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Wilfried Eilers

Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.

Geographische Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970

Band 1: Gerhard Voigt. Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes

Band 2: Wilfried Eilers. Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.

Einleitung und Danksagung

Ergebnisse von Untersuchungen in Fars während einer Reise im Sept. und Okt. 1970

Schriftliche Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie

Betrifft: Az.: HG 61 vom 30.10.1970

Eingereicht am 1.3.71 beim Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und Realschulen

Meldung zum Staatsexamen im Sommersemester 1971, am 10.7.70

Zur Prüfung bei:

Prof. Dr. H. Mensching

Geographisches Institut. Technische Universität Hannover

Wilfried Eilers

Bei der Durchführung der Untersuchungen in Iran waren uns – W. Eilers und G. Voigt – viele Personen und Dienststellen mit Rat und Tat behilflich; ihnen allen sei an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen.

Besonders erwähnen möchten wir dabei insbesondere unsere persischen Freunde, die uns manche wichtige Information geben konnten; so stellvertretend für viele andere:

Herr Mostafa Mostafawi, im Landwirtschaftsinstitut Karadj,

Herr Husang Deghan, im Wirtschaftsministerium Teheran,

Herr Prof. Schafaghi, Geographisches Institut der Universität Esfahan,

Familie Mostafawi in Eghlid,

Herr Fereidun Towhidi, Shiraz,

Herr Dozent F. Schowkatfard und

Herr Dozent H. Pourafzal, im Agricultural College der Pahlavi Universität von Shiraz, Bashgad,

und insbesondere

Herr Djalil Mostafawi, Hannover

Die vorliegende Arbeit ist mit der dem thematischen Zusammenhang nach vorgeschalteten Arbeit über naturgeographische Fragen desselben Untersuchungsgebietes von G. Voigt zusammen zu sehen1. Die Themenstellung ergab diesen Zusammenhang, so dass die Arbeiten als zwei Teile mit unterschiedlichen Aspekten, aber insgesamt als eine Einheit zu sehen sind.

Es kam dabei auf den Versuch an, ein bestimmtes Gebiet in zwei Schritten der Analyse, mit zwei Fragestellungen von Seiten der physischen und der Kulturgeographie zu untersuchen. Hervorgegangen sind beide Arbeiten aus Kartierungen im Gelände, die der Autor dieser Arbeit zusammen mit G. Voigt im September und Oktober 1970 durchgeführt haben.

Aus der Natur der Sache heraus, bedingt durch die Zusammengehörigkeit der Themen, ergab sich daher eine Kooperation im technischen Bereich, die gemeinsame Bemühungen um eine sinngemäße Abgrenzung des umfangreichen Stoffes umfasst, um die beiden Arbeitsbereiche inhaltlich und systematisch zu koordinieren, damit Querverweise und Bezugnahmen möglich werden.

Deshalb verweist auch diese kurze, formale Einleitung auf die entsprechenden Abschnitte und Ausführungen zu Beginn der Arbeit von G. Voigt2, die zum gleichen Zeitpunkt wie die vorliegende Arbeit als Staatsexamensarbeit eingereicht worden ist.

Auch die methodischen Prinzipien der Abgrenzung sind, soweit sie nicht aus kulturgeographischem Interesse im Folgenden erläutert werden, in dem genannten Vorwort der vorgeschalteten Arbeit dargelegt worden. Aus dieser thematischen Trennung ergab sich dann auch die Eigenverantwortlichkeit für die jeweils eigene Arbeit.

Einige Worte noch zur Abgrenzung des Untersuchungsgebietes. Um einen Vergleich beider Arbeiten zu gewährleisten, mussten die Kartierungsgrenzen in beiden Arbeiten übereinstimmen. Deshalb haben wir gemeinsam versucht eine Grenze zu finden, die sowohl dem naturgeographischen Landschaftswandel genügt, als auch in kulturgeographischer Hinsicht zu befriedigen vermag. Diese fanden wir einmal aus dem Thema heraus, das Golfküste und Zagros als landschaftliche Einheiten angibt, sowie aus der im Gelände erfahrenen Gliederung des Bereiches, die in beiden Arbeiten ausführlich dargelegt wird. Gewisse thematische Beschränkungen mussten durch technische und zeitliche Handicaps während der Fahrt in Kauf genommen werden, so dass besonders in der regionalen Analyse eine exemplarische Betrachtungsweise angebracht schien. Die Auswahlprinzipien dieser Gebiete werden dabei im Einzelnen erläutert.

Die vorliegende Arbeit ist mehrfach untergliedert. Der einleitende theoretische Teil gliedert sich in methodische Betrachtungen und die Analyse spezifischer Einflussfaktoren als Voraussetzung einer Untersuchung der kulturlandschaftlichen Strukturen. Eine weitgehende Bezugnahme auf die vorgeschaltete naturgeographische Arbeit ist hierbei unumgänglich3.

Zwei Teile gliedern auch den nachfolgenden Hauptteil: zum einen die Analyse durchgehender kulturgeographischer Strukturelemente und zum anderen die exemplarische Untersuchung einzelner Regionen.

Die Ergebnisse dieses Untersuchungsganges werden dann in den größeren Rahmen der landwirtschaftlichen und allgemein wirtschaftlichen Gesamtsituation des Iran hineingestellt. Damit verbunden ist ein kurzer Ausblick auf in die Zukunft weisende Tendenzen und Planungen in kulturgeographisch relevanten Bereichen der Landesentwicklung.

Hannover/Osterode den 1. März 1971

Wilfried Eilers

1. Die Beziehung Der Kulturgeographie zu den physisch-geographischen Wirkungsfaktoren

1.1. Methodisches

Die traditionelle Trennung der Kulturgeographie von der physisch-geographischen Analyse darf nicht dazu verleiten, die Einheit des geographischen Forschungsstandes und die komplexen Zusammenhänge von Natur- und Kulturgeographie zu übersehen. Nur wenn die wissenschaftstheoretischen Abstraktionen, die zu der Trennung der Teilbereiche der Geographie aus Gründen einer handlichen Analyse führen, bei den Ausführungen bewusst bleiben und kritisch reflektiert werden, so dass der Einheitsanspruch der Geographie als Wissenschaft nicht aus den Augen gelassen wird, bekommt eine regionale Arbeit, die sich mit einem bestimmten Aspekt der Geographie, hier der Kulturgeographie und insbesondere der Agrargeographie, den richtigen Stellenwert. Die Aufgabe ist es daher, über das bloße Aufzeigen der strukturellen und genetischen Faktoren zu einer Analyse der Kulturlandschaft als Glied eines umfassenderen Landschaftsbegriffes zu kommen, der die Bedeutung der räumlichen Strukturen des Untersuchungsgebietes klar erkennen lässt.

Wie schon in der Einleitung angedeutet wurde, kann sich die vorliegende Arbeit im Bereich der naturgeographischen Wirkungsfaktoren darauf beschränken, einzelne Faktoren unter dem spezifischen Aspekt ihrer Bedeutung für die Landwirtschaft oder weiterhin allgemein für das Leben und Handeln des Menschen in Fars aufzuzeigen.

Für die Landwirtschaft sind die Faktoren von besonderer Bedeutung, die den Aufbau

  1. Entweder fördern, indem sie den Wachstumsbedingungen der angebauten Pflanzen entsprechen oder gar den Anbau spezifischer, höherwertiger Sorten ermöglichen

  2. oder aber begrenzen und beschränken, sei es durch klimatische Faktoren, die die Anbauzeit verkürzen und damit bei engerer Limitierung die Zahl der anzubauenden Sorten vermindern, sei es durch mangelhafte Bereitstellung der in der Wachstumsphase notwendigen Nährstoffe.

Beide Bedingungskomplexe sind eng miteinander verwandt und bestimmen die landwirtschaftliche Gunst eines Gebietes.

Insbesondere muss man sich mit den Beschränkungen beschäftigen, die das Klima der Landwirtschaft auferlegt. Unmittelbare Anbaugrenzen ergeben sich

  1. durch die Trockenzeit

  2. durch die Kälte

Mittelbar durch das Klima beeinflusste Faktoren sind

  1. Bodengüte-Grenzen

  2. Relief-Grenzen

Auf die weiter unten eingegangen werden.

Die Trockenheit kann jahreszeitlich wirken und so die Wachstumsperiode eingrenzen, aber auch die mangelnde Bereitstellung von kontinuierlichen Wassermengen während der Reifezeit kann den Wachstumsprozess verhindern, behindern, teilweise sogar unterbrechen. Die Kälte wirkt ebenfalls auf verschiedene Weise. Durch Frostperioden wird die Wachstumsperiode eingeschränkt, frostempfindliche Pflanzen werden um ihre Überlebungschancen gebracht und manchmal ganz aus den frostgefährdeten Gebieten verdrängt. Das Wachstum anderer Pflanzen wird durch die Kälte in der Wachstumsperiode verhindert, verzögert, qualitativ verschlechtert oder unterbrochen.

Durch entsprechenden Kapitalaufwand kann der Mensch die Begrenzungen, die das Klima der Landwirtschaft auferlegt, positiv beeinflussen und die Lage von natürlichen Anbaugrenzen in bisher unbebaute Gebiete hinausschieben. Bei der Analyse dieses Faktors darf eine wirtschaftliche Komponente nicht außer acht gelassen werden: Tatsächliche Anbaugrenzen beziehen sich zwar auf die natürlichen Anbaubedingungen, sind ihrer Qualität nach jedoch wirtschaftliche orientierte Grenzlinien. Das ist folgendermaßen zu verstehen:

Erste Voraussetzung: Innerhalb der natürlichen Anbaugrenzen nimmt der Ertrag hin zu diesen Grenzen ab. Es vergrößern sich folglich die Aufwendungen an Arbeitskraft und landwirtschaftlicher Nutzfläche, um ein vergleichbares Ertragsverhältnis zu erwirtschaften.

Zweite Voraussetzung: Außerhalb der natürlichen Anbaugrenzen ist der Anbau nur durch technische Hilfsmittel möglich, die die negativen Wirkungsfaktoren abwenden bzw. positive hinzufügen. Auch hierbei gilt die Regel, dass der technische Aufwand größer wird, je weniger auf natürliche Gunstfaktoren zurückgegriffen werden kann, d.h. je weiter sich der Anbauort von der natürlichen Anbaugrenze entfernt.

In den meisten Fällen bedeutet technischer Aufwand Kapitalaufwand. Nur bei manchen primitiven Bewässerungsverfahren kann dieser durch eigene Arbeitskraft ersetzt werden. Andererseits können auch Techniken, die außerhalb der natürlichen Anbaugrenzen den Anbau erst ermöglichen, zur Ertragsverbesserung innerhalb dieser Grenzen benutzt werden, d.h. auch innerhalb dieser Grenzen kann eine Kapitalintensivierung zur Ertragssteigerung führen. Aus diesen Voraussetzungen kann folgendes Gesetz abgeleitet werden:

Mit abnehmender Eignung eines Raumes zur landwirtschaftlichen Nutzung vermindert sich bei minimalem Arbeitsaufwand und gleichbleibendem Areal der Ertrag bis hinunter zum Werte Null. Hier befindet sich dann die natürliche Anbaugrenze.

In der Umkehrung gilt:

Um einen gleichbleibenden Ertrag zu sichern, steigt zuerst der notwendige Aufwand an Areal und Arbeitsleistung. Ohne einsetzende technische Aufwendungen (d.i. in der Regel Kapitalintensivierung) kann dieser Prozess nicht über die natürliche Anbaugrenze hinausgeschoben werden. Folglich gilt, da Areal und Arbeitskraft relative Konstanten sind, dass bei wachsender natürlicher Ungunst zur Kontinuierung des Ertrages eine gleichfalls wachsende Kapitalintensivierung notwendig ist.

Die tatsächliche Anbaugrenze richtet sich daher nach dem Verhältnis dieses Gesamtaufwandes (Areal, Arbeit und Kapital) zum Bedarf, d.h. entweder zum Eigenbedarf oder zum Marktpreis. Dabei berücksichtigt werden muss, das sei hier noch einmal herausgestellt, der lokale Wert von Boden, Arbeit und Kapital.

Für den Bereich des Iran sehen die Bedingungsfaktoren folgendermaßen aus:

Der Iran liegt – wegen der später noch zu erörternden naturgeographischen Faktoren – am Rande oder jenseits von natürlichen Anbaugrenzen. Der wirtschaftliche Aufwand ist im Vergleich zum Ertrag hoch. Dabei ist der Faktor Areal eine nicht sehr hoch bewertete Größe (im Vergleich zu der Bodenknappheit mitteleuropäischer Länder), ebenfalls hat, entsprechend der sozialen Situation des Landes, die Arbeitskraft noch keine hohe Bewertung erfahren. Im Gegensatz dazu herrscht im Iran, wie in allen sogenannten Entwicklungsländern, akuter Kapitalmangel, d.h. Gelder bzw. Kapitalaufwendungen sind im Verhältnis zu den beiden anderen Faktoren extrem teuer oder nicht verfügbar.

Das bedeutet für die Landwirtschaft nach den Voraussetzungen der eben entwickeltn Gesetzmäßigkeiten, dass

  1. mit einer tatsächlichen Ertragsminderung hin zu den natürlichen Anbaugrenzen vorlieb genommen wird,

  2. diese Grenzen nur dort überschritten werden, wo Techniken zur Verfügung stehen, die keinen großen Kapitalaufwand erfordern, dafür in der Regel aber sehr arbeitsintensiv sind (Bereich der primitiven Zwangsbewässerung),

  3. diese primitiven Techniken in weiten Bereichen auch zur Ertragssicherung bzw. Ertragsverbesserung innerhalb der natürlichen Anbaugrenzen genutzt werden,

  4. durch den Kapitalmangel, bei gleichzeitigem „Arealüberfluss“, Flächen innerhalb und außerhalb der natürlichen Anbaugrenzen zeitweilig oder ganz offengelassen werden, obwohl sie mit einem vertretbarem Kapitalaufwand kultvierbar wären.

Fasst man zusammen:

Die Landwirtschaft im Iran ist geprägt von der natürlichen Ungunst ihrer Lage, von dem niedrigen Wert von Areal und Arbeit und der Kapitalarmut. Das bedeutet, dass der Ertrag pro Flächeneinheit gering ist und dass primitive Anbau- und Bewässerungssysteme vorherrschen.

Es ist nun die Aufgabe, die physisch-geographischen Bedingungsfaktoren, die diese Situation hervorgerufen haben, zu analysieren. Dazu müssen dann auch die wirtschaftlichen und sozialen, d.h. in gewisser Weise politischen Tatsachen, die zur Konservierung des Zustandes führten, mit in die Untersuchung einbezogen werden.

1.2 Landwirtschaftliche Anbaugrenzen und ihre Abhängigkeit von klimatischen Faktoren

1.21 Die direkte Abhängigkeit

Im vorangegangenen Abschnitt wurde versucht, eine Unterscheidung zwischen den natürlichen und den tatsächlichen Anbaugrenzen zu finden. Dabei ist schon erwähnt worden, dass der für die Grenzen wichtigste Faktor, das Klima, sowohl direkt auf das Geschehen in der Landwirtschaft einwirkt, als auch indirekte Wirkungen über Boden und Relief erkennen lässt.

Der wesentlichste, direkt auf die Landwirtschaft einwirkende Klimafaktor, der die Anbaumöglichkeiten des Iran begrenzt, ist die Trockenheit. Exakte Trockengrenzen lassen sich jeweils nur nach den Wachstumsbedingungen der entsprechenden Pflanzen definieren. Die Ermittlung der Trockengrenzen verlangt die Kenntnis von biologischen Voraussetzungen der jeweiligen Kulturpflanzen. So findet man z.B. bei Bäumen und Sträuchern, bei Getreide oder Gemüse sehr unterschiedliche Grenzen.

Nicht die Niederschlagssumme ist maßgeblich, sondern die Niederschlagsverteilung und die Art des Niederschlages. Das ist folgendermaßen zu verstehen:

Eine Pflanze benötigt in vielen Fällen

  1. genügend Feuchtigkeit während der Wachstumsperiode und

  2. eine gewisse Trockenheit in der Reifezeit.

Pflanzen mit einer längeren Wachstumsperiode benötigen eine kontinuierliche Durchfeuchtung und nicht eine einmalige Wassergabe. Übermäßige Feuchtigkeit in der Reifeperiode schädigt den Ertrag in der Regel ebenso, wie zu große Trockenzeit während der Wachstumsperiode.

Der biologische Rhythmus einer Pflanze ist zum größten Teil temperaturgesteuert, das bedeutet, dass neben einer günstigen Verteilung der Niederschläge, die biologisch richtige Einordnung des Regens in den thermischen Jahresgang kommen muss.

1.22 Beispiele zur Klimaabhängigkeit der Nutzpflanzen

Das im vorhergegangen Abschnitt Dargelegte lässt sich an den einzelnen Nutzpflanzen, deren Wachstumsbedingungen von der Agrarwissenschaft analysiert worden sind, exemplarisch nachweisen. Einige aus der Literatur zusammengestellte Beispiele sollen den Zusammenhang von Klimafaktoren der Anbauregionen und den angebauten Kulturpflanzen verdeutlichen.

Kartoffel4

  • Keimtemperatur 8-31°C, optimal 19-24°C

  • Knollenbildung optimal bei 15-18°C

Kleinerer Wuchs bei 20-29°C

Über 29°C keine Knollenbildung

Grenze der Wachstumsmöglichkeit bei 32°C

  • 20°C Isotherme des wärmsten Wuchsmonates ist die übliche Grenze der Kartoffelanbauzentren

Eine Vorverlegung des Pflanztermins ermöglicht auch in heißen Regionen den Kartoffelanbau. Starke Frostempfindlichkeit schränkt den Anbau in Höhenlagen ein.

Für Fars bedeutet das, dass die Kartoffel nur in den kühleren Gebieten der Hochbecken im Frühlingsanbau ausreichende Erträge erzielt. Die Wasserverteilung in diesen Gebieten (Shiraz, Marvdasht, Eghlid) kommt dem entgegen.

  • Die Kartoffel stellt keine großen Ansprüche an die Durchfeuchtung, wird aber durch ausgesprochene Dürreperioden im Wachstum gehindert.

  • Ihre Wachstumsperiode liegt zwischen zwei und sieben Monaten

  • Die optimale Niederschlagsmengen liegen bei der entsprechenden Anzahl von Zwölfteln der Jahresniederschlagssummen von 700-800mm

  • Möglich ist der Anbau minderer Flächenintensität bei entsprechenden Niederschlagsanteilen einer Gesamtsumme von 200-300mm pro Jahr

  • Günstig wirkt sich ein Niederschlagsmaximum am Anfang des Knollenwachstums, bzw. kurz nach der Blüte aus

  • Frühlingsanbau als Vorfrucht zu Getreide bzw. im Wechsel mit Getreideanbau und Brache

  • Sie benötigt monatliche Niederschlagssummen zwischen 10 und 100mm im Zeitraum Januar bis April

  • Ein Anbau im Januar erweist sich wegen der starken Frostgefährdung als ungünstig

  • Die vorhandenen Niederschlagsmengen führen bei zum Sommer hin abnehmender Regenmenge zu keinem optimalen Knollenwuchs

Shiraz

 

Niederschlag

Durchschnittstemperatur

Febr.

20-40mm

8°C

März

15-30mm

12°C

April

5-20mm

18°C

  • Vereinzelte Fröste treten jedoch bis in die zweite Märzhälfte hinein auf, dringen in der Regel aber nicht in den Boden ein

Aus dieser klimatischen Situation heraus wird auch der Kartoffelanbau zeitweilig mit geringen Wassergaben bei vorhandenem Bewässerungssystem gefördert.

Als Ergänzung dazu seien noch für einige weitere wichtige Nutzpflanzen in Fars die nach der Literatur erforderlichen bzw. günstigen Klimavoraussetzungen tabellarisch aufgeführt:

Weizen

Aus dem von Franke5 seien einige Angaben zitiert, die Arnon 1965 unter israelischen Bedingungen zur Erzielung hoher Erträge als günstig festgestellt hat:

Monat

Entwicklungs-
stadium

Wasserbedarf

Gedeckt durch

Okt.-Nov.

Vor der Saat

100-200mm

Bewässerung

Dez.-Jan.

Aufgang bis Bestockung

50-100mm

Regen

Febr.-März

Bestockung bis Ährenschieben

100-150mm

Regen und Bewässerung

April

Kornausbildung

50mm

Regen oder Bewässrung

  • Die erforderliche Mindestwärmesumme beträgt für Winterweizen als Summe der täglichen Temperaturmaxima der Vegetationsperiode 2000-2200°C6 und aufgrund der kürzeren Vegetationszeit für Sommerweizen 1350°C

  • Geringe Hitzeempfindlichkeit, jedoch empfindlich bei feuchtheißen Klimabedingungen

  • Die erforderlichen Wassermengen, optimal 750mm/Jahr, spielen nicht die Rolle, d im Untersuchungsgebiet Weizen vorzugsweise mit Zusatzbewässerung angebaut wird

  • Wachstumsverhindernd sind Sandböden, Salzböden, Moor- und Sumpfböden

  • Bevorzugter, traditioneller Weizen im Iran ist T. carthlicum Nevski (persischer Weizen) von der Sorte der Dicoccoideae (Emmer-/Zweikorn-Reihe) als nackte Kulturform7.

Zum Abschluss nochmals eine Übersicht über tatsächliche Wassergaben in cbm/ha für das Beispiel Telvar bei Hamadan, wie es von Latefi8 mitgeteilt wird:

Okt. 600, April 800, Mai 1400, Juni 500 – total 3300

Zuckerrübe9

  • Keimung bei einer Minimaltemperatur von 4-5°C, Optimum bei 24°C

  • Wachstumsperiode 150-225 Tage

  • Benötigte Wärmesumme (s.o.) 2400-2700°C

  • Bevorzugt wird warmes, sonniges, mäßig feuchtes Klima, mit nach Möglichkeit hohen Wassergaben während der stärksten Entwicklungsphase etwa 4-5 Monate nach der Aussaat

Im Untersuchungsgebiet in Fars verlangt die Zuckerrübe auf jeden Fall eine Bewässerung und ist daher auf Gebiete mit ausreichender Wasserversorgung beschränkt. Die Sortenwahl und die günstigste Anbauzeit ist im Iran noch nicht optimal gelöst, so dass kleiner Wuchs und Fehlernten häufig auftreten.

Bei Latefi10 findet man ein Bewässerungsbeispiel für Zuckerrüben in Azerbeidjan (in cbm/ha):

Azerbeidjan (in cbm/ha)

März

1200

 

Mai

1200

 

Juni

1100

Zweite Gabe 1100

Juli

850

 

August

800

Zweite Gabe 800

September

750

Zweite Gabe 750

Insgesamt

8500

 

Dattelpalme (Phoenix dactylifera L.)11

Franke schreibt: „Obgleich die Dattelpalme in vielen Gebieten recht unterschiedlicher Klimaverhältnisse wächst, vermag sie jedoch nur dann hohe Leistungen und schmackhafte Früchte zu erbringen, wenn bei guter Wasserversorgung ihre spezifischen Ansprüche an Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfüllt werden. Phoenix dactylifera verlangt ein heißes, tropisches Klima, namentlich im Sommer und Herbst, mit einer Mitteltemperatur von 25-32°C, um ihre Früchte zur Reife zu bringen. Auch hohe Nachttemperaturen sind für längere Zeit wesentlich. Unter Benutzung eines Schwellenwertes von 18°C sind zur Fruchtbildung und –reife Summen der täglichen Mitteltemperaturen von 1500-1800°C, bei Zugrundelegung der täglichen Maxima von über 3000°C erforderlich.

Gleichfalls von großer Bedeutung ist die Bodentemperatur. Mit Erwärmung des Bodens im Frühjahr, setzt intensives Wachstum ein. Nocten (1965) beobachtete an verpflanzten Palmen im Ertragsalter die Wiederaufnahme des Wurzelwachstums erst nach Überschreiten einer Bodentemperatur von 25°C in 60cm Tiefe.“

Optimales Wachstum wird durch künstliche Bewässerung (Oasenkulturen) ermöglicht. Niederschläge sind nicht nötig. Im Untersuchungsgebiet liegen keine Daten über die einzelnen Palmensorten und die gegebenen Wassermengen vor. Entsprechend den Anforderungen findet man Dattelpalmkulturen nur im südwestlichen Zagrosgebiet und im Küstengebiet des Persischen Golfes. Die Palmengrenze ist auf der Karte ‚Fars. Anbauprodukte‘ eingezeichnet12.

1.23 Natürliche und ökonomisch-technische Anbaugrenzen

Durch Trockenheit hervorgerufene Anbaugrenzen können von verschiedenen Faktoren abhängig sein:

  1. Die Gesamtmenge des Niederschlages ist geringer als der Gesamtwasserbedarf der Pflanze.

  2. Der Niederschlag fällt in einer so kurzen Zeit – die kürzer als die Wachstumsperiode der Pflanze ist – so dass die Speicherungskapazität der Pflanze überfordert wird.

  3. Die Niederschläge fallen so unregelmäßig, dass der Wachstumsprozess diskontinuierlich verläuft, durch Dürreperioden eventuell unterbrochen oder beendet wird.

  4. Die Niederschläge fallen in einer thermisch biologisch ungünstigen Zeit, etwa so, dass Keimungs- und Wachstumsperioden trocken bleiben und Niederschläge dann z.B., in der thermisch günstigeren Reifungsperiode fallen.

Um nun regional aussagekräftige Trockengrenzen zu finden, bedarf es daher des Vergleiches der Wachstumsperioden von Nutzpflanzen, die in dem zur Frage stehenden Gebiet angebaut werden sollen, mit den Werten von Niederschlagshöhe und Niederschlagsverteilung dieses Gebietes. Pflanzen, die den gegebenen Klimabedingungen nicht entsprechen, sei es durch die Ansprüche an das Wasserangebot, sei es durch die Ansprüche an den thermischen Jahresgang im Verhältnis zur Wasserführung, solche Pflanzen sind daher als Nutzpflanzen für das jeweilige Gebiet nicht geeignet.

So tritt neben schon erläuterten Einflussmöglichkeiten auf den Ertrag durch „technische Verbesserung der Klimabedingungen“ die Möglichkeit, über eine günstigere Sortenauswahl und über spezielle Zuchtsorten zu einer Ertragsverbesserung oder räumlich ausgedrückt, Verschiebung der natürliche Anbaugrenzen zu kommen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Neueinfuhr fremden Saatgutes, ebenso wie die gezielte Zucht resistenter Formen in der Regel kapitalintensiv ist.

Aus der bekannten Kapitalarmut des Landes ist es daher zu erklären, dass diese agronomischen Verbesserungen nicht in dem Maße in die Praxis der iranischen Landwirtschaft eingegangen sind. Den Vorrang haben auch heute noch „traditionelle“, meist ertragsärmere Sorten.

Es wird deutlich, dass die iranische Landwirtschaft bei einer verbesserten Kapitalausstattung wesentlich Fortschritte machen könnte, die sich auf die soziale Stellung der armen Landbevölkerung und damit auch auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung positiv auswirken könnte. Unter diesem Gesichtspunkt ist es daher unbedingt nötig, auch im Hinblick auf die Veränderungen der Landwirtschaft, auf die Probleme der Industrialisierung und der Verbesserung der Infrastruktur, d.h. also auf alle Faktoren, die zu einer besseren Kapitalausstattung eines Gebietes führen, gesondert und intensiv einzugehen.

In dem Gebirge Fars tritt noch ein weiterer, direkter klimatischer Wirkungsfaktor hinzu, nämlich die Frostgefährdung, besonders in der Höhenstufe.

Eine große Zahl von Siedlungsflächen mit landwirtschaftlich genutztem Umland liegen in sogenannten Hochbecken in Höhen von rund 2000m wie z.B. das Becken von Ardekan oder etwas tiefer das von Eghlid. Aber auch in den großen Becken von Shiraz oder Marvdasht, in Höhen zwischen 1000 und 1500m, spielt der Frost eine gewisse Rolle. Schneefälle sind hier keine Seltenheit. Da der Frost in die regenreiche Winterzeit fällt, verschiebt sich die Bestellung zum Frühjahr hin. So wird je nach Dauer des Frostes die Wachstumsperiode bis zum Eintritt der Trockenheit, die auch in den Hochbecken wirksam ist, weiter eingeschränkt. Gegen Trockenheit kann sich der Landwirt mit relativ geringem Kapitalaufwand beim Vorhandensein von zusätzlichen Wasserquellen (Flüsse, Brunnen, Ghanate) zur Wehr setzen. Gegen Kälte helfen jedoch in der Regel nur Gewächshauskulturen, die sich im Iran, speziell in ländlichen Gebieten wegen des enormen Kapitalaufwandes noch nicht durchsetzen konnten. Diese Hochbecken gehören folglich zu den extremen Ungunst- und Armutsgebieten in Fars.

Dennoch unterliegen auch Kältegrenzen de allgemeinen Gesetzen der natürlichen und tatsächlichen Anbaugrenzen.

1.24 Die indirekte Wirksamkeit des Klimas

Kein geographischer Faktor ist allein aus sich selbst heraus zu verstehen. Das Kennzeichnende von geographischen Vorgängen ist die Komplexität ihrer Wirkungsfaktoren und die wechselseitigen Abhängigkeiten verschiedener geographischer Phänomene. So ist es nötig, sich neben den direkten Einwirkungen der Klimafaktoren auf die landwirtschaftliche Nutzung, die gegenseitigen Verflechtungen und sekundären Wirkungsmöglichkeiten eines Geofaktors, in diesem Fall des Klimas vor Augen zu führen. In diesem Sinne ist z.B. die Hydrologie oder der Boden kein eigenständiger Faktor per se, sondern ist Glied einer komplexen Faktorenreihe. In beiden Fällen spielen das Klima und auf der anderen Seiten das Material (das anstehende Gestein etc.) eine dominierende Rolle. So hat es bei einer Betrachtung der überwiegend klimatisch geprägten Anbaugrenzen seine Berechtigung, Grenzen durch die Hydrologie oder den Boden als z.T. vom Klima angeleitete Faktoren hinzuzuziehen. Die Abnahme der Niederschläge wirkt sich auf die Hydrologie – bei der Voraussetzung einer Konstanz der Lagerungs- und Materialverhältnisse – als eine Verminderung der Wasserressourcen aus. Im Einzelnen kann sich das als Senkung des Grundwasserspiegels, Verminderung der Quellendichte und immer längeres Trockenfallen oberirdischer Abflusslinien auswirken.

Diese zunehmende hydrologische Ungunst geht also parallel zur abnehmenden klimatischen Gunst und verschärft die Forderung, die an den Aufwand gestellt wird. Dieser besteht in den technischen Maßnahmen, die negativen Folgen der Trockenheit auszugleichen: die Brunnen werden tiefer, die Zuleitungswege für Wasser werden länger und damit durch Versickerungs- und Verdunstungsgefahr technisch aufwendiger. Die Auswirkungen der hydrologischen Ungunst zeigen sich in kostspieligen Transportwegen für das Wasser und damit in einem höheren Kapitalaufwand.

Etwas schwieriger ist, die Bedeutung des Bodens in die Analyse einzubringen. Die in der Regel kleinräumig stark differenzierten petrographischen Unterschiede des anstehenden Materials wirken sich noch stärker als in der Hydrologie aus.

Dabei gilt eine Regel. Die chemische Umsetzung und Umgestaltung des anstehenden Materials lässt mit abnehmender Durchfeuchtung nach oder umgekehrt ausgedrückt, die Angleichung der Bodenzusammensetzung an die Zusammensetzung des Ausgangsmaterials und damit die kleinräumige Differenzierung der Böden nimmt mit zunehmender Trockenheit zu. Man muss nun einige Faktoren der Bodenbildung genauer betrachten, um zu zeigen, dass auch hier aus klimatischer Ungunst indirekt landwirtschaftliche Ungunstfaktoren aus dem Boden erwachsen.

In einem ständig gut durchfeuchteten Boden läuft die Bodengenese in mehreren Stadien ab. Wesentliche, für die Umsetzung wichtige Stoffe entstehen durch Wachstum und Zerfall der Vegetationsdecke (Humussäuren etc.)13. Gleichzeitig üben Pflanzen du Mikroorganismen zerkleinernde Funktionen aus. In ariden Gebieten wird durch direkten klimatischen Einfluss die Vegetationsdecke gelichtet und die chemische Bodenbildung und Umsetzung verhindert bzw. verzögert. Aber auch die gegenläufige Beziehung ist richtig: der verarmte Boden stellt einen zusätzlichen Ungunstfaktor für Pflanzenwuchs dar.

Zusammengefasst bedeutet das:

Die chemische Bodenbildung tritt in Trockengebieten hinter die physikalische Verkleinerung und Aufarbeitung des Materials zurück. Nährstoffe werden nur vereinzelt freigesetzt, Mergelböden behalten Nährstoffmangel.

Mit zunehmender Trockenheit nehmen daher folgende Bodenarten zu: Gebirgsböden, je nach anstehendem Gestein auch Kalkgebirgsböden (Lithosole), in den Alluvialebenen Schotterflächen und Sandakkumulationen. All diese Böden sind für die Nutzung ungünstig. Böden ohne Einschränkung (Limitation) gibt es in Fars nicht14. Der Grad der Limitation am Ort wird bestimmt

  1. von der Bodenmächtigkeit, die meist gering ist, soweit es sich nicht um Aufschotterungskörper handelt (wie weit man deren Oberfläche noch als Boden bezeichnen kann, bedürfte einer gesonderten Betrachtung; nach der Dewan’schen Gliederung sind diese Böden als englimitierte Schotterböden ausgezeichnet), sowie

  2. von der Wasserführung, in Abhängigkeit des darunter anstehenden Gesteines (Versickerungsgeschwindigkeit und Krustenbildung) und

  3. von der Lage im Relief (Hanflagen sind gering mächtig und der Denudation ausgesetzt).

Hier wird deutlich, dass auch das Relief für die landwirtschaftliche Nutzung eines Areales und für die Bodenstruktur von besonderer Bedeutung ist. Daneben hat das Relief, wie wohl nicht näher ausgeführt zu werden braucht, einen unmittelbaren und starken Einfluss auf den Wasserhaushalt eines Geländes. Man darf auch nicht vernachlässigen, dass z.B. im steileren Gelände manche Pflanzen nicht genügend Halt finden, so dass eine Lichtung der Vegetationsdecke eintritt und zum anderen die Nutzung durch ein bewegtes Relief sehr erschwert, wenn nicht sogar verhindert wird. Dabei ist es wichtig, dass auch das Relief kein originärer Faktor ist, sondern in einer komplexen Weise klimatischen Faktoren unterworfen ist15.

Wenn Steil- und Rutschformen prägende Elemente der ariden Landschaft darstellen, so bedeutet dies für die Agrarlandschaft, dass auch die Oberflächenform, gleichzeitig mit den andren Faktoren, Erschwernisse bietet.

Im Landschaftsbild des Untersuchungsgebietes fand es seinen Ausdruck in der Weise, dass fast ausschließlich die ebenen Becken- und Talböden einer landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen, während die Hänge und Höhen aus den eben geschilderten Gründen

  1. ungünstige Hydrologie

  2. mangelnde Bodenbedeckung

  3. geringer Halt für Vegetation

  4. Nutzungsschwierigkeiten durch Steilheit

Nur von einer spärlichen Gebirgssteppe oder Garrigue bedeckt sind, die sich stellenweise zur Gebirgswüste lichtet.

Fasst man zusammen: Neben den Wirkungen die der Klimawandel unmittelbar auf die landwirtschaftliche Nutzung ausübt, den verschiedenen natürlichen Anbaugrenzen und der wechselnden klimatischen Gunst, beeinflussen weitere Faktoren die Nutzungsmöglichkeit eines Gebietes. Diese Faktoren

  1. Hydrologie

  2. Boden

  3. Oberflächengestalt

  4. – das sei nur am Rande vermerkt – die natürliche Vegetation in ihrem Wirkungsgefüge mit den vorgenannten Faktoren

sind alle bis zu einem gewissen Grade von dem Klima gesteuert. Da der mit einfließende Faktor Material keinen in unserem Sinne regelhaften Wandlungen unterworfen ist du daher bei der Systemanalyse (nicht jedoch bei der regionalen Analyse) vernachlässigt werden darf, bilden diese Faktoren einen Komplex, dessen Leitprinzip durch das Klima gegeben ist16: Man kann also eine regelhafte Veränderung der Nutzungsmöglichkeiten des Untersuchungsgebietes, die mit geographischen Fragestellungen zu erfassen und zu analysieren ist, voraussetzen. Das gibt den Ansatzpunkt, die klimatischen Faktoren als bestimmend für die landwirtschaftliche Nutzung zu untersuchen. Nach einem Blick auf die Bodenverhältnisse, besonders in ihrer Limitation für die landwirtschaftliche Nutzung, werden dann die Struktur der gegenwärtigen Landwirtschaft in Fars, ihre Stellung im Iran und ihre Entwicklungstendenzen behandelt werden.

1.3 Natürliche Anbaugrenzen im Iran

1.31 Niederschlagsverteilung

Niederschlagsverteilung ist hier im doppelten Sinne gemeint, als jahreszeitliche und als regionale Verteilung. Beides ergibt wichtige Aspekte für die klimatische Situation des Untersuchungsgebietes. Man würde jedoch das Klima in einem so engen Bereich wie es Fars darstellt kaum qualitativ erfassen können, wenn nicht die klimatische Gesamtsituation im Iran vergleichend hinzugezogen wird. Über die mangelhafte Quellenlage meteorologischer Beobachtungen berichtet Voigt in seiner Arbeit17. Es müssen also auch hier Einschränkungen in der Allgemeingültigkeit der klimageographischen Aussagen gemacht werden.

Die regionale Niederschlagsverteilung sei an Hand von zwei Karten unter verschiedenen Aspekten dargestellt.

In der Karte ‚Iran. Klima‘ ist eine Dreigliederung der Niederschläge vorgenommen worden, die – bei der hier zutreffenden Voraussetzung einer regelhaften Differenzierung des Jahresganges in einem großklimatisch recht einheitlichen Lande – auch bei methodischen Bedenken gegen Werte von Jahresniederschlägen eine gewisse Aussagekraft für die – auch landwirtschaftlich relevante – Klimagliederung behält.

Zum einen ist hier das extrem trockene Gebiet von Dahst e Kevir und das Dasht e Lut, die in der gesamten Ausdehnung vegetationsgeographisch zwischen Wüstensteppe und Wüste zu klassifizieren sind. Sandakkumulationen und Salztonflächen verstärken noch diesen Eindruck. Demgegenüber gibt es Gebiete mit über 500mm Jahresniederschlag, die Gebirgszüge (Elbruz, Zagros und Azerbeidjan) und als Ausnahmelandschaft die Küste des Kaspisees, wo überall Regenfeldbau anzutreffen ist. Sehr viel vielgestaltiger ist der dazwischen gelegene Bereich von 100-500mm Jahresniederschlag18. Hier ist die Nutzungsmöglichkeit von Fall zu Fall durch den Jahresgang von Klima und Temperatur und den sekundären Faktoren bestimmt. In diesem Bereich ist prinzipiell die Bewässerungswirtschaft vorherrschend, sei es als Zwangs- oder Zusatzbewässerung. Die meisten regionalen Anbaugrenzen liegen in diesem Bereich. Dass dieses Gebiet auch in Bezug auf die Niederschlagssummen stark differenziert ist, zeigt die darauffolgende Karte ‚Niederschläge nach Oberlander‘, in der gerade die Abhängigkeit der Niederschlagssummen von dem Großrelief deutlich wird19.

Der Nordwest-Südost Verlauf des Zagros und seine langsame Auflösung und Höhenminderung im Bereich des Untersuchungsgebietes, werden von der Niederschlagskarte nachgezeichnet.. Ein bemerkenswertes Phänomen vieler Trockenlandschaften wird andeutungsweise sichtbar: das Zutage treten physisch-geographischer Grenzlinien. An diesem Beispiel sei das kurz angedeutet. Tektonische Leitlinien spiegeln sich in der Oberflächengestalt deutlich wieder und beeinflussen regelhaft, entsprechend ihrer Größe, das Klimageschehen. Weitere geographisch relevante Faktoren wie Böden und Hydrologie gliedern sich entsprechend der Bedingung ihrer Genese diesen Faktor an. Auch kulturgeographische Grenzen spiegeln in ihrem weiteren Verlauf, wie man noch sehen wird, deutlich die naturgeographischen Strukturen wieder.

Dieses Phänomen ist typisch für klimatisch extreme Gebiete, in denen die gegenseitigen Bedingungen stärker hervor treten als in Gebieten, die von einer dichten Vegetationsdecke bedeckt sind oder in noch stärkerem Maße durch anthropogene Einflüsse umgestaltet worden sind, wie es die humiden Gebiete generell und besonders Mitteleuropa zeigen. Für die Darstellung der geographischen Problematik ist daher auch im Rahmen einer didaktischen Untersuchung die Analyse differenzierter Übergangsbereiche von besonderer Bedeutung, deren klimatische Extremität Nutzungsgrenzen bedingt.

Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge zeigt eine deutliche Konzentration auf den Winter. Fast überall findet man im Sommer ausgesprochene Trockenzeiten mit mehreren ariden Monaten. Dies wird der Betrachtung einiger Klimadiagramme20 auf der Karte ‚Iran. Klima‘ deutlich.

Ein Sonderfall, auf den an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll, ist die ständig feuchte Kaspiküste (Gilan, Mazanderan, Gorgan), was am Beispiel von Resht zu sehen ist. Eine Trockenzeit im Sommer ist nur noch andeutungsweise zu erkennen, der Jahresniederschlag erreicht in diesem Gebiet sogar Höhen von über 1000mm.

Weit verbreitet ist im Bereich der westlichen Hochflächen der Typ von Teheran, mit einer ausgesprochenen Trockenzeit und einem irregulär verlaufenden Regenmaximum. Dass die Variabilität der Niederschlagskurven in trockenen bzw. feuchten Jahren in semiariden Gebieten sehr groß ist, ist bekannt. So kommen bei kurzfristiger Beobachtung sehr unterschiedliche Niederschlagskurven zustande21.

Den Klimastationen im Untersuchungsgebiet, denen Esfahan hinzu gefügt wird, ist eine ausgeprägte Trockenzeit gemein. Die Regenmaxima liegen zwischen Dezember und Februar, ihre genaue Lage wird jedoch in den verschiedenen Statistiken unterschiedlich angegeben. Ausreichende und hinreichend exakte Maßreihen liegen nicht vor, obwohl in Esfahan und Busher schon seit längerer Zeit Messungen vorgenommen werden sind.

Zwei regelhafte Niederschlagsänderungen lassen sich jedoch herauslesen:

  1. der Niederschlag nimmt von Nord nach Süd ab und

  2. mit zunehmender Gebirgshöhe zu.

Tafel 1, Karte 1: Iran - Klima

1.32 Der Einfluss der Temperatur m Klimageschehen

Auch im Klimageschehen kann man einen regelhaften Verlauf erkennen. Ebenso wie bei den Niederschlägen ist das Wesentliche der Temperaturverlauf im Jahresgang und nicht etwa irgendeine Durchschnittstemperatur.

Die Größe der Jahresschwankung, die im Iran recht hohe Werte annimmt, subsumiert man unter dem Begriff der Kontinentalität. Weitere wesentliche Faktoren sind die Frostgefährdung, d.h. die Möglichkeit des Absinkens der Temperatur unter 0°C, als auch der regelhafte Auftritt von Frost in der Kurve der Monatsmittel, zum anderen noch der Faktor der Maximaltemperatur, entweder als höchste gemessene Temperatur oder als Mittelwert des wärmsten Monats. Mit zunehmender Kontinentalität nimmt auch die Streuung der Maximal- bzw. Minimalwerte zu, so dass sich der Abstand von absolutem Maximum bzw. Minimum zu Monatsdurchschnittsmaximum bzw. –minimum vergrößert.

Die höchsten Monatsmaxima des heißesten Monats findet man mit über 40°C in Khuzistan22, während sich ein breiter Streifen von über 30°C an der Küste des Persischen Golfes entlang zieht, nach Norden ausweicht und das Beckeninnere der Dasht e Kevir und Dasht e Lut einschließt. Diese Grenze geht durch Fars hindurch. Eine geringe Abflachung des Maximums unmittelbar an der Küste bei Busher ist zu verzeichnen. Das Temperaturmaximum in Fars befindet sich im südlichen Zagros zwischen Kazerun und Boradzjan. Zu den Hochflächen hin sinkt die Durchschnittstemperatur des heißesten Monats unter 30°C ab.

Das Bild verändert sich etwas, wenn man den Durchschnitt der gemessenen Tagesmaxima im heißesten Monat, dem Juli, vergleicht. Das Gefälle der Temperatur von Busher über Shiraz nach Esfahan wird deutlich (38,9-36,9-36,1°C).

Die Jahresschwankung unterliegt jedoch einer gesonderten Regelhaftigkeit.

Das Zentrum der Kontinentalität liegt in den trockenen, wüstenhaften Hochflächengebieten mit einer Jahresschwankung der Monatsmittel von über 25°C. Ein sekundäres Zentrum befindet sich im Bereich der Maximaltemperaturen von Khuzistan.

Zum Persischen Golf hin nimmt die Jahresschwankung ab auf unter 20°C, zum Golf von Oman hin auf unter 15°C. Die extremen Temperaturverhältnisse in Khuzistan sind bei der vorherrschenden Nordströmung der Luftmassen im Westiran auf eine Art Föhneffekt zurückzuführen.

Der Iran ist daher im Großen und Ganzen einem kontinentalen, warm bis heißen, stellenweise winterkühlen Klimatyp mit Winterregen und Sommerdürre zuzurechnen.

Daneben steht die schon angesprochene Frostgefährdung der Höhenzone, die sich schon im Bereich des Beckens von Shiraz auswirkt. In Esfahan liegt der Durchschnitt des Januarmittels bei -2,2°C. Für die Landwirtschaft bedeuten diese Fakten, dass sie sich auf Pflanzen konzentrieren muss, die unempfindlich gegen sehr hohe Temperaturen mit direkter Sonneneinstrahlung sind, dazu längere Dürreperioden vertragen können (oder bewässert werden müssen) und kurze Wachstums- und längere Reifeperioden benötigen.

Für das menschliche Leben birgt das persische Klima im Allgemeinen schwere Belastungen, allein gemessene Maximaltemperaturen von über 50°C, dazu Tages- und Jahresschwankungen von mehreren Zehnern von Graden (z.T. 40-50°C absolute Jahresschwankung) belasten den menschlichen Organismus bis an den Rand seiner Leistungsfähigkeit, auch wenn Trockenklimate im Allgemeinen als angenehmer empfunden werden als feucht heiße, schwüle Klimate, wie man sie auf bestimmte Jahreszeiten begrenzt, an den Küsten des Persischen Golfes und des Golfes von Oman andeutungsweise erleben kann.

Tafel 2a, Karten 2; Niederschläge

Tafel 2b, Karte 3; Böden

1.33 Die Böden in Fars und ihre Bedeutung für die Nutzungsbegrenzung

Die Bedeutung des Bodens als die Kulturlandschaft beeinflussender Wirkungsfaktor wurde schon weiter oben angesprochen. Der Boden ist der Bereich, in dem die Wurzeln der Pflanzen Halt gewinnen, Feuchtigkeit und Nährstoffe aufnehmen.

Zwei Bodentypen bestimmen das Untersuchungsgebiet23:

  1. im Gebirgsbereich verschiedene Lithosole, meist kalkhaltig, entsprechend dem anstehenden Gestein von Jura bis Alttertiär, auf jungtertiärem Gestein in seiner Zusammensetzung stärker wechselnd (kalkige, merglige, sandige Böden) und

  2. Alluvialböden im Bereich der Becken und Täler (Schotter, Sand, Feinmaterial), zum Beckeninneren hin eine sich verstärkende Versalzungstendenz.

Diese Böden weisen Begrenzungen (Limitationen) der Nutzbarkeit auf24. Nur einige Beckenlagen charakterisiert Dewan als Böden mit leichter bis mäßiger Limitation, die dann die optimalen Ackerbauflächen darstellen (die Becken von Shiraz und Marvdasht, Pulaver Rud Ebene und einige Flächen in der Küstenebene.) Sie werden schon in kurzer Entfernung von weiträumigen Salzflächen begrenzt, die Dewan als „Böden mit nahezu keinem Nutzungspotential, Solontschak, Salzsümpfe, salz- und gipshaltige Mergel“ bezeichnet25.

Die Gebirgsböden kennzeichnet er als mäßig bis eng limitiert, abhängig von der hydrologischen Ausgangssituation und den Einwirkungen des Reliefs auf Bodenstruktur und Bedeckungsmächtigkeit. Daraus folgt:

Ähnlich wie in vielen semiariden bis ariden Gebirgen, bietet auch hier der Boden keine optimalen Standortbedingungen für die Inkulturnahme des Geländes. In günstigeren Gebieten, d.h. vorwiegend im Bereich der Becken und Alluvialebenen lässt sich bei einer Verbesserung der hydrologischen Situation (Bewässerung) landwirtschaftlicher Nutzen ziehen. Die Strukturen der Bodenverteilung zeichnen die Strukturlinien des Reliefs nach. Für die Landwirtschaft bietet der Boden keine wesentlichen neuen Elemente an, die nicht auch direkt durch Klima und Relief vorgeprägt werden. Als einzige wesentliche, zusätzliche Einschränkung für die Landwirtschaft in Bezug auf die Nutzung ist die Verbreitung der Versalzung mit heran zu ziehen26.

In Fars sind einige größere Versalzungsbereiche, die eine landwirtschaftliche Nutzung verhindern: große Teile der Küstenebene um Busher, das Innere von Ablagerungsbecken (Dariacheh e Maharlu, Marvdasht-Becken, die z.T. wegen ihrer Kleinräumigkeit auf der Bodenpotentialkarte nicht berücksichtigt wurden) und Teile der nördlichen Hochflächen (Abadeh, Surmagh etc.), die in ihrer Struktur den Beckenlandschaften ähnlich sind. Hier auf den Hochflächen finden sich auch größere Areale, die durch Sandbedeckung und Dünen eine Nutzung ebenfalls nahezu ausschließen.

Eine zusätzliche Erschwernis für die Landwirtschaft bedeutet die Bodenverwehung durch Windhosen, denen die weiten, offenen Beckenlandschaften keinen Widerstand bieten können27: Am Fuß der Berge findet man dann die dazu gehörenden Akkumulationsformen, wie z.B. kleine Dünen. Besonders wichtig wird dieses Phänomen in den breiten, nördlichen Flusstälern, in denen die zentralen Feinsedimentationsbereiche nicht wie in den abgeschlossenen Becken durch Salzkrusten vor der Verwehung geschützt sind (Pulvar Rud etc.).

Gefährlich kann diese Art der Bodenerosion werden, wenn in Zukunft die Anbaumethoden von der bisherigen primitiven Flachpflugmethode auf von Traktoren gezogene Tiefpflüge umgestellt werden, ohne dass bestimmte Schutzmaßnahmen gegen die Verwehung eingeleitet werden (Windschutzhecken wo möglich, Befeuchten, Beregnen).

Tafel 3, Karte 4: Fars. Bodenpotentiale

2 Die Strukturen der Landwirtschaft

2.1 Die Agrarregionen des Iran

Im einleitenden Teil wurde versucht, die naturgeographischen Grundlagen der Differenzierung der Landwirtschaft im Iran und in Fars aufzuzeigen. Es ist nicht sinnvoll, aus den errechenbaren Werten jetzt verschiedene (klimatische, bodenkundliche und hydrologische) Gliederungen abzuleiten. Methodisch fruchtbarer ist es, Gliederungen aus der tatsächlichen landwirtschaftlichen Situation abzuleiten, zu deren Verständnis die theoretischen Vorbemerkungen in der Folge den Schlüssel geben werden.

Bei einer landwirtschaftlichen Gesamtbetrachtung des Iran wird von vornherein eine Großgliederung sichtbar, die augenfällig mit den naturgeographischen Strukturlinien zusammenfällt. In jener Gliederung wird z.B. das Gebiet der Kaspiseeküste (die Ostane Gilan, Mazanderan, Gorgan) eine Sonderrolle spielen. Nachdem einiges über die klimatische Besonderheit des zwischen Kaspisee und Elbruzkette gelegenen Gebietes gesagt worden ist, sind die Auswirkungen auf die Landwirtschaft klar: Sonderkulturen wie Tee, Reis, Tabak und Zuckerrohr, sowie eine dichte, alles bedeckende Vegetation geben der Landschaft einen nahezu tropischen Charakter.

Die Bedeutung der Wüstengebiete in ihrer Einschränkung jeglicher Nutzungsart, in der nur spärliche Oasenkulturen anzutreffen sind, wird von allein verständlich sein.

Ein recht übersichtlicher Versuch einer Gliederung des Iran in Agrarregionen stammt von Bowen-Jones28. Neben den beiden eben genannten Großregionen unterschiedet er ein zentrales Gebirgsgebiet von den Hochflächen bis in den Zagros, das durch die Nutzungsmöglichkeiten seiner Becken gekennzeichnet wird. Weiterhin untergliedert er in einen südwestlichen Streifen am Fuße des Zagros, den er in den Hangbereich des Südwestzagros bis hinauf nach Kurdistan laufen lässt, in den ebenen Bereichen von Khuzistan, in einen wenig nutzbaren südlichen Zagrosbereich, der bis nach Pakistan hinein verlängert, die eigentliche Küste gliedert. Daneben treten die Landschaften Azerdeidjans und der Hochgebirgszug von Elbruz und Kopet Dagh auf, der dann seine Fortsetzung in der UdSSR findet. Die Charakteristiken die Bowen-Jones für die Agrarregionen angibt, finden sich in der Legende der Karte.

Für diese Arbeit werden jetzt die Gliederungsprinzipien interessant, die Bowen-Jones für das Untersuchungsgebiet anwendet.

Der weiteste Bereich des Untersuchungsgebietes gehört zum Typ ‚Zagros und zentrale Hochländer‘. Als typisch für diesen Bereich nennt Bowen-Jones die Gebirgszüge mit relativ hohem, nach Süden und Osten hin abnehmenden Steigungsregen und winterlichem Schneefall. Er stellt eine reduzierte Klimaxvegetation fest, die der nomadischen Weidewirtschaft die Grundlage gibt. Die Kultivation findet in Becken und Tälern statt, und die Siedlungen gehören zum Typ der mehr oder weniger urbanisierten Oasen. Besonders wichtige Becken, wie das von Esfahan-Zirjan und Shiraz gliedert Bowen-Jones aus.

Diese Strukturprinzipien decken sich weitgehend mit den Beobachtungen, die im Gelände angestellt werden konnten. Den südwestlichen Zagrosabfall kennzeichnet Bowen-Jones als zerschnittenes, arides Hochland mit schmalen Tälern. In den Brunnenoasen dominieren Dattelpalmen und Fruchtbäume. Die schmale Golfküstenebene wird als „aride, schmale, diskontinuierliche Sedimentebene“ charakterisiert, in der sich durch intermittierende Bergflüsse bewässerte Oasen befinden.

Tafel 4, Karte 5: Iran. Agrarregionen

2.2 Zur Charakterisierung der Landwirtschaft

Das auffälligste Merkmal der iranischen Landwirtschaft sind die erstaunlich geringen Flächen, die tatsächlich bewirtschaftet werden. Theoretisch könnte das Dreifache der jetzt landwirtschaftlich genutzten Fläche unter Kultur genommen werden, doch dazu fehlen in weiten Teilen des Landes die technischen Voraussetzungen, das Kapital und auch der Wille, größere, neuere Aufgaben in Angriff zu nehmen. Im Folgenden soll eine Übersicht gegeben werden, und zwar im Vergleich der Jahre 1957/58 (133629), 1965/66 (1344 am Ende des dritten Planes) und der geplanten Zahlen für das Ende des laufenden vierten Planes 1973/74 (1352)30.

In Mio. ha

1957/58

1965/66

1973/74 geplant

Kulturland

18 =11%

19=11,5 %

19=1,5 %

davon
Brache
Ernteland
Ernteland bewässert
Baumkulturen


12
5

1

 
12
7
3
-


11
8
3
-

Weideland

10 = 6,1%

10 = 6,1%

10 = 6,1%

Wälder

19 =11,5%

19 =11,5%

19 =11,5%

Kultivierbares Land

31 =18,8%

31 =18,8%

31 =18,8%

Ödland

88 =52,6%

86 =52,1%

86 =52,1%

Die wichtigsten Zahlen sind dabei die des potentiellen Kulturlandes und die der schon einmal kultiviert gewesenen, jetzt brach liegenden Fläche. Das bedeutet, dass mehr als ein Fünftel des Landes einer direkten Kultivierung zugeführt werden könnte. Es besagt weiterhin, dass durchschnittlich nur ein Drittel des möglichen Kulturlandes tatsächlich bebaut wird. Die große Fläche des Brachlandes erklärt sich aus der primitiven Anbaumethode, bei der nur selten eine Düngung angewendet wird.

Eine Einschränkung muss zu dem Begriff ‚Weideland‘ gemacht werden, denn in Europa bedeutet Weideland etwas Anderes. Im Iran versteht man darunter die siedlungsnahen Steppen, die dauernd beweidet werden. Daneben wird aber das sogenannte Ödland mit Gebirgssteppen und Steppenarealen, das den größten Teil des Landes umfasst, ebenfalls als Weideland für vorzugsweise nomadische Herdenviehhaltung ausgegeben.

Die Zahlen für die Bewässerungsflächen sind nicht genau zu ermitteln, da weite Gebiete am Rande des möglichen Feldbaues eine irreguläre, in den verschiedenen Jahren und Jahreszeiten unterschiedliche Zusatzbewässerung erhalten. Man kann in diesem Fall von einer Bedarfsbewässerung sprechen, bei der den Landwirten der objektive Wasserbedarf in den meisten Fällen nicht bekannt ist. Das führt zu einer unökonomischen Wasserverschwendung, wie es weiter unten noch behandelt werden wird.

Ein wesentlicher Faktor ist die Versalzung des Landes, die stellenweise eine Nutzung verbietet oder zusätzliche Aufwendungen in Bewässerungssystemen, Bodendüngung und Sortenwahl verlangt. Große Teile des Landes, weit mehr als 50%, unterliegen einer potentiellen Versalzung31.

Kuros führt die heutige Versalzung, besonders die der Wüsten, auf miozäne Salzformationen zurück und hält sie dadurch für besonders ausgeprägt32. Nach seinen Angaben ist auch in einigen Flüssen eine jahreszeitliche Versalzung festzustellen, die in manchen Gegenden eine Flussbewässerung nahezu unmöglich macht. Bei Hochgebirgsflüssen wird die Versalzung im Frühjahr durch die Schneeschmelze ausgeglichen, so dass das Wasser für Bewässerungszwecke gebraucht werden kann33.

Bei der Planung größerer Irrigationsprojekte ist die Beachtung des Versalzungsquotienten von besonderer Bedeutung. In allen Trockengebieten mit endor  ischer Entwässerung findet man Salzflächen und Salzseen. Das Schema eines solchen Beckens mit einem zentral gelegenem Versalzungsgebiet (Kevir), ist auf der Karte ‚Bewässerungstechniken‘ zu sehen34.

Einige Besonderheiten von Fars seien noch erwähnt. Durch die Höhenlage wird die Zahl der Anbauprodukte erheblich eingeschränkt. So findet man Palmen erst südwestlich von Kazerun, zudem verursacht die Gebirgslage eine deutliche Strukturierung und Abgrenzung der Anbaugebiete.

Großflächiger Anbau, wie er in einigen zentralen Gebieten des Iran betrieben wird, ist in dieser Form in Fars nicht möglich. Durch relativ hohe Siedlungsdichte35 im zentralen Gebiet zwischen Kazerun, Ardekan, Abadeh, Deh Bid, Sarvestan und Firuzabad und durch eine im Vergleich zu andere Regionen des Ira größere Bevölkerungskontinuität, entwickelten sich die feudalen Strukturen des Iran in Fars nicht in dem Maße wie in den nördlichen Regionen.

Die Großgrundbesitzer in Fars waren in der Regel Angehörige der dörflichen Oberschicht mit gewissen patriarchalischen Zügen innerhalb der lokalen Hierarchie, in der sie jedoch integriert blieben und nicht wie im Norden zu, in Teheran residierenden, rentenkapitalistischen Machthabern wurden. Ebenfalls ist in Fars die Armut nicht so extrem wie z.B. in den Großstädten des Nordens oder in den Kleinsiedlungen im Ostiran. So hat Fars gute Chancen, sich auf die Erfordernisse der modernen Landwirtschaft einzustellen, ohne dass eine sofortige Tabula rasa-Politik erforderlich wäre.

Die in Fars überdurchschnittliche Anzahl von Traktoren, Mustergütern der ‚Pahlavi University‘ und die stetig ansteigende Zahl der Genossenschaften36, deuten auf den Beginn einer landwirtschaftlichen Umstrukturierung hin.

Verteilung der Traktoren in Iran im Jahre 1957

Gorgan

650

Mazanderan

230

Teheran

800

Ghom, Saveh, Sarand

80

Arak

45

Malaijer, Borodjerd, Khoramabad

25

Khuzistan

500

Fars

700

Esfahan

20

Kerman

45

Beluchistan

15

Khorrasan

300

Shahrud

10

Semnan

20

Azerbeidjan

80

Gilan

15

Hamadan

50

Kurdistan

20

Kermanshah

70

* Iran: Iranian Embassy London (65), a.a.O.

Die Kapitalbelastung und Verschuldung der einzelnen Bauern ist doch recht hoch. Staatliche und genossenschaftliche Banken versuchen, die Landwirte durch günstige Kredite von gewissenlosen Zinswucherern fern zu halten. So gibt es auch in kleinen Orten Filialen der großen Banken38. Immer stärker verbreiten sich auch kooperative Bewirtschaftungsformen, besonders in den zentralen Anbaugebieten (Marvdasht.)

Durchschnittliche Kreditbelastung durch genossenschaftliche Kredite in einer Stichprobe von 54 Betrieben in Fars

Region

Anzahl der belasteten Betriebe in %

Kreditsumme pro Betrieb

Firuzabad

50

15000 Rial

Abadeh

70

13142 Rial

Beijzar

43

11670 Rial

Sarvestan

80

9333 Rial

Ramdjed

50

7500 Rial

Schowkatfard, u.a., (191), a.a.O. (aus dem Persischen)

Durch staatliche Maßnahmen wird versucht, die Landwirtschaft „umzuschulden“ und ihr für bestimmte und kontrollierte Intensivierungsprojekte gezielte, zusätzliche Gelder zukommen zu lassen.

Die Landreform hat in Fars aus den geschilderten Gründen nicht die Bedeutung gehabt wie in den Nord- und Ostprovinzen, da sich – relativ gesehen – nicht so viele Flächen in Großgrund- oder Staatsbesitz befanden. Dennoch wurde eine Einkommensumverteilung auch hier durchgeführt.

Tafel 5, Abbildungen 1 und 2: Anbau im Talbecken des Pulvar Rud

Tafel 6a, Karte 6: Iran. Anbaubedingungen: Wasserhaushalt und Bewässerungszonen

Tafel 6n, Karte 7: Iran. Anbaubedingungen: Hydrologie

2.3 Die Landreform

Wichtige neue Strukturänderungen der Landwirtschaft gehen aus der Veränderung der Besitzverhältnisse hervor, die durch die Landreform des letzten Jahrzehntes hervorgerufen worden sind.

Die traditionelle Besitzstruktur im Iran wurde schon kurz angesprochen. Sie war dadurch gekennzeichnet, dass

  1. der Besitz in einzelne Besitztitel aufgelöst war: Grundrechte (arsa), Rechte an Gebäuden und wachsenden Gütern (adjani) und diverse Wassernutzungs- und Wassererbleitungsrechte, sowie Rechte über das Maschinen- bzw. Arbeitsviehpotential. Der Ertrag wurde auf diese Besitztitel und auf den Arbeiter bzw. Pächter umgelegt40, sowie

  2. viele dieser Besitztitel für große Gebiete in der Hand weniger Großgrundbesitzer zusammengefasst waren.

Die vom Shahanshah nach einigen Unruhen im Lande eingeleitete Landreform, suchte hier durch eine Neugestaltung der Besitzverhältnisse Abhilfe zu schaffen. Mit einigen Gesetzen von 1960, 1962, 1963 u.a. wurde die Landreform in Gang gesetzt.

In der ersten Phase wurde der Großgrundbesitz auf jeweils ein Dorf beschränkt, sowie Staatsland und Kaiserliches Land gegen geringe Gebühren verteilt bzw. langfristig verpachtet. In dieser ersten Phase wurden rund 100.00 Dörfer im Iran getroffen und auf rund 340000 Erwerber verteilt. Der Wert des durch den Staat aufgekauften Landes betrug etwa 5,009 Mrd. rial. In Fars wurden dabei 1125 Dörfer betroffen, von denen 225 vollständig neu verteilt worden sind. Die Zahl der Landerwerbenden in Fars während dieser Phase der Landreform betrug 25200 und der Wert des verteilten Landes rund 360 Mio. rial41.

Eine zweite Phase, beginnend 1965, wandte sich der Verteilung der noch verbliebenen einzelnen Dörfer zu. Die unklare Fassung des Gesetzes gab jedoch den Großgrundbesitzern die Möglichkeit, den neuen gesetzlichen Bestimmungen zu entgehen.

Bis 1969 wurden insgesamt 15834 Dörfer und 801 Farmen neu verteilt. Das Land hatte einen Gesamtwert von 9.771.954.121 rial. Verteilt wurde es an 735709 Bauern, die mit ihren Familien eine Bevölkerung von 3590808 Einwohnern repräsentierten.

In der zweiten Phase wurde auch wieder die Pacht erlaubt, aber nur langfristig du als Geldpacht. Im Verlauf dieser zweiten Phase begann auch die Bildung von ländlichen Genossenschaften, die 1969 schon in 23697 Dörfern bestanden. Dadurch konnte der zersplitterte Landbesitz in vielen Fällen in optimaler Weise genutzt werden. Trotzdem ist in weiten Bereichen von der Aktivität der Genossenschaften, die von vielen Farsern noch misstrauisch beobachtet werden, nicht viel zu spüren.

In der dritten Phase wurden Mustergüter, technisierte Genossenschaften und Absatzgenossenschaften besonders gefördert. Großen Wert legte man dabei auf die Vergabe von kurzfristigen Krediten für genossenschaftliche Projekte und auf langfristige Kredite für die weitere Strukturentwicklung, mit deren Durchführung die Landwirtschaftsbank beauftragt wurde. Daneben wurden auch die Wälder im Iran verstaatlicht. Eine Holzindustrie soll auf staatlicher Basis errichtet werden.

Bezugnehmend auf Berichte, die im Iran zu erfahren waren und auf kritische Bemerkungen im Werk von Curos Gharatchedaghe42, sollen einige kritische Anmerkungen zur Landreform nicht fehlen.

  1. Die Gesetzestexte sind nicht präzis und erlauben im konkreten Fall zu viele Deutungsmöglichkeiten.

  2. Die Gesetze sind nicht mit dem Verfassungs- und Zivilrecht abgestimmt, so dass widersprüchliche Rechtslagen auftreten können.

  3. Die Definitionen sind unklar, so dass z.B. Großgrundbesitzer ihre Betriebe durch einfache Umbenennung als mechanisierte Betriebe ausgeben können, die von der Landreform nicht erfasst werden

  4. Es existiert keine formelle Instanz zur Regelung von Streitfragen, da die Geschichte durch die Rechtsunklarheit nicht zu urteilen in der Lage ist. So bleibt die Entscheidung in der Regel bei dem örtlichen Vertreter der Landreformorganisation hängen, der in manchen Fällen den Großgrundbesitzern nahe steht.

Zusammengefasst muss gesagt werden, dass die Landreform in ihrer heutigen Form zwar einige Besserungen brachte, aber wenig durchdacht und in ihrer Durchführung inkonsequent gehandhabt wurde, so dass einige der reichen Familien sogar noch aus der Verteilung ihres Landes hohe Profite zogen, während die neuen Landeigner durch die Kaufsumme finanziell aufs Äußerste belastet worden sind.

Bedeutende Folgen mag jedoch – vielleicht unbeabsichtigt – der Vorgang der Landreform auf die sozialen Wertvorstellungen innerhalb der Bevölkerung angenommen haben. Deshalb besteht durchaus die Möglichkeit, dass dieser Anstoß zur sozialen Unruhe, zusammen mit den etwas verbesserten Bildungschancen (z.B. der Abnahme des Analphabetismus), zu einer tiefergreifenden Modernisierung der iranischen Gesellschaft führen kann.

2.4 Bewässerungssysteme

Wenn man im Iran von Bewässerungssystemen spricht, wird man sehr bald auf eine traditionelle, weitverbreitete Bewässerungstechnik aufmerksam: die Bewässerung durch Ghanate43.

Ghanatbauwerke waren schon vor der arabischen Eroberung bekannt. Bis heute sind noch Ghanate in Betrieb, die vor mehreren hundert Jahren errichtet worden sind.

Ghanate sind in geneigte Schotterebenen hineingegrabene, fast horizontale, unterirdische Kanalsysteme, die zu Quellen und Grundwasservorkommen am Hangfuß der Berge hinführen und das Wasser an dieser Stelle, einiger Zehner von Metern tief abzapfen. In kurzen Abständen markieren Einstiegslöcher den Verlauf von Ghanaten an der Oberfläche44.

Die Neigung der unterirdischen Kanäle muss so geschaffen sein, dass weder eine Verstopfung durch zu geringen, noch die Gefahr einer Erosion durch zu große Gefälle gegeben ist.

Die Vorteile der Ghanate liegen in den zusätzlichen Wassermengen, die unterirdisch abgezapft werden können, die geringeren Wasserverluste durch Verdunstung – durch den unterirdischen Verlauf – und die kontinuierliche Wasserführung, frei von technischen Defekten, wie sie in oberirdischen System auftreten können. Dafür verlangen die Ghanate eine regelmäßige Wartung, damit sie nicht verfallen.

Ein großer Nachteil in der heutigen Zeit sind die hohen Kosten einer Errichtung eines Ghanatssystems. Man kommt daher mehr und mehr davon ab, neue Ghanate zu bauen und installiert trotz der höheren laufenden Kosten Motorpumpen. Dennoch bemüht sich die Regierung seit einiger Zeit wieder verstärkt darum, vorhandene Ghanatsysteme vor dem Verfall zu schützen.

Fars ist ein Zentrum der Ghanatbewässerung, ebenso wie die zentralen und ostiranischen Provinzen. Wesentliche ghanatbewässerte Gebiete sind auf der Karte ‚Fars. Bewässerungssysteme‘ notiert45.

Die bevorzugte Form der Bewässerung geschieht heute durch Brunnen, die mit Motorpumpen bestückt sind. Teilweise findet man auch noch von Zugtieren betriebene Ziehbrunnen, bei denen ein Operationsseil in gegebener Höhe den Wasserbehälter über dem Auffangbecken entleert. Hier dient Wasser den Tieren zunächst als Tränke; danach wird es durch ein Rinnensystem auf die Felder geleitet. Es ist klar, dass mit dieser Methode keine großen Wassermengen gefördert werden können46.

Bei den durch Motorpumpen betriebenen Brunnen findet man Bohrungen in jeder Tiefe, vom Absaugen des dich unter der Oberfläche befindlichen Grundwassers, bis hin zu Tiefbohrungen. Auf der Karte ‚Fars. Bewässerungssysteme‘ sind die Bewässerungsregionen nach der vorherrschenden Herkunftstiefe des verwendeten Wassers gegliedert. Es ist zugleich auch ein Indikator für die Aufwendungen, die bei der Erschließung des Landes gemacht werden mussten und auch heute noch gemacht werden. Vorherrschend ist der flache Brunnen, der mit einer oberirdischen Wasserpumpe mit geringer Leistung betrieben wird47.

Eine bedingte Bedeutung hat in Fars auch die Bewässerung mit Flusswasser, die dadurch Probleme aufwirft, dass die Flüsse keine regelmäßige Wasserführung haben und in den heißen Monaten trockenfallen. Dennoch bestehen am Kur Rud und am Pulvar Rud weite Bewässerungsnetze mit Flusswasser.

Ein Staudamm, der am Ku-e Rud bei Marvdasht gebaut wird, soll eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft im zentralen Anbaugebiet dieser Region gewährleisten. Ein umfassendes Bewässerungsnetz zwischen Marvdasht und Takht e Djamshid, das auch weitläufige Baumkulturen ermöglicht, ist nahezu fertiggestellt (Takt e Djamshid Irrigation Project)48.

Fluss- und Quellbewässerung, beides Formen der Ausnutzung von in natürlicher Weise an die Oberfläche gelangenden Wassers, gehen infolge der regionalen Verknüpfung von Quell- und Flusssystemen ineinander über.

Im südlichen Shiraz-Becken und vereinzelt auch in anderen Gegenenden findet man Brunnen, die durch artesische Wirkungen in ihrer Förderkapazität gespeist werden. Besondere Bedeutung hat in Fars die Schneeschmelze im Gebirge, deren Wasser auf vielfältige Weise aufgefangen und auf die Felder geleitet werden.

Interessant ist ein Vergleich der Bewässerungsverhältnisse in Fars mit denen einiger anderer iranischer Provinzen. Es ist zugleich auch ein Indikator für die landwirtschaftliche Situation im Iran.

Tabellenartig sollen im Folgenden Stichworte über markante Züge der Bewässerung im Iran gegeben werden49.

Fars lässt sich in mehrere Zonen untergliedern:

  1. Djarom: alte Brunnenbewässerung, teilweise mit Ziehbrunnen. Einige neuere Motorpumpen

  2. Kovar: endoreisches Becken wird im Frühjahr durch Schmelzwasser bewässert. Eine Verbesserung wäre durch den Ausbau des schon seit sassanidischer Zeit bestehenden Kanalsystems und den Anschluss an das Bewässerungssystem des Pulvar Rud möglich

  3. Abadeh: Ghanate und Brunnen, bei Eghlid einige Quellen

  4. Kazerun: Die Anbauflächen werden durch einen 26 km langen Kanal mit Quellen und dem Flusssystem verbunden. Einige Tiefbohrungen. Ein 4000 ha großer, salzhaltiger See bildet ein natürliches Wasserreservoir

  5. Tal des Mond Rud: 20000 ha flussbewässert

  6. Marvdasht: Durch 33 Ghanate, 232 Brunnen mit automatischen Sammelbecken, die den natürlichen Wasserdruck ausnutzen und 21 Motorpumpen wurde das Grundwasser gesammelt. Ein größerer Sammelkanal liegt bei Soon. Es gibt mehrere kleine Staudämme (diversionsdämme). Im Bau ist der Darius e Kebir Staudamm, sein Fassungsvermögen liegt bei 626 Mio. cbm. 32000ha sollen mit Hilfe dieses Staudammes neu bewässert werden. In Zukunft will man 245000ha bewässern, heute wird erst ein Fünftel davon genutzt

  1. Firuzabad: Brunnenbewässerung, einige Ghanate

  2. Ardekan: Flussbewässerung, Ausnutzen der Schmelzwässer

  3. Shiraz-Sarvestan-Becken: Einige Quellen, Ghanate sowie Grundwasserpumpen. Pumpen seit 50 Jahren. 250 Tief- und Halbtiefbrunnen (20-200m), die 3-100 l/sec. Liefern. Im Südosten einige artesische Brunnen mit etwa 20 l/sec, Ghanate sind alt und in einem schlechten Zustand, sie liefern etwa 10-200 l/sec, ineffektive Wassernutzung50

  4. Esfahan: 127000ha wären kultivierbar, 50000ha sind genutzt. Bei einer geplanten Speicherung von 977 Mio. cbm im Einzugsbereich des Karun ließe sich die Nutzfläche auf 90000 ha steigern

  5. Kerman: 110000ha sind nutzbar gemacht worden, vorwiegend Ghanate. Nach der Entde3ckung wasserführender Schichten sind einige Motorpumpen im Bereich größerer Städte geplant

  6. Gorgan: Flussbewässerung mit Hilfe von 128 Pumpen, die beiderseits des Flusses errichtet worden sind.

  7. Mazanderan: Flussbewässerung. Von den 298605ha dieser Ebene sind 5/6 kultivierbar. 38715ha sind ausgezeichnet, 86750ha gut, 100690ha mittelmäßig, 9770ha leicht versalzt, 7280ha stark versalzt und 53400ha steinig

  8. Gupayegan: Ein künstlicher See gewährleistet die Bewässerung eines etwa 3000ha ha großen Gebietes. Der Wasserbedarf pro ha schwankt zwischen 7500 und 12000cbm. Eine Ebene von 1800ha wird durch einen Kanel bewässert

  9. Azerbaidjan: Im Norden wurde ein 100km langes Kanalsystem für die Bewässerung von 18500ha fertiggestellt. In der Ebene von Tabriz sind nur 20000ha kultiviert, obwohl 250000ha möglich wären. Mit zwei weiteren Projekten ist begonnen worden. Ein Damm mit einem Fassungsvermögen von 236 Mio. cbm soll nach der Fertigstellung eine Fläche von 33000ha bewässern. Ausnutzen der Schmelzwässer

  10. Umgebung von Teheran: Hauptsächlich Ghanate, dazu Fluss-Projekte sind im Pulvar Rud und an der Einmündung des Kur Rud in den Niriz See vorgesehen. Diese Dämme dienen nahezu ausschließlich der Bewässerung.

Dennoch scheint das Gesamtprogramm des Staudammbaues im Iran nicht besonders sinnvoll ausgewogen. Zu hohe Summen sind in Demonstrationsobjekte investiert worden, so dass kleinere Projekte zur Wasserverteilung zurückgestellt werden mussten. Die Stromerzeugungskapazitäten, die ohne zusätzlichen landwirtschaftlichen Nutzen durch hohe Investitionen erreicht worden sind, können nicht voll genutzt werden, selbst bei einer optimistischen Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung des Iran in den nächsten Jahren. Deshalb sollte mehr Wert auf relativ kleine, aber effektivere Bewässerungsprojekte – z.B. das Takht e Djamshid Irrigation Project – gelegt werden.

Nachfolgend nun eine komprimierte Übersicht über bestehende und geplante Staudämme im Iran.

Staudämme in Iran

Man sieht, dass die Bewässerungssituation im Iran wenig qualitative Unterschiede zu der, anderer arider Gebiete aufweist. Bemerkenswert sind vielleicht nur die Ghanate, deren Bedeutung weiter oben analysiert wurde.

Eine wasserwirtschaftliche Gesamtrechnung für Fars oder den Iran liegt bisher noch nicht vor. Auch ein detaillierter Vergleich von Fars mit anderen Provinzen ist wegen des fehlenden Materials nicht möglich. Hier haben die iranischen Behörden noch viel aufzuholen.

Qualitative Studien liegen für einige Gebiete des Iran vor, nicht jedoch für Fars. Pauschale Übersichten finden sich bei Latefi, Gobelot, Bémont und Kuros54. Eine interessante Studie über das Shiraz-Becken liegt vor und wird an gegebener Stelle behandelt werden.

Über die technologische Seite des Kanalbaues und der Bewässerungssysteme äußert sich Latefi an verschiedenen Stellen55. Es würde jedoch für diese Arbeit zu weit führen, diese zu wiederholen.

Explorationsartig mit dem Ziel einer Bestandsaufnahme der Wasserressourcen in den landwirtschaftlich nutzbaren Gebieten von Fars sind noch nicht abgeschlossen56.

Das Wasserrecht ist für die landwirtschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung57. In der Tradition geht es – wie in allen islamischen Ländern – auf die Gesetzesvorschriften der Religion, Shari’a zurück. Heute besitzt der Iran jedoch in seinem ‚Civil Code‘ und seinen Subelementen (1309, 1310 – iranisches Jahr-), sowie in dem Gründungsgesetz des „unabhängigen Bewässerungsinstitutes (1943)“ ein kodifiziertes, auch modernen Entwicklungen gewachsenes Wasserrecht. Den noch existierenden regionalen Gewohnheitsrechten wird dann Rechnung getragen, wenn das kodifizierte Recht keine gegenteiligen Vorschriften aufweist. Insbesondere werden Eigentums-, Nutzungs-, Veräußerungs- und Instandhaltungsrechte und –pflichten geregelt. Dabei steht der Grundsatz im Vordergrund, dass traditionelle Nutzungsrechte und allgemeine Nutzungsbedürfnisse in einem ausgewogenen Verhältnis zu Eigentumsrechten stehen sollen, und dass die Ausnutzung eines Rechtes nicht zur Behinderung des Rechtes Anderer führen darf.

Die Teilung des Eigentums in unterschiedliche Rechts- und Nutzungspositionen die verschiedenen Rechtssubjekten dienen können, ist auch im modernen Recht noch vorhanden. Besonders wichtig sind die mit einem Wasserrecht verbundenen Unterhaltungspflichten. So ist z.B. ein Teileigner eines Wasserechtes verpflichtet, sich an Reparaturarbeiten bzw. Erhaltungsarbeiten, die ein anderer Miteigentümer veranlasst, finanziell, entsprechend seinem Eigentumsanteil zu beteiligen, bzw. sein Recht gegen eine angemessene Entschädigung dem betreffenden Miteigentümer zu überlassen.

Weitere wichtige Rechtspositionen entstehen aus Durchflussrechten von Kanälen durch fremden Besitz, die nicht verhindert bzw. widerrufen werden können. Ein Sonderrecht betrifft den „Harim“, die Schutzzone um Bewässerungseinrichtungen. Es gelten folgende Richtwerte:

Um eine Wasserstelle darf das umliegende Land in folgender Entfernung ohne Einwilligung des Wassereigners nicht genutzt bzw. verändert werden:

20 gez um einen Trinkwasserbrunnen

30 gez um einen Bewässerungsbrunnen

250 gez um eine Quelle oder einen Ghanat auf hartem Grund

500 gez um eine Quelle oder einen Ghanat auf weichem Grund

(1 gez ist etwa 1 m)

Besondere Reglungen bestehen in Bezug auf die Unveräußerlichkeit für den ‚Vaqf‘, den Besitz auf frommen Stiftungen und den Nutzungsrechten religiöser Institutionen, die den Rechtsnormen der Shari’a unterliegen.

Tafel 7, Abbildungen 3 und 4: Bewässerungssysteme: Flussoase und Brunnen

Tafel 8, Karte 8: Fars Bewässerungssysteme

Tafel 9, Abbildungen 5, 6 und 7: Bewässerungsanlagen

Tafel 10, Übersicht 1: Bewässerungstechniken

2.5 Anbauprodukte in Fars

Traditionell ist der Getreideanbau von Weizen und Gerste. In den Oasen mit intensiver Bewässerung findet man Baumkulturen (Fruchtbäume), südlich der Palmengrenze ist die Dattelpalme vorherrschend58. Wo es die natürlichen Bedingungen erlauben, treten Sonderkulturen hinzu, bei genügendem Wasserangebot z.B. Baumwolle59 und Tabak, in Flussbereichen (z.B. Firuzabad) Reis. Zur Versorgung der Städte befinden sich in Stadtnähe (den bekannten Regeln entsprechend) Gemüsekulturen, z.B. Tomaten, Kartoffeln, bei Abadeh Zwiebeln.

In den Handlagen des nördlichen Shiraz-Beckens wird Wein angebaut. Der Wein von Shiraz ist in der Welt als wohlschmeckendes, aber mengenmäßig seltenes Produkt bekannt. In Shiraz findet man Gartenbaubetriebe, die sich speziell auf Rosenzucht und Rosenölproduktion beschränken60.

Über die quantitative und wertmäßige Verteilung der Anbauprodukte in Fars gibt es keine genauen Übersichten. Angaben, die im Rahmen dieser Arbeit vorgelegt werden, beruhen auf mündlichen Aussagen im Landwirtschaftsamt Shiraz, im Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad du auf eigenen Kartierungen.

In einer Tabelle sollen diese Ergebnisse zusammengestellt werden61.

Tafel 11, Karte 9,

Technische Entwicklungen bringen einige Verschiebungen in der Anbaustruktur mit sich. Die Verbesserung der Bewässerungsmöglichkeiten fördert Baumkulturen, sowie Gemüse- und Tomatenanbau. Die in Fars errichteten Zuckerfabriken bedingen seit einigen Jahren den Zuckerrübenanbau auf großen Flächen nördliche und nordwestlich des Kazerun-Beckens bis hin zu den Hochflächen.

Von besonderer Bedeutung für die Opiumsüchtigen sind die in Fars konzentrierten Mohnanbauflächen. Diese Areale unterliegen strengster gesetzlicher Kontrolle, sind auf Staatsgüter beschränkt und werden in der Statistik nicht ausgewiesen. Im Vergleich zu anderen Gebieten des Iran fällt der Produktreichtum in Fars auf.

Im Großen und Ganzen gesehen kann man Fars, obwohl große Flächen zwangsbewässert werden müssen, als ein landwirtschaftliches Gunstgebiet ansehen.

In den heißen Regionen wird auf der Grundlage der Oasenwirtschaft Agrumenanbau betrieben, so z.B. in der Küstenebene von Busher und Boradzjan.

Im Iran oder auch in Fars gibt es kein Produkt, das landschaftsprägend wirken könnte. Daneben gibt es im Rahmen der recht primitiven landwirtschaftlichen Situation im Iran auch keine Produkte mit speziell erforderlichem Aufwand. Nicht berücksichtigt oder zum Vergleich herangezogen wurde dabei die Produktionssituation der iranischen Nordprovinzen mit ihren extraordinären klimatischen Verhältnissen.

Einzelne Produkte der Landwirtschaft und ihre Anbaugebiete62

- Produktionsentwicklung der letzten Jahre -

Zu 2,5: Tabellen

Produkt

Produktion (Iran) in Tsd,t.

Anbaugebiete vor allem:

1962/63

1965/66

1967/68

Weizen

2355

3648

4600

Bes. Azerbeidjan, Kopet Dagh, Zagros

Zuckerrüben

860

1411

2857

Azerbeidjan, Fars, Ghom, Esfahan etc.

Gerste

765

935

-

Überall, Weizen-
anbau begleitend

Reis

567

681

818

Kaspiküste, Rezaijeh, Khuzistan

Baumwolle

304

417

337

Nordiran, Fars, Kopet Dagh

Tee

47

50

-

Gilan, Mazanderan

Baumwolle ist ein wichtiges Exportgut, jedoch vom Kapselwurm gefährdet (1966: 33% Ertragsminderung!):*

Jahr

Produktion

Export

Verbrauch

1956/57

70000t

38512t

41488t

1965/66

151939t

96961t

54978t

Vereinsbank, (17), a.a.O., p.22

 

Anbauprodukte von Fars 1969/70*

Produkt

Fläche in ha

Ertrag in t

Anbaugebiet

Weizen z.T. bewässert

539409

150000

Überall

Gerste

230175

65000

Lar, Busher, Abadeh, Fasa

Zuckerrüben, nur bewässert

17416

387475

Eghlid, Marvdasht, Kover, Mamasani

Baumwolle

24000 (Schädlings-
befall!)

37000

Darab, Shiraz, Fasa

Reis

12300

36515

Marvdasht, Mamasani, Korban, Khaftarak, Firuzabad

Tabak

323

543

Jarom, Lar, Sarvestan, Kazerun

Gemüse marktorientiert

1566

9885

z.B. Shiraz

Zwiebeln

526

4700

Abango, Abadeh

Kartoffeln

1474

5509

Marvdasht, Eghlid, Abadeh, Shiraz

*  Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (192), a.a.O., unveröffentl.

 

Baumkulturen

Fläche in ha

Baumzahl

Anbaugebiet

Orangen

2374

982840

Küstenebene, Derab, Jarom, Fasa

Äpfel, Birnen usw.

1948

653399

Überall

Dattelpalmen

14727

1917290

Djarom, Fasa, Kazerun, Darab, Küstenebene

Feigen, Granatäpfel

4681

1310500

überall

Die Erträge schwanken von Jahr zu Jahr, besonders durch die wechselnde klimatische Situation der einzelnen Jahre, erheblich.

Dazu ein Vergleich:

s.o.

Weizen

Gerste

1968/69

539409ha

321634t

230175ha

170070t

1969/70

539409ha

150000t

230175ha

65000t

Zur Erläuterung der schwankenden Erträge ein Niederschlagsvergleich

Ort

Niederschläge in mm

 

Ort

Niederschläge in mm

1968/69

1969/70

1968/69

1969/70

Mamasani

847,4

529,0

 

Djarom

354,6

288,6

Kazerun

476,7

288,6

 

Lar

323,0

101,0

Firuzabad

451,5

251,0

 

Darab

250,6

205,5

Shiraz

417,9

209,6

 

Abadeh

228,0

78,0

Fasa

362,1

181,1

 

 

 

 

Tafel 11, Karte 9: Fars. Anbauprodukte

Tafel 12, Abbildungen 8 und 9: Kulturpflanzen: Dattelpalme und Baumwolle

2.6 Landwirtschaftliche Regionen in Fars

Im anschließenden speziellen Teil sollen einige Regionen exemplarisch analysiert werden. Zuvor sei hier jedoch ein Überblick über die Agrarregionen gegeben.

Eine Agrarlandschaft ist ein Begriff, der sich aus einer komplexen Anzahl einzelner Faktoren zusammensetzt. Die naturgeographischen Bedingungsfaktoren, die die Strukturen der landwirtschaftlichen Nutzung vorprägen, sind schon weiter oben behandelt worden. Daneben wurde auch schon versucht, ihre systemtheoretische Bedeutung zu charakterisieren.

Es bleibt zu untersuchen, inwieweit die kulturlandschaftlichen Faktoren, Anbauflächen, Anbautechniken und Anbauprodukte das naturgeographisch gewonnene Bild modifizieren und ergänzen.

Wie aus den bisherigen Analysen hervorging, war das Charakteristikum in Fars die Gliederung in Beckenlandschaften und Gebirgszüge. Dazu kommen als weitere, randlich berührte geographische Einheiten die Küstenebene und der nordöstliche Übergang zu den Hochflächen.

Diese Struktur spiegelt sich ohne große Veränderungen in den landwirtschaftlichen Karten wieder, denn nur die Becken und Tallandschaften werden landwirtschaftlich genutzt65.

Die Nutzung reicht, manchmal durch versalzene Gebiete oder Schotterareale unterbrochen, bis an den Hangfuss. Die dichteste Nutzung findet sich zur Beckenmitte hin, wobei natürlich die versalzenen Gebiete ausgespart bleiben müssen.

Deutlich unterscheiden sich auch die flussbewässerten Regionen (Pulvar Rud, Kur Rud/Marvdasht, Mond Rud Gebiet/Firuzabad), die durch langgestreckte Bewässerungsbereiche, mit vorherrschendem Getreide- und Rübenanbau, gekennzeichnet sind, von den endoreischen entwässerten Becken, die sich durch eine Häufung der Sonderkulturen und eine größere Siedlungsdichte auszeichnen. Bedingt wird letzteres durch die hydrologische Situation dieser Gebiete, die den schnellen Abfluss der winterlichen Regen verhindert, die Grundwasserverhältnisse verbessert und so eine höher entwickelte wassertechnische Ausstattung der Landwirtschaft ermöglicht. Hier findet sich die höchste Brunnendichte, das Gros der Ghanate und die seit alters her entwickelten Bewässerungssysteme, während die Entwicklung in den Flussbereichen durch die unregelmäßige Wasserführung und den instabilen Flussverläufen stark behindert wurde. Eine Möglichkeit der Verbesserung in diesen Bereichen ist durch den Bau von Staudämmen gegeben.

Zu den kleinen Becken gehört das von Shiraz, welches am Dariache e Maharlu in das Sarvestan-Becken übergeht und sich durch teilweise marktorientierte Produktenauswahl (Wein, Gemüse, Tabak, Baumwolle, Zuckerrüben, Tomaten, Kartoffeln etc.) auszeichnet. In geringerem Maße gilt dies auch für die Hochbecken von Ardekan und Eghlid und dem zentralen Teil des Kazerun-Beckens. Die höchste produktmäßige Spezifizierung einer z.T. flussbewässerten Beckenlandschaft findet sich in Firuzabad. In den großen Fluss- und Hochflächenbecken wird weitflächiger Getreide- und Zuckerrübenanbau bevorzugt. Die naturgeographische Gliederung wiederspiegelnd finden sich in den südwestlichen Becken des Zagrosabfalles eine Sonderform der landwirtschaftlichen Nutzung, die engbegrenzte, flussbewässerte Tal-Palmoase. Durch die Reliefgegebenheiten und die ungünstige hydrologische Situation sind diese Oasen in ihrer Ausdehnung eingeschränkt du vom Markt abgeschnitten. Ebenfalls zur Selbstversorgung tendieren die Palmoasen der Küstenebene, in denen der klimatischen Situation entsprechend, neben den üblichen Fruchtbäumen auch Agrumen zu finden sind. Auch diese Oasen bevorzugen eine Flussbewässerung der aus dem Zagros kommenden intermittierenden Flüsse, kennen jedoch auch Brunnen und am Bergfuss Ghanate.

3. Die Kulturlandschaftlichen Regionen in Beispielen

3.1 Die ländliche Siedlung Eghlid

3.11 Lage und Größe

1966 lebten 61% der Bevölkerung in ländlichen Bereichen. Das war gegenüber 1956 ein Abstieg von 12%. Am Bevölkerungszuwachs gemessen, erhöhte sich die ländliche Bevölkerung um 18%, die der Stadtbevölkerung jedoch um 80%66.

Eine vermittelnde Stellung zwischen ländlichen und städtischen Strukturen nehmen kleine Landstädte wie Eghlid, Ardekan oder Firuzabad ein. In ihrer Entwicklung nicht ganz so weit zurück wie die oft nur von wenigen hundert Einwohnern bewohnten ländlichen Kleinstsiedlungen, haben sie sich doch bis heute traditionelle Strukturen von Siedlungsform und Sozialstruktur bewahrt. Gewisse Entwicklungslinien und Problemstellungen, die für den Iran in Zukunft steigende Bedeutung erlangen werden, lassen sich an diesen Orten exemplarisch aufzeigen. Ein Beispiel ist dabei Eghlid.

Eghlid, 14332 Einwohner, liegt im Sharestan Abadeh, im Norden des Untersuchungsgebietes. Umschlossen wird es von einigen Höhenzügen, zu denen im Süden der mächtige Kuh e Bul gehört. Nach Norden hin verbindet ein flaches Tal das Becken von Eghlid mit den nördlichen Hochflächen (Esfahan-Yezd-Becken). Durch dieses Tal führt eine Schotterstraße, die bei Surmagh auf die Fernverkehrsstraße Teheran-Esfahan-Shiraz trifft.

Eghlid gehört zu den alten Siedlungskernen am Nordrand des Zagros (eine alte Moschee zeugt davon) und ist zusammengewachsen aus mehreren hintereinanderliegenden Siedlungen. Eghlid ist Zentrum der Region Charhardangeh und mit zentralen Funktionen (Schulen, Verwaltung, Polizeiposten etc.) ausgestattet67. Dennoch lässt es sich seiner Wirtschaftsstruktur nach dem ländlichen Bereich zuordnen.

Tafel 13, Karte 10: Eghlid

3.12 Soziale Differenzierung und Bildungswesen

Die Sozialordnung Eghlids als einer ländlichen Siedlung mit erheblicher „kultureller Verspätung“, spiegelt feudalistische Strukturen vergangener Jahrhunderte wieder. Deutlich ist die strikte Trennung der armen und der reicheren Bevölkerung, zu sozialen Konflikten scheint es aber bisher wegen des fehlenden Reflexionsvermögens kaum gekommen zu sein.

Auch nach der Agrarreform verteilt sich der materielle Besitz und die sozialen Chancen nur auf wenige Familien, während der weitaus größere Bevölkerungsteil wenig Möglichkeiten hat, seine materiell triste Lage zu verbessern. Dennoch ist die Gesellschaftsstruktur nicht kapitalistisch, sondern eher vorkapitalistisch feudal.

Weit entwickelte Rechtssysteme von Pacht und Teilbesitz regelten bis vor kurzem ausschließlich die Anbauverhältnisse. Im Vordergrund stand dabei das islamische Recht persischer Prägung, insbesondere die recht komplizierten Wasser- und Nutzungsrechte68.

Die sozialen Verhältnisse des Industriezeitalters mit unmittelbarer kapitalistischer Ausbeutung wie sie in den großen Städten des Iran zu finden sind, haben Eghlid noch kaum berührt. Das Denken der vornehmlich landwirtschaftlichen Bevölkerung ist noch größtenteils familienorientiert, nicht aber auf Beruf und Einkommen gerichtet.

Die sichtliche soziale Stagnation Eghlids steht nicht allein. Wohl die meisten, wenn nicht alle kleineren Landstädte und Dörfer im Iran weisen diese Symptome auf. Die Abgeschlossenheit vom Durchgangsverkehr fördert noch diese Isolation.

Der Auseinandersetzung der selbst noch in feudalen Vorstellungen verhafteten, kapitalistisch orientierten Regierung des Iran mit diesen traditionellen Strukturen ist auch die Problematik des Bildungswesens zugeordnet. In Eghlid finden sich einige bemerkenswerte Ansätze zur Hebung des Bildungsniveaus. Die allgemeine Schulpflicht kann seit einigen Jahren durchgeführt werden, acht Volksschulen und ein Doppelgymnasium, sowie eine eigene Schulverwaltung („Kulturhaus“) sind die zur Verfügung stehenden Bildungseinrichtungen. Dennoch sieht die Bildungsstatistik bislang noch nicht sehr rosig aus69.

Eine Tabelle über die verschiedenen Stufen des Schulbesuches in Eghlid soll die Bildungsstruktur noch verdeutlichen70.

Gerade die Oberschichten in Eghlid, wie auch in anderen Orten, verhindern eine großzügigere Umstrukturierung der sozialen Verhältnisse. In diesen Kreisen ist auch noch eine strenge islamische Frömmigkeit zu finden, von der sich die jüngere Generation immer mehr abwendet. Meist äußert sich dieses Abwenden von der Tradition jedoch nicht als direkte Kritik an den sozialen Zuständen, sondern im Verlassen des Ortes, um ein Leben in der Großstadt (Shiraz oder Teheran) oder gar im Ausland zu führen. Im Ort selbst finden sich bemerkenswerte Hinweise auf eine „schizophrene“ Verhaltensweise, die die traditionellen Gebote in Gegenwart Älterer zu respektieren vorgibt, im Verkehr mit Gleichaltrigen jedoch kein Interesse mehr daran zeigt.

Verstärkt wird eine gewisse „kulturelle Inzucht“ durch die immer noch vorherrschende, herkunftsmäßige Homogenität der Bevölkerung, was eine Tabelle veranschaulichen soll71.

So erstaunlich ist dieses „Phänomen“ aber gar nicht, denn man bedenke nur: Wer zieht schon freiwillig aus einer Stadt nach Eghlid, mit all seinen Mängeln an zivilisatorischen Bequemlichkeiten, seiner hygienischen Rückständigkeit und den tiefeingefahrenen Gleisen seines sozialen Lebens?

Tafel 14, Abbildungen 10 und 11: Eghlid

Tafel 15, Übersicht 2: Abadeh/Shahrestan – Eghlid/City

3.13 Siedlungsform

Es bleibt nun zu untersuchen, inwieweit sich die eben genannten Fakten in den räumlichen Beziehungen des Ortes in seiner Siedlungs- und Anbaustruktur wiederspiegeln. Dazu kommen noch die Einschränkungen, die die naturgeographischen Wirkungsfaktoren für die Entwicklung des Ortes bedeuten.

Eghlid liegt in einer durch steinige Hügel begrenzten Tallandschaft, die den Ausgang eines kleinen Beckens am Fuße des Kuh e Bul bildet. Die Höhenlage von fast 2000m bedingt eine gewisse klimatische Ungunst durch strenge, frostgefährdete Winter, und die Abgeschlossenheit vermindert die Niederschlagsmenge, so dass der überwiegende Teil des Kulturlandes bewässert werden muss. Dazu dienen in Eghlid kleinere Flüsse, die von Quellen gespeist werden. Für die Siedlung sind diese in Stein gefassten Flussverläufe von besonderer Wichtigkeit, da der Stadt eine moderne Wasserversorgung fehlt. Trink- und Nutzwasser werden diesen Wasserlinien entnommen, die quer durch die Grundstücke führen. In ihrem weiteren Verlauf durch den Ort werden sie mit Schmutz- und Sinkstoffen angereichert und auf die Felder zur Bewässerung geleitet.

Eghlid zerfällt in einige voneinander getrennte Siedlungskerne72. Das Zentrum liegt im westlichen Teil, in dem sich das Viertel der Geschäftsleute und Handwerker, die Moschee, das Rathaus und sonstige öffentliche Einrichtungen wie Banken und Kulturhaus befinden. Deutlich gliedert sich der Ort in zwei Teile, im Süden die Wohnhäuser der sozial und wirtschaftlich besser gestellten Einwohner, nach Norden hin die der ärmeren. Weiter außerhalb liegende Siedlungsflecken zeige noch ein zusätzliches soziales Gefälle an. Die Sozialstruktur spiegelt sich somit in der Siedlungsstruktur wieder. Die Verbindungsachse stellt eine erst vor kurzem durchgebrochene und verbreiterte, aber noch nicht asphaltierte Straße dar73.

Stolz sind die Bewohner darauf, dass ein Teil der Siedlung aus festen Steinhäusern besteht, während die umliegenden Orte ausschließlich aus flachen Lehmziegelbauten bestehen. Besonders die finanziell besser gestellten Einwohner besitzen Häuser, die nach lokalen Maßstäben aufwendig und komfortabel sind. Dass ihnen Komfort im westlichen Sinne jedoch völlig fehlt, sei nur am Rande bemerkt. Elektrizität ist in Eghlid vorhanden, sanitäre Einrichtungen haben sich bisher noch nicht durchsetzen können.

Viel Geschmack und Mühe verwenden die Einwohner bei der Gestaltung ihrer Gärten, die die Innenhöfe ihrer Häuser ausfüllen. Manche Kargheit der Innenräume wird durch den Baum- und Blumenreichtum des Gartens aufgewogen. Erstaunlich ist immer wieder die Diskrepanz der nach außen gerichteten, fensterlosen Hausfronten, die ohne jeden architektonischen Schmuck sind und den gepflegten Innenbereich.

Ein architektonisches Hauptmerkmal ist der sich zum Hof hin öffnende Livan der Steinhäuser, eine typisch persische Bauform74. Die schönsten Beispiele dazu findet man in den persischen Moscheen.

3.14 Zuordnung und Entwicklung des landwirtschaftlichen Umlandes

Wie schon erwähnt, ist das landwirtschaftliche Areal von Eghlid nicht besonders bevorzugt. Schwere naturgeographische Handicaps beeinträchtigen die Anbaumöglichkeiten. Zu der klimatischen Ungunst treten verarmte, steinige Böden, meist vom Typ der kalkhaltigen Gebirgsböden, Braunerden und kastanienfarbene Böden75. Die Nutzungsmöglichkeiten dieser Böden stuft Dewan als mäßig bis engbegrenzt ein, mit der Einschränkung „Begrenzung abhängig vom zerschnittenen Relief, der Bedeckungsmächtigkeit und dem unterschiedlichen Wasserdefizit“76.

Das Klima bedingt eine Bewässerung, die im Gebiet von Eghlid mit Hilfe natürlicher Quellen durchgeführt werden kann, eine der wenigen Erleichterungen, die die Landwirtschaft in diesem Raum in Anspruch nehmen kann. Aber schon weiter östlich zur Adabeh-Surmagh-Ebene hin finden sich die ersten aufwendigen Ghanatsysteme77. Der Anbau auf Regenverdacht in diesem Gebiet ist spärlich und risikoreich. Bevorzugt wurde in der Umgebung von Eghlid bislang der Gersteanbau und der Wechselfeldbau von Kartoffeln und Weizen. Eingeengt wird das landwirtschaftliche Areal durch die Geröllfelder und das zutage tretende Gestein der umliegenden Hügel. Nur in den eigentlichen alluvialen Ebenen finden sich Nutzungsmöglichkeiten.

Der größte Teil des Landes gehörte einigen wenigen reichen Familien. Erst die vor kurzem durchgeführte Landreform streute den Besitz etwas weiter.

Nach persischer Tradition hat Landbesitz jedoch eine andere Bedeutung als in den westlichen Ländern. Der Erwerb aus der Landwirtschaft verteilt sich anteilmäßig sowohl auf den nominellen Besitzer des Landes, als auch auf den Halter der Wasserrechte, dem Besitzer der Gespanne bzw. heute der Maschinen und auf den Landarbeiter. In den nördlichen Regionen des Iran kommen dazu noch die komplizierten Systeme mit Zwischen- und Unterpächtern, ganz im Sinne der alten Feudalstruktur.

Die Anbauform und –methode in Eghlid: primitiv, alte Holzpflüge werden auch heute noch benutzt, ebenso verschiedene primitive Dreschgeräte78. Bei der Bewässerung wird die temporäre Furchenbewässerung bevorzugt. Die Wasserverteilung wird an steinern Wassertrennern vorgenommen und im weiteren Verlauf durch Umlenkung mittels kleiner Nebenwälle. Über die Nachteile dieser Bewässerungsform wurde schon weiter oben gesprochen.

Seitdem in Eghlid eine Zuckerfabrik gebaut worden ist, ist eine Umstrukturierung der Anbauprodukte zu beobachten. Weite Flächen werden nun dem Zuckerrübenanbau zur Verfügung gestellt. Sortenwahl und Wachstumsqualität sind wenig entwickelt und rückständig79.

Die Zuckerfabrik, die privat, mit staatlicher Unterstützung errichtet worden ist, wurde von der BMA (Braunschweigische Maschinenbauanstalt) gebaut. In der Anlaufphase waren etwa dreißig deutsche Techniker an diesem Werk beschäftigt. Dies hat natürlich nicht nur Folgen für die Anbaustruktur des Raumes, sondern auch für das Selbstverständnis und die Tradition Eghlids. Fleiß und Geschick der im Ort angeworbenen Arbeiter und Hilfskräfte wurde von der Firmenleitung besonders gelobt. Für die Beschäftigungsstruktur des bisher nur dem unmittelbar landwirtschaftlichen Anbaues zugeordneten Bevölkerungsteiles, bedeutet die Anstellung in der Zuckerfabrik sowohl die Möglichkeit einer ersten technischen Ausbildung, als auch eine Veränderung des sozialen Status, deren Bedeutung erst die Zukunft erweisen wird. Sicherlich wird die Arbeit der Zuckerfabrik direkt oder indirekt zur Auflösung der geschilderten traditionellen Sozialstrukturen führen.

Eghlid ist dabei kein Einzelfall, da bislang die Errichtung der Zuckerfabriken in den Regionen potentiellen Rübenanbaues (Fars und Teheran) zu den vordringlichen Projekten der Planungsbehörden gehörte. Erst nachdem die Privatwirtschaft die Chancen der Zuckerindustrie wahrzunehmen beginnt, zieht der Staat, der auch Entwicklungsgelder in diese Projekte gesteckt hat, sein Engagement aus diesem Wirtschaftszweig zurück.

Fars ist ein Zentrum der Rübenzuckerherstellung geworden. Neue Zuckerfabriken finden sich außer in Eghlid noch in Shiraz, Kovar und Marvdasht, wo sich auch noch eine Kunstdüngerfabrik befindet.

Die Zuckerfabrik in Eghlid sind auch weite Anbauflächen im südwestlich des Kuh e Bul befindlichen Tales des Pulvar Rud zugeordnet80. Diese weiten Alluvialflächen um Ab Barik und Khushk e Zard waren ursprünglich nomadisches Weidegelände, das heute unter Staatsregie gestellt worden ist.

Wegen der notwendig werdenden LKW-Verbindungen zur Zuckerfabrik wurden die Pisten sowohl von Eghlid zur Fernverkehrsstraße bei Surmagh, als auch in die zuletzt beschriebene Richtung nach Aliabad, Ab Barik, Aspas neu trassiert und geschottert. Auch die in diesem Zuge befindliche Durchbruchstraße durch den Ort Eghlid, die zu tiefgreifenden baulichen Veränderungen geführt hat, gehört zu den Erneuerungsprojekten im Rahmen der Errichtung der Zuckerfabrik.

Der Selbstversorgung dienen die siedlungsnahen, bewässerten Flächen mit Obstbäumen, Tomaten, Gemüse und lokalem Getreideanbau. Die Viehhaltung ist auch hier weitgehend von der Landwirtschaft getrennt und wird vorzugsweise von Nomaden, den schon erwähnten turkstämmigen Ghasghai durchgeführt. In früheren Jahren gab es zeitweilig Konflikte zwischen den „jenseits der Berge wohnenden“ Ghasghai und der sesshaften Bevölkerung. Heute sehen auch die Nomaden in Eghlid und anderen Orten willkommene Markt- und Absatzorte für ihre tierischen Produkte (Schaffleisch, Felle etc.).

Die Viehhaltung der Ansässigen beschränkt sich auf Nutzvieh, wie Esel, Rind und einige Ziegen für den Milchbedarf.

Tafel 16, Abbildungen 12 und 13: Umland von Eghlid

3.15 Teppichknüpferei und landwirtschaftliche Armut

Aus den vorangegangenen Abschnitten ist zu ersehen, dass die Armut der prägende soziale Faktor im Leben Eghlids und vieler kleiner Landorte in Fars ist.

Trotz der extensiven Bewirtschaftung des Bodens werden im Durchschnitt pro 100ha bebauter Fläche 20 Arbeitskräfte „beschäftigt“. Das führt zu einem großen Überhang an Arbeitszeit und Arbeitskapazität, die auf dem Felde nicht verwertet werden können. Es bedeutet weiterhin, dass die tägliche Arbeitszeit Vieler nur minimal ist. So liegt es nahe, dass zur Landwirtschaft ein Nebenjob hinzutritt. Bevorzugt wird dabei die Teppichknüpferei.

In einer Arbeit des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad werden sechs Schwerpunkte der Teppicherzeugung in Fars festgestellt81: Abdeh, Bidjer, Ramdjer, Marvdasht, Sarvestan und Firuzabad. Technisch am weitesten entwickelt ist die Knüpferei in Firuzabad. Zum größten Teil werden die Teppiche für den Eigenbedarf bzw. für den Bedarf des Wohnortes von Shiraz auf einen größeren Markt. Insgesamt existieren in diesem Gebiet 13007 teppicherzeugende Betriebe, die zu 81,2% als Nebenerwerbszweig landwirtschaftlicher Betriebe und zu 18,8% als selbstständiges, städtisches Gewerbe klassifiziert worden sind.

Bei einer nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Stichprobe von 54 Knüpfereibetrieben ergab sich folgende Gesamtrohertragsstruktur: 50,6% Bodennutzung, 16,2% Viehhaltung, 32,2% Teppichproduktion. In von der Natur aus benachteiligten Gebieten, wie der Raum Abadeh, wird im Durchschnitt ca. 50% des Betriebseinkommens aus der Teppichproduktion erwirtschaftet.

Festgestellt wurde ferner, dass die Qualität der Landteppiche in Fars noch nicht zufriedenstellend ist, so dass weitere Aufwendungen für eine Modernisierung der Betriebe wertvoll wäre. Hingewiesen wird dabei auf die seit einiger Zeit bestehende staatliche Teppichorganisation, die durch Gewährung kurzfristiger Kredite, Beratung, Schaffung genossenschaftlicher Organisation für den Einkauf des Rohmaterials und den Verkauf der Teppiche versucht, das Einkommen zu erhöhen.

„Während z.Zt. im Durchschnitt aller Betriebe der Reinverdienst je qm Teppich bei ca. 15,- DM liegt, wäre es möglich, mit relativ geringer Umstellung in der Produktionstechnik, sowie Durchführung der oben genannten Maßnahmen, den Verdienst um mindestens das Dreifache zu steigern“82.

Neben diesen sogenannten Landteppichen existieren qualitativ zufriedenstellende Teppichknüpfereien bei den Nomaden, den Ghasghai. Diese Teppiche werden ebenso dem Export zugeführt wie manche der Landteppiche, soweit es sich um gute Exemplare handelt.

Zu den Teppichknüpfereien noch eine abschließende Statistik83. Nach Unterlagen des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad gibt es in Fars folgende Anzahlen von Teppichknüpfereien ländlichen (l) bzw. staatlichen (s) Types:

Region

Teppichknüpfereien vom

ländlichen Typ

Städtischen Typ

Shiraz
(mit Marvdasht, Randjet, Bejzar, Sarvesta)

5837

1084

Mamasani

1664

2

Abadeh/Eghlid

4379

1355

Djarab

978

425

Niriz

617

36

Fasa

558

179

Djarom

452

64

Lar

weniger als 5

-

Kazerun

weniger als 5

-

Um einen Zusammenhang der Teppichknüpferei mit den landwirtschaftlichen Ertragsverhältnissen herzustellen, sei auf die bereits erwähnte Untersuchung des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad hingewiesen84. Es wurden dabei 54 repräsentative Betriebe in der Provinz Fars eingehender analysiert. Aus dem Ergebnis sei folgende Tabelle zusammengestellt:

Roherträge einer repräsentativen Auswahl landwirtschaftlicher Betriebe in Fars (in Rial)

Region

Erträge aus:

Bodennutzung

Viehhaltung

Teppichknüpferei

Abadeh/Eghlid

21917

30792

50082

Beja/Ramdjed

54610

10143

10286

Marvdasht

33642

5006

15860

Sarvestan

69308

22849

38756

Firuzabad

62456

17453

43412

1000 Rial (= 100 Tuman) entspricht etwa 48 DM

Die besondere Struktur der Region Abadeh/Eghlid, deren landwirtschaftliche Produktion gering ist, wird an dem Verhältnis der Roherträge aus Boden und Viehhaltung zur Teppichknüpferei deutlich, da hier die Teppichherstellung tatsächlich die zusätzliche Existenzsicherung übernommen hat.

3.2 Der Raum Shiraz. Entwicklung der Stadt-Land-Beziehungen

3.21 Naturgeographische Situation

Shiraz liegt in einem Becken in Zentralfars in einer Höhe von etwa 1500m, umgeben von Bergen, die das Becken noch einmal um ca. 1000m überragen. Dieses Becken ist über die Fläche des Dariacheh e Maharlu mit dem von Sarvestan verbunden und weiter südlich mit dem von Kovar. Die klimatische Situation von Shiraz ist für die Lebensumstände des Menschen recht günstig. Durch die Höhenlage werden die Temperaturen gedrückt, so dass Frost und Schneefälle im Winter keine Seltenheit sind und die Niederschläge geringfügig erhöht werden. Die Verkehrswege, die Shiraz mit anderen Städten verbinden verlaufen nord-südlich bzw. nordost-südwestlich und müssen daher in Ketten des Zagros überqueren. Diese etwas abgeschlossene Lage hat eine geschichtliche Kontinuität der Stadt hervorgerufen, obwohl auch hier Zerstörung durch Kriege und Erdbeben und die Dezimierung der Bevölkerung durch Seuchen eine wichtige Rolle in der Stadtentwicklung gespielt haben. Aufgrund seiner zentralen Lage ist Shiraz der unbestrittene Hauptort der Provinz Fars seit alters her ein geistiges Zentrum85. Zudem ist Shiraz ein beliebtes Wohngebiet geworden. Wirtschaftlich steht die Region Shiraz noch im Schatten des westlichen Erdölrevieres von Khuzistan und des näher zu internationalen Verkehrslinien gelegenen Industriegebietes von Esfahan-Ghom-Teheran.

3.22 Die landwirtschaftliche Situation des Shiraz-Beckens und seine Entwicklungsmöglichkeiten

Shiraz liegt am Rande des Gebietes mit Zwangsbewässerung. Extensive Randgebiete mit Anbau auf Regenverdacht spielen wirtschaftlich keine besondere Rolle, man ist auf die Bewässerungswirtschaft angewiesen. Die hydrologischen Verhältnisse sind dabei nicht ungünstig.

Drei Wissenschaftler des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad, Bahrani, Shooshtarian und Haeri haben eine Studie über die Wasserressourcen und die Wassernutzung im Shiraz-Becken erstellt. Aus ihrer Untersuchung sollen einige Fakten herausgezogen werden86.

Zur Verfügung steht eine durchschnittliche Wassermenge p.a. von 298mm (es gibt auch noch andere Zahlen!) bei einer Spannweite der Maximal- und Minimaltemperaturen von 26° bis 3°C. In diesem Bereich liegen 89 Dörfer mit einer tatsächlich genutzten landwirtschaftlichen Fläche von 10000ha. Zur Verfügung stehen nach Lage des Geländes weitere 20000ha nutzbares Land. Eine besondere Bedeutung haben die großen Flächen, die unter ein- oder zweijähriger Brache stehen. Einige Flächen werden für das dry-farming ausgezeichnet, was aber wohl mehr eine Umschreibung des Anbaues auf Regenverdacht darstellt. Angebaut werden vorwiegend Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Luzerne, Hülsenfrüchte, Baumwolle, Reis, Melonen, Gemüse und in Siedlungsnähe gibt es größere Areale mit Fruchtbäumen. Als Sonderkulturen findet man am Gebirgshang im Norden und Nordwesten Weinanbau. In den stadtnahen Gebieten werden weite Areale als Schmuck- und Nutzgärten genutzt, bei denen die Rosenzucht im Vordergrund steht. Alle diese Kulturen benötigen eine Bewässerung über die angebotene Regenmenge hinaus, besonders, da die mehrmonatige Trockenzeit in Shiraz extreme Trockenheitsgrade verursacht. Was steht an sonstigen Wasserressourcen zur Verfügung?

Da sind zunächst einige kleinere Flüsse, die in ihrem gesamten Verlauf nur in der feuchten Zeit durchflossen werden und sonst, aus Quellen gespeist, nur über kurze Strecken Wasser führen, um dann wieder zu versickern.

Zum anderen gibt es eine hohe Anzahl von Ghanaten, die am Hangfuss unterhalb der Schotteroberfläche des Beckenglacis Grund-, Sicker- und Quellwässer auffangen. Die Ghanate variieren in ihrer Wasserspende zwischen 10-200 l/sec. Dazu kommen seit 50 Jahren Pumpen, von denen 250 dem Typ der Tief- und Halbtiefbrunnen angehören. Die Bohrtiefe dieser Brunnen schwankt zwischen 20 und 200m und die Wasserspende liegt zwischen 3 und 100 l/sec.

Im Südosten findet man einige artesische Brunnen mit einer durchschnittlichen Spende von 20 l/sec.

Fasst man diese Wasserressourcen einschließlich der Niederschläge zusammen, so kommt man auf eine Wassermenge von 11,7 inch/10 000 ha (kalkuliert auf 97,9mm Jahresniederschlag). Das entspricht für das Shiraz-Becken einer gesamten jährlichen Wasserkapazität von 212,62 Mio. cbm.

Vergleicht man nun, wie im Ansatz schon weiter oben erläutert, die zur Verfügung stehende Wassermenge mit dem Wasserbedarf der Nutzpflanzen, so kommt man zu dem Ergebnis, dass das Wasser im Shiraz-Becken ineffizient genutzt wird. Bezugnehmend auf die oben angegebene Arbeit werden einige Punkte zusammengefasst87.

  1. Die Wasserkapazität im Shiraz-Becken ist mehr als dreimal so hoch wie der durchschnittliche und mehr als zweimal so hoch wie der maximale Wasserbedarf für die jetzt kultivierten Areale.

  2. Viel Wasser geht aus technischen und bewässerungswirtschaftlichen Gründen verloren. Das rührt hauptsächlich von der niedrigen Bewässerungseffizienz der primitiven Bewässerungsmethoden her.

  3. Ausgehend davon, dass in einem guten Irrigationssystem die totale Effizienz um 70% gesteigert werden kann, ist zu schließen, dass es möglich sein müsste, das kultivierte Land um 50%, das sind 5000ha zu vergrößern, ohne dabei schon neue Wasserressourcen in Anspruch nehmen zu müssen.

Eine Tabelle der Landnutzung im Shiraz-Becken aus der selben Quelle soll die augenblickliche Struktur verdeutlichen. Interessant ist dabei, die Wachstumsperiode der Kulturpflanzen zu vergleichen!88

Anbauprodukt

Fläche/%

Fläche/ha

Wachstumsperiode

Getreide

39,0

3890

8 Monate

Hülsenfrüchte

6,0

585

4 Monate

Melonen

10,0

1010

4 Monate

Gemüse

2,0

191

9 Monate

Fruchtbäume

24,0

2390

10 Monate

Zuckerrüben

3,5

355

10 Monate

Reis

6,0

604

7 Monate

Baumwolle

7,0

710

7 Monate

Luzerne (Alfalfa)

2,5

255

12 Monate

Die Region Shiraz zeichnet sich durch Produktionsreichtum und eine gewisse Marktorientierung aus. Die angebauten Pflanzenspezies müssen, wenn sie eine extrem kurze Lebensdauer haben, kälteresistent sein.

Die Intensivierung der Landwirtschaft soll im Raum Shiraz durch eine Verbesserung der Bewässerungssysteme, sowie durch den Ausbau der Verkehrsanbindung vonstattengehen.

Augenblicklich hat jedoch die Entwicklung des Marvdasht-Beckens den Vorrang.

Tafel 17, Karte 11: Becken von Shiraz. Kulturlandschaft

3.23 Shiraz. Beispiel für die Entwicklung städtischer Siedlungen im Iran

Die städtische Siedlungsform hat im Iran keine ähnliche Entwicklung wie in den europäischen Ländern durchgemacht. Der Begriff ‘Stadt‘ bedeutet nicht eine spezielle Rechtskörperschaft, sondern ausschließlich einen größeren Siedlungsbereich mit Wohn- und Geschäftsmöglichkeiten. Dennoch haben einige Städte eine Geschichte, die mehr als tausend Jahre zurückreicht. Wenn man antike Siedlungsstellen hinzunimmt, hat Shush, das ehemalige Susa ein Alter von rund fünftausend Jahren, obwohl von einer städtischen Kontinuität nicht gesprochen werden kann.

Die auch in Europa bekannten Stadt-Land-Differenzen treten im Iran insofern noch verstärkt auf, als sie den Gegensatz der sesshaften Lebensweise zum Nomadismus kennen. Alle Städte im Iran sind von der Auseinandersetzung der Stadtbevölkerung mit den sie umgebenden Nomadenstämmen geprägt, ihren Rivalitäten und Eroberungszügen. Die städtische Kultur hat im Iran nie die Stärke erringen können, die Nomaden zurück zu drängen oder ihrer Machtmittel zu berauben.

Die iranischen Städte waren daher ursprünglich – wie auch Shiraz – verteidigungsbreite Festungen. Dennoch mussten die Städte Eroberung, Zerstörung und Dezimierung wiederholt hinnehmen. Den Zusammenhang zeigt ein Blick auf die Gesetzmäßigkeiten der unruhigen iranischen Geschichte89.

Als ein einladendes Hochland, am Schnittpunkt nord-südlicher und west-östlicher Handels- und Militärstraßen, bot es vielen Völkerschaften Gelegenheit zum Einfall oder Durchmarsch. So war das Land in regelmäßigen Abständen der Eroberung durch meist turkstämmige, nördliche Nomadengruppen ausgesetzt.

  • Sieht man von der arabischen Eroberung einmal ab, handelt es sich um die Eroberungszüge der Mongolen in mehreren Phasen, die Machtübernahme durch den grausamen Timor lang, genannt Tamalan und die Kämpfe der verschiedenen turkmenischen Eroberer wie die Kizel Brash oder die Kara Koyunu.

Die meisten Dynastien in der persischen Geschichte stammen von Nomaden-Khanen ab, die erst nach ihrer gewaltsamen Machtergreifung, die oft Hunderttausenden das Leben kostete, in die persische Kultur assimiliert worden sind. Ihre nomadischen Sozialvorstellungen (Großfamilien, Sippen mit Khanen als Vorsteher) behielten sie auch als Herrscher bei. Bausani bezeichnet daher die iranische Gesellschaft als geprägt vom „Wanderhirtenfeudalismus“90.

Dass diese Sozialverhältnisse mit der sesshaften Lebensweise kaum vereinbar waren, lässt auf die schwierige Lage und die Behinderung der Entwicklungsmöglichkeiten der Städte schließen. So wiederholt sich in der Geschichte der iranischen Stadt ein Zyklus von Zerstörung, Wiederaufbau, kultureller Blüte, Schwächung und erneuter Eroberung. Dass dazu noch Katastrophen, Seuchen oder Erdbeben oft die Bevölkerung ganzer Städte vernichteten, sei nur am Rande bemerkt. Dazwischen kamen Blütezeiten, wenn z.B. die gerade herrschende Dynastie eine Stadt, die entweder ihre Heimatstadt war oder dem Weidegebiet ihrer Schafe nahegelegen war, zur Hauptstadt erhoben hat.

Auch Shiraz machte diese Entwicklung durch. Der Raum von Shiraz war das Kernland des Achämenidenreiches (Persepolis91; Pasargadae), und Siedlungsspuren finden sich aus dieser Zeit auch im Shiraz-Becken. Die eigentliche Entwicklung begann für Shiraz erst mit der arabischen Eroberung, nach der Shiraz ein geistiges Zentrum des Islam wurde. Eine Blüte erlebte die Stadt im Mittelalter zu Lebzeiten der beiden großen Dichter Hafez und Saadi, deren Mausoleen sich in Shiraz befinden92. Durch diese hier lebenden Dichter und Philosophen wurde die Stadt ein geistiges Zentrum ersten Ranges.

Wechselvolle Zeiten des Niederganges wurden erst durch die Wahl von Shiraz zur Hauptstadt der Zand-Prinzen im 18. Jh. beendet. Aus dieser Zeit stammen auch die sichtbarsten stadtprägenden Strukturen vor dem modernen Ausbau der Stadt. Der von den Persern hochgeschätzte Karim Khan Zand, der sich nur als Verwalter der Macht der vorangegangenen Safawiden-Dynastie sah und sich daher, ebenso wie seine Nachfolger nicht zum Shah krönen ließ, sondern als Vakil („Stadthalter“ oder „Regent“) betrachtete, versuchte Shiraz nach dem Vorbild der Safawiden-Metropole Esfahan neu zu gestalten. Einige Architekturprinzipien beim Bau des zentralen Platzes (dem heutigen Regierungsviertel) und der Moschee mit dem angrenzenden Bazar (Madjid e Vakil und Vakil Bazar) entnahm er dem Vorbild des Majdan e Shah in Esfahan, ohne jedoch dessen architektonische Bedeutung erreichen zu können. Trotzdem galten die Bauten der Zand-Zeit als letzte Zeugen der persischen Architektur, bevor sie in die Mittelmäßigkeit eines internationalen Stils zurückfielen.

Durch den ersten Kadjaren, dem grausamen Agha Muhamad Khan (1787-1797) ihrer Hauptstadtfunktion beraubt, verlor das von Agha Muhamad schrecklich zugerichtete Shiraz seine wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.

Erst in neuester Zeit besinnt sich Shiraz seiner alten Traditionen und versucht eine neue Entwicklung zu forcieren. Der Umbau der Stadt in der Regierungszeit von Reza Shah Pahlavi nach damaligen persischen Stil (großzügige Straßendurchbrüche, übergroße Kreisel – angeblich nach Pariser Muster – sowie Regierungsneubauten im Monumentalstil) gab den Anstoß, neue städtebauliche Formen für die wenig entwicklungsfähigen persischen Städte für unser Jahrhundert zu finden.

3.24 Die Gliederung der Stadtregion von Shiraz

Die Altstadt von Shiraz, deren Grenzen sowohl in der Architektur, als auch im Straßennetz sofort deutlich zu erkennen sind, war früher von einem Wall und einem Graben umschlossen93. Sieben Tore stellten die Verbindung zu den umliegenden Orten her. Ein geordnetes Straßennetz fehlte in diesem Bereich, der sich um das von Kraim Khan Zand errichtete Stadtzentrum gruppierte. Ältere Zentren waren die Masdjid e Now und die Shah Cheragh. Bis heute ist die Mehrzahl öffentlicher Einrichtungen in diesem Bereich zu finden. Während des Niederganges im letztem Jahrhundert füllte Shiraz nicht immer den gesamten umschlossenen Bereich aus. Erst in unserem Jahrhundert verschwanden Wall und Graben, Vorstädte lagerten sich an, und ein großer Neustadtbereich im Nordwesten, parallel zum Koshk Rud, wurde erreichtet. Diese Gegend unterschied sich schon rein äußerlich durch ein geregeltes Straßennetz und den mehrstöckigen, der europäischen Architektur nachempfundenen Baustil. Den Anstoß gab das neue Straßennetz, das Anfang der dreißiger Jahr durch die Altstadt gebrochen wurde und in seinen Verlängerungen die Entwicklungsrichtungen von Shiraz bestimmt. Auch der Wall- und Grabenbereich wurde zu einer Ringstraße.

Das alte armenische Viertel und dicht daneben das jüdische Wohngebiet ‚Mahalleh‘ waren soziologisch und früher auch architektonisch von der übrigen Altstadt unterschieden94. Noch heute konzentrieren sich Bürger jüdischen Glaubens in diesem Viertel.

Einige der traditionellen Ordnungsprinzipien der orientalischen Stadt werden deutlich: Gleichartige Bevölkerungsgruppen, durch Beruf, Herkunft oder ihren Glauben zusammen gekommen, wohnen in festumgrenzten Regionen zusammen und unterliegen einem gruppeninternen, bzw. für die verschiedenen Gruppen differenzierten sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Handlungsrahmen.

Ein weiteres Kennzeichen ist die Zusammenfassung der Händler und Handwerker n Bazaren, in denen gleichartige Werk- und Verkaufsstätten lokal zusammengefasst worden sind.

Geschäfte nach europäischem Muster wurden erst im Zuge der neuen Straßendurchbrüche errichtet. Daneben werden aber auch noch Geschäfte im Gebiet der Altstadt eröffnet, die bis heute den zentralen Charakter von Shiraz noch nicht verloren hat. Das Regierungsviertel, auch seine Neubauten, ist konzentriert auf den Bereich des von Karim Khan Zand errichteten Zentrums. Die Außenbezirke, erst in jüngster Zeit gebaut, haben architektonisch und funktional noch wenig Bedeutung für die Stadt Shiraz selbst. Größere Areale, die von Militär und Universität, sind vom öffentlichen Leben weitgehend abgeschlossen und existieren nach altem Muster als abgetrennte Viertel.

Alle diese Züge sind in ihrem Ordnungsprinzipien typisch für die iranische Stadt schlechthin. Clarke beschreibt diese Strukturprinzipien an Hand offizieller Statistiken in seinem Buch ‚The Iranien City of Shiraz‘95. Es würde jedoch zu weit führen, die Darlegungen an dieser Stelle genauer zu erörtern.

Zusammenfassend mag die kulturgeographische Bedeutung von Shiraz folgendermaßen charakterisiert werden:*

Zusammenfassend mag die kulturgeographische Bedeutung von Shiraz folgendermaßen charakterisiert werden:

  1. Für den heutigen Verkehr liegt Shiraz relativ ungünstig. Erst durch den kostspieligen Ausbau der alten Karawanenwege nach Busher und weiter nach Khuzistan kann Shiraz wieder Anschluss an die Wirtschaftsbeziehungen des süd-west-iranischen Erdöl- und Industriegebietes gewinnen. Der zusätzliche Ausbau von Pipelines und elektrischen Transmissionsleitungen ist schon in Angriff genommen worden (Karte 17, Tafel 25).

  2. Seine regionale Bedeutung als Kultur-, Markt- und Verwaltungszentrum für den Bereich der Provinz Fars hat Shiraz nie verloren. Diese Beziehungen verstärken sich mit dem Ausbau der Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen und mit der Verbesserung der Verkehrswege zusehends.

  3. Shiraz ist als kulturelles Zentrum seit der arabischen Zeit im Bewusstsein der Öffentlichkeit geblieben.

  4. Die klimatische Gunst fördert Wohnen und Arbeiten in dieser Stadt und kann einen zusätzlichen Anstoß für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung von Shiraz geben, wenn die Verkehrsverhältnisse verbessert worden sind.

  5. Eine nicht zu übersehende Rolle spielt der Fremdenverkehr, der noch weiter ausgebaut werden kann. Die Nähe zu Esfahan, einem weiteren Touristenzentrum fördert die Anziehungskraft dieses Raumes insgesamt.

  6. Für die Landwirtschaft hat Shiraz zwei Bedeutungen,

    1. als Zentral- und Vermarktungsort einer eigenen landwirtschaftlichen Provinz, die sich durch großstädtischen Charakter, Artenreichtum und Qualität der landwirtschaftlichen Produkte auszeichnet

    2. als Verwaltungs- und Forschungszentrum (zusammen mit Bashgad als fortschrittliches Element landwirtschaftlicher Strukturänderung).

Die Ausrichtung auf Shiraz ist in ganz Fars zu beobachten. Intensität und Qualität der Landwirtschaft, sowie Dichte und bauliche Qualität der Siedlung nehmen in Richtung auf Shiraz hin zu, insbesondere auch orientiert an den bestehenden Straßenverbindungen.

Tafel 18, Abbildungen 14 und 15: Altstadt von Shiraz

Tafel 19, Karte 12: Shiraz

Tafel 20, Abbildungen 16 und 17; Gärten von Shiraz

3.25 Die Randbecken in Fars und das Problem des Nomadismus

Die im vorangegangenen Abschnitt analysierten Beziehungen zu Shiraz prägen auch das Bild der angrenzenden Beckenlandschaften. Wesensmerkmale sind die Abhängigkeit von den räumlichen Kommunikationsmöglichkeiten und die damit verbundene mehr oder weniger große strukturelle Entwicklungsverzögerung.

Die Hauptstraße Shiraz-Esfahan führt hinter den Höhenzügen, nördlich von Shiraz durch das große, verkehrsmäßig gut zu erschließende Becken von Marvdasht. Es ist daher naheliegend, dass gerade in dieser Region weitreichende Entwicklungsprojekte in Angriff genommen worden sind. Vorausgegangen war eine intensive geologisch-hydrologische Bestandsaufnahme, deren Ergebnisse in der vorliegenden Arbeit (Iran. Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad, (190), a.a.O., unveröffentlicht) durch Vermittlung des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad benutzt werden konnten (Cf. Voigt, (46), a.a.O., Profile 1b, Tafel 14; 2d, Tafel 15; 4f, g, h, Tafel 17). Mehrere Einzelprojekte wurden in den letzten Jahren in Angriff genommen:

  1. Aus mehreren kleinen Siedlungen wurde der regional zentrale Ort Marvdasht gebildet.

  2. Der Bau des Darius e Kebir-Staudamms am Kur Rud wurde begonnen und steht kurz vor der Vollendung.

  3. Im Zusammenhang mit diesem Projekt wurde das Takht e Djamshid Irrigation Project forciert.

  4. Eine Zucker- und Düngemittefabrik wurden bei Marvdasht errichtet und sind mit einer „refined products pipeline“ mit Shiraz verbunden. Auch das Ende einer Überlandhochspannungsleitung von Khuzistan über Shiraz liegt im Bereich von Marvdasht. Falls der ‚Darius e Kebir‘ eine Stromerzeugung aufnimmt, wird er auf diese Weise an ein Verbundnetz angeschlossen.

Mit weiterer Entfernung von den Verkehrsverbindungen nimmt die Entwicklungsintensität ab. Noch in der Nähe von Shiraz befinden sich das Grundwasserprospektionsgebiet von Khafr, das in nächster Zeit landwirtschaftlich entwickelt werden soll und das benachbarte Gebiet von Kovar, in dem durch Zuckerfabrik und Pipelineanschluss neue Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen worden sind.

Die weiter entfernt liegenden Becken von Firuzabad, Kazerun und Ardekan sind in ihrer Entwicklung zurückgeblieben. Ansätze zu neuen Entwicklungen finden sich höchstens in einer Anzahl neuer Motorpumpen oder beim B au neuer militärischer Anlagen in Firuzabad, wo Unruhen in der Bevölkerung vor einigen Jahren nach Missernten zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Zentralgewalt geführt hatten. Das Gebiet, seitdem nur noch „Texas“ genannt, wurde „in bewährter Weise befriedet“ und an Stelle von Investitionen, die eine neue Hungersnot hätten vermeiden können, wurden Kasernen errichtet.

Die Gliederung dieser Randbecken entspricht weitgehend den naturgeographischen Voraussetzungen, die im einleitenden Teil der Arbeit von Voigt geschildert worden sind (Voigt, (46), a.a.O., p. 8f und p.62f).

Sonderentwicklungen sind hier nicht festzustellen, vorherrschend ist der Getreideanbau und in Ortsnähe sind die Fruchtbaukulturen typprägend, zu denen im Gebiet Kazerun noch die Dattelpalme hinzutritt (Abb. 8, Tafel 12). Ihre Begrenzung findet die Kulturlandschaft dieser Becken in der natürlichen Oberflächenform der Beckenlandschaft. Die Gefahr der Versalzung ist schon mehrfach angesprochen worden.

Am Bergfuss und zum Gebirge hin finden sich xerophytische Steppen- und Garriguelandschaften, die den Herden der Ghasghai als Weideregion dienen.

Schon weiter oben wurde oben das Problem des Nomadismus in der staatlichen Entwicklung Persiens angesprochen. Beim Übergang in eine technisierte Phase der Zivilisation verschärfen sich die Probleme des Nomadismus noch mehr. Der Abstand der individuellen und gruppenspezifischen, wirtschaftlichen und politischen Chancen zwischen der sesshaften Bevölkerung und den Nomaden vergrößert sich immer mehr. Eine verkehrsmäßige Erschließung des Landes engt den Lebensraum noch weiter ein. So werden soziale Spannungen unvermeidlich.

Der Staat versucht, dem Problem des Nomadismus durch mobile Bildungseinrichtungen die Schärfe zu nehmen, doch bleibt dieser Versuch in vielen Fällen ineffektiv. Daneben bilden die Nomaden, teilweise noch fremdsprachig, herkunftsmäßig in der hier entwickelten, überregionalen Staatsstruktur einen Fremdkörper, der schwer zu absorbieren oder zu integrieren ist. Die Herden stellen den einzigen Reichtum der Nomaden dar, flüssiges Kapital besitzen sie kaum (Abb. 19, Tafel 21). Zu einer Hilfe aus eigenem Vermögen sind sie nicht in der Lage.

Die Viehzucht auf natürlichen Weiden ist jedoch in einem Trockenland wie dem Iran nicht ohne Wanderbewegung möglich. Der Nomadismus hat handfeste naturgeographische Ursachen. Gleichzeitig bedeuten die Herden einen nicht geringen volkswirtschaftlichen Faktor, besonders im Hinblick auf die Ernährungsgrundlage der Bevölkerung. Die Ziegenmilch und das Hammelfleisch sind wichtige Eiweissspender, die persische Nationalspeise Khebab ist die verbreitetste Speise des Nahen Ostens. Gleichzeitig liefern die Schafe der Textilindustrie und hier besonders der Teppichknüpferei das Ausgangsmaterial, die Wolle, die auch durch einen verstärkten Baumwollanbau im Iran nicht überflüssig gemacht werden kann. Es wäre also zur der Zeit nicht möglich, die Nomaden bei einer Aufgabe der Weidewirtschaft sesshaft zu machen.

Die Nomaden in Fars, die Ghasghai, sprechen einen türkischen Dialekt und gliedern sich in viele Großfamilien. In einer Art Transhumanz ziehen sie während des Sommers in den Zagros, im Winter jedoch in Richtung auf die Küste, ohne feste Weideplätze für sich in Anspruch zu nehmen. In südlichen Regionen in Fars betreiben die Nomaden einen primitiven Anbau auf Regenverdacht, so z.B. im Gebiet von Dasht Arjan. Hier haben sie die Sommersitze der Familien. Besonders geschickt sind die Ghasghai, wie schon erwähnt, im Teppichknüpfen.

Der Nomadismus ist ein integrierender Strukturbestandteil in Fars wie auch im gesamten Iran (

Sunderland, in: Fisher, C.H.I., (10), a.a.O., pp. 611-683; Barth, (122), a.a.O.; Bausani, (151), a.a.O.). Seine prägende Wirkung ist sowohl im wirtschaftlichen und sozialen Bereich zu erkennen, als auch in Form einer Abwehrreaktion gegen den Nomadismus in der Entwicklung der iranischen Städte. In der Agrarstruktur der südlichen Beckenlandschaften sind nur die zeitweilig bewohnten Siedlungen der Nomaden und ihr Ackerland von Bedeutung. Dies ist ein weiterer Bestimmungsfaktor der agrarwirtschaftlichen Struktur der einzelnen Randbecken.

In Bezug auf seine Entwicklungschancen nimmt das Kazerun-Becken eine Sonderrolle ein. Seit sassanidischer Zeit war es ein bedeutendes wirtschaftliches und landwirtschaftliches Zentrum (Shapur). Jahrhundertelang galt es als Schnittpunkt der Karawanenstraßen von Shiraz nach Busher und von Firuzabad und anderen kleinen Orten im Osten nach Susa und Hamadan. Als Umschlags- und Verarbeitungsort im Seidenhandel der alten Zeit spielte Kazerun bzw. benachbarte antike Shapur eine bedeutende Rolle. Davon ist heute nichts mehr zu spüren.

Neue Chancen gewinnt Kazerun durch den begonnen Ausbau der Straße Shiraz-Busher (mit anglo-amerikanischer Unterstützung). Parallel dazu verläuft der Ausbau des Hafens von Busher und der Straße durch as Erdöl- und Erdgasfeld von Garch Saran und Bebehan nach Khuzistan. Durch das Vordringen nach Osten der Erdöl- und Erdgasfundstellen (Garch Saran) und der Verladung über die Insel Khargh – anstelle von Bandar Shapur – gewinnt dieser Teil der Provinz Fars und damit das Kazerun-Becken neue wirtschaftliche Impulse.

Eine weitere Sonderentwicklung ist seit alters her im Raum Busher zu beobachten. Schon landschaftlich streng von der Gebirgslandschaft in Fars unterschieden, hat es auch eine andere geschichtliche Entwicklung durchgemacht. Die arabische Besiedlung folgte in Busher der arabischen Eroberung (Die kleinwüchsige, dunkelhäutige Bevölkerung unterscheidet sich deutlich von den Persern). Als Umgangssprache war bis vor kurzem noch arabisch vorherrschend. Busher war zur Karawanenzeit bedeutendster Hafen am Nordufer des Persischen Golfes und versorgte über Karawanenwege Shiraz und das Hinterland. Erst mit dem Aufkommen moderner Verkehrsmittel, dem Bau der transiranischen Eisenbahn nach Bandar Shapur und der stürmischen Entwicklung Khuzistans durch die Erdölfunde seit 1913 (Masdjid e Suleiman) verlor Busher seine alte Bedeutung.

Die Lagerhäuser und Gebäude von Handelsniederlassungen der Portugiesen, Engländer und Holländer gaben dem Kai die Fassade einer alten Kolonialstadt (Abb. 18, Tafel 21). Heute sind die größtenteils zerfallen und die Stadt hat einen schweren Rückschlag erlitten. Das Hinterland von Busher ist, wie schon weiter oben erwähnt worden ist, landwirtschaftlich nur unter großem Aufwand zu bewirtschaften. Die vorherrschende Kulturform ist die Dattelpalmoase. Ein bedeutendes Nebenzentrum ist Boradzjan, wo die Trans-Zagrosstraße ins Gebirge eintritt.

Einige Entwicklungsprojekte sehen in Busher den Ausbau von Hafen und Reede vor, die Fischindustrie soll entwickelt werden (ähnlich wie in Bandar Abbas) und Kühl- und Lagerhäuser sollen das „Hafenangebot“ verbessern. Geplant ist ferner eine sekundäre Lebensmittelindustrie, die , orientiert an den Fischereiergebnissen, Versorgungsfunktionen in Fars übernehmen soll, sobald die Straße Shiraz-Busher voll ausgebaut worden ist. Für die Landwirtschaft stehen im Augenblick keine weiteren Intensivierungsprojekte zur Debatte. An der Grenze nach Khuzistan versorgt ein kürzlich errichteter Damm die umliegenden Oasen.

Tafel 21, Abbildungen 18 und 19: Randgebiete des Fars

4. Zusammenfassende Betrachtung

4.1 Die Stellung der Landwirtschaft im iranischen Wirtschaftssystem

Die Aufgabe dieser Arbeit ist es nicht, eine ins Einzelne gehende Würdigung der iranischen Wirtschaft und ihrer Entwicklungschancen zu geben. Dennoch soll versucht werden, einige Leitgedanken, die aus der agrarischen Situation, den verschiedenen Versuchen einer Strukturänderung und Industrialisierung in Fars gewonnen werden konnten, mit der wirtschaftlichen Gesamtsituation im Iran in Beziehung zu setzen.

Mehrere verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle. Zum einen ist die Frage zu stellen, was an der Struktur in Fars regelhaft oder ein Sonderfall der Entwicklung ist. Dazu bedarf es einer vergleichenden Betrachtung. Zum anderen ist zu untersuchen, wenn auch nur andeutungsweise, wie die Wechselbeziehungen der wirtschaftlichen Kapazitäten in Fars und im Iran strukturiert sind.

Fragen wir zuerst nach der Vermarktung der Anbauprodukte in Fars. Der Großteil der agrarischen Produkte dient der Selbstversorgung oder wird nur im engeren Raum vermarktet. Einzelne Produkte, Früchte und der Wein von Shiraz, sowie als Sekundärprodukte Zucker und Textilien (Teppiche) unterliegen einem geringfügigen überregionalen Austausch.

Über diese Fragen gibt es jedoch keine Statistik, so dass über den Umfang einer Vermarktung in Fars keine Aussagen gemacht werden können.

Die zweite Frage gilt den angesprochenen überregionalen Entwicklungstendenzen, die Fars nachhaltig beeinflussen. Hierbei handelt es sich um Rechtsverordnungen und Planungsvollmachten der Zentralregierung in Teheran, und zwar in folgenden Punkten:

  1. Landreform

  2. Untersuchungsprojekte (Wasserressourcen, Bodenschätze)

  3. Förderung der Maschinisierung und Genossenschaftsbildung

  4. Bereitstellung von Krediten über landwirtschaftliche Genossenschaftsbanken

Über all diese Fragen ist im jeweiligen Zusammenhang gesprochen worden, so dass diese Zusammenfassung nur als Rekapitulation des Stellenwertes überregionaler Projekte dienen kann.

Einige Wirtschaftsdaten z.B. über die finanzielle Gesamtsituation im Iran, die nicht für die einzelnen Ostane und Regionen spezifiziert werden konnten, sollen skizzenhaft den Rahmen für die Entwicklungsmöglichkeiten und die augenblickliche Situation abstecken.

Es ist dabei nicht zu vermeiden, einige Aussagen in Tabellenform aus der Literatur zu übernehmen. Die Vorbehalte gegenüber den im Iran vorliegenden Zahlen sind natürlich zu beachten. Diese Statistiken, in ihrer Qualität nicht mit denen in Europa zu vergleichen, schwanken von Quelle zu Quelle. Dennoch dürften einige Aussagen durch diese Zahlen erhärtet werden.

4.2 Daten zur sozialen Struktur

Die Armut im Iran ist das beherrschende Element. Wie in anderen Entwicklungsländern ist sie mit mangelnden Bildungschancen verbunden. Es ist unbestritten, dass der Staat bemüht ist, die Bildungsmöglichkeiten zu verbessern, jedoch sind strukturimmanente Mängel zutage getreten. Dazu kommt die relative Bewegungslosigkeit der von der Oberschicht getragenen Regierung, die den Erfolg dieser Bemühungen z.T. paralysiert.

Dazu eine Tabelle über die Fähigkeit der Perser, lesen und schreiben zu können105.

Die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben hatten 1956

Insgesamt, ab 10 Jahre

14,9 %

10 bis 14 Jahre

28,2 %

15 bis 19 Jahre

22,3 %

Abnehmende Werte bis
Über 65 Jahre


5,3 %

Männer, insg. über 10 Jahre

22,2 %

Frauen, insg. über 10 Jahre

7,3 %

Städtische Bevölkerung

33,3 %

1966, insg. ab 15
JahreStatistisches Bundesamt, (31), a.a.O.; Detaillierte Angaben aus dem Census 1966 liegen noch nicht vor

23,5 %

Deutlich wird die aus der iranischen Sozialstruktur verständlich werdende Bevorzugung der

  1. Männlichen Bevölkerung (was der Rolle der Frau in der Gesellschaft entspricht) und

  2. Städtischen Bevölkerung und was an sich selbstverständlich ist, der jüngeren Bevölkerungsteile, die schon in den Genuss der neuen Schulgesetzgebung kommen konnten.

Entsprechend spiegelt sich auch die Verteilung der Beschäftigten auf die einzelnen Berufszweige in der wirtschaftlichen und sozialen Situation im Iran wieder107.

Eine Tabelle soll die Verteilung der Berufstätigen auf die Wirtschaftszweige verdeutlichen. Die Zahlen aus dem Census 1966 liegen bislang noch nicht vor. Interessant ist vor allem die geringe Anzahl der weiblichen Beschäftigten108.

Beschäftigt in

insgesamt

davon Frauen

Landwirtschaft

3325721

143231

Bergbau

24654

362

Industrie

815699

277802

Handwerk

335754

1436

Versorgung

11736

309

Handel

355005

3573

Bemerkenswerte Aufschlüsse über die Möglichkeiten der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung gibt auch ein Blick auf die Karte ‚Bevölkerungsverteilung‘109.

Ein markanter Zug sind die weiten, bevölkerungsarmen Wüstengebiete mit weniger als 5 EW/qkm. Bevölkerungsballungen finden sich nur im Nordwestiran, im Bereich zwischen Tabriz, Teheran, Esfahan, Hamadan und der Kaspiküste. Doch auch hier erreichen die Durchschnittswerte dem Augenschein nach nicht die Werte mitteleuropäischer Länder.

Städtische Agglomeration wachsen absolut und relativ schneller als die ländlichen Gegenden, so dass die Kopflastigkeit der iranischen Bevölkerungsverteilung zugunsten von Teheran und in zweiter Linie zugunsten einiger Nebenzentren (Tabriz, Meshed, Esfahan, Shiraz und Hafengebiet des Schatt es Arab) immer stärker wird. Das birgt Gefahren in zweierlei Hinsicht:

  1. die ländlichen Gebiete bleiben in ihren Wachstumschancen und ihrer infrastrukturellen Ausstattung immer weiter zurück, während

  2. die Großstädte mit ihren Wachstumsproblemen sowohl in Bezug auf die Versorgung, als auch in Bezug auf die Siedlungs- und Verkehrseinrichtungen nicht Schritthalten können, so dass eine städtische Verelendung (Slumbildung wie in Südteheran) die notwendige Folge davon ist.

Ohne eine gezielte Struktursteuerung sind die Probleme nicht zu lösen.

Deutlich spiegelt sich in der Bevölkerungsverteilung und der Lage der städtischen Agglomerationen die physisch-geographische Natur des Landes. Die für die landwirtschaftliche Nutzung benachteiligten Wüstengebiete werden von der Grenze der minimalen Besiedlung eingeschlossen, während die landwirtschaftlich günstigeren Regionen an der Kaspiseeküste und im Nordzagros (Azerbeidjan) ausgeprägte Dichtegebiete darstellen.

Eine Sonderrolle spielen die Nomaden, deren genaue Anzahl nicht bekannt ist und die hauptsächlich im Südwestiran, im Gebiet des Zagros ihre Wander- und Weidegebiete haben. Im Untersuchungsgebiet sind die Ghasghai der wichtigste Stamm, dazu kommen noch die Mamasani und die Khamse. Auf die Problematik des Nomadismus wurde schon im Abschnitt ‚Die Randbecken in Fars und das Problem des Nomadismus‘ eingegangen110.

Nachdem so die demographische Situation angerissen worden ist, noch einige Zahlen zur wirtschaftlichen Situation im Iran, soweit sie greifbar waren.

Tafel 22a, Karte 13: Iran. Bevölkerungsverteilung: Bevölkerungsdichte

Tafel 22b, Karte 14: Iran. Bevölkerungsverteilung: Städtische Bevölkerung

Tafel 22c, Karte 15: Iran. Bevölkerungsverteilung: Nomadenstämme

4.3 Daten zur wirtschaftlichen Situation

Die qualitative Bedeutung der in den folgenden Tabellen angeführten Bestände und Produkte wurde an angegebener Stelle schon erläutert. Die Zahlen sollen den vergleichenden Überblick erleichtern. Ausführliche Zahlen finden sich in der amtlichen Statistik, bzw. in leichter greifbarer Form in den Länderkurzberichten (Iran 1969) des statistischen Bundesamtes in Wiesbaden111.

Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (1960)*

Größenklassen in ha

Anzahl

LNF, bewässert

in 1000 ha

LNF, unbewässert

In 1000 ha

Insgesamt

1877299

4651

6705

Unter 0,5

312791

60

9

0,5-3

644482

601

413

3-10

606003

1363

2092

10-100

309917

2085

3742

Über 100

4086

543

448

Statistisches Bundesamt, (31), a.a.O. p.18

Diese Statistik verdeutlicht den Zustand vor der Landreform. Sie zeigt die Tendenz zu sehr kleinen Betriebseinheiten, die kaum der Ernährung einer Familie gerecht werden können und die Tendenz zum Großgrundbesitz, bei dem wenige Betriebe große Ländereien umfassen. Die Auswirkungen der Landreform wurden weiter oben schon geschildert und ein Zwischenbericht bis 1969 gegeben. Wie die Zahlen in einigen Jahren aussehen werden, besonders beim Vordringen des Genossenschaftswesens, darüber zu spekulieren erscheint hier müßig113.

Als Ergänzung seien die Zahlen einiger wichtiger landwirtschaftlicher Produkte gegeben. Diese Werte (in 1000 t) tragen deutlich den Charakter des „Über-den-Daumen-Peilens“. Eine Steigerung war in den letzten Jahren nur bei den Zuckerrüben zu beobachten, bei anderen Produkten hält es sich in dem üblichen Rahmen114.

Die Wirtschaftssituation es Iran soll anhand von einigen Zahlen über die landwirtschaftliche Erzeugung und die Außenhandelsverhältnisse gekennzeichnet werden.

 

Landwirtschaftliche Produkte in 1000 t*

Produkt

Erzeugung

Iran 1966

Fars** 1969/702

Weizen

3190

150

Gerste

1000

65

Zuckerrüben

1960

1965

1966

1967

1700

588

1300

1700

2857

387

Zuckerrohr

350

-

Weintrauben

265

-

Datteln

308

-

*  Statistisches Bundesamt, (31), a.a.O., p.18
** Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (192), a.a.O.

 

Viehbestand*

Art

Anzahl 1965 in 1000

Esel

2000

Rinder

6065

Büffel

390

Kamele

250

Schafe

26000

Ziegen

18000

* Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O., p.19

 

Fischfänge:

insgesamt 1964

 

8000 t

 

Wichtige Außenhandelspartner. Wert der iranischen Ausfuhr in Mio. US-$1*

United Kingdom

431,0

EWG

262,1

Japan

532,7

-Italien

66,5

USA

65,6

-BRD

58,3

Japan

73,8

-Frankreich

50,5

* Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O., p.30

 

Wichtige Ausfuhrgüter 1967 in Mio. US-$*

Erdöl

1503,8

Motorbenzin

84,1

Dieselkraftstoff

26,2

Heizöl

99,0

Teppiche

49,1

Rohbaumwolle

37,0

* Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O., p.21

 

Aus dem Staatshaushalt 1968 in Mio. Rial*

Einnahmen

113500

davon Erdöleinnahmen

51200

Ausgaben

140800

davon Verteidigung

36300

Subventionen

50000

Investitionen, Kredite

51100

* Statistisches Bundesamt, (31) a.a.O., p.23

Die Bedeutung der Erdöleinnahmen wird aus der vorangegangenen Statistik deutlich. Die Entwicklung irgendeines Wirtschaftszweiges ist heute von den Einnahmen aus dem Erdölgeschäft abhängig und alle weiterführenden Planungen kalkulieren dieses Geld mit ein.

Aus einer Übersicht der Vereinsbank Hamburg (Länderbericht Iran)121 seien folgende Abschnitte über die Erdölsituation im Iran zitiert, um die Rechtslage und die Produktionsverhältnisse zu charakterisieren. Da dies vom Thema dieser Arbeit etwas abführt und nur zum besseren Verständnis der wirtschaftlichen Situation des Iran dient, möge es gestattet sein, einen längeren Abschnitt aus diesem Buch wörtlich zu zitieren:

„Die Basis der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Irans bildet seit Anfang dieses Jahrhunderts das Erdöl. Es ist zur wichtigsten Einnahmequelle des Staates geworden. Gegenwärtig werden rd. 75 % der Devisen- und 50 % der Staatsausgaben aus Erdöleinnahmen gedeckt.

Vor der 1951 erfolgten Verstaatlichung der Erdölindustrie wurden die Erdölvorkommen von der Anglo-Iranian Oil Company (AIOC) ausgebeutet, deren Majorität im Besitz des britischen Staates war. Im Zuge der jahrelangen Auseinandersetzungen zwischen der iranischen Regierung und der britischen Gesellschaft erfolgte Anfang der fünfziger Jahre die Gründung der staatlichen Erdölgesellschaft, National Iranian Oil Company (NIOC), die außerhalb des britischen Konzessionsgebietes arbeitete. Durch die Verstaatlichung der gesamten Erdölwirtschaft wurden die Anlagen der britischen Gesellschaft der National Iranian Oil Company übereignet. Die Drosselung der Ölförderung infolge der Boykottierung der iranischen Erdölerzeugnisse auf dem Weltmarkt führte zu einer Wirtschaftskrise im Land, die die Einstellung der ersten Entwicklungsplanes erzwang. Erst nach Abschluss eines für 25 Jahre geltenden Vertrages zwischen der NIOC und 8 internationalen Ölgesellschaften im Oktober 1954 konsolidierte sich die Lage. Durch ein im Jahre 1957 in Kraft getretenes neues Erdölgesetz wurde die Regierung zum Abschluss von Konzessionsverträgen mit ausländischen Gesellschaften unter der Voraussetzung ermächtigt, dass der iranischen Erdölgesellschaft NIOC eine Beteiligung von mindestens 30 % eingeräumt wird.

Die wichtigsten Ölfelder liegen in Südwestpersien im Einzugsgebiet von Abadan, darunter von Südosten nach Nordwesten: Gach Saran, Agha Jari, Naft Kel, Naft Safid, Masjid-i-Sulaiman, Lali und das Gasfeld von Panzanun. Außer Qum sind auch östlich von Qum im Wüstengebiet ergiebige Fundstellen entdeckt worden. Von den Ölfeldern führen Ölleitungen zu den Tankerstationen am Golf sowie zu den Raffierien in Abadan und Teheran. Die Raffinerie von Abadan gilt als die größte Raffinerie der Welt. 1966 konnte ein Jahresdurchsatz von 18,608 Mill. long t (oder 383.000 Barrel pro Tag) erzielt werden. Die im Mai 1968 von einer deutschen und amerikanischen Firma errichtete Raffinerie in Teheran verfügt über eine Jahreskapazität von 5 Mill. cbm (oder 85.000 Barrel pro Tag) und wird durch die Ahwaz-Teheran-Rohrleitung von den Ahwaz- und Masjid-Suleiman-Feldern mit Rohöl versorgt. Pläne über die Errichtung einer neuen Raffinerie in Shiraz mit einer Jahreskapazität von 2,4 Mill. cbm sowie die Erweiterung und Modernisierung der Raffinerie von Kermanshah werden zur Zeit geprüft.“

Entwicklung der Erdölförderung
(Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 29)

Jahr

Mio. t

Geschätzte Erdölreserven im Nahen Osten:

37149 Mio. t

d.i. ca. 59,8 % der Weltreserven

1928

5,8

1938

10,4

1945

17,1

1950

32,3

1953

1,3

(Verstaatlichung unter Mossadegh, Boykott)

1954

3,5

 

 

1955

16,2

 

 

1956

27,0

Zum Vergleich, 1969**

Mio. t

1957

35,0

USA

510,0

1964

84,6

U.S.S.R.

328,8

1965

94,1

Venezuela

188,0

1966

105,7

Libyen

150,0

1969*

167,6

Saudi-Arabien

148,3

* Fochler-Hauke, (3), a.a.O., p. 285
** Fochler-Hauke, (3), a.a.O., p. 285

 

Produktion von Erdgas in Mio. cbm'

Jahr

Verbrauch

Abfackelung

Insgesamt

1960

2892

4594

7486

1961

2951

5499

8400

1962

3034

6148

9182

1963

3072

7260

10332

1964

3467

8293

11760

1965

3502

10936

14438

1966

3587

14322

17909

* Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 31

 

An der Nettoförderung von Rohöl waren die einzelnen Erdölgesellschaften
mit folgenden Mengen – in 1000 cbm – beteiligt:

Gesellschaft

1960

1961

1962

1963

Iranian Oil Exploration and Production Co. (Internationales Ölkonsortium)

60953

67967

75532

83811

National Iranian Oil Company (NIOC)

377

493

710

862

Iran-Italy Oil Company (SIRIP)

-

175

363

862

Iran-Pan-American Oil Company (IPAC)

-

26

7

16

Insgesamt

61330

68661

76612

85551

 

Gesellschaft

1964

1965

1966

1967

Iranian Oil Exploration and Production Co. (Internationales Ölkonsortium)

96319

104908

117049

143131

National Iranian Oil Company (NIOC)

396

438

499

517

Iran-Italy Oil Company (SIRIP)

1454

1389

1382

1193

Iran-Pan-American Oil Company (IPAC)

182

2679

3699

5823

Insgesamt

98351

109414

122629

150664

Quelle: Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 29

4.4 Wirtschaftssituation und Planungen

Die Kopflastigkeit der iranischen Wirtschaft zugunsten des Erdöls und seiner Produkte ist aus den vorherigen Tabellen deutliche geworden. Es steht außer Zweifel, dass dies die politische Entscheidungsfreiheit des Landes stark beeinträchtigt. Wichtig sind daher Maßnahmen, die Wirtschaftsstruktur zu verändern und andere Exportgüter in die Produktion aufzunehmen.

Dass die Staatsverschuldung bedenklich hohe Ausmaße angenommen hat – exakte Zahlen werden in letzter Zeit nicht mehr veröffentlicht – ist in der Außenhandelsbilanz nur andeutungsweise zu erkennen. Neben den nachteiligen Wirklungen auf die Währung, sind die Folgen für die internationale Einschätzung des Iran als Handelspartner zu berücksichtigen.

Die Investitionen auf dem Sektor der Industrie und der Verbesserung der Infrastruktur dieses Landes werden vorwiegend über den Etat der Planorganisation aus Mitteln der Erdölabgabe finanziert. Eine Schlüsselstellung hat dabei die National Iranian Oil Company (NIOC). Die Zentren der Erdölförderung, Verladung und Aufarbeitung liegen im Südwestiran, im Gebiet von Khuzistan126.

In neuster Zeit dehnen sie sich nach Norden und Westen in Richtung Luristan und Fars aus. Durch Pipelines ist das Gebiet um Ghom und Teheran an die Erdölvorkommen angeschlossen. Fars steht bisher noch zurück, soll aber auch stärker in die Erdölwirtschaft einbezogen werden127.

Die Kohle- und Eisenerzvorkommen sind geringfügig, ihre Lage ist aus der Karte ‚Iran. Wirtschaft‘ ersichtlich. In Nordwestfars existieren Projektionsvorhaben für Buntmetalle, ob sich der Abbau lohnen wird, ist nicht nicht erwiesen. Eine gewisse Bedeutung für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung des Iran werden unter Umständen die neu entdeckten Kupfervorkommen mit ihrem Zentrum um Kerman haben128.

Diese Vorhaben und Entwicklungen werden sich über kurz oder lang auf die landwirtschaftliche Struktur des Untersuchungsgebietes auswirken, und zwar in folgender Weise:

  1. Die Industrialisierung verändert die Bedarfsstrukturen und fördert die Marktorientierung auch der Landwirtschaft, die sich dem Trend zu qualitativ hochwertigen und spezialisierten Produkten nicht verschließen kann.

  2. Die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht eine gewisse Kapitalintensivierung es landwirtschaftlichen Produktionssektors, was sich z.B. in einer verstärkten Mechanisierung und in verbesserten Bewässerungssystemen niederschlägt.

  3. Die Veränderung der Sozialstruktur durch bessere Bildungschancen, höheres und differenzierteres Einkommen, dazu ein verstärkter Umgang mit modernen Techniken und die Folgen der Landreform, dies alles wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das Bild der Agrarlandschaft grundlegend ändern. Neue Anbaumethoden und Feldstrukturen werden sich durchsetzen, bessere Verkehrsanbindungen, sowie neue Siedlungsstrukturen werden mit Sicherheit entstehen.

Ansätze dazu konnten in der Analyse der Städte und der stadtnahen Regionen, die der Entwicklung grundsätzlich vorauseilen, und in den landwirtschaftlichen Schwerpunkten (Marvdasht), die staatlicherseits gefördert worden sind, beobachtet werden. Es ergibt sich dabei die Frage, ob diese Entwicklung schnell vor sich gehen kann, so dass eine wirtschaftliche Besserung (Struktur- und Finanzänderung) wirksam werden kann, oder ob die Entwicklung die Regierung „einholt“ und, anderen Entwicklungsländern ähnlich, so zu revolutionären Umstürzen oder regionalistischer Anarchie führen könnte.

Bei der derzeitigen Administration, die einseitig und dem Neuen wenig aufgeschlossen ist, meist nur die Interessen einer kleinen Teheraner Oberschicht vertritt und relativ wenig Beziehungen zu den Problemen hat, ist diese Frage nicht einmal abwegig. Man kann der heutigen Regierung nur wünschen, dass sie die Gefahren ihrer Position rechtzeitig erkennt und mit genügender Härte die ersten Schritte, die sie mit der Landreform begonnen hat, weiter verfolgen wird. Nur so kann sie die Probleme meistern, die dem Iran mit Sicherheit in den nächsten Jahren entgegenkommen werden.

Fars als alte Zentralprovinz, mit relativ „gesunden“ sozialen Verhältnissen, könnte als Modellregion eine gewisse Bedeutung für die weitere Entwicklung bekommen. Die Wirtschaftskraft in Fars reicht jedoch bislang nicht aus, sich in der Teheraner Administration entsprechend Gehör zu verschaffen.

Eigeninitiative ist im Iran mit seinem Bildungsgefälle und seiner religiös-sozialen Tradition nur in den seltensten Fällen zu erwarten. Das macht die Situation für die fernere Zukunft umso gefährlicher, da Chancen, die sich heute bieten schon in wenigen Jahren vergeben sein können.

Die eben geschilderten und im Verlauf der Arbeit angesprochenen Projekte des laufenden Siebenjahresplanes sind zwar vielversprechende Ansätze, jedoch in Anbetracht der Nachholsituation des Landes keineswegs ausreichend.

Zusammengestellt sind die wichtigsten dieser Projekte auf der Karte ‚Fars. Planungen‘129. Einige Angaben zur wirtschaftlichen Situation des Iran sind nach verschiedenen Quellen auf der Karte ‚Iran. Wirtschaft‘ zusammengestellt130.

Diese Karte zeigt klar die Verteilung wirtschaftlicher Stärke- und Schwächezonen. Besondere Bedeutung hat das Erdölrevier von Khuzistan (Nebenkarte), mit einer Vielzahl von Bohrstellen, einem dichten Netz von Pipelines und der großen Raffinerie von Abdan. Ebenso bedeutungsvoll ist das Industriegebiet Karadj-Teheran-Ghom-Esfahan, das die wichtigsten nicht erdölabhängigen Produktionszweige in sich vereinigt. Bestimmte Industriezweige sind nur in der Region von Teheran zu finden. Sekundäre Zentren befinden sich um Tabriz, im Kopet Dagh östlich vom Kaspi (Sharud), um Kamerun (wenn die Kupfervorkommen genutzt werden) und in Fars im Raum Shiraz.

Tafel 23, Karte 16: Iran. Wirtschaft

Tafel 24, Abbildungen 20 und 21: Das alte und das neue Persien

Tafel 25, Karte 17: Fars. Planungen

5. Zusammenfassung und Ausblick

Am Ende dieser Untersuchung stehen die Fragen:

  1. Welche Leitlinien können einer Analyse des Untersuchungsgebietes dienen?

  2. Wie stellt sich die anfangs angesprochene Hypothese des Beziehungsgeflechtes zwischen natur- und kulturgeographischer Landschaftseinheit dar?

  3. Welche Untersuchungsergebnisse, speziell im methodischen Bereich, können bei anderen Arbeiten oder für didaktische Zwecke Bedeutung erlangen?

Dazu nur einige Antworten.

Durchgehend bedeutungsvoll für die kulturgeographische Analyse wurden die naturgeographisch gegebenen Einschränkungen und Behinderungen der menschlichen Aktivitäten durch einen Komplex von untereinander bezogenen Wirkungsfaktoren. Im Vordergrund steht dabei das Problem der Trockenheit, das die Entwicklung dieses Raumes nachhaltig geprägt hat. Man sieht so die Kulturlandschaft als Wirkungsobjekt zwischen den naturgeographischen Wirkungsfaktoren (Klima, Böden, Oberflächenform etc.) und den Einflüssen, die sich aus der Situation des Menschen in seiner geschichtlichen und sozialen Befangenheit und aus seinen Aktionen heraus ergeben.

Von der Kulturlandschaft aus sind Beziehungslinien zu ziehen sowohl zu den physikalisch-chemischen und biologischen Prozessen, die in der Geosphäre wirksam werden, als auch zu en anthropogenen Wirkungsfaktoren, die sich in Geschichte und Gesellschaftsform manifestieren. Diese Wirkungsbeziehungen sind nicht als einseitige Kausallinien zu verstehen. Sie sind, wie schon in den theoretischen Bemerkungen eingangs darzustellen versucht wurde, befangen in einem Komplex wechselseitiger Wirkungsbeziehungen. Man kann sowohl von den randlich berührten Wissensbereichen erklärend auf die Struktur der Kulturlandschaft – und das ist in weiterem Sinne die heutige Landschaft überhaupt – schließen; als auch von der Kulturlandschaft ausgehend, Bedingtheiten anderer Wissensgegenstände herauspräparieren. Diese Wechselbeziehungen prägen das Wesen der Kulturlandschaft und ihrer Analyse. Es geht also nicht darum, einzelne Fakten – so wichtig sie für das Verständnis auch immer sein mögen – isoliert darzustellen, sondern sie müssen in Hinblick auf ihre räumlichen, aber auch zeitlichen, genetischen und wirkungsmäßigen Bezüge hin analysiert werden.

In dieser Perspektive erscheint das Untersuchungsgebiet als Teil eines Entwicklungslandes, das durch klimatische Umstände benachteiligt und durch die geschichtliche Situation zurückgeworfen ist. Die zukünftigen Chancen können nur mit großen finanziellen und persönlichen Aufwendungen gewahrt bleiben. Diese nachteiligen Strukturen spiegeln sich in der wirtschaftlichen Situation. Die Sozialstruktur ist von tiefen Gegensätzen zerrissen. Beides findet man auch durch die herrschende politische Ordnung dargestellt, deren Machthaber einer engbegrenzten Oberschicht entstammen und deren Verwaltungsorgane sich nicht von dem Vorwurf der Korruption befreien können. Perpetuiert wird die ungünstige Situation durch den Mandel an öffentlichen Wirtschafts- und Bildungseinrichtungen.

Andererseits haben – aus Gründen der Selbstverwaltung – gewisse herrschende Kreise auch kein primäres Interesse an der Änderung dieser Verhältnisse, so dass sich negative Strukturen gegenseitig stützen und verstärken. So wird ein Absprung in eine modernere Entwicklung behindert.

Die naturgeographischen Einflussfaktoren, die in einer geographischen Analyse besonders interessieren, bekommen in diesem Bedingungskomplex ihren speziellen Stellenwert als Lebensraum und Handlungsrahmen des Menschen. Aus dieser Situation heraus verstehen sich die Ansätze zu dieser Arbeit und zu der parallel erstellten naturgeographischen Analyse des Untersuchungsgebietes von Voigt, auf deren Ergebnisse sich diese Arbeit stützt.

Methodische Folgerungen können insofern gezogen werden, als die Ergebnisse dieser Arbeit die Bedeutung eines wissenschaftstheoretischen Ansatzes für die Strukturierung des unübersehbaren Materials und die nachfolgende kritische Reflexion dieses Ansatzes belegen.

Extreme naturgeographische Verhältnisse schränken die menschlichen Aktivitäten ein. Das macht die Stellung des anthropogen bestimmten Landschaftsbildes zu den natürlichen Landschaftsstrukturen in ihrer Zuordnung oder Diskordanz übersichtlicher. Die hier wirksam werdenden geographischen Faktoren sind in einer Klarheit erkennbar und in ihrem Wirkungsgefüge überschaubar, wie es die mitteleuropäische Landschaft nicht bieten kann. Die wesentlichen Charakteristiken gemäßigt-humider Kulturlandschaften sind:

  1. das klimatische Prinzip der formausgleichenden Abtragung

  2. die dichte Vegetationsdecke – Wald etc. -, die die Strukturlinien überspielt

  3. die weitgehende anthropogene Umgestaltung der Naturlandschaft durch landwirtschaftliche Nutzung, Besiedlung und Verkehrswegebau, die verursacht, dass sich in der heutigen Kulturlandschaft natürliche Strukturen nur noch selten wiederspiegeln.

Diese Charakterisierung der mitteleuropäischen Landschaft soll dazu dienen, die Besonderheiten in den geographischen Strukturen des Untersuchungsgebietes im Vergleich deutlicher zu machen und die Differenzen im Wirkungsgefüge der Landschaften der Trockenräume zu denen der mittleren Breiten aufzeigen. Aus diesem Vergleich wird auch die besondere Bedeutung der Analyse der ariden und semiariden Landschaft für die einführende geographische Didaktik erkennbar.

Die mitteleuropäische Landschaft bietet ein solch komplexes Bild – wie aus den angeführten Charakteristiken zu entnehmen ist – dass eine einführende Betrachtung auf methodische Schwierigkeiten stößt. Gerade ein Vergleich von Beispielen aus Trockenräumen mit den bekannten mitteleuropäischen Landschaften kann grundlegende geographische Gesetzmäßigkeiten verdeutlichen. Besonders die Erkenntnis der geographischen Wirkungsfaktoren und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten kann so erzielt werden. Gleichzeitig ist die Analyse dieser Landschaften als Einführung in eine landschaftskundliche Betrachtungsweise hervorragend geeignet, da die Abgrenzung der Einzellandschaft durch die eindeutigen naturgeographischen Verhältnisse leicht möglich ist und in der Regel auch mit den kulturlandschaftlichen Wirkungsfaktoren und räumlicher Gliederung übereinstimmt.

Als Ausblick soll daher dieser Hinweis stehen

  • zum einen auf die vielen, durch das mangelnde Material noch nicht analysierten Probleme

  • zum anderen auf die Bedeutung arider und semiarider Gebiete für die Demonstration geographischer Grundtatsachen im schulischen Geographieunterricht.

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41 Iran. Gouv. Imperial de l’Iran. Org. du Plan, Extrait de la Lois du Budget Année 1346 (1946/47). Teheran, 1968

Naturgeographische Grundlagen

42 Neumann, W., Das geographische Bild der südwestpersischen Erdöllagerstätten. Leipzig, 1935

43 Böhnem, E., Die Steinkohlevorkommen Persiens. Zt. F. pr. Geol. Bd. XL, 1932

44 Schroeder, J.W., Essai sur la structure de l’Iran. Ec. geol. Helv. vol. XXXVII, 1944

45 Walther, H.W., Orogenstruktur und Metallverteilung im östlichen Zagros. G.R. Bd. L., 1960

46 Voigt, G., Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes. Hannover, 1971

47 Blüthgen, J., Allgemeine Klimageographie. Berlin, 1966 (Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Bd. II)

48 Bobek, H., Beiträge zur klimaökologischen Gliederung des Irans. Erd. VI II. 2/3, 1952

49 ders. , Klima und Landschaft Irans in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Geogr. J. Ber. Öst. Bd. XXV, 1959

50 Carter, D.B., C. Thornwaite + J.R. Mather, Three Water Balance Maps of Southwest Asia. Publ. in Climatology, Labor of Clim. Centerton, N.J., 1958

51 Djavadi, Ch., Climats de l’Iran. Paris, 1966

52 Goblot, H., Le problem de l’eau en Iran. Acta Geogr. Paris, 48, 1963, 4

53 Iran. Ministerium für Wasser und Stromversorgung, Abt. Fars, Forschungsabt.,, Forschungsgruppe für die Grundwasserverhältnisse von Marvdasht: Pishvar, Khodahach u.a.

Unveröffentlichte Arbeiten, vorgelegt durch das Agricultural College der Pahlavi University Shiraz, Bashgad

54 Iran. Ministry of Roads, Iranian Meteorological Department, Meterological Yearbook 1967. Teheran, 1969

55 Kuros, Gh. R., Irans Kampf ums Wasser. Berlin, 1943

56 Planhol, X., Le debordement de l’Iran. Annales, 78/1969, 430

57 Walter, H. + H. Lieth, Klimadiagramm-Weltatlas. 3 Bd. Jena, 1964

58 Ganssen R. + F. Hädric, Atlas zur Bodenkunde. Mannheim, 1965

59 Bobek, H., Die natürlichen Wälkder und Gehölzfluren des Iran. B.GA., H. XXIII, 1951

60 Rechinger, K. H., Grundzüge der Pflanzenverbreitung im Iran. Verh. zool.-bot. Ges., Wien, vol. XCII, 1951

Allgemeine Kulturgeographie

61 Arasteh, R., Man and Society in Iran. Leiden, 1964

62 Arasteh, R., Education and Social Awakening in Iran 1850-1960. Leiden, 1960

63 Lampton, A.K.S., Landlord and Peasant in Persia. London, 1953

64 Hayden, L.J., Living Standarts in Rural Iran. A Case Study. Mid. East. J. III, 1949

65 Iran. Iranian Embassy, London, An economic survey of Iran. London, 1967

66 Iran. The Empirial Gouvernment, Plan Organization. 4th National Development Plan 1968-1972. Teheran, 1968

67 Jacobs, N., The Sociology of Development. Iran as an Asian Case Study. London, 1967

68 Mohamad Reza Shah Pahlawi Arymehr Kaiser von Iran, Die soziale Revolution Irans. Düsseldorf, 1967

69 Naraghi, E., Les classes moyennes es Iran. Cahiers Intern. De Sociol., XXII, 1957

70 ders. , Le rôle des deux planes septeneaux dans le developement économique de l’Iran, 1961

71 ders., Les conditions generales du developemnt de la province du Fars en Iran, 1961

72 Nirumand, B., Persien. Modell eines Entwicklungslandes oder: Die Diktatur der Freien Welt. Reinbeck, 1967

73 Planck, U., Die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in einem Dorf. Aachen, 1962

74 Sharar, S., Das Entwicklungsprojekt Kaswin/Iran. Zt. F. ausl. Ldw., Jg. 7, 1968

75 Ule, W., Entwicklung und gegenwärtiges Parteiwesen im Iran. VJ-Ber. Nr. 32/34, 1968

Agrargeographie und ihre Grundlagen

76 Bishop, D.R., Agriculture in Asia and the Middle East, Washington, D.C., 1955

77 Beckett, P.H.T., Agriculture in central Persia. In: Agricultural vol. XXXIV, 1957

78 ders. mit E.D. Gordon, Land use and settlement round Kerman in southern Iran. Geo. Jour. 132/4, 1966

79 Beheschti, M., Die Agrarverfassungen und die sich daraus ergebenden Perspektiven für die Entwicklung eines ländlichen Genossenschaftswesens im Iran. Ber. Ü. Ldw., N.F. XXXIX, 1961

80 Bobek, H., Die Verbreitung des Regenfeldanbaues im Iran. Wien, 1951

81 Franke, G., Nutzpflanzen der Tropen und Subtropen. 2 Bd. Leipzig, 1967

82 Frauendorfer, S. v., Agrarwirtschaftliche Beobachtungen im Iran. Ber. Ü. Ldw., N.F. XXXIII, 1955

83 Ghawamsadeh, G., Wege und Mittel zur Verbesserung der Produktionssteigerung der Landwirtschaft im Iran. Diss. Gießen, 1961

84 Iran. Plan Organization, 3rd Plan Frame Agric. Teheran, 1961

85 Landwirtschaftsberater in Bayern, Verband der, Pflanzliche Erzeugung. München, 1968

86 Malek, H., Les unités de mesure agricoles en Iran. Bull. Sec. Geogr., Paris, 78, 1966

87 ders. , Aprés la réforme agraire iranienne. Annales 409, 1966

88 Maleki, Gh. H., Entwicklungslinien und Entwicklungsmöglichkeiten der iranischen Landwirtschaft. Diss. Graz, 1943

89 Planck, U., Der Teilbau im Iran. Zt. F. ausl. Ldw. I/1, 1962

90 Price-Gittonger, J., Planing for agricultural Developement: The Iranian experience. Washington, D.C., 1965

91 Pourafzal, H., Notwendigkeit und Möglichkeit einer genossenschaftlichen Vermarktung von Agrarprodukten im Iran. Diss. Gießen, 1963

92 Tischler, W., Agrarökologie. Jena, 1965

93 Wirth, E., Agrargeographie des Iran. Hbg. Geogr., Std. 13, 1962

94 Zahedi, H., Les vignobles Iraniens. Acta Geogr. 72, 1968

Bewässerungswirtschaft und Landreform

94 Bahrani, B., N.B. Shushtarian + M.J. Maeri, (Untersuchung über den Wasserhaushalt im Shiraz-Becken) Chapter IX: Technical Factors. 6th Near East-South Asia regional Irrigation Practices Seminar. Amman, 1966 (print. In USA )

95 Beckett, P.H.T., Qanats around Kerman. Royal Central Asian Journal, vol. XL, Jan. 1953

96 Bémont, Fr., L’irrigation en Iran. Annales 70/382, 1961

97 Butler, M.A., Die Kanate in Persien. Kulturtechniker 1934

98 Caponera, D.A., Water Laws in Moslem Countries. FAO Dev. Papers no. 43, Agr., Rom, 1954

99 Fister, B., Irrigation systems of Persia. Geo.Rev. 18, 1928

100 Iran. Emperial Gouvernment of Iran Plan Organization, Preliminationally Irrigation reconnaissance survey of the Provinces of Kurdistan and Kermanshah. Report by A. Gibbs and Partners. Teheran, 1966

101 Iran. Plan Organization. Bureau of Information and Reports, Dam construction in Iran. Teheran, 1969

102 Kreeb, K., Ökologische Grundlagen der Bewässerungswirtschaft in den Subtropen. Stuttgart, 1964

103 Kuros, Gh.H., Die bisherige und zukünftige Wasserwirtschaft Irans unter besonderer Berücksichtigung der Wasserversorgung. Diss. Berlin, 1941

104 Latefi, P., Die Bewässerungswirtschaft im Iran, ihre Grundlagen und Verfahren. Diss. Gießen, 1963

105 Neumann, A., Die physisch-geographischen Grundlagen der künstlichen Bewässerung des Iran und Irak. WVdDT.Inst.f.Ldk., N.F. 12, 1953

106 Planhol, X. de, Les Tendances nouvelles de l‘agriculture irriguée dans l’oasis de l’Isfahan. Rev, Geogr. l’Est IV, 1964

107 Regional Nesa Leadership Seminar, 4th Irrigation Practises Seminar, Ankara, 1962

108 dass., Sect. Regional Irrigation Practises Leadership Seminar, Teheran, 1958

109 Saedlou, A., Der Einfluss er Bewässerung auf die Volkswirtschaft und Landwirtschaft im Iran. Diss. Bonn, 1960

110 Sobotha, E., Wasservorkommen und Wassernutzung in der iranischen Landschaft. Zt.f.Wirt., H.7, 1962

111 Thorne + Patterson, Irrigated Soils. Garden City, N:Y:, 1954

112 Arfa, H. , Landreform in Iran. Royal Central Asia Journal, vol. pt. II, 1963

113 Dehbud, A., Land ownership and use conditions in Iran. In: Symp. On rural Dev., Cento, 1963

114 Delavalle, J.P., La reforme agraire en Iran. Orient, 7 an. No. 4, 1963

115 Gharatchehdaghi, C., Landverteilung in Wâramîn. Ein Auftakt zur Agrarreform im Iran. Schriften des dt. Orient-Inst. Materialien und Dokumente. Opladen, 1967

116 Iran. Ministry of Landreform, Bill for Information farm cooperations 1967. Teheran, 1967

117 Iran. Ministry of Landreform and rural Cooperation, (allg. Information) ohne Titel, o.O., o.J.

118 Malek, H. Aprés la reforme agraire. Annales 75/409, 1966

119 Raup, Ph. M., Der Beitrag von Bodenreform zur landwirtschaftlichen Entwicklung. Zt.f.ausl.Ldw. 2/3, 1963

120 Sartipi-Yarahmadre, F., Das Problem der Grundbesitzverhältnisse in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung des Irans. Diss. Bonn, 1961

121 Satur, A., The Operation of Land Reform in Iran. Teheran, 1965

Viehwirtschaft und Nomadismus

122 Barth, Fr., Nomades of South Persia. Oslo, 1961

123 Kessler, A., Viehwirtschaft im Intensitätsprofil. G.R. 1969 H.2

124 Ullens, D. + M. Schooten, Lords of the Mountains: Southern Persia and the Khashkai Tribe. London, 1956

Siedlungs- und Verkehrsgeographie

125 Anschütz, H., Verkehrswege des Iran und ihre Bedeutung für die Erschließung des Landes. G.R., 1967 H.6

126 Anschütz, H., Persische Stadttypen. G.R., 1967 H.3

127 Clarke, J.I., The Iranian City of Shiraz. Research papers series no. 7. Dept. of Geogr. Univ. of Durham, 1963

128 Grunebaum, G.E.v., The Structure of the Muslim Town. In: Islam-Essays in the Nature and Growth of Cultural Tradition. London, 1955

129 Kayser, M., Die Verkehrsstellung des Persischen Golfes. Diss. Münster, 1936

130 Lockhart, L., Persian Cities. London, 1960

131 Pope, A.U., Persian Architecture. Library of Introductions to Persian Art. Shiraz, 1969

132 Scharlau, K., Moderne Umgestaltungen im Grundriss iranischer Städte. Erd. XV/3, 1961

133 Segner, U., Persische Städte. G.R., 37/1, 1951

Wirtschaft und Industrie

134 fortlaufend: Zt. ‚Die Außenwirtschaft‘, I.H.K.

135 Adli, A., Außenhandel und Außenwirtschaftspolitik des Iran. Volksw. Schr. 51, 1960

136 Azmudeh, A., Die Möglichkeiten einer Neuordnung und wirtschaftlichen Entwikcklung des ländlichen Raumes in Trockengebieten. Dipl.-Arb., Hannover, 1961

137 Bémont, Fr., Données recentes sur quelques problems économiques del’Iran. Mem.et Doc. 9/4, 1964

138 Bundesverband der deutschen Industrie, Bericht über die Reise der deutschen Wirtschaftsstudien-Mission nach Iran vom 10. Bis 28.02.1961. Drucksache Nr. 58, Köln, 1961

139 ‚Dokumente und Materialien’, Die sowjetische Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung des Iran. VJ-Ber., Nr. 31-34, 1968

140 Djourabtchi, H., La structure économique de l’Iran. Genf, 1955

141 Farahmand, S., Der Wirtschaftsaufbau des Iran. Tübingen, 1965

142 Fatemi, A.H.Kh., Die persische Wirtschaft mit besonderer Berücksichtigung der Landwirtschaft. Diss. Heidelberg, 1935

143 Gini, C., Die Vorstellung vom wirtschaftlichen Fortschritt im Abendland und in Asien. Zt.f.Natök. XV/1-1, 1955

144 Grunwald, K., Industrialisation in the Middle East. New York, N.Y., 1960

145 Iran. Bank Markazi (Zentralbank) Iran, Investor’s Guide to Iran. Teheran, 1969

146 Iran. Ministry of Economy Research. Center for Industrial and Trade, Developement Industrial Guide to Iran. Teheran, 1968

147 Kaveh, T., Einfluss der iranischen Ölindustrie auf die wirtschaftliche Entwicklung Irans. Diss. Nürnberg, 1957

148 Studiengesellschaft für wirtschaftliche Entwicklung, Iran als Entwicklungsland. Frankfurt, 1959

149 Zahn, J., Beitrag der Kraftfahrzeugindustrie zum Aufbau einer modernen Wirtschaft – dargestellt am Beispiel des Iran. Ausführungen vor der Deutsch-Iranischen Gesellschaft am 10. Nov. 1969 in Bad Godesberg

Geschichtliche und religiöse Grundlagen

150 Adams, R.M., Agriculture and urban life in early south-western Iran. Science vol. CXXXVI no. 3511, 1962

151 Bausani, A., Die Perser. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart, 1965

152 Bengtson, H., riechen und Perser. Die Mittelmeerwelt im Altertum I. Fischer Weltgeschichte. Bd. 5., Frankfurt/Hamburg, 1965

153 Brentjes, B., Die iranische Welt vor Mohammed. Leipzig, 1967

154 Gabriel, A., Kultur und Wirtschaftszentren an den Küsten des Persischen Golfes in Historisch-Geographischer Sicht. In: Festschrift G. Schneidel, Wien, 1967

155 Hinz, W., Das Reich Elam. Stuttgart, 1964

156 Hunke, S., Allahs Sonne über dem Abendland. Unser Arabisches Erbe. Frankfurt/Hamburg, 1965

157 Der Koran, In der Übertragung von Max Henning. Stuttgart, 1962

158 Paret, R., Mohammed und der Koran. Geschichte und Verkündigung des arabischen Propheten. Stuttgart, 1966

Aktuelle Probleme – Zeitungsartikel

159 Jeremias, G., Frauen in Iran, FAZ, 18.4.1964

160 Vocke, H., Hilfe für persische Bauern, FAZ, 8.1.1964

161 Iran/Entwicklungshilfe: Geld und Gas. Spiegel, 31.1.1966

162 Vocke, H., Ein sowjetisches Stahlwerk für Persien. FAZ, 23.7.1966

163 Persien/Schah: Sieben Nächte Jubel. Spiegel, 23.10.1967

164 Münchhausen, T.v., Lehrer in Uniform. FAZ, 31.10.1967

165 Mehnert, K., Die Landreform erweckt die Dörfer. CuW, 10.11.1967

166 Münchhausen, T.v., Kritik gehört nicht zu den Aufgaben des Madschlis. FAZ, 4.12.1967

167 Eilers, W. + G. Voigt, Impressionen aus einer persischen Kleinstadt (Eghlid). Gött. Tagbl., 8.10.1970

168 dies., Fruchtbare Äcker am Rande der Salzwüste. Osterr.RS. 5.11.1970

169 dies., So sieht Persiens Wirklichkeit aus. Gött.Tagbl., 17.11.1970

170 Janssen, G., Die iranische Wirtschaftspolitik ist mehrstimmig instrumentiert. Handelsblatt, 5.1.1971

171 -Kupferfieber im Iran. FAZ, 1.1.1971, Übersichtskarten und Topographische Karten

172 International Map of the World 1:500000. Military Survey, War Office. London, 1962, Blätter: 428B Teheran, 428C Esfahan, 444A Ahvaz, 444B Abadeh, 444C Shiraz, 444D Busher

173 World Road Maps, Scale 1:1000000. Series 1304 W. Middle East. Army Map Service, Corps of Engineers, US Army. Washington, D.C., 1962

Blätter 3 und 5

174 NIOC, Road Map of Iran 1:2500000. Teheran, o.J.

175 Ministry of Roads, Iran Highway Map 1:2500000. Teheran, o.J.

176 Autokarte Naher Osten 1:2000000. F&B, Wien, 1968

177 Sahab, Guide Map of Province of Persian Gulf & Oman Sea Ports and Islands, 1:1000000. Teheran, o.J.

Cf. Regionalkarten und Pläne unter 19, 20, 24, 25, 30

Thematische Karten

178 Bobek, H., Die südliche Lut (Iran). Geomorphologische Karte 1:600000. Entworfen auf Grund von Luftaufnahmen. Wien, 1955/56

179 Dewan, M.L., Soil Map of Iran 1:2500000. Soil Dept., Irrigation B., Ministry of Agric., Plan Organization and Food and Agric. Organization of the United Nations, Teheran, 1961

180 Dewan, M.L. + J. Famouri, Soil Potentiality Map of Iran 1:2500000. Expressed in Terms of Soil Limitations for Agricultural Production. FAO, Rome, 1963

181 Geological Maps and Sections of South-West Persia 1:1000000, International Geological Congress, Proceedings of 20th Session Mexico 1956. Prepared by the geological staff of the British Petroleum Co., Ltd., London/Teheran

182 Geological Maps Iran, 1:250000 Series (South-West Iran), with: Notes to Accompany 1:250000 Geological Maps. Survey Branch, The British Petroleum Company Ltd., (London), 1963

183 Sahab, Economic Map of Iran 1:3000000. Teheran, o.J.

184 Sahab, Iran. Agricultural Products 1:3000000. Teheran, o.J.

185 Sahab, Iran. River Bassins 1:3000000, Sources of Irrigation in Iran. Teheran, o.J.

186 Sahab, Iran. Physiographic Divisions, Physiography and national Bounderies 1:3000000. Teheran, o.J.

187 Sahab, Iran. Natural Vegetation 1:3000000, Classification of Iran Forests, their Situation and Approximate Area. Teheran, o.J.

188 Sahab, Iran. Soil Regions. Zonal Soil Groups 1:5000000, Teheran, o.J. (Photodruck)

Unveröffentlichte Materialien

189 Iran. Stadtverwaltung Eghlid, Karte Eghlid. Auskünfte

190 Iran. Agricultural College der Phlavi University Shiraz, Bashgad

Materialien im Rahmen des Forschungsprojektes Marvdasht-Becken und Takht e Djamshid Irrigation Projekt. Weitergehende Auskünfte über Landwirtschaft etc.

191 Schowkatfard, F. Pourafzal, H. + K. Hadjiwandi, Die Möglichkeit zu einer Erhöhung des Betriebseinkommens durch die Intensivierung der Teppichknüpferei in den ländlichen Betrieben der Provinz Fars (Deutschsprachige Zusammenfassung durch die Verfasser einer unveröffentlichten persischen Arbeit im Rahmen des Agricultural Colleges der Pahlavi University Shiraz, Bashgad)

192 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, Statistiken, meteorologische Übersichten, Auskünfte

193 Iran. Universität Esfahan, Auskünfte über geographische Arbeiten in Zentraliran

194 Iran. Ministry of Economy, Auskünste (Teheran)

195 Iran. Agricultural Insitute, Auskünfte (Karadj)

Verzeichnis der Karten

Karte 1

Iran. Klima

Tafel 1

Karte 2

Iran. Niederschläge

Tafel 2

Karte 3

Iran. Böden

Tafel 2

Karte 4

Fars. Bodenpotential nach Dewan

Tafel 3

Karte 5

Iran. Agrarregionen nach Bowen-Jones

Tafel 4

Karte 6

Iran. Anbaubedingungen (1)

Wasserhaushalt und Bewässerungszonen

Tafel 6

Karte 7

Iran. Anbaubedingungen (2)

Hydrographie und Versalzung

Tafel 6

Karte 8

Fars. Bewässerungssysteme

Tafel 8

Karte 9

Fars. Anbauprodukte

Tafel 11

Karte 10

Eghlid

Tafel 13

Karte 11

Becken von Shiraz

Tafel 17

Karte 12

Shiraz

Tafel 19

Karte 13

Iran. Bevölkerungsverteilung

a. Bevölkerungsdichte

Tafel 22

Karte 14

Iran. Bevölkerungsverteilung

b. Städtische Bevölkerung

Tafel 22

Karte 15

Iran. Bevölkerungsverteilung

c. Nomadenstämme

Tafel 22

Karte 16

Iran. Wirtschaft

Tafel 23

Karte 17

Fars. Planungen

Tafel 25

Übersicht 1

Bewässerungstechniken

Brunnen und Motorpumpe

Ghanat

Alter Brunnen

Endoreisches Becken

Tafel 10

Übersicht 2

Abadeh/Sharestan – Eghlid/City

Tafel 15

Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1, 2

Anbau im Talbecken des Pulvar Rud

Tafel 5

Abb. 3, 4

Bewässerungssysteme: Flussoase und Brunnen

Tafel 7

Abb. 5, 6, 7

Bewässerungssysteme: Ghanat und Motorpumpe

Tafel 9

Abb. 8, 9

Kulturpflanzen: Dattelpalme und Baumwolle

Tafel 12

Abb. 10, 11

Eghlid

Tafel 14

Abb. 12, 13

Umland von Eghlid

Tafel 16

Abb. 14, 15

Altstadt von Shiraz

Tafel 18

Abb. 16, 17

Gärten von Shiraz

Tafel 20

Abb. 18, 19

Randgebiete des Fars

Tafel 21

Abb. 20, 21

Das alte und das neue Persien

Tafel 24

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkungen 1

VORWORT 2

1. DIE BEZIEHUNGEN DER KULTURGEOGRAPHIE ZU DEN PHYSISCH-GEOGRAPHISCHEN WIRKUNGSFAKTOREN 4

1.1 Methodisches 4

1.2 Landwirtschaftliche Anbaugrenzen und ihre Abhängigkeit von klimatischen Faktoren 8

1.21 Die direkte Abhängigkeit 8

1.22 Beispiele zur Klimaabhängigkeit der Nutzpflanzen 9

1.23 Natürliche und ökonomisch-technische Anbaugrenzen 13

1.24 Die indirekte Wirksamkeit des Klimas 15

1.3 Natürliche Anbaugrenzen im Iran 19

1.31 Niederschlagsverteilung

Tafel 1, Karte 1: Iran. Klima n. 21

1.32 Der Einfluss der Temperatur im Klimageschehen 22

Tafel 2, Karten 2 und 3: Iran. A.: Niederschläge B.: Böden n. 23

1.33 Die Böden in Fars und ihre Bedeutung für die Nutzungsbegrenzung 24

Tafel 3, Karte 4: Fars. Bodenpotential nach Dewan n. 25

2. DIE STRUKTUREN DER LANDWIRTSCHAFT 26

2.1 Die Agrarregionen des Iran 26

Tafel 4, Karte 5: Iran. Agrarregionen nach Bowen-Jones n. 27

2.2 Zur Charakterisierung der Landwirtschaft 28

Tafel 5, Abbildungen 1 und 2: Anbau im Talbecken des Pulvar Rud n. 32

Tafel 6, Karten 6 und 7: Iran. Anbaubedingungen, Wasserhaushalt und Bewässerungszonen. Hydrographie und Versalzung n. 32

2.3 Die Landreform 32a

2.4 Bewässerungssysteme 35

Tafel 7, Abbildungen 3 und 4: Bewässerungssysteme: Flussoase und Brunnen n. 35

Tafel 8, Karte 8: Fars. Bewässerungssysteme n. 35

Tafel 9, Abbildungen 5, 6 und 7: Bewässerungssysteme: Ghanat und Motorpumpe n. 43

Tafel 10, Übersicht 1: Bewässerungstechniken. Brunnen und Motorpumpe

Ghanat, Alter Brunnen. Endoreisches Becken n. 43

2.5 Anbauprodukte in Fars 44

Tafel 11, Karte 9: Fars. Anbauprodukte n. 46

Tafel 12, Abbildungen 8 und 9: Kulturpflanzen: Dattelpalme und Baumwolle n. 46

2.6 Landwirtschaftliche Regionen in Fars 47

3. DIE KULTURLANDSCHAFTLICHEN REGIONEN IN BEISPIELEN 49

3.1 Die ländliche Siedlung Eghlid 49

3.11 Lage und Größe 49

3.12 Soziale Differenzierung und Bildungswesen 50

Tafel 13, Karte 10: Eghlid n. 51

Tafel 14, Abbildungen 10 und 11: Eghlid n. 51

Tafel 15, Übersicht 2: Abadeh/Sharestan – Eghlid/City n. 51

3.13 Siedlungsform 52

3.14 Zuordnung und Entwicklung des landwirtschaftlichen Umlandes 54

Tafel 16, Abbildungen 12 und 13: Umland von Eghlid n. 56

3.15 Teppichknüpferei und landwirtschaftliche Armut 57

3.2 Der Raum Shiraz. Entwicklung der Stadt-Land-Beziehungen 60

3.21 Naturgeographische Situation 60

3.22 Die landwirtschaftliche Situation des Shiraz-Beckens und seine Entwicklungsmöglichkeiten 61

Tafel 17, Karte 11:Becken von Shiraz. Kulturlandschaft n. 63

3.23 Shiraz. Beispiel für die Entwicklung städtischer Siedlung im Iran 64

3.24 Die Gliederung der Stadtregion von Shiraz 67

Tafel 18, Abbildungen 14 und 15: Altstadt von Shiraz n. 69

Tafel 19, Karte 12: Shiraz n. 69

Tafel 20, Abbildungen 16 und 17: Gärten von Shiraz n. 69

3.25 Die Randbecken in Fars und das Problem des Nomadismus 70

Tafel 21, Abbildungen 18 und 19: Randgebiete des Fars n. 74

4. ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNGEN 75

4.1 Die Stellung der Landwirtschaft im iranischen Wirtschaftssystem 75

4.2 Daten zur sozialen Situation 77

Tafel 22, Karten 13, 14 und 15: Iran. Bevölkerungsverteilung

a. Bevölkerungsdichte

b. städtische Bevölkerung

c. Nomadenstämme n. 78

4.3 Daten zur wirtschaftlichen Situation 80

4.4 Wirtschaftssituation und Planungen 86

Tafel 23, Karte 16: Iran. Wirtschaft n. 88

Tafel 24, Abbildungen 20 und 21: Das alte und das neue Persien n. 88

Tafel 25, Karte 17: Fars. Planungen n. 88

5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 89

Bibliographie 93

Verzeichnis der Karten 106

Verzeichnis der Abbildungen 108

Inhaltsverzeichnis

Anmerkungen

Anmerkungen:

1 Voigt, (46), a.a.O.

2 ibib., p. 2f.

3 ibid.

4 Franke, (81), Nutzpflanzen Bd. I, p. 299ff

5 ibid., p.289ff

6 ibid., p.286

7 ibid., p.282

8 Latefi, (104), a.a.O., p.59

9 Franke, (81), a.a.O., p.165ff

10 Latefi, (104), a.a.O., p.59

11 Franke, (81), a.a.O., p. 98ff

12 Karte 9, Tafel 11

13 cf. Ganssen, (58), a.a.O.

14 Dewan, (179), a.a.O.; cf. Karte 4, Tafel 3

15 Voigt, (46), a.a.O., p.12ff

16 Zur geologischen Gesamtsituation, cf. Voigt, (46), a.a.O., p. 31ff, dazu die Profile 1-5

17 Voigt, (46), a.a.O., p.15

18 Goblot, (52), a.a.O., insg.; Karte 1, Tafel 1; Karte 6, Tafel 6

19 Karte 2, Tafel 2

20 Karte 1, Tafel 1

21 Voigt, (46), a.a.O., p.55ff

22 Klimawerte nach verschiedenen Quellen: Fisher, C.H.I., (10), a.a.O.; Goblot, (52), a.a.O.; Iran. Ministry of Roads, (54), a.a.O.

23 Dewan, (179), a.a.O.

24 Dewan, (180), a.a.O.

25 ibid.

26 Abbildungen 1 und 2, Tafel 5; Karte 7, Tafel 6

27 cf. ‚bad-lands‘ in den USA

28 Karte 5, Tafel 4

29 In Persien gilt das Iranische Jahr nach islamischer Tradition. Es beginnt am 21 März (Nowruz) und zählt nach der Hedjra des Propheten Mohamad, nach unserer Zeitrechnung im Jahre 622 (1970=1348/49)

30 Vereinsbank, (17), a.a.O., p.18; Iran. Ministry of Information, (22), a.a.O., p.7; Statistisches Bundesamt, (31), a.a.O., p.17

31 Latefi, (104), a.a.O., p.4; Karte 7, Tafel 6

32 Kuros, (55), a.a.O., insg.

33 Latefi, (104), a.a.O., p.5

34 Übersicht 1, Tafel 10

35 Fars ist auch im heutigen Bewusstsein seiner Bewohner die geschichtliche Zentralprovinz und Wurzel Persiens, auch wenn seit dem Altertum nahezu alle Herrscherdynastien den nordiranischen, turkstämmigen Nomadenvölkern entstammen. cf. Iran. Bevölkerungsverteilung; Karten 13, 14, 15, Tafel 22

36 Dennoch ist der Düngemittelverbrauch, ein Indikator der Umstrukturierung, in Fars nicht höher als in anderen Regionen. Für ganz Iran belief er sich auf nur 47000t im Jahre 1967!

38 Bank e Melli, Bank e Sepah, Bank e Saderat, Bank Ethebarat, Kheshar varzi = landwirtschaftliche Kreditbank, Cooperativ-Kreditbank

40 Gharatchehdaghi, (115), a.a.O., p.54ff

41 Ministry of Information, (22), a.a.O., H.18, pp. 7-9

42 Gharatchehdaghi, (115), a.a.O., insg.

43 Kuros, (55), a.a.O., p.65ff.; Beckett, (77), a.a.O., div., u.a.

44 Abb. 5, Tafel 9

45 Karte 8, Tafel 8

46 Abb. 6, 7, Tafel 9

47 Karte 8, Tafel 8

48 cf. Karte 17, Tafel 25

49 Bémont, (96), a.a.O. insg.

50 Bahrani, (94), a.a.O.; cf. P.61f

54 Latefi, (104), a.a.O.; Goblot, (52), a.a.O.; Bémont, (96), a.a.O.; Kuros, (55), a.a.O.

55 Latefi, (104), a.a.O.

56 Karte 17, Tafel 25

57 Caponera, (98), a.a.O., pp.124-129

58 Abb. 8, Tafel 12

59 Abb. 9, Tafel 12

60 Shiraz wird oft als Stadt der „Gärten und Rosen“ bezeichnet

61 Karte 9, Tafel 11; cf. p.45

62 Vereinsbank, (17), a.a.O., p.22

65 Karte 9, Tafel 11

66 Vereinsbank in Hamburg, (17), a.a.O., pp.10-11

67 Daten zu Eghlid: Iran. Plan Organization, (40), a.a.O. und direkte Auskünfte und interne Karten der Stadtverwaltung (als Quelle auch für die Karte Eghlid, Karte 10, Tafel 13)

68 cf. p. 42f

69 Übersicht 2, Tafel 15

70 ibid.; Auch die jetzt praktizierte Ausbildung kann nicht als fortschrittlich gelten. Ihr Nutzen geht nicht weit über das Lesen- und Schreibenlernen hinaus. Lehrfreiheit gibt es im Iran nicht. Beispielsweise werden Vergleiche der sozialen Verhältnisse im Iran mit denen in westeuropäischen Ländern mit Sanktionen belegt.

Besonders kritisch ist dabei die Frage der Frauenemanzipation, die von traditionellen Kreisen bis heute aus vorgeblich religiösen Gründen verhindert wird.

Gespräche mit verschiedenen Lehrern zeigten die entwürdigende Abhängigkeit der Ausbildungsstätte von der staatlichen Funktionshierarchie.

71 Übersicht 2, Tafel 15

72 Karte 10, Tafel 13

73 Es geht das Gerücht um, dass das Geld für den weiteren Ausbau vor einigen Jahren in der Stadtverwaltung verschwunden sein soll!

74 Abb. 10, 11, Tafel 14 und Abb. 12, Tafel 16

75 Dewan, (179), a.a.O.

76 Dewan, (180), a.a.O.

77 Abb. 5, Tafel 9

78 Abb. 13, Tafel 16

79 In der Zuckerfabrik sprach man in Anbetracht von Größe und Form der Produkte nur von „Mohrrüben“!

80 Abb. 1, 2, Tafel 5

81 Schowkatfard, (191), a.a.O., unveröffentlicht

82 Schowkatfard, (191), a.a.O., unveröffentlicht

83 ibid.

84 Schowkatfard, (191), a.a.O., unveröffentlicht

85 Man denke z.B. an die in Shiraz begrabenen Dichter Hafez und Saadi. Abb. 17, Tafel 20

86 Bahrani, (94), a.a.O.

87 Bahrani, (94), a.a.O.

88 Bahrani, (94), a.a.O.

89 Bausani, (151), a.a.O.

90 Bausani, (151), a.a.O.

91 Abb. 20, Tafel 24

92 Abb. 17, Tafel 20

93 Abb. 14, 15, Tafel 18 Karte 12, Tafel 19

94 Clarke, (127), a.a.O., p. 134ff

95 Clarke, (127), a.a.O.

105 Iran. Ministry of Interior, (38), a.a.O.

107 Cf. Arasthe, (62), a.a.O.

108 Iran. Ministry of Interior, (38), a.a.O.

109 Karten 13, 14 und 15, Iran. Bevölkerungsverteilung (Tafel 23)

110 Cf. p.72f

111 Cf. Lit. 34, 38, 39, 40, 31

113 Cf. Beheschti, (79), a.a.O., und Pourafzal, (91), a.a.O.

114 Cf. Iran. First National Census of Agric., (34), a.a.O.

121 Vereinsbank, (17), a.a.O., p. 28

126 Abb. 21, Tafel 24.

127 Karte 17, Tafel 25

128 Ibid., Karte 16, Tafel 23

129 Karte 17, Tafel 25

130 Karte 16, Tafel 23

Impressum zu dieser Veröffentlichung:

Geographische Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970  (Band 2)

Wilfried Eilers.
Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.

Ergebnisse von Untersuchungen in Fars während einer Reise im Sept. und Okt. 1970

Schriftliche Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie

Betrifft: Az.: HG 61 vom 30.10.70

Eingereicht am 1.3.71 beim Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und Realschulen

Meldung zum Staatsexamen im Sommersemester 1971, am 10.7.70

Zur Prüfung bei: Prof. Dr. H. Mensching

Geographisches Institut. Technische Universität Hannover

Vorgelegt als Typoskript.

Wilfried Eilers

Matrikel-Nr. 2-0567

Zur Internetausgabe:Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (Vgl. Impressum/Kontakte)

Zu der Kartenwiedergabe: Achtung, 2009/2011:
Die vielen Karten und Abbildungen in dieser Staatsexamensarbeit haben durch die fast vierzig jährige Lagerung des Typoskriptes erheblich gelitten.
Wir haben uns bemüht sie technisch aufzubereiten und lesbar zu machen, was aber nicht zu einwandfreien Ergebnissen geführt hat. Bei einer entsprechenden Vergrößerung im Browser sind die Karteninhalte jedoch wohl einwandfrei zu erkennen und auszuwerten.
Wir bitten um Verständnis! Danke!

Bei der Vorbereitung der Internetausgabe und der Textaufnahme war entscheidend beteiligt
Sergej Grimm, Abiturient der Bismarckschule Hannover 2009

Ihm gilt ganz herzlicher Dank!

Stand: 28.01.2011

   
   

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Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: Sept. 1970

Letzte Bearbeitung: 28.01.2011

   
   

 

     
   

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URL: http://www.iran-didaktik.de

Stand: 08.04.2011

Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (vgl. Impressum)