
Iran.
Bevölkerungsverteilung
a. Bevölkerungsdichte |
Tafel 22 |
|
Karte 14 |
Iran.
Bevölkerungsverteilung
b. Städtische
Bevölkerung |
Tafel 22 |
|
Karte 15 |
Iran.
Bevölkerungsverteilung
c. Nomadenstämme |
Tafel 22 |
|
Karte 16 |
Iran. Wirtschaft |
Tafel 23 |
|
Karte 17 |
Fars. Planungen |
Tafel 25 |
|
Übersicht 1 |
Bewässerungstechniken
Brunnen und Motorpumpe
Ghanat
Alter Brunnen
Endoreisches Becken |
Tafel 10 |
|
Übersicht 2 |
Abadeh/Sharestan –
Eghlid/City |
Tafel 15 |
Verzeichnis der Abbildungen
|
Abb. 1, 2 |
Anbau im Talbecken des
Pulvar Rud |
Tafel 5 |
|
Abb. 3, 4 |
Bewässerungssysteme:
Flussoase und Brunnen |
Tafel 7 |
|
Abb. 5, 6, 7 |
Bewässerungssysteme:
Ghanat und Motorpumpe |
Tafel 9 |
|
Abb. 8, 9 |
Kulturpflanzen:
Dattelpalme und Baumwolle |
Tafel 12 |
|
Abb. 10, 11 |
Eghlid |
Tafel 14 |
|
Abb. 12, 13 |
Umland von Eghlid |
Tafel 16 |
|
Abb. 14, 15 |
Altstadt von Shiraz |
Tafel 18 |
|
Abb. 16, 17 |
Gärten von Shiraz |
Tafel 20 |
|
Abb. 18, 19 |
Randgebiete des Fars |
Tafel 21 |
|
Abb. 20, 21 |
Das alte und das neue
Persien |
Tafel 24 |
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkungen
1
VORWORT 2
1. DIE
BEZIEHUNGEN DER KULTURGEOGRAPHIE ZU DEN PHYSISCH-GEOGRAPHISCHEN
WIRKUNGSFAKTOREN 4
1.1
Methodisches 4
1.2
Landwirtschaftliche Anbaugrenzen und ihre Abhängigkeit von klimatischen
Faktoren 8
1.21
Die direkte Abhängigkeit 8
1.22
Beispiele zur Klimaabhängigkeit der Nutzpflanzen 9
1.23
Natürliche und ökonomisch-technische Anbaugrenzen 13
1.24 Die
indirekte Wirksamkeit des Klimas 15
1.3
Natürliche Anbaugrenzen im Iran 19
1.31 Niederschlagsverteilung
Tafel 1, Karte 1:
Iran. Klima n. 21
1.32
Der Einfluss der Temperatur im Klimageschehen 22
Tafel 2, Karten 2
und 3: Iran. A.: Niederschläge B.: Böden n. 23
1.33 Die Böden
in Fars und ihre Bedeutung für die Nutzungsbegrenzung 24
Tafel 3, Karte 4:
Fars. Bodenpotential nach Dewan n. 25
2. DIE
STRUKTUREN DER LANDWIRTSCHAFT 26
2.1 Die
Agrarregionen des Iran 26
Tafel 4, Karte 5:
Iran. Agrarregionen nach Bowen-Jones n. 27
2.2
Zur Charakterisierung der Landwirtschaft 28
Tafel 5,
Abbildungen 1 und 2: Anbau im Talbecken des Pulvar
Rud n. 32
Tafel 6, Karten 6
und 7: Iran. Anbaubedingungen,
Wasserhaushalt und Bewässerungszonen. Hydrographie
und Versalzung n. 32
2.3 Die
Landreform 32a
2.4 Bewässerungssysteme 35
Tafel 7,
Abbildungen 3 und 4: Bewässerungssysteme: Flussoase
und Brunnen n. 35
Tafel 8, Karte 8:
Fars. Bewässerungssysteme n. 35
Tafel 9,
Abbildungen 5, 6 und 7: Bewässerungssysteme: Ghanat
und Motorpumpe n. 43
Tafel 10,
Übersicht 1:
Bewässerungstechniken. Brunnen und Motorpumpe
Ghanat, Alter
Brunnen. Endoreisches Becken n. 43
2.5
Anbauprodukte in Fars 44
Tafel 11, Karte 9:
Fars. Anbauprodukte n. 46
Tafel 12,
Abbildungen 8 und 9: Kulturpflanzen: Dattelpalme
und Baumwolle n. 46
2.6
Landwirtschaftliche Regionen in Fars 47
3.
DIE KULTURLANDSCHAFTLICHEN REGIONEN IN BEISPIELEN 49
3.1 Die
ländliche Siedlung Eghlid 49
3.11 Lage und
Größe 49
3.12
Soziale Differenzierung und Bildungswesen 50
Tafel 13, Karte 10:
Eghlid n. 51
Tafel 14,
Abbildungen 10 und 11: Eghlid n. 51
Tafel 15,
Übersicht 2: Abadeh/Sharestan – Eghlid/City n. 51
3.13
Siedlungsform 52
3.14
Zuordnung und Entwicklung des landwirtschaftlichen Umlandes 54
Tafel 16,
Abbildungen 12 und 13: Umland von Eghlid n. 56
3.15 Teppichknüpferei und landwirtschaftliche Armut 57
3.2 Der Raum
Shiraz. Entwicklung der Stadt-Land-Beziehungen 60
3.21
Naturgeographische Situation 60
3.22 Die
landwirtschaftliche Situation des Shiraz-Beckens und seine
Entwicklungsmöglichkeiten 61
Tafel 17, Karte 11:Becken
von Shiraz. Kulturlandschaft n. 63
3.23 Shiraz.
Beispiel für die Entwicklung städtischer Siedlung im Iran 64
3.24 Die
Gliederung der Stadtregion von Shiraz 67
Tafel 18,
Abbildungen 14 und 15: Altstadt von Shiraz n. 69
Tafel 19, Karte 12:
Shiraz n. 69
Tafel 20,
Abbildungen 16 und 17: Gärten von Shiraz n. 69
3.25 Die
Randbecken in Fars und das Problem des Nomadismus 70
Tafel 21,
Abbildungen 18 und 19: Randgebiete des Fars n. 74
4.
ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNGEN 75
4.1 Die
Stellung der Landwirtschaft im iranischen Wirtschaftssystem 75
4.2 Daten zur
sozialen Situation 77
Tafel 22, Karten
13, 14 und 15: Iran. Bevölkerungsverteilung
a. Bevölkerungsdichte
b. städtische Bevölkerung
c. Nomadenstämme n. 78
4.3
Daten zur wirtschaftlichen Situation 80
4.4 Wirtschaftssituation und Planungen 86
Tafel 23, Karte 16:
Iran. Wirtschaft n. 88
Tafel 24,
Abbildungen 20 und 21: Das alte und das neue
Persien n. 88
Tafel 25, Karte 17:
Fars. Planungen n. 88
5.
ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 89
Bibliographie 93
Verzeichnis der
Karten 106
Verzeichnis
der Abbildungen 108
Inhaltsverzeichnis
Anmerkungen
Impressum zu dieser Veröffentlichung:
Geographische
Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970 (Band 2)
Wilfried Eilers.
Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge
und Küste des Persischen Golfes.
Ergebnisse von
Untersuchungen in Fars während einer Reise im Sept. und Okt. 1970
Schriftliche
Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie
Betrifft: Az.: HG 61
vom 30.10.70
Eingereicht am 1.3.71
beim Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und
Realschulen
Meldung zum
Staatsexamen im Sommersemester 1971, am 10.7.70
Zur Prüfung bei: Prof. Dr. H. Mensching
Geographisches
Institut. Technische Universität Hannover
Vorgelegt als Typoskript.
Wilfried Eilers
Matrikel-Nr. 2-0567
Zur Internetausgabe:Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (Vgl.
Impressum/Kontakte)
Zu der Kartenwiedergabe: Achtung, 2009/2011:
Die vielen Karten und Abbildungen in dieser
Staatsexamensarbeit haben durch die fast vierzig jährige
Lagerung des Typoskriptes erheblich gelitten.
Wir haben uns bemüht sie technisch aufzubereiten und lesbar zu machen,
was aber nicht zu einwandfreien Ergebnissen geführt hat.
Bei einer entsprechenden Vergrößerung im Browser sind die Karteninhalte
jedoch wohl einwandfrei zu erkennen und auszuwerten.
Wir bitten um Verständnis! Danke!
Bei der Vorbereitung der Internetausgabe und der Textaufnahme war
entscheidend beteiligt
Sergej Grimm, Abiturient der Bismarckschule Hannover 2009
Ihm gilt ganz herzlicher Dank!
Stand: 28.01.2011
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