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Inhaltsverzeichnis
Impressum zu dieser Veröffentlichung:
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Kartenwiedergabe
Gerhard
Voigt
Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge
und Küste des
Persischen Golfes
Geographische
Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970
Band 1:
Gerhard Voigt. Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen
Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes
Band 2:
Wilfried Eilers. Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge
und Küste des Persischen Golfes.
Danksagung
Bei der Durchführung der
Untersuchungen in Iran waren uns – G. Voigt und W. Eilers – viele Personen
und Dienststellen mit Rat und Tat behilflich; ihnen allen sei an dieser
Stelle unser Dank ausgesprochen.
Besonders erwähnen möchten wir
dabei insbesondere unsere persischen Freunde, die uns manche wichtige
Information geben konnten; so stellvertretend für viele andere:
Herr Mostafa Mostafawi, im
Landwirtschaftsinstitut Karadj,
Herr Hsung Deghan, im
Wirtschaftsministerium Teheran,
Herr Prof. Schafaghi,
Geographisches Institut der Universität Esfahan,
Familie Mostafawi in Eghlid,
Herr Fereidun Towhidi, Shiraz,
Herr Dozent F. Schowkatfrad und
Herr Dozent H. Pourafzal, im
Agricultural College der Pahlavi Universität von Shiraz, Bashgad,
und insbesondere
Herr Djalil Mostafawi, Hannover.
Impressum zu dieser Veröffentlichung
Inhaltsverzeichnis
Verzeichnis der Karten
Verzeichnis der Abbildungen
Bibliographie
Anmerkungen
Home
1.
Einleitung
1.1 Aufbau und
thematische Abgrenzung
Einige Vorbemerkungen zum Aufbau
der Arbeit und zur Abgrenzung es Themas seien einleitend vorausgeschickt.
Hervorgegangen ist die Arbeit
aus einer längeren Reise in das Untersuchungsgebiet. Dabei wurden einige
Kartierungen in Angriff genommen, die sich in der vorliegenden Arbeit
insbesondere auf Morphologie und Vegetation des Raumes bezogen, während
gleichzeitig sich w. Eilers mit den kulturlandschaftlichen Geofaktoren
beschäftigte.
Schon von der Themenstellung her
waren beide Arbeiten als aufeinander bezogen konzipiert, mit dem Ziel,
eine abzugrenzende Region zwischen Zagros und dem Persischen Folg unter
zwei verschiedenen Gesichtswinkeln zu analysieren und interpretieren: Zum
einen von Seiten einer naturgeographischen Fragestellung, die gleichwohl
die Probleme der anthropogenen Nutzbarkeit und Veränderung der Landschaft
im Auge behalten soll, zum anderen aus der Sicht der anthropogenen
Strukturen, die sich in der vorgegebenen Naturlandschaft manifestieren.
Beide Arbeiten sind daher als zwei Teile einer Einheit anzusprechen.
Es war daher notwendig, eine
sinnvolle thematische und materialmäßige Abgrenzung zu finden, die
Wiederholungen auf das Notwendigste beschränkt. Eine ganze Reihe der in
der vorliegenden Arbeit wichtigen Aspekte, die von den naturgeographischen
Landschaftselementen hinüberführen zu einer kulturgeographischen
Problematik wurden daher verkürzt auf Verweise auf die entsprechenden
Stellen der Arbeit von Eilers. Umgekehrt beschränkt sich auch jene Arbeit
bei der Analyse der naturgeographischen Voraussetzungen für die
Kulturlandschaft auf Hinweise zu den entsprechenden Abschnitten der
vorliegenden Arbeit
.
Aus der gemeinsamen
Kartierungsarbeit ergab sich daher auch eine weitgehende Übereinstimmung
in Bezug auf die Einschätzung der grundsätzlichen Problematik dieses
Raumes. Auch was die praktischen Erfordernisse der Ausarbeitung
(Abstimmung und Koordination von Inhalt, gegenseitigen Verweisen und die
äußere Form der Schriftstücke) angeht, konnte Übereinstimmung erzielt
werden.
Eine gewisse Vereinfachung wurde
dadurch erreicht, dass die topographische Grundlage einer größeren Anzahl
von Karten entsprechend der gemeinsamen Themenstellung gleich war und
gemeinsam erarbeitet werden konnte. Für Karteninhalt und den
wissenschaftlichen Inhalt der Arbeit zeichnet jedoch jeder der Autoren,
soweit es über unabdingbare technische Kooperation hinausgeht, selbst
verantwortlich.
Nun zum Thema selbst.
Von der Themenstellung her wurde
die Abgrenzung des Gebietes bewusst modifizierbar gehalten und die
endgültige Abgrenzung von den Untersuchungsergebnissen im Zusammenhang mit
der hinzugezogenen Literatur abhängig gemacht. So ergaben sich zum einen
durch die zeitliche und – im Zusammenhang mit dem verfügbaren Fahrzeug –
gewisse räumliche Begrenzungen der Arbeit im Gelände. Nur verkehrsmäßig
für PKW erschlossene Gebiete konnten unmittelbar aufgesucht werden. Aus
diesen Räumen erhielten wir damit die exemplarischen Beispiele und das
Anschauungsmaterial für die mehr theoretische Betrachtung des
geographischen Geschehens in dem Untersuchungsgebiet.
Die Grenzen des
Untersuchungsgebiets sind aus einer komplexen Faktorenanalyse
physisch-geographischer und kulturlandschaftlicher Einzelelemente
hervorgegangen.
Dies war umso leichter, als in einem technischen und landwirtschaftlich
noch wenig entwickelten Gebiet, das gleichzeitig durch seinen semi-arid
bis ariden Charakter eine weitaus stärker prägende Charakteristik der
naturgeographischen Wirkungsfaktoren aufweist, die verschiedenen Grenzen
in der Mehrzahl zusammenfallen.
1.2 Quellenlage
Ein Erschwernis, sowohl der
Arbeit im Gelände, als auch der weiteren Ausarbeitung ergab sich aus der
Quellenlage.
Die wichtigsten Hilfsmittel des Geographen sind Karten. Doch gute
topographische Karten für Iran sind nicht vorhanden. Wir mussten daher als
Kartierungsgrundlage Blätter der Weltkarte 1:500 000 und verschiedene
Karten der Maßstäbe 1:1 000 000, 1:2 000 000 und 1:3 000 000 benutzen.
Zudem sind diese Karten in jeder Hinsicht mangelhaft, in der
Straßenführung veraltet, in Beschriftung und Gebirgsdarstellung
unzuverlässig. Ergänzungen zu den Informationen dieser Karten im ohnedies
sehr ungünstigen Maßstab, mussten daher vielerorts aus der Befragung
Einheimischer und aus eigenen Beobachtungen gewonnen werden.
Amtliche Karten hat Iran nicht
veröffentlicht. Das geologische Kartenwerk 1:250 000 ist unvollständig
und, bei gleichwohl detaillierter geologischer Zeichnung und gutem Druck
(ed. British Petroleum), in seiner topographischen Grundlage spärlich und
veraltet. Gebirgsnamen sind dabei teilweise in unüblichen Formen angegeben
und Flussverläufe unvollständig eingezeichnet. Das für die Übersicht
ausgezeichnete geologische Kartenwerk 1:1 000 000 Südwest-Persien, ist
durch seinen Maßstab für die Arbeit im Gelände nicht geeignet.
Die thematische Kartographie
liegt in Iran sehr im Argen. Sehen wir von regionalen Spezialkarten in
wissenschaftlichen Veröffentlichungen ab,
bleiben nur noch die Karten des kartographischen Institutes Sahab in
Teheran. Bis auf die schön gestalteten ornamentalen Ränder weisen diese
Karten wenig Vorzüge auf. Charakteristikum von Sahab-Karen ist: Fehlende
Topographie, generalisierende und unzutreffende Abgrenzungen und
unwissenschaftliche Kategorienbildung. In manchen Fällen war jedoch ein
Rückgriff auf diese Karten nicht zu vermeiden.
So konnten aus der Literaturlage
gewisse Grenzziehungen mangels eigener Beobachtungsmöglichkeiten nicht mit
jener Sicherheit gezogen werden, die in einer wissenschaftlichen
Veröffentlichung notwendig wäre. Ein Lichtblick in der thematischen
Kartographie in Iran sind die FAO-Bodenkarten von Dewan, auf die wir uns
an gegebener Stelle in unseren Arbeiten mehrfach stützen werden.
Die wissenschaftliche Literatur
ist umfangreich, z.T. aber, gerade weil Iran in einer stürmischen
Entwicklung begriffen ist, veraltet. Es würde den Rahmen dieser Arbeit
sprengen, die mehr der unmittelbaren Landschaftsanalyse verschrieben ist,
hier eine umfassende Literaturdiskussion einzuleiten.
Eine große Anzahl der
bearbeiteten Literatur konnte um Rahmen unseres Themas nicht ausgewertet
werden, da die Verfasser in anderen Gebieten Irans Schwerpunkte ihrer
Forschungen sahen und für unseren Raum keine bekannten wissenschaftliche
Ergebnisse vortrugen. Spezialarbeiten für den Raum der Provinz Fars und
der vorgelagerten Golfküste fehlen fast ganz; das Thema musste daher neu
abgegrenzt und bearbeitet werden.
Für eine erste Information von
großer Bedeutung ist die neuerscheinende Reihe ‚The Cambridge History of
Iran‘ deren erster Band, herausgegeben von Fisher, sich mit den
geographischen Problemen beschäftigt. Soweit es uns möglich war, haben wir
Zitate, um sie in leicht erreichbarer Form der C.H.I. übernommen, auch
wenn entsprechende Angaben in der weiteren Literatur vorlagen.
Daneben wurden angegebene Statistiken verschiedener Dienststellen und
Behörden,
sowie ausführliche Auskünfte unserer persischen Freunde in Teheran, Eghlid
und Shiraz benutzt.
Ein Problem bei der weiteren
Ausarbeitung war es, eine sinnvolle Schreibweise der iranischen Orts- und
Eigennahmen zu finden.
Für das Farsi, das im arabischen Alphabet geschrieben wird, gibt es keine
offizielle lateinische Transkription. Englische, französische und der
deutschen Aussprache angepasste Schreibweisen stehen im Lande selbst und
in den Publikationen nebeneinander.
Uns ging es nun darum, einen Kompromiss zu finden zwischen in Deutschland
eingebürgerten Schreibweisen, die die schnelle Orientierung erleichtern
und der in den einzelnen Regionen in Iran sehr unterschiedlichen
Aussprache angepassten Schreibweise. Folgende Schreibweisen wurden dabei
bevorzugt:
Der unbetonte Laut i/e
wurde als e geschrieben (Esfahan). Für den Doppellaut d/weiches
sh wurde dj gebraucht, als Rachenlaute kamen entsprechend der
heute in Iran vorherrschenden Schreibweise gh (statt q,
Ghom, Ghazvin) und kh (mit stärkerer r-Komponente,
Khurrami) zur Anwendung. Z ist gleich s (Shiraz),
sh gleich sch (Busher). Kleinere Unterschiede in der
Schreibweise ließen sich dennoch nicht immer ganz vermeiden.
Literatur in farsi konnte
nur auszugsweise (anderssprachige Zusammenfassung) bzw. als Übersetzung
durch persische Freunde herangezogen werden. Wissenschaftlich ist das
jedoch kein größerer Verlust, da wissenschaftliche Literatur fast
ausschließlich – auch von Persern – in englischer und französischer, z.T.
auch in deutscher Sprache erscheint. Auch amtliche Veröffentlichungen und
Statistiken sind zweisprachig erschienen: farsi/englisch. Aus dem
vorhandenen Material musste eine sehr kritische Auswahl getroffen werden,
da der Inhalt einer Nachprüfung nicht immer standhält, denn Iran gehört zu
den Ländern, in denen die Erfassung geographischer, klimatischer und
statistischer Daten wenig entwickelt ist. Dass in der amtlichen Statistik
propagandistische Verzerrungen die wissenschaftliche Brauchbarkeit
vermindern, ist aus vielen anderen Ländern ähnlicher, nicht-demokratischer
Regierungsstruktur bekannt und in Rechnung zu stellen.
Unsere Aufgabe war es nun,
brauchbare Fakten und Meinungen aus der Literatur komperativ
herauszuziehen und sie mit den eigenen Erfahrungen im Lande zu
konfrontieren, um zu einem wissenschaftliche stichhaltigen Ergebnis der
Analyse von Natur- und Kulturlandschaft dieser Kernprovinz Irans zu
kommen.
Tafel 1 . Karte1: Iran. Übersicht
1.3 Die
Abgrenzung des Untersuchungsgebietes
Ein gewisses Problem ist die
Abgrenzung des Untersuchungsgebietes.
Neben den vielen Zufälligkeiten, wie der Erreichbarkeit und der Relation
zum Zeitaufwand, müssen auch einige thematische Begründungen für die
gewählte Abgrenzung herangezogen werden.
Der Kernbereich des
Untersuchungsgebietes ist das Zagrosgebirge. Nach Südwesten hin wären zwei
mögliche Begrenzungen vertretbar, die sowohl natur- als auch
kulturlandschaftliche bestimmenden Charakter tragen:
- der scharf ausgeprägte Rand
des Zagros zur Küstenebene hin
- die Küste selbst;
da diese jedoch als Grenze
zwischen Meer und Land höherwertigen Charakter trägt, wurde sie gewählt,
obwohl die Küstenebene vom heutigen Landschaftsbild her einen
Sondercharakter trägt, der wenig gemein hat mit dem weiten
Untersuchungsgebiet.
Andererseits darf man aber nicht
vergessen, dass die Genese der Küstenräume als Vermischungsgebiet
marin-limnischer Sedimentation mit terrestrischen Aufschüttungen
(Glaciskörper) eng verknüpft ist mit den Abtragungsvorgängen im Zagros,
also wichtige naturgeographische Grüne für die Hineinnahme in die
Untersuchung sprachen. Die Nordostgrenze des Untersuchungsgebietes ist
durch den Übergang des Zagros zu den Hochflächen gegeben. Es fällt schwer,
in diesem Übergangsraum eine exakte Grenze festzulegen, da sich hier die
Beckenlandschaften des Zagros kontinuierlich weiten zu den inneriranischen
Hochflächen.
Pragmatisch wurde daher die
Grenze mehr oder weniger parallel zur Straße Deh-Bid – Surmagh – Abadeh –
gelegt. Schwieriger wurde die Abgrenzung nach Osten bzw. nach Westen, da
hier die Landschaftseinheiten dem Verlauf und der Struktur des
Zagrosgebirges in seiner Nordwest-Südost Erstreckung folgen.
Feste Begrenzungslinien sind
hier nirgends zu finden. So müssen wir aus dem Bereich fließender
Übergänge Grenzen herausisolieren. Sicher ist jedoch, dass das Gebiet von
Fars einen eigenen naturlandschaftlichen Typus darstellt, der bis heute
auch die kulturlandschaftlichen Strukturen prägt.
Nach Nordwesten hin folgt dem
zentralen Zug der Hohe Zagros, der durch stärkere Faltung gegenüber dem
von Geologen zeitweise als Farsschild bezeichneten Gebiet strukturell
deutlich abweicht. Der geologischen Struktur nach entspricht der Zagros,
um einen entfernt liegenden Vergleich zu gebrauchen, annäherungsweise der
germanotypen Faltung im deutschen Mittelgebirge. Strukturelle
Ähnlichkeiten zu vielen Randgebieten der alpinen Hebung finden wir im
gesamten Verlauf des Gebirgszugs. Die typischen Züge sind: einfache
Faltung, vorherrschen mesozoischer und tertiärer Gesteine, deutliche
Strukturachsen. Der Typ dieser Faltung, größere und absolute
Höhenunterschiede, mehr Störungslinien. Im Osten Auflösung der
geschlossenen Höhenzüge zu einzelnen Gebirgseinheiten.
Die präzise Abgrenzung erfolgte
daher nach den einzelnen Kartierungen differenziert. Im großen und ganzen
beschränkt sich das Untersuchungsgebiet, welches ja der
kulturlandschaftlichen Arbeit von Eilers ebenfalls zugeordnet ist, auf den
Einflussbereich von Shiraz, der in etwa gekennzeichnet ist durch die
Ortschaften Ardekan im Westen, Abadeh, Eghlid im Norden, Fasa, Sarvestan
und Firuzabad im Osten.
Tafel 2 . Karte 2: Fars.
Übersichtskarte
1.4
Geographische Lage
Es ist angebracht, die
geographische Lage dieses Gebietes etwas näher ins Auge zu fassen.
Im weitesten Sinne handelt es
sich um eine Gebirgslandschaft zwischen den innerpersischen Hochflächen
und dem Persischen Golf. Zwei Einflusssphären berühren dieses Gebiet:
Darauf wird bei der Analyse des
Klimas, insbesondere der Druck- und Strömungsverhältnisse noch näher
einzugehen sein.
Unser Gebiet liegt im Bereich
zwischen 29° und 31° N und 50° bis 53° E und liegt im Bereich des vorder-
bis mittelasiatischen Hochlandes. Der Gebirgszug des Zagros kommt aus dem
Hochgebirgsknoten von Azerbeidjan und führt in einem weiten Bogen entlang
an der Tiefebene des Zweistromlandes und der Küste des Persischen Golfes
bis hin zur Straße von Hormuz. Er erreicht im Hohen Zagros Höhen von über
5000m, in unserem Gebiet noch rund 4000m und sein Gebirgsfluss im
Südwesten reicht herab bis fast zum Meeresspiegel.
Nordöstlich vom Zagros befinden
sich die rund 1200-2000m hohen, inneriranischen Hochflächen, die im Norden
zum Kaspisee hin durch die Elbruzkette, die sich in ihrer Verlängerung
weiter nach Afghanistan und zum Himalaya erstreckt, im Osten von einigen
niedrigen Ketten und dem Tiefland von Sistan begrenzt wird.
1.5.
Verwaltungssituation
Iran, früher Persien, ist eine
konstitutionelle, erbliche Monarchie mit dem Staatsoberhaupt Shah Mohamad
Reza Pahlavi, der eine ganze Reihe Machtbefugnisse in seiner Person
vereinigt. Die Verwaltung ist streng zentralistisch auf Teheran
ausgerichtet und gliedert das Land in eine mehrfach geänderte Zahl von
Ostane (Provinzen). Das Untersuchungsgebiet liegt in der Provinz Fars und
reicht in seinem Südteil hinab in den Ostan ‚Häfen und Inseln des
Persischen Golfes‘. Dieser Ostan ist verwaltungstechnisch mit Fars
verbunden und war ehemals ein Unterbezirk des Gesamtostans ‚Fars-Banader‘.
Hauptort ist Busher. Zentralort der Provinz Fars ist der Ort Shiraz. Am
Nordrand stößt das Untersuchungsgebiet an den Ostan Esfahan und im Westen
an den durch seine Erdölfunde wirtschaftlich bedeutsam gewordenen Ostan
Khuzistan. Fars ist die Kernprovinz des altpersischen Reiches gewesen
(Persepolis, Naghsh e Rostem, Pasargadae), war im Mittelalter bedeutendes
geistiges Zentrum (Hafez, Saadi) und später im 18. Jh. Regierungssitz der
Zand-Prinzen (Karim Khan Zand).
Nach diner Periode des
Niederganges erlebt die Region Shiraz heute den Anstoß zu neuer
Entwicklung.
Aufgeteilt ist die Provinz in
einzelne Sharestane (Regierungsbezirke). Diese gliedern sich weiter in
Regionen und Gemeinden oder Städte. Die Verwaltung wird von der
Zentralregierung ernannt.
2. Analytischer Teil
2.1 Die
physisch-geographischen Prozesse und Wirkungsfaktoren und ihre
Funktionsverflechtung
Die Kulturlandschaft ist der
Lebensraum des Menschen. Die naturgeographischen Voraussetzungen in dem
Untersuchungsgebiet zu analysieren, bedarf einiger theoretischer
Vorüberlegungen, um die landschaftsbildenden Prozesse und ihre Valenzen
bei der regionalen Analyse entsprechend einordnen zu können. Um noch
einmal auf die Kulturlandschaft zurückzukommen:
Sie ist eingegliedert und in
einem komplexen Bedingungsgefüge statisch und genetisch mit den
Landschaftseinheiten verbunden. Diese werden zu allererst von den
physisch-geographischen Faktoren geprägt und definieren die Landschaft als
„Eignungsraum“ für menschliches Leben und Handeln. Bestimmende Faktoren
der Landschaftseinheiten sind die Oberflächenform und die Vegetation,
welche wechselseitig voneinander abhängig sind. Neben seinen unmittelbaren
Einflüssen auf die menschliche Handlungsweise ist das Klima sowohl für die
Oberflächenform, als auch für die Vegetation ein bestimmender Faktor.
Daneben tritt das bereitgestellte Gesteinmaterial
Der Formungsprozess der
Landschaft setzt voraus die Faktoren Verwitterung (Bodenbildung) und
Abtragung.
Die Abtragung ist anhängig von
dem Vorhandensein eines relativen Höhenunterschiedes (Erosionsbasis) und
von dem klimatischen Faktor Niederschlagsmenge.
Die Verwitterung (Bodenbildung)
ist abhängig von dem Komplex verschiedener Klimafaktoren und dem
vorhandenen Material.
Daneben hat der Boden bzw. die
Art des Bodens durch seine Nutzbarkeit (Bodengüte) eine direkte Bedeutung
für den Lebensraum des Menschen.
Die Vegetation in einem
größtenteils ariden Gebiet, wie es das Untersuchungsgebiet darstellt,
neigt zu individuellen bzw. ökologischen Kümmerformen, bis hin zum
Verschwinden der Vegetation in der Wüste.
Individuelle Kümmerformen sind
entweder lokal verminderter Wuchs oder das Vorhandensein spezifisch
angepasster Arten (Xerophyten).
Ökologische Kümmerformen sind
maccienähnliche Bestände, im Gebirge die Garrigue und weiterhin die
verschiedenen Formen der Steppe.
Neben der unmittelbaren
Bedeutung durch die geringe Nutzbarkeit dieser Vegetationsformen hat dies
wesentliche Folgen für Bodenbildung und Oberflächenform, die sich
folgendermaßen charakterisieren lassen:
-
Das Nichtvorhandensein einer
geschlossenen Vegetationsdecke begünstigt die direkte Abtragung
vorhandenen Feinmaterials durch den Oberflächenabfluss
-
Andererseits erschwert es
durch das Fehlen von Humussäure und anderen organischen Substanzen die
chemische Verwitterung
Vorherrschende
Zerkleinerungsmechanismen sind hier
-
Die physikalische Verwitterung
(durch Temperaturunterschiede in den Hochlagen durch Frost)
-
Die direkte Lösung in Wasser
(Karstprozesse im Kalk) und
-
Die mechanische Aufbereitung
durch Reibung der Gesteinseinheiten (Schutt beziehungsweise Schotter)
gegeneinander und auf dem Anstehenden.
Das hat spezifische Folgen für
die Morphologie dieses Gebietes, welches wir noch näher zu analysieren
haben.
Der vielgestaltigste
Wirkungsfaktor ist, wie aus dem vorangegangenen schon ersichtlich wurde,
das Klima. Dass dabei die unmittelbaren, nicht durch sekundär beeinflusste
8bodenchemische bzw. vegetationsvermittelte) Prozesse im Vordergrund
stehen, wurde schon deutlich.
Das Klima wirkt auf
verschiedenen Wegen bei der Landschaftsgestaltung mit:
-
Durch direkte
Erosionsleistung, abhängig von der Niederschlagsmenge
-
Durch Einflüsse auf die
Bodenbildung mit folgenden Faktoren:
-
Temperatur: Hitze- und
Frostsprengung, Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit chemischer
Prozesse
-
Niederschlagsmenge:
Bodenbildung verlangt für die chemische Umsetzung Wasser. Verkarstung
und ähnliche Vorgänge sind wasserabhängig.
-
Niederschlagsverteilung:
Chemische Prozesse brauchen kontinuierliche Durchfeuchtung,
physikalische Prozesse werden begünstigt durch größere Wassermengen in
der Zeiteinheit. Landdauernde aride Perioden unterbrechen bzw.
verhindern die chemische Verwitterung; Wechsel von ariden Perioden und
Niederschlägen führen zu einem spezifischen Produkt: der Krustenbildung,
welche später der Erosion erheblichen Widerstand entgegensetzt.
-
Durch den Einfluss auf die
Vegetation, die während der Wachstumsperiode eine spezifisch
definierbare, zeitlich andauernde Feuchtigkeitsmenge benötigt. Aridität
vermindert geschlossene Vegetationsdecken mit den geschilderten Folgen
für die Landschaftsgestalt.
Für die naturgeographische
Analyse ist es daher wichtig, die Klimafaktoren in ihrer unterschiedlichen
Wertigkeit zusammenzufassen in einer regionalen klimageographischen
Gliederung.
Die Voraussetzung der klimatisch
gesteuerten Abtragungs- und Formungsprozesse ist jedoch Art und Struktur
des vorhandenen Materials, seine geotektonische Struktur. Gerade in
Trockengebieten treten geologische Strukturlinien durch die klimabedingte
selektive Abtragung deutlich zutage.
Im Untersuchungsgebiet ist die
Großgliederung der Landschaftseinheiten konform mit den
geologisch-tektonischen Einheiten: Becken und Gebirgszüge sind als
Großformen durch die Gesteinslagerung angelegt. Erst ihre Ausgestaltung
ist das Produkt der morphologischen Prozesse.
Im Folgenden werden wir uns
daher auch mit der geologischen Situation, auch an Hand von einigen
Profilen befassen, um dann zu versuchen, geographisch relevante
Klimafaktoren zu isolieren und damit die klimageographische Stellung des
Untersuchungsgebietes zu charakterisieren. Die geomorphologischen Folgen
sind danach kurz zu betrachten, mit dem Ziel, anschließend ein Bild der
naturgeographischen Gesamtsituation geben zu können.
Das Problem ist dabei, unter
Berücksichtigung der geographischen Wirkungsfaktoren, die Bedeutung der
Naturlandschaft als Voraussetzung menschlichen Lebens und Wirtschaftens
erkennbar zu machen, sie zu charakterisieren, gliedern und abzugrenzen.
2.2
Klimatische Systematik und Regionalisierung
2.21
Quellenlage
Entsprechend dem Thema dieser
Arbeit, die die naturgeographischen Geofaktoren in ihrer Bedeutung für den
Lebensraum des Menschen untersuchen soll, ist auch das Klima unter diesem
speziellen Aspekt zu untersuchen. Es wäre verfehlt, hier zu versuchen,
eine vollständige Analyse aller Klimafaktoren zu geben. Es soll vielmehr
versucht werden, die geographisch relevant werdenden Einzelzüge des Klimas
zu untersuchen und damit hinzuführen auf eine klimageographische
Einordnung des Untersuchungsgebietes in ein Gliederungssystem von Iran.
Methodisch stehen dabei zwei Aspekte im Vordergrund:
-
Die vergleichende Analyse
einzelner Klimawerte aus dem Untersuchungsgebiet und den umliegenden
iranischen Stationen, sowie
-
Der wertende Vergleich
vorliegender klimageographischer Gliederungen im Raum Iran.
Ein besonderes Handicap der
klimageographischen Regionalisierung von Iran ist gegeben durch das
mangelhafte Beobachtungsmaterial. Das auch heute noch keineswegs
engmaschige Netz von Klimastationen ist erst in den letzten Jahren mit
Hilfe der UNESCO aufgebaut worden, hauptsächlich mit Blick auf die
Erfordernisse des Luftverkehrs. Langfristige Beobachtungsreihen liegen
daher noch kaum vor. Es ist deshalb auch nicht möglich, das für Iran
bestimmende klimageographische Problem der Aridität quantitativ exakt zu
erfassen, Besonders auch im Raum Fars, der durch seine Nord-Süd
Erstreckung und durch eine vertikale Erstreckung vom Meeresspiegel bis auf
über 4000m Höhe klimatische reich gegliedert ist, liegen zuverlässige
Beobachtungsreihen zu keinem bestimmenden Klimafaktoren vor.
Von allergrößter Bedeutung wäre
die Diskussion über die verschiedenen vorliegenden Ariditätsberechnungen.
Die Grenzziehung der
verschiedenen Klimagebiete in Fars ist die Voraussetzung für die Analyse
der unterschiedlichen Eignungen des Lebensraumes des Menschen. Wenn
jedoch, wie wir im Klimadiagramm von Shiraz
gesehen haben, noch nicht einmal das durchschnittliche Regenmaximum mit
hinlänglicher Sicherheit errechnet worden ist, wäre es müßig, diese
Diskussion schon jetzt weiter zu verfolgen.
Tafel 3 . Karte 3: Iran.
Niederschläge
2.22 Klimadaten
von Iran und ihre Repräsentation im Untersuchungsgebiet
Für die Beurteilung der
klimatischen Situation eines Landes sind zunächst einmal die Niederschläge
und ihre jahreszeitliche Verteilung von Bedeutung. Diese mit Temperatur
(Verdunstungskoeffizienten) und den Abflussverhältnissen in Verbindung zu
bringen, lässt wesentliche Schlüsse zu auf die agrarische Nutzbarkeit des
Landes. Die Niederschlagskarte für Iran zeigt eine bezeichnende Situation.
Die Aridität ist ein
wesentliches Merkmal weiter Teile dieses Landes, nur die Kaspiküste trägt
einen völlig anderen klimatischen Charakter. Wir brauchen dieses Gebiet in
unseren Analysen doch nicht näher zu beleuchten. Die weitere
Niederschlagsverteilung folgt den von den Gebirgen vorgegebenen
Strukturen. Regensummen von über 1000 mm p.a. finden wir sowohl in der
Elbruzkette, im Azerbaidjanischen Gebirge, als auch im Zuge des Zagros.
Nach Süden hin zur Golfküste nimmt die Niederschlagsmenge ab bis auf rund
200 mm p.a., nach Nordosten hin, zu den inneriranischen Wüstenbecken (Dasht
e Kewir, Dasht e Lut) sogar bis auf unter 100 mm.
Wichtiger noch als die absoluten
Summen ist die Niederschlagsverteilung im Jahr. Ein ausgesprochener
Wechsel von Trockenzeit und Niederschlagsperiode ist hier in Iran zu
finden, dabei vereinigt der Winter auf sich die bedeutendsten Regenmaxima,
so in unserem Bereich zwischen 60 und 65 % des Jahresniederschlages.
Das Frühjahr bringt noch einige Niederschläge zwischen 10 und 25 %,
während der Sommer in unserem Gebiet zwischen 0 und 10 % der Niederschläge
aus sich vereinigt. Im Herbst beginnen wieder die ersten Niederschläge
nach der Trockenperiode. Dieses wird noch deutlicher, wenn wir die
Klimawerte für die Stadt Shiraz von 1967 betrachten.
In den Monaten Juni bis einschließlich Oktober finden wir nur 0,1 mm
Niederschlag, d.h. keinen Tag mit wirklichem Niederschlag. Dagegen schon
im November das Maximum von 138,9 um bei neuen Tagen mit mehr als 1 mm
Niederschlag um 4 Tage mit mehr als 10 mm. Weiteren Regen finden wir an 29
Tagen bis in den April hinein. Die gesamte Niederschlagsmenge dieses
Jahres betrug 390,7 mm. Ein ähnliches Bild gibt uns auch Busher, wo der
März, sowie der Mai bis Oktober ohne nennenswerte Regentage bleiben. Es
ist selbstverständlich, dass die Landwirtschaft diesen Werten besondere
Bedeutung zumessen muss.
Für diese Zwecke und maßgeblich
für die morphologische Formung des Geländes ist der Indikator der
Aridität.
Einleitend zum Kapitel Klima
sind wir schon auf die Problematik der Ariditätsberechnung für unser
Untersuchungsgebiet eingegangen. Mit dem nötigen Vorbehalt können wir
feststellen, dass die meisten Stellen unseres Gebietes zwischen fünf bis
acht aride Monate aufweisen, in trockenen Jahren noch mehr. In den höheren
Lagen werden die humiden Zeiten des jährlichen Klimaverlaufes gestützt
durch die relativ tiefen Temperaturen, die in den höheren Lagen z.T. sogar
in den monatlichen Durchschnittswerten bis auf den Nullpunkt absinken und
ausgesprochene Frosttage und auch Schneefälle kenne. Wir finden hier also
ausgesprochene Höhenklimate mit kontinental geprägtem Klimaverlauf.
Für zwei Stationen wird das
Klima nun noch eingehender analysiert.
Danach sei auf die Karte `Temperaturprovinzen` hingewiesen, in denen das
Untersuchungsgebiet den Zonen II und III zugeordnet wird.
Tafel 4 .
Klimadiagramme 1: Shiraz, Busher, Zahedan
2.23 Klimatypen im Diagramm
Eine aussagekräftige
Darstellungsart klimatischer Situationen gibt das Klimadiagramm. Typische
Kurvenverläufe charakterisieren den Typ eines Klimabereiches. An Hand
unserer Beispiele sehen wir recht große Übereinstimmungen in den
Temperaturverläufen, jedoch auf unterschiedlicher absoluter Höhe und eine
Vielzahl von Niederschlagskurven. Das weist auf zwei Gesichtspunkte hin:
Iran gliedert sich in einige
unterschiedliche Klimagebiete und
Verschiedene Einflüsse die den
Niederschlagsverlauf prägen konkurrieren miteinander.
Dass dennoch die
Niederschlagsverhältnisse in den verschiedenen Quellen unterschiedlich
dargelegt werden, deutet darauf hin, dass die Beobachtungsreihen noch
keine hinreichende zeitliche Länge erreicht haben, um gültige Aussagen
über Durchschnittswerte machen zu können. Das wird dadurch verschärft,
dass die Niederschlagsverteilung mit zunehmender Aridität unregelmäßiger
wird, d.h. dass im stärkeren Maße kontinuierlicher bzw. periodische
Regenfälle (wie in Mitteleuropa bzw. auch noch im Mediterrangebiet)
abgelöst werden von episodischen Regenfällen. Das bedingt extrem lange
Beobachtungsreihen (z.T. über 60 Jahre).
Von einem Jahr zum anderen
können sehr unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse herrschen.
Das drückt sich aus beim
Vergleich von Niederschlagskurven verschiedener Quellen, die exemplarisch
in den Klimadiagrammen von Shiraz und Busher aufgezeigt werden sollen.
Die Niederschlagsverhältnisse in
einem konkreten Jahr 1967
zeigen deutlich drei Maxima: eine sehr frühe, den Durchschnittswerten
zuwiderlaufende Niederschlagsspitze im November, die auch das absolute
Monatsmaximum bildet, dazu zwei Niederschlagsspitzen im Jan./Febr. Und
April mit einer außergewöhnlichen Trockenheit im März. In einer kürzeren
Beobachtungsreihe Anfang der sechziger Jahre bot sich Latefi ein anderes
Bild:
Er fand eine einzige Niederschlagsspitze im Januar und insgesamt geringere
Niederschläge als alle anderen Quellen. Amtliche Durchschnittswerte zeigen
ein zweifaches Maximum, im Dezember und sekundär im März, welche beide
jedoch niedrige Absolutwerte aufweisen, als die kurzfristigen Berechnungen
der anderen Quellen.
Ähnlich ist das Bild bei Busher:
Auch hier zeigt die Quelle von
1967 die schon von Shiraz her bekannte deutliche Dreiteilung in einer
Maximalstaffel November, Jan./Febr. Und April, nur dass die
Frühjahrsmaxima weitaus geringere Absolutwerte aufweisen als die von
Shiraz. Das bedeutet trotz der gesamtklimatischen Unterschiede auf einen
unmittelbaren Wetterzusammenhang der beiden Orte hin. Die anderen Quellen
ergeben ein ähnliches Bild wie in Shiraz. Ein gemeinsames Charakteristikum
der Niederschlagsverhältnisse in Iran ist das Vorhandensein einer
sommerlichen Trockenheit, die nur im Kaspiseebereich noch wesentliche
Niederschläge aufweist, und einer Niederschlagsmaximierung im
Winterhalbjahr.
Dennoch zeigt die
Niederschlagsverteilung wesentliche Merkmale. In Nordiran finden wir,
abgesehen vom Kaspibereich, eine Verschiebung des Hauptmaximums in die
Monate März/April (Tabriz, Teheran, Meshed), während je weiter man nach
Süden kommt, das Niederschlagsmaximum in den Winter hinein verschoben
wird, mit Maximalwerten im Dezember und Januar (Kazerun, Bandar Abbas,
Shiraz, Busher).
Wesentlich für die
Landwirtschaft ist die Dauer der Trockenheit, die auf den Hochflächen und
im Süden bis zu fünf Monate betragen kann und andererseits die
Frostgefährdung im Winter, die sich ausdrückt in der Zahl der Frosttage,
wie sie beispielhaft für das Jahr 1967 in Shiraz angegeben ist (76 Tage!)
und deren Vorhandensein sowohl aus den in den Klimadiagrammen vermerkten
absoluten gemessenen Minima, als auch im Absinken der durchschnittlichen
Minima unter 0°C erkennbar wird (insbesondere in Teheran, Tabriz, Esfahan
und Meshed: Hochflächenklima!).
Tafel
6 . Karten 4 und 5:
Iran. Klima 1: Gliederung nach Troll und Paffen.
Iran. Klima 2:
Gliederung nach Creutzburg
Tafel
7 . Karten 6 und 7:
Iran.
Klima 3:
Gliederung nach Wißmann.
Iran.
Klima 4:
Gliederung nach Köppen-Geiger
2.24 Typen der Regionalisierung
Die eben geschilderten
klimatischen Fakten sind nur in eine überregionale klimatische Gliederung
einzubeziehen.
Dazu dient die Diskussion und
der Vergleich einiger der Literatur entnommenen Klimagliederungen, die ,
wie gleich einschränkend gesagt werden muss, überregionalen Darstellungen
entnommen sind und somit keine speziell auf Iran angelegte Lösung bieten.
Diese Mängel werden bei einer Detailbetrachtung sofort deutlich.
Recht detailliert ist die
Gliederung nach Troll und Paffen.
Hauptsächlich fällt bei ihnen Iran in die Gruppe IV, warmgemäßigte
Subtropenzone. Insbesondere Halbwüsten und Wüstenklimate für das zentrale
Gebiet und winterfeucht-sommerdürre Steppenklimate für die
Gebirgsregionen. Erstaunlich ist dabei, dass Troll-Paffen für das
Golfküstengebiet das gleiche Klimacharakteristikum wir für die Hochflächen
ansetzen und erst die Straße von Hormuz einbeziehen in das Gebiet
`tropische Halbwüsten- und Wüstenklimate` (V5).
Für das Klimageschehen dieses
Raumes ist die Gliederung zwar einigermaßen brauchbar, aber nicht
aussagekräftig genug. Die Charakteristik der iranischen
Hochgebirgslandschaften, die als klimatische Höhenstufen der Gebirge
pauschal eingetragen sind, fehlt.
Die in allen Karten recht
unterschiedlich und oft auch fragwürdig eingeteilten Nordprovinzen von
Iran sind an dieser Stelle nicht zu diskutieren, obwohl es scheint, dass
gerade hier wesentliche Abweichungen von der realen Klimasituation am
ehesten aufzuweisen sind.
Man sollte dabei immer auch die
Temperaturprovinzen (nach Ganji), die recht gut den Klimatabellen
angepasst sind, heranziehen.
Ein systematisches Problem ist dabei noch, dass in Iran die Klimagrenzen
zum Landesinneren hin breiten Übergangsbereichen gleichen, was sich in der
sehr unterschiedlichen Grenzziehung unserer diversen Gliederungen
wiederspiegelt. Nur die durch Gebirgszüge gefassten Klimagebiete der
Kaspiseeküste als klimatischer Sonderraum von Iran und das Gebiet der
persischen Golfküste sind einigermaßen klar abzugrenzen.
Ein Vorteil der Gliederung von
Creutzburg ist die `dreidimensionale Gliederung` in klimatische
Flächenfarben und verschiedene Typen der Höhenstufen.
Bedenklich ist bei dieser Gliederung die pauschale Zuordnung von Iran zur
`ständig subtropischen Zone`, sogar im Bereich der Kaspiküste, als auch
Bereiche im Landesinneren. Er berücksichtigt dabei zwar die Gebirgsstufen,
bei denen er seltsamerweise nur die Elbruzkette als „feuchter“, die
vergleichbare Situation im Zagros jedoch als „trockener“ einstuft,
andererseits jedoch die zunehmende Kontinentalität des Hochflächenklimas
nicht berücksichtigt.
Alle Klimagliederungen geben das
Zagrosgebirge als Strukturlinien einigermaßen korrekt wieder, deren
Integration in den klimatischen Bereich der Hochflächen gelingt jedoch nur
bedingt.
Die Golfküste wird bei
Creutzburg, ebenso wie Mesopotamien als `kurz winterfeucht`
charakterisiert, während entsprechende Regenfälle im Zagros der Höhenstufe
zugeschrieben werden. Das halte ich in diesem Raum für systematisch nicht
stichhaltig, da die Regenfälle im Zagros (Shiraz hat eine höhere
Regensumme als Busher) in ihrer Ausprägung zwar Höhenstufen angepasst
sind, klimagenetisch jedoch derselben Gesamtsituation entspringen.
Viel wesentlicher als für die
Niederschläge ist die Höhenlage des Zagros und der randlichen Hochflächen
für den Temperaturgang. So scheint mit die Gliederung von Creutzburg für
diesen Bereich nicht aussagekräftig genug.
Wißmann versicht in seiner
Gliederung das Problem der Höhenstufen zu transponieren in eine Zuordnung
der Höhenstufen zu weiter polwärts gerichteten Klimagebieten.
Ich halte dies für schon im Ansatz äußerst bedenklich: dass z.B. der
Elbruz und der Hohe Zagros dieselben Klimabedingungen ausweisen sollen wie
Nordschweden (Iva boreal, sommerkühl!) ist schlichtweg Unsinn, da diese
Schematisierung wichtige klimatische Einzelzüge wie Jahresgang, Tagesgang,
Niederschlagsverteilung und Luftfeuchtigkeit dabei nicht berücksichtigen
kann. Für die Landschaftsgestalt jedoch, wie sich in Oberflächenform und
natürlicher Vegetation ausprägt, sind gerade diese Faktoren von
entscheidender Bedeutung. Wenn sogar einige Gebiete des Hohen Zagros als
boreal, sommerkühl eingestuft werden, so sind zwar die Definitionen, die
Wißmann wählte, exakt erfüllt, zeigen aber gerade an diesem Beispiel, dass
eben diese Definitionen für eine geographisch relevante Klimagliederung
nicht ausreichen. Gewisse Strukturlinien, wie die Gebirgszüge werden zwar
auf dieser Karte deutlich, die Feingliederung z.B. auch die interne
Gliederung der inneriranischen Hochflächen ist
-
in ihrer Abgrenzung recht
willkürlich und im Gelände in dieser Form nicht aufzufinden und
-
in ihrer Definition für den
Klimatologen vielleicht interessant, für den Geographen jedoch,
jedenfalls in diesem Gebiet, für die Landschaftsanalyse nicht
ausreichend.
Aus dem Wißmann‘schen Ansatz
heraus sind Erklärungen für die Landschaftsgestalt kaum zu extrahieren,
was an einem Beispiel deutlich werden soll.
Die Tropengrenze wird definiert
als absolute Frostgesetze. Busher liegt nach Wißmann genau auf dieser
Grenze. Wenn nach den Unterlagen von Wißmann im Schatte l Arab-Gebiet
Fröste möglich sind, so treten diese jedoch in der Landschaft keineswegs
in Erscheinung. Uns sind auch keine Unterlagen bekannt, aus denen eine
etwaige Frostgefährdung dieses Gebietes hervorgehen könnte. In der
Landschaftsanalyse können wir dagegen feststellen, dass sich ein
einheitlicher Küstenstreifen am Persischen Golf entlang zieht, der sich
sowohl in der Form der Klimadiagramme, als auch in der Landschaftsgestalt
an der iranisch-iraqischen Grenze weiterzieht. Abgegliedert ist davon
durch einen höheren Schwülefaktor das eigentliche Zweistromland. Jedoch
finden wir keinerlei Landschaftsgrenze im Raum Busher. Erst im Raum von
Bandar Abbas kann von einer gewissen Änderung der landschaftlichen und
klimatischen Situationen gesprochen werden.
Wir sehen also deutlich, dass
die Wißmann‘sche Karte konstruiert ist, ohne die geographische Relevanz
dieser Region zu berücksichtigen. Interessant erscheint es daher, den
grundsätzlich anderen Ansatz von Walter und Lieth (siehe unten)
heranzuziehen, der sich bemüht, den lokalen Modifikationen der
klimatischen Situation gerecht zu werden und damit zu einem Kartenbild
kommt, das in einem weit stärkeren Maße den geographischen Gliederungen
anderer Autoren und der eigenen Beobachtung kongruent wird. Aus diesem
Beispiel soll der Schluss geogen werden, dass klimageographische
Gliederungen, die für die ganze Welt einheitliche Definitionen gebrauchen,
der Gefahr ausgesetzt sind, gerade den wichtigsten regionalen Faktoren,
die sich in der Landschaft ausdrücken, nicht gerecht zu werden.
Klimatische Gliederungen dieser Art laufen gerade dann, wenn sie eine enge
Skala von Definitionen gebrauchen, in die Gefahr, zu einer Spielerei zu
werden, die ihre geographische Aussagekraft verliert.
Bei der Wißmann’schen Gliederung
werden einige für Iran besonders wichtige Faktoren nicht eingeführt,
insbesondere die Kontinentalität, die sich in der Jahresschwankung
ausdrückt, als auch der Faktor Höhenlage, der ganz spezifische klimatische
Abläufe bedingt.
Noch ein Blick auf die ältere
Gliederung nach Köppen-Geiger,
deren Grundstrukturen in den übrigen Gliederungen, wie es scheint,
verarbeitet und modifiziert worden sind. Die Köppen-Geiger’schen
Klimabezeichnungen sind weithin eingebürgert, deshalb nur kurz der
Hinweis: Köppen-Geiger ordnen Iran dem Bw-Klima zu, die Gebirge notiert er
als Bs, mit einer Cs-Höhenstufe.
Grenzziehungen sind in einem
Übergangsgebiet wie in dem von Iran in dieser starken Generalisierung
wenig wirkungsvoll. Die Kriterien der Köppen-Geiger’schen Klimagliederung
gelten heute weithin als überholt, so dass an dieser Stelle auf diese
grundsätzliche Diskussion, die im Rahmen einen so begrenzten Raumes, wie
es das Untersuchungsgebiet darstellt, nicht näher eingegangen werden kann.
Interessanter ist hier noch die
Anderson’sche Fassung der Klimatypen nach Walter und Lieth.
Sehr deutlich ist im Bereich des
Untersuchungsgebietes die im Gelände wiederzufindene Gliederung von
mesopotamischem Tiefland mit dem Schatt el Arab über die Küstenebene und
Khuzistan zum ausgegliederten südwestlichen Grenzbereich des Zagros. Es
folgt als Gebirgsklima der Bereich des eigentlichen Höhenzuges nach
Nordosten hin mit einer Übergangszone zu dem recht geschickt getrennten
Hochland- bzw. Hochlandwüstenklima. Etwas problematischer wird über unser
Gebiet hinaus seine Gliederung im Bereich Dasht e Lut, die sicherlich nach
den vorliegenden Klimawerten einer gesonderten, der Dasht e Kewir
verwandten Regionalisierung bedurft hätte. Im Untersuchungsgebiet jedoch,
analysiert an Hand der Klimawerte von Busher, Kazerun, Shiraz, Deh Bid und
am Rande Esfahan, ist diese Regionalisierung am zutreffendsten.
Im vorangegangenen Kapitel haben
wir den jahreszeitlichen Klimaverlauf dieser Klimagebiete analysiert und
haben auch hier entsprechende Differenzierungen feststellen können. Es ist
jetzt noch ein Blick auf die überregionale Klimagenese zu werfen.
Tafel
7 . Karten 6 und 7:
Iran.
Klima 3:
Gliederung nach Wißmann.
Iran.
Klima 4:
Gliederung nach Köppen-Geiger
Tafel
8 . Karten 8 und 9:
Iran. Klima 5: Klimatypen nach Walter und Lieth
Iran. Klima 6: Temperaturprovinzen und Strömungslinien nach Ganji
2.25 Die
klimatische Gesamtsituation
Um die Klimagenese unseres
Gebietes besser in den Griff zu bekommen, ist es angebracht, einen Blick
auf die jahreszeitlichen Druckverhältnisse zu werfen.
Bezeichnend dafür ist, dass das
ganze Jahr über, wenn auch auf verschiedenem absolutem Niveau, ein
Druckabfall von Nord nach Süd zu beobachten ist. Das iranische Zentrum des
Hochdruckgebietes liegt im Januar im Nordosten der Dasht e Kevir mit einem
Nebenhoch bei Teheran. Es handelt sich hier also um ein thermisch
gesteuertes Hoch über den ausgekühlten Hochlandwüsten. Im Juli verschiebt
sich das Hoch weiter nach Norden zum Kaspisee hin und steht in
Zusammenhang mit dem innerasiatischen Drucksystem. Das Druckminimum liegt
immer im südlichen Bergland zwischen Shiraz und Bandar Abbas. Aus dieser
Druckverteilung resultieren über den Südwestiran recht konstante
Strömungslinien,
mit vorherrschend nordwestlicher-südöstlicher Richtung. Die Luftmassen
kommen also im Großen und Ganzen aus den nördlichen Bereichen, die stark
kontinental geprägt sind, das bedeutet im Winter eine Zufuhr von Kaltluft,
im Sommer von Warmluft, jeweils recht trocken. Durch diese Verhältnisse
ist der Einfluss des Persischen Golfes, der außerdem noch durch das
Gebirge abgetrennt ist und an seinem jenseitigen Ufer von den weiten
Flächen der arabischen Wüsten gesäumt wird, nur gering und kann höchstens
im unmittelbaren Bereich der Küstenebene festgestellt werden.
Zwei für das Klimageschehen von
Iran wesentliche Merkmale haben wir kennengelernt:
-
Die enge Verbundenheit mit dem
Klimageschehen und der Luftzirkulation des südlichen Innerasiens und
-
seine Abgeschlossenheit
gegenüber maritimen Einflüssen, sei es vom Indik oder vom Mittelmeer
her.
Das bedingt eine recht
kontinentale Ausprägung des Klimas in Iran. Sehen wir z.B. auf dem
Klimadiagramm von Esfahan schon im durchschnittlichen Jahresgang eine
Temperaturdifferenz von rund 25°C, wobei das durchschnittliche Minimum auf
-4°C geht und der tiefste gemessene Wert sogar -20°C beträgt, andererseits
aber die Temperatur im wärmsten Monat auf über 45°C ansteigen kann, sehen
wir dazu dass die täglichen Temperaturschwankungen rund 20°C betragen
können, an manchen Tagen sogar noch mehr, so wird deutlich, dass die
Kontinentalität bestimmendes Merkmal besonders des iranischen
Hochlandklimas ist.
Wie gering der maritime Einfluss
auch in Busher ist, sehen wir an folgenden Werten: Durchschnittliches
Januarminimum 9,7°C, durchschnittliches Sommermaximum (August) 39,7°C,
tiefste gemessene Temperatur 1,1°C. Extremtemperaturen liegen weit
oberhalb des angegebenen Mittelwertes. Der Einfluss des Persischen Golfes
ist vorwiegend in der höheren Luftfeuchtigkeit zu sehen, die einen
deutlichen Schwülecharakter trägt und mit Dunstfedern verbunden ist.
Auf 735m über Meeresspiegel,
eingeschlossen in eine Beckenlandschaft, auf halbem Weg zwischen Shiraz
und Busher, liegt Kazerun. Seine Extremwerte sind noch beachtlicher:
Durchschnittliche Maximal-/Minimaltemperatur für Januar ist 24,9/2,9°C,
für Juli 42,4/22,9°C. Damit ist sowohl die durchschnittliche
jahreszeitliche, als auch tägliche Temperaturschwankung charakterisiert.
Wir stellen also fest:
Iran ist kontinental geprägt
(die Kaspiküste sei hier nicht weiter berücksichtigt), der Temperaturgang,
dargestellt durch die Temperaturprovinzen,
weist einen deutlichen Nord-Südwandel auf (je weiter wir nach Norden
kommen, werden bei eher ansteigenden Schwankungsbändern die Temperaturen
absolut niedriger).
Dieser Wandel wird überlagert
von der Höhenstufung mit Temperaturdegressionen in den Höhenlagen. Lokale
Temperaturmaxima finden wir in Ostiran, in den Wüstengebieten und der
Provinz Sistan. Das absolute Temperaturmaximum finden wir bei geringerer
Meereshöhe im Südwesten des Landes (Khuzistan) in einiger Entfernung von
der Küste im Bereich Ahwaz, Shush, Dezful, wo sommerliche Temperaturmaxima
von über 50°C keine Seltenheit sind. Dabei darf man jedoch nicht
vergessen, dass es sich hierbei um recht dichtbesiedelte,
landwirtschaftlich und industriell genutzte Gebiete handelt.
Die großen Erdölfelder liegen im
Maximumgebiet von Khuzistan. Dass diese eine wesentliche Einschränkung der
Produktivität dieses Gebietes bedeutet, liegt auf der Hand.
Tafel 9-11 . Karten
10-13 - Klimaindikatoren
2.26 Charakterisierung der klimatischen
Situation in Fars
Nachdem wir die Klimagliederung
von Iran mit besonderem Blick auf Fars betrachtet haben, wir auch einen
Blick auf die klimatisch wirksamen Faktoren der Golfküste und Khuzistans
werfen konnten, sei noch eine gewisse Gliederung von Fars in
klimageographischer Hinsicht gegeben.
Bestimmend wirkt im Nordteil das
Klima der Hochflächen vom Typ Esfahans, welches in den großen Becken von
Marvdasht und Shiraz nur leicht modifiziert wird, d.h. entsprechend der
südlicheren Lage und der schutzgebenden Beckenlandschaft in seiner
Temperatur etwas höher liegt.
Erheblich niedrigere
Temperaturen haben Hochbecken wie das von Ardekan oder Dasht e Arjan.
Entsprechend der Höhenlage und der reliefmäßigen Ausgestaltung hat Shiraz
mit 384,6 mm Jahresniederschlag eine höhere Regensumme als Esfahan mit
126,5 mm, wobei die Niederschläge in Shiraz jedoch jahreszeitlich stärker
konzentriert fallen. Daher ist ein gewisser Anbau auf Regenverdacht in
günstigen Jahren in Fars möglich, weniger in der Region Esfahan.
Für menschliches Wohnen und Handeln erscheint die klimatische Situation
des zentralen Fars recht annehmbar.
Für die weitere Gliederung
wichtig wird die klimatische Höhenstufung im Zagros. Schon am Indikator
der Vegetation lässt sich eine deutliche Höhenstufung ablesen: Wir finden
spezifische Hochgebirgsvegetation in Formationen wie Tüpfelwuchs oder
Polstervegetation.
Das wesentliche Merkmal der
Gebirgslandschaften und der Hochbecken ist die starke winterliche
Frostgefährdung. Wir finden Strukturböden und Schuttformationen durch
Frostsprengung. Wenn schon im Shiraz-Becken ab und zu Schneefälle zu
registrieren sind, so wird der Schneefall nach Auskunft der Bewohner
dieser Gebiete um Ardekan und anderen Hochbecken zum bestimmenden Element
des winterlichen Wettergeschehens. Länger anhaltende Schneedecken geben
eine zusätzliche Behinderung der landwirtschaftlichen Nutzung neben den
hier ausgeprägten deutlichen Trockenzeiten der Sommer. Landwirtschaftlich
gesehen sind es die problematischsten Gebiete in Fars. Steigen wir hinab
nach Südwesten, durchqueren wir eine sehr deutliche Klimagrenze: Hinter
den Gebirgsketten des Kuh e Shan bis zum Keh e Maruk im Tal des Rudkane
Shapur beginnt bei deutlich geringerer Höhenlage eine
Temperaturprogression,
die bei Kazerun, wie wir gesehen haben, ein Maximum erreicht. Eine
neuerliche Klimagrenze finden wir am Südabfall des Zagros, hin zur
Küstenebene bei Boradzjan. Eine gewisse Einschränkung der winterlichen
Minima, bei gleichbleibend hohen Sommertemperaturen, verbunden mit einem
beträchtlichen Schwülefaktor, geben diesem Klimatyp wenig ansprechende
Züge, was sich für die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes negativ
auswirkt. Etwas gemäßigter als in Kazerun, mehr dem Shiraz-Typ
angeglichen, ist das Klima in den Becken südlich und südöstlich von Shiraz
(Firuzabad, Sarvestan), obwohl genauere Unterlagen nicht vorhanden sind,
da wir uns auf die Angaben der drei einzigen Klimastationen in Fars
(Shiraz, Kazerun, Busher) und ansonsten auf die mehr subjektiven
Beobachtungen der Einwohner verlassen müssten.
Fassen wir noch einmal zusammen:
Das Klima gliedert sich in Fars
in
-
Hochflächenklima des
Esfahan-Typs im Gebiet Eghlid/Abadeh
-
Dem Shiraz-Typ
-
Dem Hochbeckentyp von Ardekan
oder Dasht e Arjan
-
Der ausgesprochenen
Gebirgsstufe mit starker Frosteinwirkung
-
Dem modifizierten Zentraltyp
des Firuzabadgebietes
-
Dem Kazerun-Typ und
südwestlich anschließend
-
Das Klima der Küstenlandschaft
Bezeichnend für Fars ist die
geringe durchschnittliche Niederschlagsmenge, verbunden mit ausgeprägten
und regelmäßigen ariden Perioden. Die Temperaturen, deren Schwankungen
durch eine ausgesprochene Kontinentalität gekennzeichnet sind, unterliegen
der oben angeführten Nord-Süd Progression und ausgesprochener Degression
in der Höhenstufe, frostfrei sind die Gebiete südlich und südwestlich von
Kazerun, ausgesprochen frostgefährdete Gebiete finden wir in der
Höhenstufe, besonders im Raum Ardekan. Die Hochflächen sind gekennzeichnet
durch starke, den weiter oben geschilderten Druckverhältnissen und
Strömungslinien angepassten Winden, der südliche Küstenberiech wird
beherrscht von einem Komplex mit einer Hauptströmungsrichtung aus dem
Nordwesten, Fallwinden aus dem Zagros und Ausgleichsströmungen im
Meer-Land-Bereich der Küste.
In den Beckenlandschaften von
Zentralfars herrschen irreguläre Strömungen und besonders am Ender der
Dürreperioden verschiedene Formen von Wirbelstürmen und Windhosen vor, mit
all ihren negativen Folgen für die spärliche Bodenkrume.
Die für den Menschen am
angenehmsten empfundene Klimate finden wir im zentralen Bereich um Shiraz.
Landwirtschaft wird im gesamten Gebiet bis auf sehr extensive Versuche des
Anbaues auf Regenverdacht betrieben, dazu Bewässerungswirtschaft in
einigen Oasen.
Das hydrologische System und die
technischen Möglichkeiten bestimmen heute den Anbau mehr als unmittelbare
klimatische Auswirkungen. Dass sich aus diesen Klimabedingungen
spezifische Folgen für Bodenbildung, Vegetation und Oberflächenform
ergeben, die im weitesten Sinne den Lebensraum des Menschen bilden, wird
jetzt noch im einzelnen darzustellen sein.
2.3
Geologisch-tektonische Übersicht
Die geologische Gesamtstruktur
von Iran zeigt eine recht einfache Gliederung. Zwei tektonische
Hauptstrukturlinien prägen sich aus in den nördlichen und südlichen
Randgebirgen von Iran, Elbruz und Zagros, die im Azerbaidjanischen Knoten
zusammenlaufen. Beide sind die östliche Verlängerung des Anatolischen
Hochlandes und stehen in dem großen Faltungszug der alpinen Faltung, die
sich im Osten weiter erstreckt hin zu den Nordindischen bzw.
Afghanische-Pakistanischen Hochgebirgen.
Der Elbruz ist das stärker
gestörte und auch höhere Gebirge (Demavend 5654m). Der Zagros, der die
Achse des Untersuchungsgebietes bildet, zeigt eine in der Hauptachse
regelmäßig einfache Faltung, die in etwa in Mitteleuropa den aus
mesozoischen Material gebildeten Bereichen der Mittelgebirge (germanotype
Faltung) entspricht. Es handelt sich geologisch-tektonisch um gestaffelte
Abfolgen von Mulden und Sätteln, mit einigen schmalen Verwerfungszonen und
Störungslinien im Verlauf der Längserstreckung (z.B. Kuh e Bul). Das
Landschaftsbild wird geprägt durch harte Kalkschichten des Jungmesozoikums
und aus dem Tertiär, welche sowohl als Stufenbildner, als auch als
geschlossene Kuppen in Erscheinung treten.
Die Mulden sind mit alluvialem
Sediment ausgefüllt, über dessen Struktur in den Abschnitten Hydrologie
und Morphologie näher berichtet wird.
Im Untersuchungsgebiet zeigt
sich deutlich die großtektonische Struktur des Zagros. Sattel- und
Muldenlinien sind recht exakt in Nordwest-Südost Richtung ausgerichtet.
Im Nordosten treten in den Gebirgszügen vorwiegend jurassische und
Kreidekalke an die Oberfläche. Zum zentralen Fars hin vollzieht sich der
Übergang von den Kreide- zu den tertiären Kalken, die als
Landschaftsbildner in Erscheinung treten. Es handelt sich hierbei
vorwiegend um Asmari-Kalke des Eozän/Oligozän und Bakhtiari-Kalke des
Miozän/Pliozän. Eine wichtige Rolle im Südwesten spielen auch die
mächtigen Fars-Mergel und Konglomerate des Miozäns.
Die Küstenebene im Südwesten
besteht aus alluvialem Material. In einer gestaffelten Störungszone sinken
die das Gebirge bildenden Gesteinsschichten unter den Persischen Golf ab.
Eine morphologisch aktive Rolle spielen die stellenweise an die Oberfläche
tretenden, kambrischen Salzstöcke (salt plug). Der bedeutendste bei
Murghun findet sich zwischen Emam Zadeh und dem Kuh Mareh im Südwestzagros:
Auskunft über die Mächtigkeit
der unter den weichen Deckschichten des Fars befindlichen tertiären und
mesozoischen Sedimenten, geben zwei Bohrprofile.
Die Bedeutung der Amsari-Kalke
des Oligozäns/Miozäns, sowie der enger geplatteten Eozän-/Paläozänkalke
wird deutlich.
Die obere Kreide (Maastricht,
Senon) spielt im Untersuchungsgebiet keine wesentliche Rolle. Es bestehen
einige Fazieswechsel zwischen Mergeln undlimnischen Kalken.
Erst der Rudisten-Kalk des Turon
in der mittleren Kreise ist wieder ein hervorragender Stufenbildner. Seine
Bedeutung ist zu erkennen in den Gebirgszügen des Kuh e Durudzan und des
Tupa Zarawi.
Auch der in seinen Ausmaßen imposante Kuh e Bul besteht aus Kalken der
mittleren Kreide, spielt jedoch eine tektonische Sonderrolle.
In einem ausgedehnten
Staffelbruchbereich ist keine Kontinuität der Schichten mehr zu erkennen.
Das Zentrum bildet der Kuh e Bul, der in sich vollständig zerbrochen ist.
Das spiegelt sich auch in seiner Oberflächenform, in dem keine regulären
Leitlinien zu erkennen sind. Auch andere wichtige Erhebungen sind in ihrer
Struktur geprägt von Kalken der mittleren Kreide.
Welche Bedeutung die
verschiedene Mächtigkeit der Ablagerung in der Reliefgenese spielen kann,
wird weiter unten in der Darstellung der Oberlander’schen Theorie der
transversalen Täler erläutert.
Ein weiteres, nun regionales
Beispiel für die geologisch-tektonische Struktur wird analysiert im
Abschnitt `Das Becken von Marvdasht`.
2.4 Hydrologie
und Böden
Nicht nur die unmittelbaren
Niederschlagsverhältnisse und begleitende klimatische Faktoren bestimmen
den landwirtschaftlichen Wert eines Gebietes. Hydrologische Faktoren, die
den Wasserhaushalt eines Gebietes bestimmen, bestimmen damit auch die
Dauer der Durchfeuchtung der Oberfläche und somit die Bodenbildung. So
werden dadurch unmittelbar wirksam für die Morphologie eines Gebietes,
ebenso wie für die Vegetation. Andererseits wiederum ist die kleinräumige
Hydrographie abhängig von Art und Lagerung des anstehenden Gesteins und
seiner bestehenden Oberflächenform. Wir finden also auch hier wieder einen
wechselseitig abhängigen Wirkungsfaktorkomplex. Entsprechend der
vorherrschenden Bodenbedeckung finden wir vor allem zwei Typen
hydrologischer Systeme:
-
Gebirgshydrologie; schnell
ablaufende Oberflächengewässer, wenig Versickerung, wenig Bodenbildung
und
-
Der Wasserhaushalt von
Schotter- und Sandkörpern mit bei abnehmender Korngröße zunehmender
Speicherkapazität
Immer jedoch unterliegt die
Oberfläche einer recht schnellen Austrocknung durch Versickerung und
Verdunstung. Modifiziert wird dieses Bild durch die Krustenbildung in
Aufschotterungsflächen, die den oberflächlichen Abfluss und damit die
Verschiebung der Wasserbilanz hin zur Verdunstung fördern. Leider sind im
Untersuchungsgebiet exakte Verdunstungszahlen ebenso wenig errechnet
worden, wie auch eine exakte hydrographische Gliederung fehlt. Es kann
nicht Aufgabe einer geographischen Arbeit sein, diesen Mangel durch
spekulative Details zu verdecken. Sicher werden nach Vorliegen
diesbezüglicher Untersuchungsreihen die Anschauungen über die exakten
Prozessabläufe im Wasserhaushalt, Bodenbildung und Erosionszyklus
erheblich erweitert. Bislang jedoch müssen wir uns beschränken auf den
Hinweis auf diesbezügliche Arbeiten in anderen Trockenräumen.
Nur in der gesamten Übersicht
des Landes kann eine großhydrographische Übersicht gegeben werden über die
Entwässerungsbecken und die Grenze zwischen exoreisch und endoreisch
entwässerten Gebieten.
Eine Karte `Iran. Hydrographie`
gibt gleichzeitig eine recht gute Großgliederung on Iran in
naturgeographischer Hinsicht.
Jedes dieser Becken trägt einen spezifischen Landschaftscharakter. Das
Untersuchungsgebiet reicht dabei von dem langgestreckten, den Hochflächen
zugerechneten Esfahan-Zirjan Becken über das zum Niriz-See entwässernde
Shiraz-Becken, zum breiten, die Golfküste und die iraqische Grenze
begleitenden Streifen des Südwestabfalles des Zagrosgebirges, welcher
exoreisch zum Persischen Golf und den Golf von Oman zum Indischen Ozean
hin entwässert.
Einige Züge der endoreischen
Entwässerung seien noch erwähnt.
Die Entwässerungslinien gehen hin zu Salzseen bzw. Sümpfen bzw. Kewire.
Dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass das hydrologische System eines
Großbeckens gespalten ist in mehrere regional verteilte Endbecken. Auch in
großflächigen oder langgestreckten Kewiren besteht durchaus nicht immer
ein direkter hydrologischer Zusammenhang und Ausgleich. Besonders deutlich
wired das im Esfahan-Becken, welches in der Literatur deshalb manchmal
auch als in zwei Unterbecken geteilt erscheint.
Auch im Shiraz-Becken haben wir außer dem Niriz-See noch weitere Endpunkte
der Entwässerung, wie z.B. den Dariacheh e Maharlu und einige kleinere
Salzpfannen bei Shiraz und Marvdasht. Da aber die Entwässerungsnetze nicht
streng durch Wasserscheiden voneinander geteilt werden können, die
Entwässerungsrichtung eine gewisse Variationsbreite besitzt, erscheint es
doch sinnvoll, von einzelnen zusammengefassten Entwässerungsbassins zu
sprechen.
Schon mehrfach haben wir die
Bedeutung des Prozesses der Bodenbildung bei der Ausgestaltung der
Landschaft erwähnt. Es ist nach den über das Klima klar, dass es sich
hauptsächlich um Gebirgs- und Schotterböden, Sand- und Salzflächen handeln
muss. Die Feinheiten der Bodengenese und Verteilung der Böden in Iran sind
noch nicht erfasst. Es existiert nur eine Übersichtskarte über die Böden
und eine gleichartige Bodengüterkarte im Maßstab 1:2500000 von Dewan,
die uns aber dennoch einige Aufschlüsse über die Struktur der Bodenregion
geben kann. Aus hier ist eine Viergliederung deutlich erkennbar:
-
Die Salzböden der Küstenebene
-
Die Bergwüstenböden des
Südwestzagros (5b, 5c auf der Karte)
-
Der eigentliche Gebirgsbereich
mit einheitlichen Gebirgsböden und vielgestaltigen Böden der Becken
sowie
-
Trocken- und Salzböden der
Hochflächen.
Bezeichnend ist, dass sich
entsprechend dem hydrologischen System im Zentrum vieler Becken deutlich
sichtbare, versalzene Bereiche herausgliedern lassen (2-2d). Nur in
kleinen Streifen finden wir nutzbare Böden, in der Mehrzahl Alluvialböden,
Regosols (1b), sowie Sieroseme (3b) und braune Böden (4a,4b, z.T. 5c im
Gebirge).
Vorherrschend bleiben jedoch
immer die Gebirgsböden bzw. das an die Oberfläche tretende Gestein. Die
Struktur der Bodenkarte zeichnet die geologischen und morphologischen
Strukturen des Gebietes nach.
2.5 Vegetation
Im Landschaftsbild des
Untersuchungsgebietes nimmt die Vegetation nur einen bescheidenen Raum
ein. Die Charakteristiken sind, wie schon kurz angesprochen worden ist,
individuelle und ökologische Kümmerformen.
Die Vegetationsverteilung ist in
Fars erstaunlich konstant und artenarm. Als Vegetationstypen finden wir
Gebirgssteppe (Garrigue) und verschiedene Formen der
Xerophyten-Vegetation. In den Beckenlandschaften können wir einige
verschiedene Bereiche unterscheiden, eng angelehnt an die allgemeine
Gliederung, die wir im Abschnitt Morphologie erläutert haben. So folgt der
Gebirgssteppe oder Garrigue am Hand eine relative Vegetationsverdichtung
zum Beckeninneren hin. Diese ist n den nördlichen Becken (Hochflächen, Deh
Bid-Becken, Marvdasht-Becken) geringer als in den südlichen Becken im
Bereich Kazerun. Hier finden wir sogar einige weitständige Baumbestände
von wilden Pistazien, Mandeln und Wallnüssen. Diese natürliche Vegetation
soll in Fars, z.B. im Shiraz-Becken eine weitere Verbreitung gehabt haben,
die aber durch anthropogenen Einfluss (Abholzung, Ziegenfrass) vermindert
worden ist.
In den südlichen Becken ist das
Vegetationsbild gekennzeichnet dadurch, dass bei Nichtvorhandensein von
Wasser die Vegetation fast vollständig verschwindet, die Landschaft daher
wüstenhaften Charakter trägt, dass aber gleichzeitig durch das
Vorhandensein von einigen wasserführerenden Flüssen bei genügendem
Wasserangebot die Vegetation verdichtet wird, sehr häufig in Form von
dichten Buschlandschaften. Bestimmend bleibt hier das Vegetationsbild der
Kulturlandschaft, die als Oasenwirtschaft große Dattelpalmkulturen kennt.
Sekundärkulturen sind, dies sei nur am Rande bemerkt, Fruchtbäume (Nüsse,
Orangen, Granatäpfel und Aprikosen).
Auf der Küstenebene verstärkt
sich der wüstenhafte Eindruck durch die Versalzung.
Die übrigen Becken unterscheiden wir nach Becken mit xerophytischer
Steppenvegetation, Becken, die heute fast ausschließlich der
landwirtschaftlichen Nutzung dienen, früher aber eine mäßig dichtere
Vegetation gekannt haben und das Ardekan-Becken, das durch seine Höhenlage
und das reichhaltige Wasserangebot eine weitere Verdichtung der Vegetation
kennt.
Da die Becken zum Zentrum hin
meist ausgedehntere Salzflächen kennen, folgt der Xerophytenvegetation
eine in der Dichte wieder ärmer werdende Halophytenvegetation zum
Beckeninneren hin. Die eigentlichen Salzbereiche sind vegetationslos. Die
Großgliederung der Vegetation entspricht also ebenfalls der
morphologischen Gliederung, die wir im Folgenden behandeln werden.
Hinsichtlich der anzutreffenden
Arten können wir ebenfalls verschiedene Regionen unterscheiden. In der
Gesamtsituation befindet sich das Untersuchungsgebiet zwischen den warmen
Gebieten (garmsir)
im Süden bzw. im Südwesten und den Hochflächen im Nordosten. Im
Nordwesten, im Verlauf des Höhenzug des Zagros (das Gebiet der kühlen
Hochtäler und Becken bezeichnen wir persisch als kaltes Land, sardsir) zu
den niederschlagsreicheren Gebieten des Hohen Zagros und im Südosten zu
den trockenen Gebirgen Belutchistans. Ganz am Rande berührt das
Untersuchungsgebiet die semihumiden Eichenwälder des Hohen Zagros, die
sich nach Nordwesten hin mit gewissen Artverschiebungen über Azerbeidjan
in das Anatolische Hochland hinein erstrecken. Die Arten sind gegen Kälte
und Trockenheit resistente, sommergrüne Spezies, mit niedrigem Wuchs und
nur steppenhafter Bodenbedeckung. Wichtigste Arten sind Quercus brantii,
Qu. Libanii und Qu. Boissiere begleitet von Ulmen, Ahron, Walnuss, syr.
Birne und Pistazien (P. khinjuk, P. atlantica) mit einigen Mandelbäumen.
Im Untersuchungsgebiet wandelt sich die Artenzusammensetzung dieses
Wandbestandes in den trockenen Pistazien-Ahorn-Mandelwaldbestand, den wir
weiter oben schon kennengelernt haben. Es ist anzunehmen, dass diese
Vegetationsformen weite Teile Südwestirans bedeckt haben und anthropogen
zurückgedrängt worden ist. Stellenweise tritt zu diesem Bestand neben
einer Anzahl von Büschen, eine spezielle Art Wacholder (Juniperus
polycarpos). Zwei Formen der niederen Stepenvegetation finden wir in Fars,
die Gebirgsgarrigue des Astragaleta-Types (astragalus, acantholimon mit
artemisia) und die Form der Dasht-Ebenen mit artemisieta (artemisia,
vorwiegend Herba alba) mit niedrigen Büschern, Gräsern, Kräutern und
steppenhafter Bodenbedeckung.
In den warmen Gebieten der Küstenebene setzen sich Vegetationsformen der
Ebene von Khuzistan fort, welche sich gebirgsaufwärts mit der
Pistazien-Mandelformation vermischt. Es handelt sich um eine vorwiegend
Nubo-Sindische Vegetation mit sahara-arabischen Einschlägen. Bestandbild
ist der Sisyphus oder Kunarbaum (Zuzuphos spina christi), zusammen mit
Büschen wie Salvadora persica und calotropis procere u.a.
Für die Kulturlandschaft ist die
Dattelpalme (Nannorhops ritchiana wendland) von hervorragender Bedeutung.
Den lokalen Umständen
entsprechend findet man eine spezifische Sandvegetation, welche
hauptsächlich aus dem Saxaul-Strauch („Tagh“, Haloxylon persicum) und
Aristiden besteht. Diese Form wird durch menschlichen Eingriff immer
weiter zurückgedrängt. Eine andere azonale Vegetationsform ist die
Salzvegetation mit speziellen Salzgräsern und Büschen (Halophyten woe
Halocnemum strobilaceum).
Es ergeben sich zwei Fragen:
-
Inwieweit finden wir in dem
alten Kulturland Ran überhaupt noch eine echte natürliche Vegetation und
-
Haben Klimaänderungen der
letztvergangenen Zeit zusätzliche Einwirkungen auf den Pflanzenbestand
Persiens genommen?
Es ist wohl kaum anzunehmen,
dass sich nicht anthropogen geprägte Pflanzengesellschaften heute noch in
Iran befinden. Selbst in den großen Dashts ist der Einfluss des Menschen,
den wir weiter oben schon charakterisiert haben, nachweisbar.
Klimaänderungen dagegen haben nach den bisher vorliegenden Untersuchungen
zwar eine ephemere Verdichtung gewisser Vegetationsbereiche, nicht aber
eine tiefgreifende Änderung der Vegetationsform und des Artenbestandes zur
Folge gehabt.
Wie in den meisten
Trockengebieten finden wir auch in Iran eine erstaunlich langfristige
Konstanz des physisch-geographischen Faktorenkomplexes, zu dem auch die
Vegetationsverbreitung gehört.
Tafel 22 . Abbildungen 3 und 4: Vegetationsformen
Tafel 23 . Karte 17: Fars
Vegetation
2.6 Morphologie
2.61 Morphologische Bereiche in
Fars
Von besonderer Bedeutung für die
Entwicklung sowohl der Landwirtschaft, als auch der innerräumlichen
Kommunikation ist die Kenntnis der Oberflächengestalt der Region.
Wir unterscheiden dabei
-
Die Großgliederung des
Untersuchungsgebietes in räumlich differenzierte regionale Einheiten wie
Gebirgszüge, Hochflächen, Tallandschaften, Beckenlandschaften oder
Küstenberieche und
-
die systematische Analyse des
Formenschatzes und seine Genese.
Für das Bild der rezenten
Landschaft sind diese beiden Aspekte untrennbar verbunden. Erst durch die
Kenntnis der reliefbildenden Wirkungsabläufe kann die heutige Landschaft
als naturgeographische Einheit gefasst und verstanden werden.
Das Untersuchungsgebiet in den
Provinzen Fars und Banader hat Teil an zwei Landschaftsregionen
-
der Küstenebene des Persischen
Golfes im Süden und
-
dem von Nordwest nach Südost
verlaufenden Gebirgszug des Zagros, der in seinem nördlichen Teil
eng verflochten ist mit den inneriranischen Hochflächen, hier dem Bereich
des Esfahan-Yezd-Beckens.
Die morphologische Analyse hat
daher verschiedene Ansatzpunkte zu berücksichtigen:
-
Die Küstenebene im Bereich von
Busher ist ein Durchdringungsgebiet maritimer und terrestrischer
Formungsprozesse. Von Norden her wird sie bestimmt durch das Piedmont
des Zagros mit den für die Klimaregionen typischen Erscheinungsformen
des Glacis und der weitflächigen Aufschotterung. Dieser Bereich geht
oihne feste Grenze über in die maritimen Akkumulations- und
Versumpfungsflächen des flachgründigen Persischen Golfes. Aus
vergleichen mit Quellen der Antike wissen wir, dass ausgehend von der
Euphrat-Tigris-Mündung (Schatt e l Arab) eine kontinuierliche, meerwärts
Verlagerung der Küstenlinie zu beobachten ist. Die Erscheinungsform
dieses Küstenbereiches ist der Salztonsumpf, in weiten Bereichen
vegetationslos, oft Salzkrusten bildend. Wir können folgende
Materialabfolge in einem Profil der Küstenebene (Ne nach SW) beobachten:
-
Hangbereiche des Zagrosrandes:
Anstehendes Gestein und grober Schutt (Typ4)
-
Hangfuss: Schutt- und
Schotterkeben, obere Ansätze der Fussflächen in grobem Material,
äolische Variante, an den Berghängen angewehte Sanddühnen (Typ 4 bis Typ
2).
-
Fussfläche: Als
unterschiedlich zerschnittenes Glacis (im Untersuchungsgebiet nur in
einem Hauptniveau nachweisbar), Schotterdurchmesser nach Südost
abnehmend (Typ 2).
-
Glacisende: Übergang in den
maritimen Sedimentationsbereich, zunehmende Versalzung, Korngrößen im
Bereich von Sand (vom Glacis herkommend) und Feinmaterial (sowohl
fluviatilen, als auch maritimen Ursprungs)
.
-
Maritim geprägter
Küstenbereich: Feinsedimentation, Salztonsümpfe, Salzkrusten (Typ 1)
-
Der Zagros ist die bestimmende
Landschaftseinheit des Untersuchungsgebietes. Er bildet die Achse von
Südwestiran, sein Formenschatz ist mannigkaltig gegliedert. Struktur und
Lagerung der alpin gefalteten, meist mesozoischen und frühtertiären
Gesteine geben die Grundlage für die Abtragungsprozesse, welche bestimmt
sind von den hier vorherrschenden ariden bis semiariden
Klimabedingungen. Wir können mehrere geomorphologisch unterschiedene
Landschaftseinheiten ausgliedern. Interessant ist dabei, dass die
Grenzen dieser Einheiten weitgehend konkordant sind mit denen der
Vegetationsverhältnisse und – in kulturgeographischer Hinsicht – mit
denen der Anbau- und Siedlungsverhältnisse.
Bestimmend wird weiterhin auch
der Gegensatz zwischen landgestreckten Gebirgszügen, die, ihre geologische
Struktur wiederspiegeln, Rücken oder Kuppencharakter tragen, oft
aufgespalten zu gegenläufigen Kämmen und weiten Bekcenlandschaften, deren
Lage und Gestalt ebenfalls geologisch prädestiniert sind. Wir können zwei
verschiedene Beckentypen unterscheiden:
-
Der Hochflächentyp (Typ 9):
Langgezogene Strukturachsen, die der Struktur parallel verlaufenden
Entwässerung dienen (Pulvar Rud, Kur Rud). Diesem Typ zugehörig ist auch
das, einen Teil des iranischen Hochlandes bildende Esfahan-Yezd-Becken,
welches bei Adabeh und Surmagh an unser Untersuchungsgebiet herantritt.
Charakteristisch sind die weiten Akkumulationsbereiche, in deren
Tiefenlinie sich ein ausgedehnter Erosions- und saisonaler
Überflutungsbereich befindet. Die Bergflanken sind Dank der geringen
relativen Höhenunterschiede wenig zerschnitten. Fussflächen treten nur
als kompakte, nicht zerschnittene Schotterkörper, die in den feinen
Sedimentationsbereich übergehen, auf.
-
Der Hochbeckentyp (Typ 7): In
den zentralen Gebieten des Gebirges verkürzen sich die Becken und blden
streng abgeschlossene Einheiten, in denen ein durchlaufender Abfluss
eine geringe Rolle spielt oder ganz einer ins Beckeninnere gerichteten
endoreischen Entwässerung weicht. Charakteristiken dieses Tyopen sind
die Salztonflächen bzw. Salzseen, deren Lage, nebenbei bemerkt, für die
Landwirtschaft bestimmend wird. Zu diesem Typ gehört unter anderem das
südliche Kazerun-Becken und nordöstlich davon das Becken von Dasht
Arjan, das Becken von Shiraz mit dem Dariacheh e Maharlu und dem
Salzsumpf von Aliabad. Eine ähnliche Gestalt haben auch die Becken von
Firuzabad und Ardekan, wobei letzteres durch seine Höhenlage ein
modifiziertes Klima aufweist, die Zerschneidung eine etwas größere Rolle
spielt und auch Differenzierungen der Vegetation aufweist.
Die eigentlichen Tallandschaften
entstehen erst im Südwestteil des Zagros durch die verstärkte Erosion bei
der Entwässerung hin zum Persischen Golf
(Höhendifferenz bis zu 1500 m
auf 200 km). Die Einzelformen dabei entsprechen dem Zusammenspiel von
Gesteinslagerungen und Klimabedingungen (Typ 5). Eine morphologisch
interessante Rolle spielen dabei die sogenannten Transversaltäler.
Tafel 24 .
Abbildungen 5, 6 und 7: Morphologie: Gebirgsformen
Tafel 25 . Karte 18: Fars. Morphologie 1
Tafel 26 . Karte 19: Fars. Morphologie 2
2.62 Die Transversaltäler in der
Theorie von Oberlander
Im südlichen Teil von Fars
finden wir Ausläufer eines morphologischen Types, der im nordwestlich
benachbarten Zagros strukturbildend ist. Es handelt sich um ein System
transversaler Schluchten, deren Entstehung Oberlander in seinem Buch `The
Tagros Streams` kritisch untersucht.
Seine bemerkenswerte These ist,
dass dieses System nicht antezedent im Sinne einer zufällig überlagerten
prärezenten Struktur ist, sondern dass es bei den gegebenen
Sedimentations- und Faltungsbedingungen regelhaft entstehen musste, dass
also eine morphologische Anomalie autogen unter den vorherrschenden
Bedingungen entstehen musste. Dies sei an Hand von vier Blockdiagrammen
von Oberlander kurz charakterisiert.
Bedingungen sind: einfache,
enggestaffelte Faltung und das über den harten cretazeischen bis miozänen
Kalken (Asmari) eine weiche, mitgefaltete Sedimentationsschicht
(Mergelkonglomerate des Jungtertiärs) liegen muss, deren Mächtigkeit die
Amplitude der Faltung übersteigt. Abgedeckt wird diese Lage durch pliozäne
(Bakhtiari-) Kalke. Im Verlauf der morphologischen Entwicklung erfolgte
eine Reliefumkehr, bei der das ursprünglich konsequente Abflusssystem
umgekehrt wurde: Subsequente sekundäre Entwässerungslinien durchbrechen
als erste durch verstärkte Erosionsleistungen am Hang die Deckenkalke und
gelangen leicht in erodierbares Material. Die Bergrücken werden in Längs-
und Querrichtung aufgespalten, während die Hauptentwässerungslinien,
mangels Gefälle im gegebenen Zeitraum, die Deckenkalke nicht zerschneiden
können.
Ab einem gewissen Zeitpunkt
verbinden sich die sekundären Entwässerungslinien zu einem Abflusssystem,
dem das ursprüngliche Entwässerungsnetz nur noch beigeordnet ist. Nach
Ausräumung der Deckschichten, bei dem unter Umständen einige „Tafelberge“
aus dem Material der Deckschichten stehen bleiben können, tieft sich das
si entstandene, dem Faltungssinn als Anomalie entgegengesetzte,
Entwässerungsnetz in die an die Oberfläche tretenden Kalkrücken der
Unterschichten ein.
Erst dieser letzte Schritt der
Reliefgenese kann mit dem Begriff der Antezedenz des Entwässerungssystems
beschrieben werden, obgleich die Entstehung dieses Netzes autogen
reliefbezogen und zwangsläufig verlief. Die entstehenden transversalen
Schluchten (in farsi `teng`), denen wir noch weniger regelhaft entstandene
beigegeben sund, finden wir im Gebiet südlich der Linie Firuzabad, Kazerun.
Tafel 27 . Übersicht 2: Morphologie
2.63 Morphologie der
Gebirgslandschaften
Bleibt uns noch die
morphologische Gliederung der Gebirgslandschaften:
-
Den südwestlichen Gebirgsrand
hatten wir schon weiter oben kurz angesprochen. Er ist gekennzeichnet
durch tiefe, nach allen Seiten verlaufende – verkehrs- und
siedlungsfeindliche – Zerschneidung, tiefen Schluchten und bizarren
Formen, die sich bei steilgestellter Wechsellagerung von hartem und
extrem weichem Gestein ergeben. Dazu kommen komplizierend noch einige
tektonische Störungslinien im Abfallbereich zu der Küsteneben hin,
-
Den weiteren Gebirgsbereich,
der durch zwei nordwest-südöstlich verlaufende Grenzen gegliedert wird.
Diese Grenzen sind:
-
Zwischen Shiraz und Kazerun
die Grenze der jungtertiären Schichten (Signatur B), die zusammenfällt
mit der Grenze der unmittelbar zum Persischen Golf hin gerichteten
Zerschneidung. Morphologisch ist sie daher als Grenze der
Schluchtenbildung zu bezeichnen.
-
Die Grenze zwischen den
Tertiär- und Kreidekalken, die sich morphologisch durch die größere
Härte der Kreidekalke und der daraus resultierenden größeren
Kompaktheit, als auch Schroffheit der Oberflächenform auszeichnet
(Signatur C).
-
Eine Sonderrolle spielt der
Höhenzug von Deh Bid, der über den Kuh e Bul südwestlich von Eghlid
hinwegziehend, den Anschluss des Zagros zu den Hochflächen bildet. Er
ist als vielfach gebrochene, tektonische Störungszone – meist im
Material der mittleren Kreide – gebildet und weist daher eine irreguläre
Morphologie auf.
-
Andere Formen zeigen die
weichen Mergel, die bei wechselnder Lagerung zwischen Ardekan und
Kazerun der Landschaft ein morphologisch irreguläres Gepräge geben.
Der Faktor der fluviatilen
Formung in den Beckenlandschaften von Fars wird in der Karte `Fars.
Morphologie 1` in den Vordergrund gerückt.
Dabei wird versucht – an Hand dieser Karte – die morphologischen Elemente
von Akkumulation und Einschneidung und ihre räumliche Gliederung
darzustellen.
Diese Gliederung zeit das uns
schon bekannte Bild der langgestreckten Beckenlandschaften, doch die
Typisierung der Einzelbecken lässt alternative Zuordnungsprinzipien zu.
Der Typ der `Beckentales` der
großen Flüsse im Nordosten – Kur Rud, Pulvar Rud – nimmt so eine
vermittelnde Stellung ein zwischen den Beckenlandschaften des
Zentralfarstypes und der Hochflächen; das Becken von Firuzabad ist zum
einen noch in den zentralen Bereich integriert, zeigt jedoch schon eine
individuelle Ausprägung mit Schluchten und zentraler Zerschneidung durch
den Flussverlauf im westlichen Beckeninneren.
Tafel 28 . Abbildungen 8 und 9: Morphologie des Gebirgsrandes
2.64 Morphologische Leitformen
Um den Formenschatz genauer zu
charakterisieren, seien einige Einzelformen angesprochen, die typisch für
die morphologischen Prozesse dieses Raumes sind:
-
Abtragungsformen im
anstehenden Gestein
Selektive, an der Petrovarianz
orientierte Formung, da die formausgleichende, tiefgründige chemische
Verwitterung fehlt.
-
An Schichtkämmen: Kefbildung
In ariden Gegenden ist das
Phänomen der extremen Stufenerhaltung durch das Vorherrschen von
physikalischer Abtragung zu beobachten, die Kefs zeichnen sich durch
schroffe Formung, nahezu senkrechtem Abfall und entsprechend der
Gesteinslagerung ausgedehnter Breite aus
-
In steil gestelltem Material:
Schichtrippen
Das Gestein liegt offen zutage
-
Bei einer Mehrzahl von
aufeinander folgenden steilgestellten Schichten: sogenannte
Rippenlandschaften
Diese Rippenlandschaften sind
größeren Gebirgskomplexen häufig als Vor- und Hangrippen vorgelagert
-
Bei waagerechter Lagerung:
Gesimse und Canons
Gesimse sind manchmal in Form
den Kefs ähnlich, gliedern den Hangbereich der Berge
-
Abtragungsform in
Schotterkörpern und weichem Material
Die linienhafte Abtragung
verfügt über eine beachtliche Tiefenerosion. Je nach Korngröße verschieden
ist der Umschlagpunkt von oberflächlichen, kaum erodierenden Abfluss auf
der Fläche bei wachsender Wassermenge zum linienhaften Abfluss mit seiner
kräftigen Erosion
-
Der `Kastenoued` im gröberen
oder verfestigtem Material
Typisch ist die Begrenzung des
Erosionsbereiches durch Steilränder. Die ausgleichenden Prozesse fehlen.
Die Erhaltung der morphologischen Form (Fläche bzw. Steilform) ist
typisch.
-
`Sandoued` im Felsmaterial,
besonders im Beckeninneren, nahe der Erosionsbasis
Bei dieser Form wechseln
stellenweise Formen des Kastenoueds mit breitem, kaum vertieften
Abflusslinien und sekundären Akkumulationsbereichen. Das Abflusssystem ist
dabei inkonstant.
-
In weichen Materialien wie
Mergeln: Auflösungsbereiche
Diese Bereiche zeichnen sich aus
durch ein sehr engmaschiges Netz verschieden geformter und eingetiefter
Erosionslinien in der Formung wechselnd zwischen kleinkuppigen
Landschaften und den oben erwähnten Rippenlandschaften
-
Akkumulationsformen
Die verschiedenen Typen der
Akkumulation sind abhängig in Lagerungsform und Korngröße vom
Transportweg, d.h. vom Ort ihrer Herkunft am Hang
-
Direkt am Hang: Schutthänge
und Schuttkegel, bei gröberem Material Rutschformen
Diese sind die primären
Akkumulationsformen, größtenteils durch die Gesetze der Schwerkraft
entstanden, noch kaum umgelagert
-
Am oberen Rand von
Schotterflächen: `Hangglacis` und Schotterfächer
Sogenannte `Hangglacis` tragen
schon flächenhaften Charakter, sind mehr oder weniger linienhaft
zerschnitten, aber noch annähernd parabolisch an den Hang angelehnt.
Erosionslinien am Hang setzen sich fort in fächerförmigen
Aufschotterungen. Beide leiten zur Aufschotterungsfläche über
-
Talfüllungen
Wo der Raum nicht ausreicht zu
ausgedehnten Flächenbildungen, werden Täler ausgefüllt mit Schottern
diverser Größe
-
Fußflächen
Typisch sind im Vorland arider
Gebirge ausgedehnte, flächenhafte Glacislandschaften, deren Schotterkörper
zerschnitten wird von einzelnen Tiefenlinien. Im Untersuchungsgebiet
finden wir diese Fußflächen in ihrer einfachsten Ausführung als meist
kompakte, fast unzerschnittene, in ihrem Aufschotterungsmechanismus
intakte, konstant geneigte Vorland- und Beckenauffüllung, die
infolgedessen nicht wie z.B. in Nordafrika durch eventuelle verschiedene
Niveaus und Auflösungsphasen hinweisen auf die morphologische
Entwicklungsweise geben können. Das hängt zusammen mit der mangelnden
Erosionskraft bei den relativ geringen Höhenunterschieden zwischen
Hochbecken und Gebirgszügen, ebenso mit dem geringen Schotteranfall der
wenig kompakten Gebirgszüge. Auch im Küstenvorland des
Untersuchungsgebietes treten keine bedeutenden Flüsse aus dem Gebirge, die
eine diesbezügliche Erosionsleistung erbringen können.
Charakteristisch sind die Bildungen von Kalkkrusten, dicht unter der
Schotteroberfläche, die wir an Aufschlüssen häufig beobachten konnten.
Diese verstärken noch durch ihre Festigkeit das Prinzip der
Flächenerhaltung. Über ihre Entstehung haben wir weiter oben schon kurz
gesprochen, sie sind das Ergebnis unterbrochener Lösungsprozesse in der
Wechselfolge von Regenfällen und langanhaltender Aridität. Die Korngröße
nimmt mit der Entfernung vom Bergfuss ab, bis hinunter in den Sand- bzw.
Feinmaterialbereich.
-
Dünen
Die äolische Umlagerung von
Sand- und Feinmaterial hat im Untersuchungsgebiet zwei unterschiedliche
Ausprägungen: In den Hochbecken mit ihren ständigen Staubstürmen und
`Windhosen` finden wir Staub- und Sandschleier und kleinere
Sandakkumulationen an Hangnischen. Das Material befindet sich in einer
ständigen Umlagerung. Im Südwestvorland des Zagros finden wir echte
Sanddünen, teilweise schon in Barchanform.
-
Salzflächen (Salzkrusten,
Salztonflächen, Salztonsümpfe und Salzseen)
In den zentralen Bereichen der
endoreischen entwässerten Becken im zentralen Fars und auf den Hochflächen
ist die Salzfläche die Regel. Strukturböden (Polygone), Krusten und Sümpfe
mit ihren periodischen Verschiebungen bestimmen Form und Bodentyp. Auch
die Küste zum Persischen Golf ist, wie schon erwähnt, in weiten Bereichen
eine Salzlandschaft.
Diese Einzelformen bilden die
Landschaftseinheiten (units) in typischen Abfolgen. Kombinieren wir die
morphologischen Fakten der Kartierungen mit einer systematischen Analyse
der Formabfolge der morphologischen units, können wir vier morphologische
Großlandschaften im Untersuchungsgebiet unterscheiden:
-
Das schon mehrfach
angesprochene Küstengebiet, welches im weiteren Bericht der
Untersuchungen nur noch am Rande behandelt wird, da es wenig
naturgeographische Differenzierungen bietet und der eigentlichen
Problematik der Landschaftsformung des Gebirgsbereiches gegenübersteht.
-
Der Bereich des südwestlichen
Zagros. Vorherrschend sind in ihm die starke Zerschneidung durch
größere, exoreisch, zum Teil zum Golf hin entwässernde Flusssysteme,
gekennzeichnet durch Schluchten- und Cananbildung und eng gestaffelte
Schichtrippen und Kämme.
-
Der mittlere und nördliche
Zagtros, die Kernlandschaft der Provinz Fars. Hier finden wir eine
eigentümliche morphologische Regelmäßigkeit, deren Formabfolge näher zu
beschreiben typische Erkenntnisse über den Aufbau der Region verspricht.
Ich halte es für angebracht, hier von einem spezifischen `Zentralfarstyp`
zu sprechen.
Die Grundlage ist die
regelmäßige geologisch-tektonische Struktur dieses Gebietes, in dem eine
Abfolge von geologischen Sätteln und Mulden auch die morphologische
Gliederung prägt.
Dabei ist zu verweisen auf den Abschnitt `Geologisch-tektonische
Übersicht`.
Die Kalkuppen machen eine
typische Formgenese durch, Von der Achsenlinie her werden sie engräumig
durch Erosion `aufgeschlitzt` und durch Querschluchten an das
hydrologische System der Becken angeschlossen. Dabei entstehen
gegeneinander stehende Kefs, canonartige Schluchten und zur Beckenseite
hin vorgelagerte `Hangrippen`. Die Becken sind durch mächtige Schotter
stärker aufgefüllt, in ihren Tiefenlinien finden wir Versalzungsgebiete,
bis hin zum Salzsee. Diese Abfolge tritt mit erstaunlicher Regelmäßigkeit
immer wieder auf.
Im nachfolgenden Teil soll
versucht werden, diese Gliederung an Hand von einzelnen
Landschaftsbeispielen noch genauer zu analysieren; dabei soll auch auf
ihre Bedeutung als Lebensraum des Menschen hingewiesen werden.
Beginnen wir dabei mit der
zentralen Landschaft unseres Untersuchungsgebietes, wie auch der Provinz
Fars und ihrem signifikanten morphologischen Formenschatz.
Tafel 29
. Übersicht 3: Morphologie: Zentralfarstyp
Tafel 30 . Übersicht 4:
Einzelformen in Fars
3. Regionen in Fars
3.1 Das Marvdasht-Becken
Eines der zentralen
landwirtschaftlichen Zentren in Fars ist das Marvdasht-Becken. Schon in
altgeschichtlicher Zeit lag hier ein Zentrum des Perserreiches
(Persopolis, heute Takht e Djamshid). Neuere Untersuchungen des
Agriultural College der Pahlavi University Shitazu/Bashgad, die zum Zwecke
einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung angestellt worden
sind, zeigen uns deutlich Aufbau uns Gliederung dieser Ebene.
Das Becken erstreckt sich von Nordosten nach Südosten und dient dem Kur
Rud, einer wichtigen Entwässerungslinie hin zum Niriz-See als Talverlauf.
In der Höhe von Takht e Djamshid und Naghsh e Rostem
(achämenidisch-sassanidische Nekropole) fließt der Pulvar Rud, der
zwischen Deh Bid und Sivand das längsstreichende Randgebirge
durchschnitten hat, in den Kur Rud. Die südöstliche Begrenzung des
Marvdasht-Beckens bildet der von den Gebirgszügen umgebene Niriz-See (Dariacheh
e Bakhtegan und Dariache e Tasht). Im Nordwesten verliert sich die Ebene
im Talsystem des Kur Rud, der on seiner nördlichen Verlängerung Rud Malbur
genannt wird. Der heutige Ort Marvdasht ist eine recht neue Gemeinde zur
Erschließung der fruchtbaren und für die Versorgung von Shiraz wichtigen
Alluvialebene.
Die Profile zeigen uns, dass das
Becken tektonisch mehrfach untergliedert ist. Die Randzüge bestehen im
Südwesten aus harten Eozänkalken, die in Richtung zum Becken hin
ausstreichen und Kefformen zeigen.
Den Nordoststrand bilden zum
Becken hin einfallende Kalke der mittleren und unteren Kreide (Cenoman bis
Apt). Diese sind, abgesehen von ihrer anderen Lagerung, härter und
massiver als die oft feingeschichteten Eozänkalke. Das wirkt sich im
Landschaftsbild aus. Die Morphologie des Eozänrandes zeigt ein stark
zerklüftetes und vielfältig gegliedertes Relief. Vegetation ist hier kaum
zu finden und die sehr unregelmäßige, hydrologische Struktur bedingt eine
unregelmäßige Verteilung der Wasserschöpfmöglichkeiten.
Ebenso vielfältig ist daher auch
hier die landwirtschaftliche Struktur. In der Mitte des Beckens befindet
sich eine tektonische Störungszone, bei der die am Nordoststrand
einfallenden Km-Schichten noch einmal auf der Gegenseite einer Mulde
ausstreichen und mehrere kleine Kämme bilden. Das bedingt, dass Teile der
Südwesthälfte des Beckens keinen Anschluss an das allgemeine
Entwässerungssystem des Kur Rud finden und ein sekundäres endoreisches
Becken mit Entwässerung zu einem Salzsumpf bei Allasbab bilden.
Wir finden somit im
Marvdasht-Becken zu den Rändern hin weite Aufschotterungsflächen, die in
ein zentrales Feinsedimentationsgebiet auslaufen. Der Kur Rud
durchschneidet diesen Bereich in einem mehrfach verzweigten Abflusssystem.
Die Zerschneidungsform ist die eines Kastenoueds, in seinem südöstlichen
Teil die eines weitverfächerten Sandoueds.
Der nordöstliche Kreidekalkrand
ist durch mehrere Einschnitte gegliedert, in seiner Gesamtstruktur jedoch
einheitlich mit Rückencharakter. Hier sind einige natürliche Quellen zu
finden, deren Wasser der Landwirtschaft dient. Auch Brunnen und Ghanate
finden wir hier, was die Voraussetzung von Intensiv- und Baumkulturen ist.
Die natürliche Vegetation dieses Gebietes war nach Untersuchungen des
Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad
die des Pistazien-Mandel Waldes, bei steppenartiger Oberflächenbedeckung.
Heute finden wir außerhalb des Kulturlandes nur noch eine degradierte
Artemisieta-Steppe, die im nordöstlichen Gebirge in eine
Trockenstrauchvegetation übergeht. Der anthropogene Einfluss auf diese
Vegetationsform ist unübersehbar. Besondere Salzvegetation in der Art wie
sie im Abschnitt `Vegetation`
beschrieben worden ist, finden wir an den Ufern des Niriz-Sees und dem
Bereich der Salzsümpfe bei Allabad und Zarghan.
Das Marvdasht-Becken ist uns ein
wichtiges Beispiel für die genetische Verzahnung und räumliche Zuordnung
der Kulturlandschaft zu den naturgeographischen Wirkungsfaktoren. Deshalb
bin ich sn firdrt Stelle etwas mehr als üblich auf die
kulturlandschaftlichen Phänomene, die Eilers noch weiter analysieren wird,
eingegangen. Die heutige Landschaft kann also nur aus dem Zusammenspiel
von naturgeographischen und strukturellen Wirkungsfaktoren und den
anthropogenen Einflüssen verstanden werden.
Außerdem ist das
Marvdasht-Becken in seiner Struktur exemplarisch für den
Landschaftscharakter und den Aufbau von Zentralfars.
Tafel 31 . Karte 20: Becken von Shiraz
3.2 Das Shiraz-Becken
Die Kernlandschaft von Fars ist
der Raum um die Ostanhauptstadt Shiraz. Hier prägt sich auch am
deutlichsten die Formenstafel des weiter oben analysierten Zentralfars
aus. Die allgemeinen Strukturlinien entsprechen denen des allgemeinen
Zagrosverlaufes. In seiner geologisch-tektonischen Struktur
ist das Shiraz-Becken ein Doppelbecken, welches begrenzt ist im Nordosten
von Eozän- bis Oligozänkalken, welche in einer steiler gefalteten Zone mit
einigen Störungslinien über den Kuh e Bamu in die Marvdasht-Ebene
überleiten und im Südwesten begrenzt ist von dem aus Asmari-Kalken
(unteres Fars bis Oligozän) gebildeten, als Sattelstruktur ausgeprägten
Kuh e Sabzpushan.
Der geklappte Sattel im Zentrum
des Shriaz-Beckens tritt an der Oberfläche nicht in Erscheinung, verändert
jedoch die hydrologische Struktur des Areals in folgender Weise:
Durch die Kappungsflächen
sickert das Wasser schneller als in den untergründischen geologischen
Muldenbereichen, die einen Staueffekt verursachen. In diesen Bereichen
finden wir an der Oberfläche die maximale Versalzung, während wir
dazwischen den zwar intensiveren, Bewässerung erfordernden Bereich
optimaler Nutzbarkeit zu suchen haben. Die Oberfläche des Shiraz-Beckens
bildet regelmäßig eine mächtige Sedimentationsschicht, die am Rande aus
gröberem Schottern, zum Zentrum hin mit Feinmaterialien angefüllt ist. Die
Neigung dieser Ebene ist sehr gering (im äußeren Bereich 3-5°) und die
Zerschneidung ist, da ein zentrales Flussentwässerungssystem fehlt,
minimal. Die Zerschneidungstiefe einzelner Abflussrinnen liegt zwischen 10
und 50 cm, der Verlauf dieser Linien ist wechselnd und das Längsprofil
unausgeglichen.
Bevorzugte Bereiche der
Zerschneidung sind die äußeren Zonen des Feinsedimentationsbereichs in
denen
Gestört wird im Shiraz-Becken
diese Feingliederung durch die vorher erwähnte Doppelstruktur, die ein
mehrfach gegliedertes Zerschneidungsprofil bedingt. Die
Versalzungsbereiche tragen im eigentlichen Shiraz-Becken den Charakter von
Solonchak-Böden und Salzsümpfen mit geringer Mächtigkeit (3-4 m).
Der wichtigste Bereich des
Shiraz-Beckens kann nach Dewan a,ls feinkörniger Alluvialboden
angesprochen werden, dem zum Rande nach Süden und Südosten grobkörnige
Alluvial- und Kollovialböden folgen.
Nach Südosten hin verzweigt sich das Shiraz-Becken in einen nördlichen
Strang, der über den Dariache e Mahrlu in das Sarvestan-Becken überleitet
und in einen südlichen Beckenbereich, der durch das Kovar-Becken in das
Talsystem des Rud e Mond übergeht. Dazwischen liegt eine geologisch als
Sattel angelegte Erhebung, die entsprechend dem schon bekannten
morphologischen Prinzip des Zentralfarstypes längsseitig aufgeschlitzt und
mit einer Ausräummulde versehen ist. Die südwestliche Seite des
Gebirgszuges bildet das Hauptkef, während die steil aufgestellte
nordöstliche Seite als Rippenstaffel ausgebildet ist.
Gebildet wird der Kefbereich und
die Rippenstaffel durch harte Eozänkalke, denen randlich vorgelagert
Hangrippen und nach Shiraz hin ein geschlossener Sattelbereich aus
Asmari-Kalken zugeordnet ist.
Der Dariacheh e Maharlu stellt
sich dar als weitflächiger Salzsee, der mit inkonstanter Uferlinie
(abhängig von der jeweiligen Niederschlagssituation) eingebettet ist in
eine größere Salzfläche. Mehrere kleinere Quellen, besonders im
Südwestbereich, spenden eine gewisse Wassermenge, die dem Salzsee auch in
Trockenzeiten vor der völligen Austrocknung bewahrt. Für die Vegetation
sind diese Zuflüsse, da sie nicht versalzen sind, wichtige
Standortvergütungen, so dass wir in einer scheinbar toten Salzfläche eng
abgegrenzte Bereiche üppiger Vegetationsentfaltung finden.
Eine Besonderheit ist dabei, da
der umliegende Boden versalzen ist, dass Wasserpflanzen ohne tiefgründige
Verwurzelung bevorzugt auftreten. Für die Tierwelt sind diese
Einflussbereiche wichtige Refugien, was am Reichtum der Insekten und
Vogelarten beobachtet werden konnte.
Ein schmaler Streifen
halophytischer Vegetation begleitet den Rand des Versalzungsgebietes, dem
nach außen hin eine Steppenvegetation vorwiegend des Artemisieta-Types
folgt. Auch hier ist die ursprüngliche Trockenbusch- und Pistazien-Mandel
Steppe durch anthropogene Einflüsse aufgelöst worden. Diese Region ist
heute Zentrum einer auf Bewässerungsgrundlage arbeitenden Landwirtschaft.
Die Hydrologisch günstige
Situation des Shiraz-Beckens ermöglicht differenzierte
Wassergewinnungsmaßnahmen und damit eine differenziertere Landwirtschaft.
Besonders deutlich wird der
morphologische Zentralfarstyp in der Formabfolge im südöstlichen Teil des
Shiraz-Beckens. In dem diesbezüglichen Profil und Blockdiagramm wird
deutlich ersichtlich:
-
Die von nur wenigen
Störungslinien modifizierte, einfache Faltungsbewegung in Sättel und
Mulden und
-
Der daraus resultierende
Formenschatz von recht ebenen Sedimentationsflächen und kuppenartigen,
dazwischen liegenden Gebirgssätteln, die im Bereich ihrer maximalen
Erhebung durch die Erosion aufgeschlitzt werden, so dass sich
gebirgsparallele, von Steilformen (Kefs, Rippen) gesäumte Ausraumtäler
bilden.
Eben diesen Vorgang haben wir in
Zusammenhang mit der Oberlander’schen Theorie der Transversaltäler
kennengelernt, wobei ein analoger Formungsvorgang bei einer spezifischen
Lagerungsabfolge, die in unserem Bereich nicht vorliegt, zu einer
zwischenzeitlichen Reliefumkehr und damit zur Bildung von
Transversaltalsystemen führte.
Unsere Beobachtungen beim
Zentralfarstyp bestätigen damit den Ansatz dieser Theorie, da di zu Grunde
gelegten Formungsprozesse im zentralen Fars übereinstimmend zu beobachten
waren.
Ebenfalls sichtbar wird, was in
der schon mehrfach angesprochenen Übersicht
deutlich gemacht werden soll, der unmittelbare Formenzusammenhang von
geotektonischer Struktur, Lagerungsverhältnissen in ihrer Petrovarianz und
der herauspräparierten Oberflächenform. Die Erosion in ariden und
semiariden Gebieten arbeitet selektiv, d.h.:
-
Vorhandene Formen werden im
Prinzip erhalten (Stufenerhaltung, Flächenerhaltung) und
-
Lagerungsverhältnisse
(Steilstellung, Sättel, Mulden) werden herauspräpariert (Rippen, Kefs,
Kuppen) bzw. als Strukturlinien einer weitergehenden Formung erhalten (Ausraumtäler,
Aufschotterungsflächen).
Die klimatische Bedingtheit
dieser Formungsvorgänge wurde im allgemeinen Teil untersucht. Aus dem
gegebenen Formenschatz kann auf einen gesamtnaturlandschaftlichen
Wirkungskomplex geschlossen werden, in dem Bedingungsfaktoren (Geologie,
Klima) Umgestaltungsabläufe (Vegetationsgeschichte, morphologische
Prozesse) sich komplex verbinden zu der augenblicklichen
Landschaftsgestalt wie sie sich dem Betrachter darbietet.
Es ist dabei wichtig, das
zeitliche Element nicht aus dem Auge zu lassen, da die Landschaftsgestalt
keine Konstante ist, sondern der augenblickliche Zustand eines
fortlaufenden Prozesses.
3.3 Das Hügelland westlich von
Shiraz
Durch die geologische Situation
westlich vom Kuh e Sabzpushan,
wo die alttertiären Kalke (Asmari) abgelöst werden von dem
wechsellagernden Bereich der Fars-Mergel und Kalke, die teilweise recht
steil gestellt sind, finden wir hier eine gesonderte morphologische
Einheit, die nach Nordwesten hin übergeht n einen tiefzerschnittenen,
irregulären Zerschneidungsbereich im weichen Material, der von in Richtung
Bebehan zum Persischen Golf hinentwässerten Flüssen geprägt wird.
Der im Untersuchungsgebiet
angesprochene Auslöufer zwischen dem Shiraz-Bekcen, dem Dasht Arjan-Becken
und im Norden der Tal- und Beckenlandschaft von Ardekan fällt auf durch
die von weichen Materialien geprägte, kuppige Oberflächengestalt.
Dieser Landschaft fehlen die
schroffen Abstürze der Kalklandschaften, vorherrschend sind fließende
Formen, die nur durch Rippen und Gesimse, welche eng gestaffelt auftreten,
dabei von dünnen Kalkbänken gebildet werden, unterbrochen erscheinen. Sehr
viel ausgeprägter als in den großräumigen Landschaften des
Zentralfarstypes tritt hier jedoch das Abflusssystem in Erscheinung. Auch
kleine Abflussrinnen verursachen tiefer Einschnitte, größere Flusssysteme
bilden breite, ausgeräumte Talsysteme.
Da hier die lagernden Mergel dem
Einsickern von Wasser stauend entgegentreten und den oberflächlichen
Abfluss begünstigen, was auch die Erosion fördert und gleichfalls der
Nährstoffmangel des Mergels lassen uns hier die Vegetation noch ärmer
erscheinen als in den bekannten Tal- und Beckenlandschaften. Eindrucksvoll
sin die Farbabfolgen dieser Mergel der Farsformatrion des Miozäns, die von
weiß und grau über grün und blaugrau hinreichen bis zu verschiedensten
Braun-, Rot- und Violett-Tönen.
Da dieses Gebiet aus den
gesagten Gründen kaum landwirtschaftlich nutzbar ist, finden wir auch
keine Siedlungen. Es ist eines der Rückzugsgebiete der Ghasghai-Nomaden.
Tafel 32 . Karte 21: Kazerun-Becken
3.4 Das Kazerun-Becken
Eine besonders wichtige
Landschaftseinheit ist das Kazerun-Becken. Durch einen klimatischen
Extremcharakter ist Vegetation und Nutzbarkeit dieses Gebietes
entscheidend geprägt. Schon außerhalb des morphologischen Zentralfarstypes
gelegen, stellt es den Übergang des Bereiches der Beckenlandschaften zu
den Tal- und Zerschneidungsgebieten des Randzagros dar. Es ist das
südwestlichste Becken, welches in ähnlicher Art wie das Firuzabad-Becken
noch durch die geotektonische Situation strukturell vorgebildet ist. Die
großen Züge der Form entsprechen denen der übrigen Becken von Fars.
Im Nordosten wird es begrenzt
durch ene Gebirgsstaffel, die anfänglich noch den einfachen
Sattelcharakter mit Ausraumlängstälern darstellt, dann aber in engerer und
gestörter Folge ansteigt zu der mächtigen Erhebung in deren Zentrum
nordöstlich des `Passes der alten Frau` das Dasht Arjan-Becken, rund 1000
m höher als das Kazerun-Becken gelegen, situiert ist.
Die Gebirgslandschaften um
Kazerun sind noch geprägt von alttertiären Kalken des Asmari bis Eozän;
südlich der Kazerun-Ebene finden wir Gebirgslandschaften, in denen die
alttertiären Schichten abtauchen und den mittel- bis jungtertiären
Mergeln, Konglomeraten und dünn geplatteten Kalken des Fars und Bakhtiare
Platz machen.
Dadurch dass in diesem Bereich
die spröden, wechsellagernden und geringer mächtigen Tertiärkalke als
Stufenbilder fungieren, als auch der Bereich einer direkten fluviatilen
Entwässerung zum Persischen Golf die Erosion bestimmt und die immer
stärker auftretenden mittelalterlichen Mergel und Konglomerate die Erosion
begünstigen, ist das Kazerun-Becken umgeben von tiefeingeschnittenen
Schluchten (teng). Da hier flachliegende Kalke anzutreffen waren, konnten
Flächen mit deutlichen Karstbildungen beobachtet werden. Besonders in der
Höhenstufe der Sättel waren typische Lösungsformen, sowie das Fehlen
oberflächlicher Abflussrinnen zu Gunsten der Karsthydrologie zu
beobachten. Mikrokarstformen konnten im Untersuchungsgebiet, das durch die
Kalkfazies strukturiert wird, allenthalben beobachtet werden.
Durch die klimatische
Abnormität: Hitzemaximum höher als in Busher, äußerst geringe
Niederschläge bei einer durch die Beckenlage bedingte Abgeschlossenheit
der Luftmassen, die extreme Tagesgänge verursacht, ohne irgendwelche
Ausgleichsströmungen, wird die Vegetation stark behindert. Dennoch
gehörten in den zentralen Bereichen weitständige Pistazien-Mandelbestände
zu der erst anthropogen gelichteten Vegetation. Reste dieser Vegetation
finden wir in dem siedlungsarmen, nordöstlichem Paralleltal zum
Kazerun-Becken, von welchem ein sich verdichtendes Baumvegetationsland
emporzieht zum Hohen Zagros, dessen Ausläufer wir in der Gegend des
Ardekan-Beckens zu suchen haben.
Durch die klimatische
Besonderheit finden wir im Kazerun-Becken große Palmenbeständer, deren
Bewässerung durch Tiefbohrungen sichergestellt werden musste. Ein gewisser
Versalzungsbereich ist südöstlich von Kazerun zu finden zwischen zwei
Armen des Einzugsbereiches eines bei Boradzjan an die Küstenebene
austretenden Flusses. Dieses Gebiet gleicht in vielem den beschriebenen
Versalzungsbereichen des Shiraz- und Marvdasht-Beckens. Die Ausläufer des
Beckens gehen über in die Talzerschneidungsbereiche des südwestlichen
Randzagros, der sich morphologisch seitlich vom zentralen Zagros abhebt.
Hier wird die Faltung engräumiger, wodurch sich keine Beckenlandschaften
mehr ausbilden können, gleichzeitig weren die weichen jungtertiären
Schichten landschaftsprägend. Ebenfalls finden wir in diesem Bereich die
feinverästelten Einzugsbereiche einiger zum Persischen Golf hin
entwässernden Flüsse (z.B. Mond Rud). Das bedingt eine tiefgründige
Zerschneidung, die wenig Flächen für eine Nutzung durch den Menschen
bereitstellt.
Die Vegetation ist spärlich und
beschränkt sich auf verschiedene Formen der Artemisiete-Steppe mit
Anschüben von Astragalieta. Im unteren Bereich einiger Hänge finden wir in
günstiger Exposition weitständige Sträucher und niedrige Garriguen. Die
Nutzung bevorzugt die flussbewässerte, auf zusätzliche Quellen und Brunnen
zurückgreifende Dattelpalmoase, deren räumliches Wachstum durch die
Geländeform und die verkehrsmäßige Abgeschlossenheit begrenzt wird. Dass
dieses Gebiet sowohl als Durchgangsachse für den Verkehr von den
Hochflächen zum Persischen Golf, ebenso wie für alte Handelswege nach
Mesopotamien von großer Bedeutung war und schon in früher Zeit eine
wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebt hat, wird in der Arbeit von
Eilers ausführlicher dargelegt.
3.5 Die Randlandschaften und die
Küstenebene
Für die Gliederung von Fars in
einzelne Regionen bedeutungsvoll ist die unterschiedliche
Niederschlagsverteilung.
Wir sahen, dass das
Kazerun-Becken seine Sonderrolle zu einem Teil aus seiner klimatischen
Exposition erklärt. Es wäre nun angebracht, die einzelnen Regionen von
Fars an Hand von Klimadaten zu kategorisieren, finden jedoch auch hier
unsere Grenze wieder an der mangelhaften Quellenlage.
Durch das Landwirtschaftsamt
Shiraz konnten wir einige nicht veröffentlichte Niederschlagssummen für
die Jahre 1968/69 und 1969/70 (das iranische Jahr beginnt am 21. März)
erhalten. Bemerkenswert ist bei diesen Zahlen der für die Variabilität des
Klimas bezeichnende Unterschied in den Niederschlagssummen dieser beiden
Jahre. Zum anderen ist eine deutliche Regionalisierung der
Niederschlagsverteilung, die in beiden Jahren trotz unterschiedlicher
absoluter Höhe parallel verläuft, festzustellen. Vom Typ her zu erkennen
ist, dass kleine Becken und die Hochflächen, die im lokalen Schutz von
höheren Gebirgen liegen, erheblich weniger Regen erhalten, als die
grö0ßeren Becken und die zum Flachland hin nicht geschützten Regionen.
Setzen wir diese Zahlen, wie es
uns bei den Werten von Shiraz möglich ist, in Beziehung zu verschiedenen
Durchschnittswerten nach Ganji
und Latefi
und der in der amtlichen Statistik
gemessenen Niederschlagssummen von 1967, wobei wir für Kazerun ebenfalls
einen Durchschnittswert nach Ganji zur Verfügung hatten,
so können wir folgendes feststellen:
-
Durchschnittswerte besagen für
ein Gebiet dieses klimatischen Charakters weniger als typische
jahreszeitliche Verläufe oder die Analyse der klimatischen Situation in
ausgewählten Extremjahren und
-
Die Spannweite
unterschiedlicher klimatischer Situationen ist beträchtlich und für die
Analyse dieses Gebietes in Hinblick auf seine Nutzungsfähigkeit für den
Menschen von besonderer Bedeutung, denn selbstverständlich werden die
Ertragsleistungen der einzelnen Jahre von den klimatischen Differenzen
entschieden mitgeprägt.
Niederschläge in Fars in mm
|
Station |
Niederschläge Durchschnittswerte |
|
|
1967/68 |
1968/69 |
1969/70 |
Nach Ganji |
Nach Latefi |
|
Mamasani |
|
847,4 |
529,0 |
|
|
|
Kazerun |
|
467,7 |
288,6 |
153 |
|
|
Firzuabad |
|
451,5 |
251,0 |
|
|
|
Shiraz |
390 |
417,9 |
209,6 |
384 |
168 |
|
Fasa |
|
362,1 |
181,1 |
|
|
|
Djarom |
|
354,6 |
288,6 |
|
|
|
Lar |
|
323,0 |
101,0 |
|
|
|
Darab |
|
250,6 |
205,5 |
|
|
|
Abadeh |
|
228,0 |
78,0 |
|
|
Aus diesen Zahlen ergeben sich
Ansätze für eine klimaorientierte Gliederung von Fars, dennoch sind sie,
insgesamt gesehen, ungenügende Werte.
Die Becken von Firuzabad und
Darb kennzeichnen randliche Beckenlandschaften, die in ihrer Struktur den
Becken des Zentralfarstypes zugeordnet werden können und naturgeographisch
nicht viel Neues bringen. Die Gliederungsprinzipien sowohl in
morphologischer als auch vegetationsgeographischer Hinsicht bestimmen hier
den Lebensraum des Menschen. Eine ins einzelne gehende Kartierung dieser
Randbecken würde nach den Analyse des Marvdasht-, Shiraz- und
Kazerun-Beckens keine neuen Erkenntnisse bringen, sondern nur die Abreit
mit leerem Material belasten.
In Kulturgeographischer Hinsicht
sei nur der Hinweis erlaubt, dass in diesen Regionen eine primitive
Landwirtschaft mit traditionellen Bewässerungssystemen, fernab jeder
Kommunikation mit den Zentralregionen, das Bild der Landschaft bestimmt.
Bezeichnend für diese Gebiete ist die verkehrsgeographische
Abgeschlossenheit.
Notwendig erscheint es jedoch
noch einmal, nach dem im allgemeinen Teil schon Gesagten, einen Blick auf
die Küstenebene des Persischen Golfes und die Region Busher zu werfen.
Diese Landschaft unterscheidet sich grundsätzlich von den Gebirgsbereichen
von Fars.
Zusammengefasst stellen sich die
prägenden naturgeographischen Einzelzüge dieser Landschaftseinheit
folgendermaßen dar, wobei wir im großen und ganzen die schon bekannten
Punkte des allgemeinen Teils noch einmal beleuchten wollen:
-
Trotz der Nähe des
Temperaturmaximum in Khuzistan ist de Temperaturgang in Busher durch den
Einfluss des Meeres gemildert. Die Temperaturen liegen etwas unter denen
der südlichsten Zagrosbecken wie Kazerun, jedoch weit über denen des
zentralen Ostans Fars oder der Hochflächen.
-
Eine Frostgefährdung liegt in
der Küstenebene nicht mehr vor. Die absoluten Minima liegen bei 1,1°C.
-
Die Nähe des Meeres drückt
sich weniger in höheren Niederschlägen, als in höherer Luftfeuchtigkeit
mit zeitweiligem Schwülecharaktrer aus. Dazu eine kleine Tabelle, die
die relative Luftfeuchtigkeit von Busher (14 m, Hafenstadt) mit der von
Shiraz (Stationshöhe 1491 m) vergleicht. Zu beachten sind insbesondere
die hohen Luftfeuchtigkeitswerte in den heißen Sommermonaten, während
die Wintermonate ausgeglichen erscheinen. Ebenfalls ist die Diskrepanz
der Tages- und Morgenwerte größer als in der Nacht, was auf die
unterschiedliche Ausgangslage des Verhältnisses von
Verdunstungspotential bei gegebener Temperatur zu zur Verfügung
stehender Flüssigkeit erklärbar ist. Die nachfolgende Tabelle gibt die
Werte der Monatsmittel des Jahres 1967 für die Ablesezeitpunkte von 3h,
9h und 15h an. Damit wird auch de durchschnittliche Tagesgang der
Luftfeuchtigkeit sichtbar, welcher je nach Jahreszeit einen
unterschiedlichen Verlauf nimmt. Vergleichbar sind die Werte mit denen
der Klimadiagramme von Shiraz und Busher.
Relative Luftfeuchtigkeit 1967
in %
|
Monat |
03h |
09h |
15h |
|
|
Shiraz |
Busher |
Shiraz |
Busher |
Shiraz |
Busher |
|
Januar |
81 |
80 |
43 |
55 |
56 |
66 |
|
Februar |
83 |
74 |
48 |
55 |
37 |
62 |
|
März |
73 |
56 |
36 |
42 |
43 |
53 |
|
April |
77 |
63 |
42 |
42 |
48 |
50 |
|
Mai |
59 |
65 |
28 |
45 |
29 |
54 |
|
Juni |
39 |
60 |
17 |
44 |
18 |
53 |
|
Juli |
41 |
66 |
17 |
47 |
19 |
57 |
|
August |
33 |
76 |
13 |
58 |
15 |
63 |
|
September |
44 |
77 |
16 |
50 |
19 |
61 |
|
Oktober |
56 |
74 |
22 |
52 |
25 |
68 |
|
November |
77 |
84 |
44 |
63 |
59 |
69 |
|
Dezember |
84 |
83 |
44 |
62 |
63 |
74 |
|
Jahr |
62 |
72 |
31 |
51 |
36 |
61 |
-
Morphologisch ist die
Küstenebene eintönig. Die Fußflächen des Zagros, die wenig zerschnitten
sind, gehen über eine weite Salz- und Schwemmlandeben, in der
vereinzelte Dünen und zur Küste hin auch feuchte Salzsümpfe eingebettet
liegen. Genetisch ist diese Küstenebene aus dem Zusammenschluss
terrestrischer und maritimer Ablagerungsprozesse entstanden. Der Strand
ist nicht deutlich abgegrenzt, sondern trägt den Charakter einer
versumpften, salzigen Übergangszone. Einige halophytische Sumpfpflanzen
unterbrechen die weite Vegetationslosigkeit. Zum Gebirge hin finden sich
stellenweise Artemisiete-Steppen.
-
Bäume sind nur im bewässerten
Kulturland anzutreffen. Hier dominiert der Typ der Dattelpalmoase.
-
Busher selbst liegt an einer
Art versumpfter Lagune und ist durch seine von drei Seiten vom Meer
umschlossene Lage nur von einer Seite her erreichbar. Die gesamte
Halbinsel von Busher trägt wüstenhaften Charakter du ist versumpft. Nur
an einigen Stellen finden wir bewässerte Palmoasen. Gleichwohl ist
Busher Fundort ältester elamitischer Kulturspuren und es finden sich auf
der Halbinsel von Busher bedeutende Baudenkmäler aus islamischer Zeit.
Die Küstenebene von Busher ist
Teil einer iranischen Großlandschaft der niederiranischen Flachländer und
Küsten, die sich beginnend in Luristan durch Khuzistan, als Ausläufer
Mesopotamiens über das Schatt el Arab-Gebiet entlang der Küsten des
Persischen Golfes, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman bis hinein
nach Pakistan und den Pandjab erstreckt. Keine deutlichen Grenzen gliedern
diesen Bereich, nur breite Übergangszonen leiten über von extrem heißen,
durch Föhneffekt kontinentalisierten über gemäßigtere, den maritimen
Einfluss stärker spürbar machende Bereiche, bis hin in monsunal tropisch
geprägte, hindotype Tiefländer.
Ein Ausschnitt aus dieser sich
langsam wandelnden Region ist die Küstenebene zwischen Bandar e Busher und
Boradzjan, die sich durch außergewöhnliche Breite, ca. 80 km, auszeichnet.
Es ist zu erwarten, dass durch anthropogene Einflüsse, hervorgerufen durch
den Ausbau der Verkehrswege und das Eindringen der Erdölindustrie der
Landschaftscharakter, der sich bis heute in weiten Teilen noch in seiner
ursprünglichen Gestalt befindet, stark verändert wird.
Tafel 33 . Abbildungen 10 und 11: Küstenebene und Südwestzagros
4. Die Region Fars als
Lebensraum
Nachdem nach einigen
grundsätzlichen Überlegungen wichtige naturlandschaftliche Beziehungen im
Raume des Untersuchungsgebietes analysiert worden sind und dabei versucht
worden ist, eine reale Situation des Untersuchungsgebietes aussagefähige
Form der Landschaftsgliederung zu finden, bleibt es die Aufgabe einer
zusammenfassenden Darstellung, die Untersuchungsergebnisse für die
Bedeutung dieser Landschaft als Lebens- und Handlungsraum des Menschen zu
charakterisieren.
Durchgehender Gedanke dieser
Arbeit war es, die Komplexität des physisch-geographischen Geschehens
fernab jeder kausalistischen Einseitigkeit oder verfälschender,
eindimensionaler Betrachtungsweisen, wie es z.B. das Hettner-Schema
darstellt, aufzuzeigen. Regionale Differenzierung ist abhängig von den
verschiedensten natürlichen Wirkungsabläufen, wie Klima,
Lagerungsverhältnisse, sekundäre Prozesse der Bodenbildung und der
Vegetationsentwicklung, die gegenseitig in unterschiedlicher Weise in
einem Wirkungsgefüge vereint sind. Der Charakter einer ariden Landschaft
macht es dabei leicht, diese Wirkungsabläufe noch im Gelände zu beobachten
oder in ihren Auswirkungen zu analysieren. Für eine physisch-geographische
Betrachtung nimmt die aride bzw. semiaride Landschaft den Charakter eines
Modellversuches an, da aus zwei Gründen die einzelnen Wirkungsfaktoren
deutlicher sichtbar und voneinander isolierbar erscheinen:
-
Die klimatische
Extremsituation reduziert verdeckende Faktoren, wie Vegetation und
Bodenbildung, die dadurch, wo sie auftreten, überschaubarer werden und
gibt den Blick frei auf primäre Strukturen, die durch den Charakter der
Abtragungsprozesse in diesen Regionen noch hervorgehoben werden, wie
z.B. die geotektonischen Strukturlinien.
-
Diese Regionen sind bis heute
noch längst nicht in einem Maße, wie z.B. Mitteleuropa, von
anthropogenen Einflussfaktoren umgestaltet worden, so dass
physisch-geographische Prozesse noch unmittelbar im Gelände analysierbar
bleiben, ohne den Abstraktionsaufwand, der in einer vorwiegend
kulturlandschaftlich geprägten Region von Nöten ist.
Allgemein gesprochen bedeutet
das:
Extremsituationen tendieren zu
Grenzwerten, die leichter beobachtbar sind als graduelle
Übergangsbereiche. Aus diesen Fakten rührt die Bedeutung der
Trockenlandschaft für die Darstellung allgemeiner naturgeographischer
Abläufe und Gesetzmäßigkeiten her.
Nur am Rande sei darum darauf
hingewiesen, wie wichtig eine regionale Analyse der Trockenräume für eine
fundamentale Didaktik der Naturgeographie sein kann, wenn die vielfältige
Bedingtheit naturgeographischer Prozesse, ihr gegenseitiges Wirkungsgefüge
und die Bestimmungsmöglichkeiten für den Lebensraum des Menschen
dargestellt werden sollen. Dieser letzte Gesichtspunkt führt hin zum
zweiten Schritt der regionalen Landschaftsanalyse, bei dem die
vielfältigen, gegenseitigen Bedingungskomplexe zwischen menschlichem
Handeln und Landschaftsgestalt sichtbar gemacht werden. Auch dieser
Schritt macht deutlich, in welch engem, wechselseitigem Gefüge
geographische Prozesse stehen.
Die Grundlagen, die die
Naturlandschaft für das Leben und die Aktionen des Menschen bereithalten,
befähigen ihn zur Einflussnahme auf eben diese Landschaft, in die er als
Teil der Biosphäre selbst direkt oder indirekt gestaltend eingreift. Dabei
darf nicht in den Biologismus vergangener Zeit gefallen werden, der die
Handlungen des Menschen aus wenigen Ursachen, wie z.B. der Landschaft in
der er lebt, direkt kausal ableiten versucht, sondern es ist notwendig,
die diffizilen Einflussmöglichkeiten, die die Landschaft als Lebensraum
und in vielen Fällen als Widerpart menschlichen Handels begreift,
abzuwägen gegenüber der Bedeutung der geschichtlichen Situation dieser
Menschen, die sich in Sozialordnungen und wirtschaftlicher Lage
darstellen.
Der Lebensraum im
Untersuchungsgebiet ist geprägt von einigen durchgehenden Faktoren:
-
Bestimmender Faktor für die
Gestalt der Landschaft ist die Aridität in ihrer regional
differenzierten Gestalt. Das bedeutet für die menschliche Nutzung, die
in diesem Raum vorzugsweise eine agrarische Nutzung ist, eine
wesentliche Einschränkung. Durch den Faktorenkomplex der
Trockenlandschaft – schroffe Geländeformen, mangelnde Bodenbedeckung,
mangelnder Nährstoff- und Humusgehalt des Bodens, engräumige
differenzierte Hydrologie bei mangelndem Oberflächenwasser, geringe
natürliche Vegetationsbedeckung und mangelnde Bereitstellung von
natürlichen Wasserressourcen – ergeben sich bestimmte Bedingungen für
die landwirtschaftliche Nutzung, die sich in Anbausystem (Bewässerung),
Sortenauswahl (trockenliebende Pflanzen) und Ertragsleistung pro
Flächeneinheit ebenso auswirkt, wie in dem notwendigen Aufwand Areal,
Arbeitsleistung und eventuellen Betriebskapital, um eine bestimmte
Ertragsleistung hervorzubringen. Dieser Faktorenkomplex und seine
Bezogenheit auf die naturlandschaftlichen Bedingtheiten, wird in der
Arbeit von Eilers in einem überleitenden Kapitel analysiert.
Hier bleibt nur die
zusammenfasende Feststellung, dass der Lebensraum des Menschen
grundsätzlich anders strukturiert ist, als in den humiden Gunstgebieten
Mitteleuropas und durch seine physisch-geographische Gestalt spezielle
Formen menschlichen Handels verlangt.
-
Zusätzliche Einflüsse auf die
Lebensumstände des Menschen rühren aus der Lage und Großgliederung des
Untersuchungsgebietes her, besonders wichtig ist hier die einer
enggekammerten Beckenlandschaft eigene Abgeschlossenheit und
Verkehrsfeindlichkeit, die eine auf verstärkter Kommunikation
beruhender, modernen Wirtschaft Widerstand entgegensetzt.
Erst erhebliche Aufwendungen zum
Bau von Verkehrs-, Nachrichten- und Versorgungseinrichtungen ermöglichen
einen engeren Anschluss an weiter entwickelte Gebiete. Erschwerend tritt
hinzu, dass überregionale Verkehrslinien das Gebiet heute nicht mehr
durchqueren, es also praktisch „abgeschnitten“ ist, da die
Hafenkapazitäten sich an der Golfküste westwärts (Bandar Shapur,
Korramshar, Insel Khargh) verlagert haben und andererseits die
traditionellen Verkehrswege im Ost-West-Verkehr heute über die Hochflächen
durch Teheran führen.
-
Der Mangel an natürlichen
Bodenschätzen erschwert die industrielle Entwicklung, da wenige Anreize
für die Ansiedlung von neuen Industrien bestehen. Man versucht jetzt,
das sei hier nur am Rande bemerkt, durch eine verstärkte Prospektion
nach Buntmetallen im Nordwestteil des Untersuchungsgebietes diesem
Mangel abzuhelfen. Dennoch ist die Erzarmut eines vorzugsweise aus
Kreide- und Tertiärgesteinen aufgebauten Geländes ein hervorstechendes
Charakteristikum für die wirtschaftliche Ausgangssituation dieses
Raumes.
Diese geschilderten
Ungustfaktoren werden nur am Rande durch die regionale Gliederung
differenziert und bleiben im Prinzip für das gesamte Untersuchungsgebiet
gültig.
In welcher Weise der Mensch in
diesem Gebiet, welches er schon seit einigen Jahrtausenden bewohnt fertig
wird, will an diesem Punkte ansetzender Arbeit von W. Eilers analysieren.
Hannover, den 1. März 1971
Gerhard Voigt
Tafel 34 . Abbildungen 12, 13 und 14: Hochflächen und Zentralfars
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Geologie und Tektonik
38 Böhnem, E. Die
Steinkohlevorkommen Persiens. Zt. prkt. Geol. Bd. XI, 1932
39 Gausser, A. New Aspects of the Geology in Central Iran. in: Proc. 4th
World Petr. Congr., Sect. IA, no. 5, Rome, 1955
40 Huckriede, R. & M. Kursten
Zur Geologie des Gebietes zwischen Kerman und Sagand. Beib.geol.JB.,
Hannover, 1962
41 Pilgrim, G.E. The Geology of
Parts of the Persian Provinces of Fars, Kriman and Laristan. Mem.Geol.Survey
of India, 1924
42 Schroeder, J.W. Essai sur la
structure de l’Iran. Ec.geol. Helv., vol XXXVII, 1944
43 Walther, H.W. Drogenstruktur
und Metallverteilung im östlichen Zagros (Südostiran). G.R., Bd. L, 1960
Klima und Hydrologie
44 Blüthgen, J. Allgemeine
Klimageographie. Berlin, 1966 (Lehrbuch der Allgemeinen Geographie, Bd.
II)
45 Bobek, H. Beiträge zur
klimaökologischen Gliederung des Irans. Erd. VI, H.2/3, 1952
46 ders. Klima und Landschaft
Irans in vor- und frühgeschichtlicher Zeit. Geo.L.Ber.Ö. Bd. 25, 1959
47 ders. Die Salzwüsten Irans
als Klimazeugen. APHK, Ö., AW 1961
48 ders. Nature and Implications
of quarternary changes in Iran. in: Changes of Climate, p.403, 1961
49 Boesch, H.H. Das Klima des
Nahen Ostens. VJBer.d.NatF. Zürick, 86, 1941
50 Carter, D.B., C. Thornwaite &
J.R. Mather Three Water Balance Maps of Southwest Asia. Centerton, N.J.,
1958
51 Djavadi, Ch. Climats de
l’Iran. Paris, 1966
52 Falcon, N.L. The evidence for
a former Glaciation in the southwest Persian Mountain Belt. Geo.Journ.,
vol. CVII, 1946
53 Goblot, H. Le problem de l’eau
en Iran. Acta Geogr., Paris, 48, 1963, 4
54 Gotthardt, W. Studien über
das Klima von Persien. Diss. Marburg, 1889
55 Huckriede, A. Jungquartär und
Endmesolithikum in der Provinz Kerman. Eiszeit.Bd. 12, 1962
56 Iran Ministerium für Wasser-
und Stromversorgung, Abt. Fars. Forschungsabteilung, Forschungsgruppe für
die Grundwasserverhältnisse von Marvdasht – Pishwar, Khodahach u.a.
unveröffentlichte Unterlagen, vorgelegt vom Agricultural College der
Pahlavi University Shiraz, Bahgad
57 Iran Ministry of Roads.
Iranien Meteorological Department. Meteorological Yearbook, 1967. Teheran,
1969
58 Kuros, Gh.R. Irans Kampf ums
Wasser. Berlin, 1943
59 Planhol, X. Le debordement de
l’Iran. Annales 78/1969, 430
60 Scharlau, K. Zum Problem der
Pluvialzeiten im NE-Iran. Zt.f.Geomorph., 1958, H.2
61 Voute, C.
Climate and Landscape in the Zagros Mountains. Proc. 21st
. int. Geol. Congr. 1960, Copenhagen, Part 4, 1960
62 Walter, H. & H. Lieth
Klimadiagramm-Weltatlas. 3 Bd. 1964 ff
Bodenkunde
63 Gansen, R. & F. Hädrich Atlas
zur Bodenkunde. Mannheim, 1965
Vegetationsgeographie
64 Bobek, H. Die natürlichen
Wälder und Gehölzfluren des Irans. B.GA, H. XXIII, 1951
65 Rechinger, K.H. Grundzüge der
Pflanzenverbreitung im Iran. Verh. zool.-bot. Ges. Wien, vol. XCII, 1951
66 Walter, H. Grundlagen der
Pflanzenverbreitung. Stuttgart, 1960
Kulturgeographie
67 Arasteh, R. Man and Society
in Iran. Leiden, 1964
68 Eilers, W. Kulturgeograhische
Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.
Hannover, 1971
69 Jacobs, N. The Sociology of
Development. Iran as an Asian Case Study. London, 1967
70 Nirumand, B. Persien. Modell
eines Entwicklungslandes oder: Die Diktatur der Freien Welt. Reinbek, 1967
71 Bishop, D.R. Agriculture in
Asia and the Middle East. US Dept. of Agr., Washington D.C. 1955
72 Bobek, H. Die Verbreitung des
Regenfeldbaues im Iran. Wien, 1951
73 Franke, G. Nutzpflanzen der
Tropen und Sobtropen. 2 Bd. Leipzig, 1967
74 Landwirtschaftsberater in
Bayern, Verband der- Pflanzliche Erzeugung. München, 1968
75 Maleki, Gh.H.
Entwicklungslinien und Entwicklungsmöglichkeiten der iranischen
Landwirtschaft. Diss. Graz, 1943
76 Tischler, W. Agrarökologie.
Jena, 1965
77 Bahrani, B., N.B. Shushtarian
& M.J. Maeri (Unters. Über den Wasserhaushalt im Shiraz-Becken) Chapter
IX: Technical Factors. In: 6th Near East – South Asia
Regional Irrigation Practices Seminar. Amman, 1966 (printed in USA)
78 Bémont, Fr. L’irrigation en
Iran. Annales 70, 1961, 382
79 Fister, B. Irrigation Systems
of Peresia. Geogr. Rev. 1928
80 Kreeb, K. Ökologische
Grundlagen der Bewässerungswirtschaft in den Subtropen. Stuttgart, 1964
81 Kuros, Gh.H. Die bisherige
und zukünftige Wasserwirtschaft Irans. Diss. Berlin, 1941
82 Latefi, P. Die
Bewässerungswirtschaft im Iran. Diss. Gießen, 1963
83 Neumann, A. Die
physisch-Geographischen Grundlagen der künstlichen Bewässerung des Iran
und Orak. WVdDtInstfLkd., 1953, N.F. 12
84 Sobotha, E. Waservorkommen
und Wassernutzung in der iranischen Landschaft. Zt.f.Wirt., 1962
85 Thorne & Patterson Irrigates
Soils. Garden City N.Y., 1954
86 Ullens, D. & Schooten, M.
Lords of the Mountains: Southern Persia and the Khashkai Tribe. London,
1956
87 Anschütz, H. Verkehrswege des
Iran und ihre Bedeutung für die Erschließung des Landes. G.R., 1967, H.6
88 Clarke, J.I. The Iranian City
of Shiraz. Research papers series no. 7, Dept. of Geography, University of
Durham, 1963
89 Azwudeh, A. Die Möglichkeiten
einer Neuordnung und wirtschaftlichen Entwicklung des ländlichen Raumes in
Trockengebieten des Iran. Dipl.-Arbeit, Hannover, 1961
90 Farahmand, S. Der
Wirtschaftsaufbau des Iran. Tübingen, 1965
91 Bausani, A. Die Perser. Von
den Anfängen bis zur Gegenwart. Stuttgart, 1965
92 Gabriel, A. Kultur- und
Wirtschaftszentren an den Küsten des Persischen Golfes.
Scheidel-Festschrift. Wien 1967
93 Der Koran In der Übertragung
von Max Hennig. Stuttgart, 1962
Übersichtskarten. Topographische Karten
94 International Map of the
World 1:500000 Military Survey, War Office. London, 1962
Blätter: 428B Teheran, 428C
Esfahan, 444A Ahvaz, 444B Abadeh, 444C Shiraz, 444C Busher
95 World Road Maps Series 1304
W. Middle East. Army Map Service, Corps of Engeneers, US Army. Washington,
D.C., 1962
Blätter: 3 und 5. Scale
1:1000000
96 NIOC Road Map of Iran
1:2500000. Teheran, o.J.
97 Ministry of Roads Iran
Highway Map 1:2500000. Teheran, o.J.
98 Autokarte Naher Osten
1:2000000 F&B, Wien, 1968
99 Sahab Guide Map of Province
of Persian Gulf & Oman Sea Ports and Islands, 1:000000. Teheran, o.J.
Cf.
Regionalkarten und Pläne unter 19,20,23,24,27
Thematische
Karten
100 Bobek, H. Die südliche Lut
(Iran). Geomorphologische Karte 1:600000. Entworfen auf Grund von
Luftaufnahmen. Wien, 1955/56
101 Dewan, M.L. Soil Map of Iran
1:2500000. Soil Dept., Irrigation B., Ministry of Agric., Plan
Organization of Food and Agric. Organization of the United Nations,
Teheran, 1961
102 Dewan, M.L. & J. Famouri
Soil Potentiality Map of Iran 1:2500000. Expressed in Terms of Soil
Limitations for Agricultural Production. FAO, Rome, 1963
103 Geological Map and Sections
of South-West Persia 1:1000000 International Geological
Congress, Proceedings of 20th Session Mexico 1956. Prepared by the
geological staff of the British Petroleum Co., Ltd., London/Teheran
104 Geological Maps Iran
1:250000 Series (South-West Iran) With: Notes to Accompany 1:250000
Geological Maps. Survey Branch, The British Petroleum Company Ltd.,
(London), 1963
105 Sahab Economic Map of Iran
1:3000000. Teheran, o.J.
106 Sahab Iran. Agricultural
Products 1:3000000. Teheran, o.J.
107 Sahab Iran. River Bassins
1:3000000. Sources of Irrigation in Iran. Teheran, o.J.
108 Sahab Iran. Physiographic
Divisions, Physiography and national Bounderies 1:3000000. Teheran, o.J.
109 Sahab Iran. Natural
Vegetation. 1:3000000. Classification of Iran Forests, their Situation and
Approximate Area. Teheran, o.J.
110 Sahab Iran. Soil Regions.
Zonal Soil Groups 1:5000000 Teheran, o.J. (Photodruck)
Unveröffentlichte
Materialien
111 Iran Stadtverwaltung Eghlid:
Karte Eghlid. Auskünfte
112 Iran
Agricultural College der Pahlavi University Shiraz, Bashgad.
Materialien im Rahmen des Forschungsprojektes Marvdasht-Becken und Takht e
Djamshid Irrigation Projekt
Weitere Auskünfte über
Landwirtschaft etc.
113 Iran. Landwirtschaftsamt
Shiraz. Statistiken, Meterologische Übersichten, AUskünfte
114 Iran Universität Esfahan.
Auskünfte über geographische Arbeiten in Zentraliran
115 Ministry of Economy,
Auskünfte (Teheran)
116 Agricultural Institute,
Auskünfte (Karadj)
Verzeichnis der Karten
Karte 1 Iran. Übersicht
Tafel 1
Karte 2 Fars. Übersichtskarte
Tafel 2
Karte 3 Iran. Niederschläge
Tafel 3
Karte 4 Iran. Klima 1.
Gliederung nach Troll und Pfaffen
Tafel 6
Karte 5 Iran. Klima 2.
Gliederung nach Creutzburg
Tafel 6
Karte 6 Iran. Klima 3.
Gliederung nach Wißmann Tafel 7
Karte 7 Iran. Klima 4.
Gliederung nach Köppen-Geiger Tafel 7
Karte 8 Iran. Klima 5.
Klimatypen nach Walter und Lieth Tafel 8
Karte 9 Iran. Klima 6.
Temperaturprovinzen und Strömungslinien nach Ganji
Tafel 8
Karte 10 Iran. Klima 7.
Luftdruck Januar Tafel 9
Karte 11 Iran. Klima 8.
Luftdruck Juli Tafel 10
Karte 12 Iran. Klima 9.
Prozentuale Verteilung des Jahresniederschlages für Winter und Frühling
Tafel 11
Karte 13 Iran. Klima 10. –dito-
für Sommer und Herbst nach Ganji Tafel 11
Karte 14 Fars. Geologie
Tafel 13
Karte 15 Iran. Hydrographie.
Entwässerungsbecken Tafel 19
Karte 16 Fars. Bodenkarte nach
Dewan Tafel 21
Karte 17 Fars. Vegetation
Tafel
23
Karte 18 Fars. Morphologie 1
Tafel 25
Karte 19 Fars. Morphologie 2.
Kartierungsergebnisse Tafel 26
Karte 20 Becken von Shiraz.
Naturlandschaft Tafel 31
Karte 21 Kazerun-Becken.
Nordwestteil. Morphologie Tafel 32
Klimadiagramme 1 Shiraz, Busher,
Zahedan Tafel 4
Klimadiagramme 2 Teheran, B.
Abbas, Meshed, Kerman, Tabriz, Esfahan, Kazerun, B. Pahlavi
Tafel 5
Übersicht 1 Endoreisches Becken
Tafel 20
Übersicht 2 Morphologie.
Entstehung von Transversaltälern im Zagros (nach Oberlander)
Tafel 27
Übersicht 3 Morphologie:
Zentralfarstyp. Beckenlandschaft südöstlich von Shiraz (fars)
Tafel 29
Übersicht 4 Signifikante
geomorphologische Einzelformen in Fars und die Möglichkeiten ihrer
Darstellung Tafel 30
Profile 1 Emamzadeh - Fathabad
[Kuh e Lapuy - Kuh e Rahmat] Tafel 14
Profile 2 Kuh e Morgaseh –
Ghal’eh Shaghna [Kuh e Lapuy – Kuh e Nagsh e
Rostem] Tafel 15
Profile 3 Kuh e Mond - Sivand
Tafel 16
Profile 4 Kuh e Bayza – Kuh e
Naghsh e Rostem [Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e
Rostem, - Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e
Rostem Tafel 17
Profile 5
Kuh e Kalat – Kuh e Bul. Bohrprofile 1 und 2
Tafel 18
Verzeichnis der Abbildungen
Abb. 1+2 Salzsee: Dariache e
Maharlu Tafel 12
Abb. 3+4 Vegetationsformen.
Zendjiran-Ebene, Paß Gardene e Gur e Behman
Tafel 22
Abb. 5,6+7 Morphologie:
Gebirgsformen. Zendjiran-Ebene, Paß Gardene e Gur e Behman. Tang e Ab. Kuh
e Garh, am Dariache e Maharlu Tafel 24
Abb. 8+9 Morphologie des
Gebirgslandes Kuh e Garh, am Dariache e Maharlu. Zendjioran-Ebene, Paß
Gardene e Gur e Behman Tafel 28
Abb. 10+11 Küstenebene und
Südwestzagrois. Küstenebene bei Busher, Kotal e Malu, am Dalaki Rud
Tafel
33
Abb. 12, 13+14 Hochflächen und
Zentralfars. Hochfläche bei Esfahan. Talbecken des Pulvar Rud südlich von
Eghlid. Dariache e Maharlu, Südosteinfluss
Tafel 34
Übersichten und Klimadiagramme
siehe am Ende des Verzeichnisses der Karten
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
1. EINLEITUNG
1.1 Aufbau und thematische
Abgrenzung
1.2 Quellenlage
Tafel 1, Karte 1:
Iran. Übersicht. Materialien zu Tafel 1
1.3 Die Abgrenzung des
Untersuchungsgebietes
Tafel 2, Karte 2:
Fars. Übersichtskarte
1.4 Geographische Lage
1.5 Verwaltungssituation
2. ANALYTISCHER TEIL
2.1 Die physisch-geographischen
Prozesse und Wirkungsfaktoren und ihre Funktionsverflechtung
2.2 Klimatische Systematik und
Regionalisierung
2.21
Quellenlage
Tafel 3, Karte 3: Iran.
Niederschläge
2.22 Klimadaten von Iran und
ihre Repräsentation im Untersuchungsgebiet
Tafel 4, Klimadiagramme 1: Shiraz, Busher,
Zahedan
Tafel 5, Klimadiagramme 2: Teheran, B. Abbas, Meshed,
Kerman, Tabriz, Esfahan, Kazerun, B. Pahlavi
2.23 Klimatypen im Diagramm
Tafel 6, Karten 4 und 5:
Iran. Klima 1: Gliederung nach Troll und Paffen
Iran. Klima 2: Gliederung nach Creutzburg
2.24 Typen der Regionalisierung
Tafel 7, Karten 6 und 7:
Iran. Klima 3: Gliederung nach Wißmann
Iran. Klima 4: Gliederung nach
Köppen-Geiger
Tafel 8, Karten 8 und 9:
Iran. Klima 5: Gliederung nach Walter und Lieth
Iran. Klima 6: Temperaturprovinzen und
Strömungslinien nach Ganji
Materialien zu Tafel 8 24
2.25 Die klimatische
Gesamtsituation 26
Tafel 9, Karte 10
Iran. Klima 7: Luftdruck Januar n. 26
Tafel 10, Karte 11
Iran. Klima 8: Luftdruck Juli n. 26
Tafel 11, Karten 12 und 13
Iran. Klima 9: Prozentuale Verteilung des
Jahresniederschlages für Winter und Frühling
Iran. Klima 10: -dito- für Sommer und Herbst
nach Ganji n. 26
2.26 Charakterisierung der
klimatischen Situation in Fars 28
Tafel 12, Abbildungen 1 und 2: Salzsee: Dariache e Maharlu n.
30
Tafel 13, Karte 14: Fars. Geologie n. 30
2.3 Geologisch-tektonische
Übersicht 31
Tafel 14, Profile 1
1. Emamzadeh – Fathabad
2. Kuh e Lapuy – Kuh e Rahmat
Tafel 15, Profile 2
3. Kuh e Morgaseh – Ghal’eh
Shaghna
4. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e
Rostem
Tafel 16, Profile 3
5. Kuh e Mond - Sivand
Tafel 17, Profile 4
6. Kuh e Bayza – Kuh e Naghsh e
Rostem
7. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e
Rostem
8. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e
Rostem
Tafel 18, Profile 5
9. Kuh e Kalat – Kuh e Bul
Bohrprofile 1 und 2
2.4 Hydrologie und Böden
Tafel 19, Karte 15: Iran. Hydrographie.
Entwässerungsbecken
Tafel 20, Übersicht 1: Endoreisches
Becken
Tafel 21, Karte 16: Fars. Bodenkarte nach Dewan
2.5
Vegetation
Tafel 22, Abbildungen 3 und 4:
Vegetationsformen
Tafel 23, Karte 17: Fars. Vegetation
2.6 Morphologie
2.61 Morphologische Bereiche in
Fars
Tafel 24, Abbildungen 5, 6 und 7:
Morphologie: Gebirgsformen
Tafel 25, Karte 18: Fars.
Morphologie 1
Tafel 26, Karte 19: Fars. Morphologie 2.
Kartierungsergebnisse
2.62 Die Transversaltäler in der
Theorie von Oberlander
Tafel 27, Übersicht 2: Morphologie. Entstehung von
Transversaltäler im Zagros (nach Oberlander) - Materialien zu Tafel 27
2.63 Morphologie der
Gebirgslandschaften
Tafel 28, Abbildungen 8 und 9:
Morphologie des Gebirgsrandes
2.64 Morphologische Leitformen
Tafel 29, Übersicht 3: Morphologie: Zentralfarstyp.
Beckenlandschaft südöstlich von Shiraz (Fars)
Tafel 30, Übersicht 4:
Signifikante geomorphologische Einzelformen in Fars und die Möglichkeiten
ihrer Darstellung
3. REGIONEN IN FARS
3.1 Das Marvdasht-Becken
Tafel 31, Karte 20: Becken von Shiraz.
Naturlandschaft
3.2 Das Shiraz-Becken
3.3 Das Hügelland westlich von Shiraz
Tafel 32, Karte 21:
Kazerun-Becken. Nordwestteil. Morphologie
3.4 Das Kazerun-Becken
3.5 Die Randlandschaften und die
Küstenebene
Tafel 33, Abbildungen 10 und 11: Küstenebene und Südwestzagros
4.
DIE REGION FARS ALS LEBENSRAUM
Tafel 34, Abbildungen 12, 13 und
14: Hochflächen und Zentralfars
Bibliographie
Allgemeine Werke
Iran: Übersicht, Gesamtdarstellung,
Landeskunde
Iran: Allgemeines
Informationsmaterial
Iran: Statistiken
Allgemeine Naturgeographie des Irans
Geologie und Tektonik
Klima und Hydrologie
Bodenkunde
Vegetationsgeographie
Kulturgeographie
Übersichtskarten. Topographische Karten
Thematische Karten
Unveröffentlichte Materialien
Verzeichnis der Karten
Verzeichnis der Abbildungen
Anmerkungen
Impressum zu dieser Veröffentlichung:
Geographische
Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970 (Band 1)
Gerhard Voigt
Physisch-geographische
Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen
Golfes
Ergebnisse von
Untersuchungen in Fars während einer Reise im Sept. und Okt. 1970
Schriftliche
Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie
Betrifft: Az.: HG 62
vom 30.10.70
Eingereicht am 1.3.71
beim Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und
Realschulen
Meldung zum
Staatsexamen im Sommersemester 1971, am 10.7.70
Zur Prüfung bei: Prof. Dr. H. Mensching
Geographisches
Institut. Technische Universität Hannover
Vorgelegt als Typoskript.
Gerhard Voigt (3000
Hannover-Döhren, Riepestr. 3 (1970)]
Matrikel-Nr. 2-1201
Zur Internetausgabe:
Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (Vgl.
Impressum/Kontakte)
Zu der Kartenwiedergabe: Achtung, 2009/2011:
Die vielen Karten und Abbildungen in dieser
Staatsexamensarbeit haben durch die fast vierzig jährige
Lagerung des Typoskriptes erheblich gelitten.
Wir haben uns bemüht sie technisch aufzubereiten und lesbar zu machen,
was aber nicht zu einwandfreien Ergebnissen geführt hat.
Bei einer entsprechenden Vergrößerung im Browser sind die Karteninhalte
jedoch wohl einwandfrei zu erkennen und auszuwerten.
Wir bitten um Verständnis! Danke!
Bei der Vorbereitung der Internetausgabe und der Textaufnahme war
entscheidend beteiligt
Sergej Grimm, Abiturient der Bismarckschule Hannover 2009
Ihm gilt ganz herzlicher Dank!
Stand: 10. Juli 2009 / revidiert 17.01.2011
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