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Gerhard Voigt

Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes

Geographische Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970

Band 1: Gerhard Voigt. Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes

Band 2: Wilfried Eilers. Kulturgeographische Entwicklung zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes.

Danksagung

Bei der Durchführung der Untersuchungen in Iran waren uns – G. Voigt und W. Eilers – viele Personen und Dienststellen mit Rat und Tat behilflich; ihnen allen sei an dieser Stelle unser Dank ausgesprochen.

Besonders erwähnen möchten wir dabei insbesondere unsere persischen Freunde, die uns manche wichtige Information geben konnten; so stellvertretend für viele andere:

Herr Mostafa Mostafawi, im Landwirtschaftsinstitut Karadj,

Herr Hsung Deghan, im Wirtschaftsministerium Teheran,

Herr Prof. Schafaghi, Geographisches Institut der Universität Esfahan,

Familie Mostafawi in Eghlid,

Herr Fereidun Towhidi, Shiraz,

Herr Dozent F. Schowkatfrad und

Herr Dozent H. Pourafzal, im Agricultural College der Pahlavi Universität von Shiraz, Bashgad,

und insbesondere

Herr Djalil Mostafawi, Hannover.

 

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Verzeichnis der Karten

Verzeichnis der Abbildungen

Bibliographie

Anmerkungen

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1. Einleitung

1.1 Aufbau und thematische Abgrenzung

Einige Vorbemerkungen zum Aufbau der Arbeit und zur Abgrenzung es Themas seien einleitend vorausgeschickt.

Hervorgegangen ist die Arbeit aus einer längeren Reise in das Untersuchungsgebiet. Dabei wurden einige Kartierungen in Angriff genommen, die sich in der vorliegenden Arbeit insbesondere auf Morphologie und Vegetation des Raumes bezogen, während gleichzeitig sich w. Eilers mit den kulturlandschaftlichen Geofaktoren beschäftigte1.

Schon von der Themenstellung her waren beide Arbeiten als aufeinander bezogen konzipiert, mit dem Ziel, eine abzugrenzende Region zwischen Zagros und dem Persischen Folg unter zwei verschiedenen Gesichtswinkeln zu analysieren und interpretieren: Zum einen von Seiten einer naturgeographischen Fragestellung, die gleichwohl die Probleme der anthropogenen Nutzbarkeit und Veränderung der Landschaft im Auge behalten soll, zum anderen aus der Sicht der anthropogenen Strukturen, die sich in der vorgegebenen Naturlandschaft manifestieren. Beide Arbeiten sind daher als zwei Teile einer Einheit anzusprechen.

Es war daher notwendig, eine sinnvolle thematische und materialmäßige Abgrenzung zu finden, die Wiederholungen auf das Notwendigste beschränkt. Eine ganze Reihe der in der vorliegenden Arbeit wichtigen Aspekte, die von den naturgeographischen Landschaftselementen hinüberführen zu einer kulturgeographischen Problematik wurden daher verkürzt auf Verweise auf die entsprechenden Stellen der Arbeit von Eilers. Umgekehrt beschränkt sich auch jene Arbeit bei der Analyse der naturgeographischen Voraussetzungen für die Kulturlandschaft auf Hinweise zu den entsprechenden Abschnitten der vorliegenden Arbeit2 .

Aus der gemeinsamen Kartierungsarbeit ergab sich daher auch eine weitgehende Übereinstimmung in Bezug auf die Einschätzung der grundsätzlichen Problematik dieses Raumes. Auch was die praktischen Erfordernisse der Ausarbeitung (Abstimmung und Koordination von Inhalt, gegenseitigen Verweisen und die äußere Form der Schriftstücke) angeht, konnte Übereinstimmung erzielt werden.

Eine gewisse Vereinfachung wurde dadurch erreicht, dass die topographische Grundlage einer größeren Anzahl von Karten entsprechend der gemeinsamen Themenstellung gleich war und gemeinsam erarbeitet werden konnte. Für Karteninhalt und den wissenschaftlichen Inhalt der Arbeit zeichnet jedoch jeder der Autoren, soweit es über unabdingbare technische Kooperation hinausgeht, selbst verantwortlich.

Nun zum Thema selbst.

Von der Themenstellung her wurde die Abgrenzung des Gebietes bewusst modifizierbar gehalten und die endgültige Abgrenzung von den Untersuchungsergebnissen im Zusammenhang mit der hinzugezogenen Literatur abhängig gemacht. So ergaben sich zum einen durch die zeitliche und – im Zusammenhang mit dem verfügbaren Fahrzeug – gewisse räumliche Begrenzungen der Arbeit im Gelände. Nur verkehrsmäßig für PKW erschlossene Gebiete konnten unmittelbar aufgesucht werden. Aus diesen Räumen erhielten wir damit die exemplarischen Beispiele und das Anschauungsmaterial für die mehr theoretische Betrachtung des geographischen Geschehens in dem Untersuchungsgebiet.

Die Grenzen des Untersuchungsgebiets sind aus einer komplexen Faktorenanalyse physisch-geographischer und kulturlandschaftlicher Einzelelemente hervorgegangen3. Dies war umso leichter, als in einem technischen und landwirtschaftlich noch wenig entwickelten Gebiet, das gleichzeitig durch seinen semi-arid bis ariden Charakter eine weitaus stärker prägende Charakteristik der naturgeographischen Wirkungsfaktoren aufweist, die verschiedenen Grenzen in der Mehrzahl zusammenfallen4.

1.2 Quellenlage

Ein Erschwernis, sowohl der Arbeit im Gelände, als auch der weiteren Ausarbeitung ergab sich aus der Quellenlage5. Die wichtigsten Hilfsmittel des Geographen sind Karten. Doch gute topographische Karten für Iran sind nicht vorhanden. Wir mussten daher als Kartierungsgrundlage Blätter der Weltkarte 1:500 000 und verschiedene Karten der Maßstäbe 1:1 000 000, 1:2 000 000 und 1:3 000 000 benutzen. Zudem sind diese Karten in jeder Hinsicht mangelhaft, in der Straßenführung veraltet, in Beschriftung und Gebirgsdarstellung unzuverlässig. Ergänzungen zu den Informationen dieser Karten im ohnedies sehr ungünstigen Maßstab, mussten daher vielerorts aus der Befragung Einheimischer und aus eigenen Beobachtungen gewonnen werden6.

Amtliche Karten hat Iran nicht veröffentlicht. Das geologische Kartenwerk 1:250 000 ist unvollständig und, bei gleichwohl detaillierter geologischer Zeichnung und gutem Druck (ed. British Petroleum), in seiner topographischen Grundlage spärlich und veraltet. Gebirgsnamen sind dabei teilweise in unüblichen Formen angegeben und Flussverläufe unvollständig eingezeichnet. Das für die Übersicht ausgezeichnete geologische Kartenwerk 1:1 000 000 Südwest-Persien, ist durch seinen Maßstab für die Arbeit im Gelände nicht geeignet7.

Die thematische Kartographie liegt in Iran sehr im Argen. Sehen wir von regionalen Spezialkarten in wissenschaftlichen Veröffentlichungen ab8, bleiben nur noch die Karten des kartographischen Institutes Sahab in Teheran. Bis auf die schön gestalteten ornamentalen Ränder weisen diese Karten wenig Vorzüge auf. Charakteristikum von Sahab-Karen ist: Fehlende Topographie, generalisierende und unzutreffende Abgrenzungen und unwissenschaftliche Kategorienbildung. In manchen Fällen war jedoch ein Rückgriff auf diese Karten nicht zu vermeiden.

So konnten aus der Literaturlage gewisse Grenzziehungen mangels eigener Beobachtungsmöglichkeiten nicht mit jener Sicherheit gezogen werden, die in einer wissenschaftlichen Veröffentlichung notwendig wäre. Ein Lichtblick in der thematischen Kartographie in Iran sind die FAO-Bodenkarten von Dewan, auf die wir uns an gegebener Stelle in unseren Arbeiten mehrfach stützen werden9.

Die wissenschaftliche Literatur ist umfangreich, z.T. aber, gerade weil Iran in einer stürmischen Entwicklung begriffen ist, veraltet. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, die mehr der unmittelbaren Landschaftsanalyse verschrieben ist, hier eine umfassende Literaturdiskussion einzuleiten.

Eine große Anzahl der bearbeiteten Literatur konnte um Rahmen unseres Themas nicht ausgewertet werden, da die Verfasser in anderen Gebieten Irans Schwerpunkte ihrer Forschungen sahen und für unseren Raum keine bekannten wissenschaftliche Ergebnisse vortrugen. Spezialarbeiten für den Raum der Provinz Fars und der vorgelagerten Golfküste fehlen fast ganz; das Thema musste daher neu abgegrenzt und bearbeitet werden.

Für eine erste Information von großer Bedeutung ist die neuerscheinende Reihe ‚The Cambridge History of Iran‘ deren erster Band, herausgegeben von Fisher, sich mit den geographischen Problemen beschäftigt. Soweit es uns möglich war, haben wir Zitate, um sie in leicht erreichbarer Form der C.H.I. übernommen, auch wenn entsprechende Angaben in der weiteren Literatur vorlagen10. Daneben wurden angegebene Statistiken verschiedener Dienststellen und Behörden11, sowie ausführliche Auskünfte unserer persischen Freunde in Teheran, Eghlid und Shiraz benutzt.

Ein Problem bei der weiteren Ausarbeitung war es, eine sinnvolle Schreibweise der iranischen Orts- und Eigennahmen zu finden.12 Für das Farsi, das im arabischen Alphabet geschrieben wird, gibt es keine offizielle lateinische Transkription. Englische, französische und der deutschen Aussprache angepasste Schreibweisen stehen im Lande selbst und in den Publikationen nebeneinander13. Uns ging es nun darum, einen Kompromiss zu finden zwischen in Deutschland eingebürgerten Schreibweisen, die die schnelle Orientierung erleichtern und der in den einzelnen Regionen in Iran sehr unterschiedlichen Aussprache angepassten Schreibweise. Folgende Schreibweisen wurden dabei bevorzugt:

Der unbetonte Laut i/e wurde als e geschrieben (Esfahan). Für den Doppellaut d/weiches sh wurde dj gebraucht, als Rachenlaute kamen entsprechend der heute in Iran vorherrschenden Schreibweise gh (statt q, Ghom, Ghazvin) und kh (mit stärkerer r-Komponente, Khurrami) zur Anwendung. Z ist gleich s (Shiraz), sh gleich sch (Busher). Kleinere Unterschiede in der Schreibweise ließen sich dennoch nicht immer ganz vermeiden.

Literatur in farsi konnte nur auszugsweise (anderssprachige Zusammenfassung) bzw. als Übersetzung durch persische Freunde herangezogen werden. Wissenschaftlich ist das jedoch kein größerer Verlust, da wissenschaftliche Literatur fast ausschließlich – auch von Persern – in englischer und französischer, z.T. auch in deutscher Sprache erscheint. Auch amtliche Veröffentlichungen und Statistiken sind zweisprachig erschienen: farsi/englisch. Aus dem vorhandenen Material musste eine sehr kritische Auswahl getroffen werden, da der Inhalt einer Nachprüfung nicht immer standhält, denn Iran gehört zu den Ländern, in denen die Erfassung geographischer, klimatischer und statistischer Daten wenig entwickelt ist. Dass in der amtlichen Statistik propagandistische Verzerrungen die wissenschaftliche Brauchbarkeit vermindern, ist aus vielen anderen Ländern ähnlicher, nicht-demokratischer Regierungsstruktur bekannt und in Rechnung zu stellen.

Unsere Aufgabe war es nun, brauchbare Fakten und Meinungen aus der Literatur komperativ herauszuziehen und sie mit den eigenen Erfahrungen im Lande zu konfrontieren, um zu einem wissenschaftliche stichhaltigen Ergebnis der Analyse von Natur- und Kulturlandschaft dieser Kernprovinz Irans zu kommen.

Tafel 1 . Karte1: Iran. Übersicht

1.3 Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes

Ein gewisses Problem ist die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes14. Neben den vielen Zufälligkeiten, wie der Erreichbarkeit und der Relation zum Zeitaufwand, müssen auch einige thematische Begründungen für die gewählte Abgrenzung herangezogen werden.

Der Kernbereich des Untersuchungsgebietes ist das Zagrosgebirge. Nach Südwesten hin wären zwei mögliche Begrenzungen vertretbar, die sowohl natur- als auch kulturlandschaftliche bestimmenden Charakter tragen:

- der scharf ausgeprägte Rand des Zagros zur Küstenebene hin

- die Küste selbst;

da diese jedoch als Grenze zwischen Meer und Land höherwertigen Charakter trägt, wurde sie gewählt, obwohl die Küstenebene vom heutigen Landschaftsbild her einen Sondercharakter trägt, der wenig gemein hat mit dem weiten Untersuchungsgebiet.

Andererseits darf man aber nicht vergessen, dass die Genese der Küstenräume als Vermischungsgebiet marin-limnischer Sedimentation mit terrestrischen Aufschüttungen (Glaciskörper) eng verknüpft ist mit den Abtragungsvorgängen im Zagros, also wichtige naturgeographische Grüne für die Hineinnahme in die Untersuchung sprachen. Die Nordostgrenze des Untersuchungsgebietes ist durch den Übergang des Zagros zu den Hochflächen gegeben. Es fällt schwer, in diesem Übergangsraum eine exakte Grenze festzulegen, da sich hier die Beckenlandschaften des Zagros kontinuierlich weiten zu den inneriranischen Hochflächen.

Pragmatisch wurde daher die Grenze mehr oder weniger parallel zur Straße Deh-Bid – Surmagh – Abadeh – gelegt. Schwieriger wurde die Abgrenzung nach Osten bzw. nach Westen, da hier die Landschaftseinheiten dem Verlauf und der Struktur des Zagrosgebirges in seiner Nordwest-Südost Erstreckung folgen.

Feste Begrenzungslinien sind hier nirgends zu finden. So müssen wir aus dem Bereich fließender Übergänge Grenzen herausisolieren. Sicher ist jedoch, dass das Gebiet von Fars einen eigenen naturlandschaftlichen Typus darstellt, der bis heute auch die kulturlandschaftlichen Strukturen prägt.

Nach Nordwesten hin folgt dem zentralen Zug der Hohe Zagros, der durch stärkere Faltung gegenüber dem von Geologen zeitweise als Farsschild bezeichneten Gebiet strukturell deutlich abweicht. Der geologischen Struktur nach entspricht der Zagros, um einen entfernt liegenden Vergleich zu gebrauchen, annäherungsweise der germanotypen Faltung im deutschen Mittelgebirge. Strukturelle Ähnlichkeiten zu vielen Randgebieten der alpinen Hebung finden wir im gesamten Verlauf des Gebirgszugs. Die typischen Züge sind: einfache Faltung, vorherrschen mesozoischer und tertiärer Gesteine, deutliche Strukturachsen. Der Typ dieser Faltung, größere und absolute Höhenunterschiede, mehr Störungslinien. Im Osten Auflösung der geschlossenen Höhenzüge zu einzelnen Gebirgseinheiten.

Die präzise Abgrenzung erfolgte daher nach den einzelnen Kartierungen differenziert. Im großen und ganzen beschränkt sich das Untersuchungsgebiet, welches ja der kulturlandschaftlichen Arbeit von Eilers ebenfalls zugeordnet ist, auf den Einflussbereich von Shiraz, der in etwa gekennzeichnet ist durch die Ortschaften Ardekan im Westen, Abadeh, Eghlid im Norden, Fasa, Sarvestan und Firuzabad im Osten.

Tafel 2 . Karte 2: Fars. Übersichtskarte

1.4 Geographische Lage

Es ist angebracht, die geographische Lage dieses Gebietes etwas näher ins Auge zu fassen15.

Im weitesten Sinne handelt es sich um eine Gebirgslandschaft zwischen den innerpersischen Hochflächen und dem Persischen Golf. Zwei Einflusssphären berühren dieses Gebiet:

  • das inneriranische Klimageschehen in seiner Abhängigkeit von zentralasiatischen Vorgängen und

  • das vom Klimageschehen der arabischen Halbinsel und vom Indik bestimmte Klima des Persichen Golfes.

Darauf wird bei der Analyse des Klimas, insbesondere der Druck- und Strömungsverhältnisse noch näher einzugehen sein.

Unser Gebiet liegt im Bereich zwischen 29° und 31° N und 50° bis 53° E und liegt im Bereich des vorder- bis mittelasiatischen Hochlandes. Der Gebirgszug des Zagros kommt aus dem Hochgebirgsknoten von Azerbeidjan und führt in einem weiten Bogen entlang an der Tiefebene des Zweistromlandes und der Küste des Persischen Golfes bis hin zur Straße von Hormuz. Er erreicht im Hohen Zagros Höhen von über 5000m, in unserem Gebiet noch rund 4000m und sein Gebirgsfluss im Südwesten reicht herab bis fast zum Meeresspiegel.

Nordöstlich vom Zagros befinden sich die rund 1200-2000m hohen, inneriranischen Hochflächen, die im Norden zum Kaspisee hin durch die Elbruzkette, die sich in ihrer Verlängerung weiter nach Afghanistan und zum Himalaya erstreckt, im Osten von einigen niedrigen Ketten und dem Tiefland von Sistan begrenzt wird.

1.5. Verwaltungssituation

Iran, früher Persien, ist eine konstitutionelle, erbliche Monarchie mit dem Staatsoberhaupt Shah Mohamad Reza Pahlavi, der eine ganze Reihe Machtbefugnisse in seiner Person vereinigt. Die Verwaltung ist streng zentralistisch auf Teheran ausgerichtet und gliedert das Land in eine mehrfach geänderte Zahl von Ostane (Provinzen). Das Untersuchungsgebiet liegt in der Provinz Fars und reicht in seinem Südteil hinab in den Ostan ‚Häfen und Inseln des Persischen Golfes‘. Dieser Ostan ist verwaltungstechnisch mit Fars verbunden und war ehemals ein Unterbezirk des Gesamtostans ‚Fars-Banader‘. Hauptort ist Busher. Zentralort der Provinz Fars ist der Ort Shiraz. Am Nordrand stößt das Untersuchungsgebiet an den Ostan Esfahan und im Westen an den durch seine Erdölfunde wirtschaftlich bedeutsam gewordenen Ostan Khuzistan. Fars ist die Kernprovinz des altpersischen Reiches gewesen (Persepolis, Naghsh e Rostem, Pasargadae), war im Mittelalter bedeutendes geistiges Zentrum (Hafez, Saadi) und später im 18. Jh. Regierungssitz der Zand-Prinzen (Karim Khan Zand).

Nach diner Periode des Niederganges erlebt die Region Shiraz heute den Anstoß zu neuer Entwicklung.

Aufgeteilt ist die Provinz in einzelne Sharestane (Regierungsbezirke). Diese gliedern sich weiter in Regionen und Gemeinden oder Städte. Die Verwaltung wird von der Zentralregierung ernannt.

2. Analytischer Teil

2.1 Die physisch-geographischen Prozesse und Wirkungsfaktoren und ihre Funktionsverflechtung

Die Kulturlandschaft ist der Lebensraum des Menschen. Die naturgeographischen Voraussetzungen in dem Untersuchungsgebiet zu analysieren, bedarf einiger theoretischer Vorüberlegungen, um die landschaftsbildenden Prozesse und ihre Valenzen bei der regionalen Analyse entsprechend einordnen zu können. Um noch einmal auf die Kulturlandschaft zurückzukommen:

Sie ist eingegliedert und in einem komplexen Bedingungsgefüge statisch und genetisch mit den Landschaftseinheiten verbunden. Diese werden zu allererst von den physisch-geographischen Faktoren geprägt und definieren die Landschaft als „Eignungsraum“ für menschliches Leben und Handeln. Bestimmende Faktoren der Landschaftseinheiten sind die Oberflächenform und die Vegetation, welche wechselseitig voneinander abhängig sind. Neben seinen unmittelbaren Einflüssen auf die menschliche Handlungsweise ist das Klima sowohl für die Oberflächenform, als auch für die Vegetation ein bestimmender Faktor. Daneben tritt das bereitgestellte Gesteinmaterial

Der Formungsprozess der Landschaft setzt voraus die Faktoren Verwitterung (Bodenbildung) und Abtragung.

Die Abtragung ist anhängig von dem Vorhandensein eines relativen Höhenunterschiedes (Erosionsbasis) und von dem klimatischen Faktor Niederschlagsmenge.

Die Verwitterung (Bodenbildung) ist abhängig von dem Komplex verschiedener Klimafaktoren und dem vorhandenen Material.

Daneben hat der Boden bzw. die Art des Bodens durch seine Nutzbarkeit (Bodengüte) eine direkte Bedeutung für den Lebensraum des Menschen.

Die Vegetation in einem größtenteils ariden Gebiet, wie es das Untersuchungsgebiet darstellt, neigt zu individuellen bzw. ökologischen Kümmerformen, bis hin zum Verschwinden der Vegetation in der Wüste.

Individuelle Kümmerformen sind entweder lokal verminderter Wuchs oder das Vorhandensein spezifisch angepasster Arten (Xerophyten).

Ökologische Kümmerformen sind maccienähnliche Bestände, im Gebirge die Garrigue und weiterhin die verschiedenen Formen der Steppe.

Neben der unmittelbaren Bedeutung durch die geringe Nutzbarkeit dieser Vegetationsformen hat dies wesentliche Folgen für Bodenbildung und Oberflächenform, die sich folgendermaßen charakterisieren lassen:

  1. Das Nichtvorhandensein einer geschlossenen Vegetationsdecke begünstigt die direkte Abtragung vorhandenen Feinmaterials durch den Oberflächenabfluss

  2. Andererseits erschwert es durch das Fehlen von Humussäure und anderen organischen Substanzen die chemische Verwitterung

Vorherrschende Zerkleinerungsmechanismen sind hier

  1. Die physikalische Verwitterung (durch Temperaturunterschiede in den Hochlagen durch Frost)

  2. Die direkte Lösung in Wasser (Karstprozesse im Kalk) und

  3. Die mechanische Aufbereitung durch Reibung der Gesteinseinheiten (Schutt beziehungsweise Schotter) gegeneinander und auf dem Anstehenden.

Das hat spezifische Folgen für die Morphologie dieses Gebietes, welches wir noch näher zu analysieren haben.

Der vielgestaltigste Wirkungsfaktor ist, wie aus dem vorangegangenen schon ersichtlich wurde, das Klima. Dass dabei die unmittelbaren, nicht durch sekundär beeinflusste 8bodenchemische bzw. vegetationsvermittelte) Prozesse im Vordergrund stehen, wurde schon deutlich.

Das Klima wirkt auf verschiedenen Wegen bei der Landschaftsgestaltung mit:

  1. Durch direkte Erosionsleistung, abhängig von der Niederschlagsmenge

  2. Durch Einflüsse auf die Bodenbildung mit folgenden Faktoren:

  1. Temperatur: Hitze- und Frostsprengung, Einfluss auf die Reaktionsgeschwindigkeit chemischer Prozesse

  2. Niederschlagsmenge: Bodenbildung verlangt für die chemische Umsetzung Wasser. Verkarstung und ähnliche Vorgänge sind wasserabhängig.

  3. Niederschlagsverteilung: Chemische Prozesse brauchen kontinuierliche Durchfeuchtung, physikalische Prozesse werden begünstigt durch größere Wassermengen in der Zeiteinheit. Landdauernde aride Perioden unterbrechen bzw. verhindern die chemische Verwitterung; Wechsel von ariden Perioden und Niederschlägen führen zu einem spezifischen Produkt: der Krustenbildung, welche später der Erosion erheblichen Widerstand entgegensetzt.

  1. Durch den Einfluss auf die Vegetation, die während der Wachstumsperiode eine spezifisch definierbare, zeitlich andauernde Feuchtigkeitsmenge benötigt. Aridität vermindert geschlossene Vegetationsdecken mit den geschilderten Folgen für die Landschaftsgestalt.

Für die naturgeographische Analyse ist es daher wichtig, die Klimafaktoren in ihrer unterschiedlichen Wertigkeit zusammenzufassen in einer regionalen klimageographischen Gliederung.

Die Voraussetzung der klimatisch gesteuerten Abtragungs- und Formungsprozesse ist jedoch Art und Struktur des vorhandenen Materials, seine geotektonische Struktur. Gerade in Trockengebieten treten geologische Strukturlinien durch die klimabedingte selektive Abtragung deutlich zutage.

Im Untersuchungsgebiet ist die Großgliederung der Landschaftseinheiten konform mit den geologisch-tektonischen Einheiten: Becken und Gebirgszüge sind als Großformen durch die Gesteinslagerung angelegt. Erst ihre Ausgestaltung ist das Produkt der morphologischen Prozesse.

Im Folgenden werden wir uns daher auch mit der geologischen Situation, auch an Hand von einigen Profilen befassen, um dann zu versuchen, geographisch relevante Klimafaktoren zu isolieren und damit die klimageographische Stellung des Untersuchungsgebietes zu charakterisieren. Die geomorphologischen Folgen sind danach kurz zu betrachten, mit dem Ziel, anschließend ein Bild der naturgeographischen Gesamtsituation geben zu können.

Das Problem ist dabei, unter Berücksichtigung der geographischen Wirkungsfaktoren, die Bedeutung der Naturlandschaft als Voraussetzung menschlichen Lebens und Wirtschaftens erkennbar zu machen, sie zu charakterisieren, gliedern und abzugrenzen.

2.2 Klimatische Systematik und Regionalisierung

2.21 Quellenlage

Entsprechend dem Thema dieser Arbeit, die die naturgeographischen Geofaktoren in ihrer Bedeutung für den Lebensraum des Menschen untersuchen soll, ist auch das Klima unter diesem speziellen Aspekt zu untersuchen. Es wäre verfehlt, hier zu versuchen, eine vollständige Analyse aller Klimafaktoren zu geben. Es soll vielmehr versucht werden, die geographisch relevant werdenden Einzelzüge des Klimas zu untersuchen und damit hinzuführen auf eine klimageographische Einordnung des Untersuchungsgebietes in ein Gliederungssystem von Iran. Methodisch stehen dabei zwei Aspekte im Vordergrund:

  1. Die vergleichende Analyse einzelner Klimawerte aus dem Untersuchungsgebiet und den umliegenden iranischen Stationen, sowie

  2. Der wertende Vergleich vorliegender klimageographischer Gliederungen im Raum Iran16.

Ein besonderes Handicap der klimageographischen Regionalisierung von Iran ist gegeben durch das mangelhafte Beobachtungsmaterial. Das auch heute noch keineswegs engmaschige Netz von Klimastationen ist erst in den letzten Jahren mit Hilfe der UNESCO aufgebaut worden, hauptsächlich mit Blick auf die Erfordernisse des Luftverkehrs. Langfristige Beobachtungsreihen liegen daher noch kaum vor. Es ist deshalb auch nicht möglich, das für Iran bestimmende klimageographische Problem der Aridität quantitativ exakt zu erfassen, Besonders auch im Raum Fars, der durch seine Nord-Süd Erstreckung und durch eine vertikale Erstreckung vom Meeresspiegel bis auf über 4000m Höhe klimatische reich gegliedert ist, liegen zuverlässige Beobachtungsreihen zu keinem bestimmenden Klimafaktoren vor17.

Von allergrößter Bedeutung wäre die Diskussion über die verschiedenen vorliegenden Ariditätsberechnungen18.

Die Grenzziehung der verschiedenen Klimagebiete in Fars ist die Voraussetzung für die Analyse der unterschiedlichen Eignungen des Lebensraumes des Menschen. Wenn jedoch, wie wir im Klimadiagramm von Shiraz19 gesehen haben, noch nicht einmal das durchschnittliche Regenmaximum mit hinlänglicher Sicherheit errechnet worden ist, wäre es müßig, diese Diskussion schon jetzt weiter zu verfolgen.

Tafel 3 . Karte 3: Iran. Niederschläge

2.22 Klimadaten von Iran und ihre Repräsentation im Untersuchungsgebiet

Für die Beurteilung der klimatischen Situation eines Landes sind zunächst einmal die Niederschläge und ihre jahreszeitliche Verteilung von Bedeutung. Diese mit Temperatur (Verdunstungskoeffizienten) und den Abflussverhältnissen in Verbindung zu bringen, lässt wesentliche Schlüsse zu auf die agrarische Nutzbarkeit des Landes. Die Niederschlagskarte für Iran zeigt eine bezeichnende Situation20.

Die Aridität ist ein wesentliches Merkmal weiter Teile dieses Landes, nur die Kaspiküste trägt einen völlig anderen klimatischen Charakter. Wir brauchen dieses Gebiet in unseren Analysen doch nicht näher zu beleuchten. Die weitere Niederschlagsverteilung folgt den von den Gebirgen vorgegebenen Strukturen. Regensummen von über 1000 mm p.a. finden wir sowohl in der Elbruzkette, im Azerbaidjanischen Gebirge, als auch im Zuge des Zagros. Nach Süden hin zur Golfküste nimmt die Niederschlagsmenge ab bis auf rund 200 mm p.a., nach Nordosten hin, zu den inneriranischen Wüstenbecken (Dasht e Kewir, Dasht e Lut) sogar bis auf unter 100 mm.

Wichtiger noch als die absoluten Summen ist die Niederschlagsverteilung im Jahr. Ein ausgesprochener Wechsel von Trockenzeit und Niederschlagsperiode ist hier in Iran zu finden, dabei vereinigt der Winter auf sich die bedeutendsten Regenmaxima, so in unserem Bereich zwischen 60 und 65 % des Jahresniederschlages21. Das Frühjahr bringt noch einige Niederschläge zwischen 10 und 25 %, während der Sommer in unserem Gebiet zwischen 0 und 10 % der Niederschläge aus sich vereinigt. Im Herbst beginnen wieder die ersten Niederschläge nach der Trockenperiode. Dieses wird noch deutlicher, wenn wir die Klimawerte für die Stadt Shiraz von 1967 betrachten22. In den Monaten Juni bis einschließlich Oktober finden wir nur 0,1 mm Niederschlag, d.h. keinen Tag mit wirklichem Niederschlag. Dagegen schon im November das Maximum von 138,9 um bei neuen Tagen mit mehr als 1 mm Niederschlag um 4 Tage mit mehr als 10 mm. Weiteren Regen finden wir an 29 Tagen bis in den April hinein. Die gesamte Niederschlagsmenge dieses Jahres betrug 390,7 mm. Ein ähnliches Bild gibt uns auch Busher, wo der März, sowie der Mai bis Oktober ohne nennenswerte Regentage bleiben. Es ist selbstverständlich, dass die Landwirtschaft diesen Werten besondere Bedeutung zumessen muss.

Für diese Zwecke und maßgeblich für die morphologische Formung des Geländes ist der Indikator der Aridität.

Einleitend zum Kapitel Klima sind wir schon auf die Problematik der Ariditätsberechnung für unser Untersuchungsgebiet eingegangen. Mit dem nötigen Vorbehalt können wir feststellen, dass die meisten Stellen unseres Gebietes zwischen fünf bis acht aride Monate aufweisen, in trockenen Jahren noch mehr. In den höheren Lagen werden die humiden Zeiten des jährlichen Klimaverlaufes gestützt durch die relativ tiefen Temperaturen, die in den höheren Lagen z.T. sogar in den monatlichen Durchschnittswerten bis auf den Nullpunkt absinken und ausgesprochene Frosttage und auch Schneefälle kenne. Wir finden hier also ausgesprochene Höhenklimate mit kontinental geprägtem Klimaverlauf.

Für zwei Stationen wird das Klima nun noch eingehender analysiert23. Danach sei auf die Karte `Temperaturprovinzen` hingewiesen, in denen das Untersuchungsgebiet den Zonen II und III zugeordnet wird24.

Tafel 4 . Klimadiagramme 1: Shiraz, Busher, Zahedan

2.23 Klimatypen im Diagramm

Eine aussagekräftige Darstellungsart klimatischer Situationen gibt das Klimadiagramm. Typische Kurvenverläufe charakterisieren den Typ eines Klimabereiches. An Hand unserer Beispiele sehen wir recht große Übereinstimmungen in den Temperaturverläufen, jedoch auf unterschiedlicher absoluter Höhe und eine Vielzahl von Niederschlagskurven. Das weist auf zwei Gesichtspunkte hin:

Iran gliedert sich in einige unterschiedliche Klimagebiete und

Verschiedene Einflüsse die den Niederschlagsverlauf prägen konkurrieren miteinander.

Dass dennoch die Niederschlagsverhältnisse in den verschiedenen Quellen unterschiedlich dargelegt werden, deutet darauf hin, dass die Beobachtungsreihen noch keine hinreichende zeitliche Länge erreicht haben, um gültige Aussagen über Durchschnittswerte machen zu können. Das wird dadurch verschärft, dass die Niederschlagsverteilung mit zunehmender Aridität unregelmäßiger wird, d.h. dass im stärkeren Maße kontinuierlicher bzw. periodische Regenfälle (wie in Mitteleuropa bzw. auch noch im Mediterrangebiet) abgelöst werden von episodischen Regenfällen. Das bedingt extrem lange Beobachtungsreihen (z.T. über 60 Jahre).

Von einem Jahr zum anderen können sehr unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse herrschen25.

Das drückt sich aus beim Vergleich von Niederschlagskurven verschiedener Quellen, die exemplarisch in den Klimadiagrammen von Shiraz und Busher aufgezeigt werden sollen26.

Die Niederschlagsverhältnisse in einem konkreten Jahr 196727 zeigen deutlich drei Maxima: eine sehr frühe, den Durchschnittswerten zuwiderlaufende Niederschlagsspitze im November, die auch das absolute Monatsmaximum bildet, dazu zwei Niederschlagsspitzen im Jan./Febr. Und April mit einer außergewöhnlichen Trockenheit im März. In einer kürzeren Beobachtungsreihe Anfang der sechziger Jahre bot sich Latefi ein anderes Bild28: Er fand eine einzige Niederschlagsspitze im Januar und insgesamt geringere Niederschläge als alle anderen Quellen. Amtliche Durchschnittswerte zeigen ein zweifaches Maximum, im Dezember und sekundär im März, welche beide jedoch niedrige Absolutwerte aufweisen, als die kurzfristigen Berechnungen der anderen Quellen.

Ähnlich ist das Bild bei Busher:

Auch hier zeigt die Quelle von 1967 die schon von Shiraz her bekannte deutliche Dreiteilung in einer Maximalstaffel November, Jan./Febr. Und April, nur dass die Frühjahrsmaxima weitaus geringere Absolutwerte aufweisen als die von Shiraz. Das bedeutet trotz der gesamtklimatischen Unterschiede auf einen unmittelbaren Wetterzusammenhang der beiden Orte hin. Die anderen Quellen ergeben ein ähnliches Bild wie in Shiraz. Ein gemeinsames Charakteristikum der Niederschlagsverhältnisse in Iran ist das Vorhandensein einer sommerlichen Trockenheit, die nur im Kaspiseebereich noch wesentliche Niederschläge aufweist, und einer Niederschlagsmaximierung im Winterhalbjahr29.

Dennoch zeigt die Niederschlagsverteilung wesentliche Merkmale. In Nordiran finden wir, abgesehen vom Kaspibereich, eine Verschiebung des Hauptmaximums in die Monate März/April (Tabriz, Teheran, Meshed), während je weiter man nach Süden kommt, das Niederschlagsmaximum in den Winter hinein verschoben wird, mit Maximalwerten im Dezember und Januar (Kazerun, Bandar Abbas, Shiraz, Busher).

Wesentlich für die Landwirtschaft ist die Dauer der Trockenheit, die auf den Hochflächen und im Süden bis zu fünf Monate betragen kann und andererseits die Frostgefährdung im Winter, die sich ausdrückt in der Zahl der Frosttage, wie sie beispielhaft für das Jahr 1967 in Shiraz angegeben ist (76 Tage!) und deren Vorhandensein sowohl aus den in den Klimadiagrammen vermerkten absoluten gemessenen Minima, als auch im Absinken der durchschnittlichen Minima unter 0°C erkennbar wird (insbesondere in Teheran, Tabriz, Esfahan und Meshed: Hochflächenklima!).

Tafel 6 . Karten 4 und 5:
Iran. Klima 1: Gliederung nach Troll und Paffen.

Iran. Klima 2: Gliederung nach Creutzburg

Tafel 7 . Karten 6 und 7:
Iran. Klima 3: Gliederung nach Wißmann.
Iran. Klima 4: Gliederung nach Köppen-Geiger

2.24 Typen der Regionalisierung

Die eben geschilderten klimatischen Fakten sind nur in eine überregionale klimatische Gliederung einzubeziehen30.

Dazu dient die Diskussion und der Vergleich einiger der Literatur entnommenen Klimagliederungen, die , wie gleich einschränkend gesagt werden muss, überregionalen Darstellungen entnommen sind und somit keine speziell auf Iran angelegte Lösung bieten. Diese Mängel werden bei einer Detailbetrachtung sofort deutlich.

Recht detailliert ist die Gliederung nach Troll und Paffen31. Hauptsächlich fällt bei ihnen Iran in die Gruppe IV, warmgemäßigte Subtropenzone. Insbesondere Halbwüsten und Wüstenklimate für das zentrale Gebiet und winterfeucht-sommerdürre Steppenklimate für die Gebirgsregionen. Erstaunlich ist dabei, dass Troll-Paffen für das Golfküstengebiet das gleiche Klimacharakteristikum wir für die Hochflächen ansetzen und erst die Straße von Hormuz einbeziehen in das Gebiet `tropische Halbwüsten- und Wüstenklimate` (V5).

Für das Klimageschehen dieses Raumes ist die Gliederung zwar einigermaßen brauchbar, aber nicht aussagekräftig genug. Die Charakteristik der iranischen Hochgebirgslandschaften, die als klimatische Höhenstufen der Gebirge pauschal eingetragen sind, fehlt.

Die in allen Karten recht unterschiedlich und oft auch fragwürdig eingeteilten Nordprovinzen von Iran sind an dieser Stelle nicht zu diskutieren, obwohl es scheint, dass gerade hier wesentliche Abweichungen von der realen Klimasituation am ehesten aufzuweisen sind.

Man sollte dabei immer auch die Temperaturprovinzen (nach Ganji), die recht gut den Klimatabellen angepasst sind, heranziehen32. Ein systematisches Problem ist dabei noch, dass in Iran die Klimagrenzen zum Landesinneren hin breiten Übergangsbereichen gleichen, was sich in der sehr unterschiedlichen Grenzziehung unserer diversen Gliederungen wiederspiegelt. Nur die durch Gebirgszüge gefassten Klimagebiete der Kaspiseeküste als klimatischer Sonderraum von Iran und das Gebiet der persischen Golfküste sind einigermaßen klar abzugrenzen.

Ein Vorteil der Gliederung von Creutzburg ist die `dreidimensionale Gliederung` in klimatische Flächenfarben und verschiedene Typen der Höhenstufen33. Bedenklich ist bei dieser Gliederung die pauschale Zuordnung von Iran zur `ständig subtropischen Zone`, sogar im Bereich der Kaspiküste, als auch Bereiche im Landesinneren. Er berücksichtigt dabei zwar die Gebirgsstufen, bei denen er seltsamerweise nur die Elbruzkette als „feuchter“, die vergleichbare Situation im Zagros jedoch als „trockener“ einstuft, andererseits jedoch die zunehmende Kontinentalität des Hochflächenklimas nicht berücksichtigt.

Alle Klimagliederungen geben das Zagrosgebirge als Strukturlinien einigermaßen korrekt wieder, deren Integration in den klimatischen Bereich der Hochflächen gelingt jedoch nur bedingt.

Die Golfküste wird bei Creutzburg, ebenso wie Mesopotamien als `kurz winterfeucht` charakterisiert, während entsprechende Regenfälle im Zagros der Höhenstufe zugeschrieben werden. Das halte ich in diesem Raum für systematisch nicht stichhaltig, da die Regenfälle im Zagros (Shiraz hat eine höhere Regensumme als Busher) in ihrer Ausprägung zwar Höhenstufen angepasst sind, klimagenetisch jedoch derselben Gesamtsituation entspringen.

Viel wesentlicher als für die Niederschläge ist die Höhenlage des Zagros und der randlichen Hochflächen für den Temperaturgang. So scheint mit die Gliederung von Creutzburg für diesen Bereich nicht aussagekräftig genug.

Wißmann versicht in seiner Gliederung das Problem der Höhenstufen zu transponieren in eine Zuordnung der Höhenstufen zu weiter polwärts gerichteten Klimagebieten34. Ich halte dies für schon im Ansatz äußerst bedenklich: dass z.B. der Elbruz und der Hohe Zagros dieselben Klimabedingungen ausweisen sollen wie Nordschweden (Iva boreal, sommerkühl!) ist schlichtweg Unsinn, da diese Schematisierung wichtige klimatische Einzelzüge wie Jahresgang, Tagesgang, Niederschlagsverteilung und Luftfeuchtigkeit dabei nicht berücksichtigen kann. Für die Landschaftsgestalt jedoch, wie sich in Oberflächenform und natürlicher Vegetation ausprägt, sind gerade diese Faktoren von entscheidender Bedeutung. Wenn sogar einige Gebiete des Hohen Zagros als boreal, sommerkühl eingestuft werden, so sind zwar die Definitionen, die Wißmann wählte, exakt erfüllt, zeigen aber gerade an diesem Beispiel, dass eben diese Definitionen für eine geographisch relevante Klimagliederung nicht ausreichen. Gewisse Strukturlinien, wie die Gebirgszüge werden zwar auf dieser Karte deutlich, die Feingliederung z.B. auch die interne Gliederung der inneriranischen Hochflächen ist

  • in ihrer Abgrenzung recht willkürlich und im Gelände in dieser Form nicht aufzufinden und

  • in ihrer Definition für den Klimatologen vielleicht interessant, für den Geographen jedoch, jedenfalls in diesem Gebiet, für die Landschaftsanalyse nicht ausreichend.

Aus dem Wißmann‘schen Ansatz heraus sind Erklärungen für die Landschaftsgestalt kaum zu extrahieren, was an einem Beispiel deutlich werden soll.

Die Tropengrenze wird definiert als absolute Frostgesetze. Busher liegt nach Wißmann genau auf dieser Grenze. Wenn nach den Unterlagen von Wißmann im Schatte l Arab-Gebiet Fröste möglich sind, so treten diese jedoch in der Landschaft keineswegs in Erscheinung. Uns sind auch keine Unterlagen bekannt, aus denen eine etwaige Frostgefährdung dieses Gebietes hervorgehen könnte. In der Landschaftsanalyse können wir dagegen feststellen, dass sich ein einheitlicher Küstenstreifen am Persischen Golf entlang zieht, der sich sowohl in der Form der Klimadiagramme, als auch in der Landschaftsgestalt an der iranisch-iraqischen Grenze weiterzieht. Abgegliedert ist davon durch einen höheren Schwülefaktor das eigentliche Zweistromland. Jedoch finden wir keinerlei Landschaftsgrenze im Raum Busher. Erst im Raum von Bandar Abbas kann von einer gewissen Änderung der landschaftlichen und klimatischen Situationen gesprochen werden.

Wir sehen also deutlich, dass die Wißmann‘sche Karte konstruiert ist, ohne die geographische Relevanz dieser Region zu berücksichtigen. Interessant erscheint es daher, den grundsätzlich anderen Ansatz von Walter und Lieth (siehe unten) heranzuziehen, der sich bemüht, den lokalen Modifikationen der klimatischen Situation gerecht zu werden und damit zu einem Kartenbild kommt, das in einem weit stärkeren Maße den geographischen Gliederungen anderer Autoren und der eigenen Beobachtung kongruent wird. Aus diesem Beispiel soll der Schluss geogen werden, dass klimageographische Gliederungen, die für die ganze Welt einheitliche Definitionen gebrauchen, der Gefahr ausgesetzt sind, gerade den wichtigsten regionalen Faktoren, die sich in der Landschaft ausdrücken, nicht gerecht zu werden. Klimatische Gliederungen dieser Art laufen gerade dann, wenn sie eine enge Skala von Definitionen gebrauchen, in die Gefahr, zu einer Spielerei zu werden, die ihre geographische Aussagekraft verliert.

Bei der Wißmann’schen Gliederung werden einige für Iran besonders wichtige Faktoren nicht eingeführt, insbesondere die Kontinentalität, die sich in der Jahresschwankung ausdrückt, als auch der Faktor Höhenlage, der ganz spezifische klimatische Abläufe bedingt.

Noch ein Blick auf die ältere Gliederung nach Köppen-Geiger35, deren Grundstrukturen in den übrigen Gliederungen, wie es scheint, verarbeitet und modifiziert worden sind. Die Köppen-Geiger’schen Klimabezeichnungen sind weithin eingebürgert, deshalb nur kurz der Hinweis: Köppen-Geiger ordnen Iran dem Bw-Klima zu, die Gebirge notiert er als Bs, mit einer Cs-Höhenstufe.

Grenzziehungen sind in einem Übergangsgebiet wie in dem von Iran in dieser starken Generalisierung wenig wirkungsvoll. Die Kriterien der Köppen-Geiger’schen Klimagliederung gelten heute weithin als überholt, so dass an dieser Stelle auf diese grundsätzliche Diskussion, die im Rahmen einen so begrenzten Raumes, wie es das Untersuchungsgebiet darstellt, nicht näher eingegangen werden kann.

Interessanter ist hier noch die Anderson’sche Fassung der Klimatypen nach Walter und Lieth36.

Sehr deutlich ist im Bereich des Untersuchungsgebietes die im Gelände wiederzufindene Gliederung von mesopotamischem Tiefland mit dem Schatt el Arab über die Küstenebene und Khuzistan zum ausgegliederten südwestlichen Grenzbereich des Zagros. Es folgt als Gebirgsklima der Bereich des eigentlichen Höhenzuges nach Nordosten hin mit einer Übergangszone zu dem recht geschickt getrennten Hochland- bzw. Hochlandwüstenklima. Etwas problematischer wird über unser Gebiet hinaus seine Gliederung im Bereich Dasht e Lut, die sicherlich nach den vorliegenden Klimawerten einer gesonderten, der Dasht e Kewir verwandten Regionalisierung bedurft hätte. Im Untersuchungsgebiet jedoch, analysiert an Hand der Klimawerte von Busher, Kazerun, Shiraz, Deh Bid und am Rande Esfahan, ist diese Regionalisierung am zutreffendsten.

Im vorangegangenen Kapitel haben wir den jahreszeitlichen Klimaverlauf dieser Klimagebiete analysiert und haben auch hier entsprechende Differenzierungen feststellen können. Es ist jetzt noch ein Blick auf die überregionale Klimagenese zu werfen.

Tafel 7 . Karten 6 und 7:
Iran. Klima 3: Gliederung nach Wißmann.
Iran. Klima 4: Gliederung nach Köppen-Geiger

Tafel 8 . Karten 8 und 9:
Iran. Klima 5: Klimatypen nach Walter und Lieth
Iran. Klima 6: Temperaturprovinzen und Strömungslinien nach Ganji

2.25 Die klimatische Gesamtsituation

Um die Klimagenese unseres Gebietes besser in den Griff zu bekommen, ist es angebracht, einen Blick auf die jahreszeitlichen Druckverhältnisse zu werfen37.

Bezeichnend dafür ist, dass das ganze Jahr über, wenn auch auf verschiedenem absolutem Niveau, ein Druckabfall von Nord nach Süd zu beobachten ist. Das iranische Zentrum des Hochdruckgebietes liegt im Januar im Nordosten der Dasht e Kevir mit einem Nebenhoch bei Teheran. Es handelt sich hier also um ein thermisch gesteuertes Hoch über den ausgekühlten Hochlandwüsten. Im Juli verschiebt sich das Hoch weiter nach Norden zum Kaspisee hin und steht in Zusammenhang mit dem innerasiatischen Drucksystem. Das Druckminimum liegt immer im südlichen Bergland zwischen Shiraz und Bandar Abbas. Aus dieser Druckverteilung resultieren über den Südwestiran recht konstante Strömungslinien38, mit vorherrschend nordwestlicher-südöstlicher Richtung. Die Luftmassen kommen also im Großen und Ganzen aus den nördlichen Bereichen, die stark kontinental geprägt sind, das bedeutet im Winter eine Zufuhr von Kaltluft, im Sommer von Warmluft, jeweils recht trocken. Durch diese Verhältnisse ist der Einfluss des Persischen Golfes, der außerdem noch durch das Gebirge abgetrennt ist und an seinem jenseitigen Ufer von den weiten Flächen der arabischen Wüsten gesäumt wird, nur gering und kann höchstens im unmittelbaren Bereich der Küstenebene festgestellt werden39.

Zwei für das Klimageschehen von Iran wesentliche Merkmale haben wir kennengelernt:

  • Die enge Verbundenheit mit dem Klimageschehen und der Luftzirkulation des südlichen Innerasiens und

  • seine Abgeschlossenheit gegenüber maritimen Einflüssen, sei es vom Indik oder vom Mittelmeer her.

Das bedingt eine recht kontinentale Ausprägung des Klimas in Iran. Sehen wir z.B. auf dem Klimadiagramm von Esfahan schon im durchschnittlichen Jahresgang eine Temperaturdifferenz von rund 25°C, wobei das durchschnittliche Minimum auf -4°C geht und der tiefste gemessene Wert sogar -20°C beträgt, andererseits aber die Temperatur im wärmsten Monat auf über 45°C ansteigen kann, sehen wir dazu dass die täglichen Temperaturschwankungen rund 20°C betragen können, an manchen Tagen sogar noch mehr, so wird deutlich, dass die Kontinentalität bestimmendes Merkmal besonders des iranischen Hochlandklimas ist.

Wie gering der maritime Einfluss auch in Busher ist, sehen wir an folgenden Werten: Durchschnittliches Januarminimum 9,7°C, durchschnittliches Sommermaximum (August) 39,7°C, tiefste gemessene Temperatur 1,1°C. Extremtemperaturen liegen weit oberhalb des angegebenen Mittelwertes. Der Einfluss des Persischen Golfes ist vorwiegend in der höheren Luftfeuchtigkeit zu sehen, die einen deutlichen Schwülecharakter trägt und mit Dunstfedern verbunden ist.

Auf 735m über Meeresspiegel, eingeschlossen in eine Beckenlandschaft, auf halbem Weg zwischen Shiraz und Busher, liegt Kazerun. Seine Extremwerte sind noch beachtlicher: Durchschnittliche Maximal-/Minimaltemperatur für Januar ist 24,9/2,9°C, für Juli 42,4/22,9°C. Damit ist sowohl die durchschnittliche jahreszeitliche, als auch tägliche Temperaturschwankung charakterisiert40.

Wir stellen also fest:

Iran ist kontinental geprägt (die Kaspiküste sei hier nicht weiter berücksichtigt), der Temperaturgang, dargestellt durch die Temperaturprovinzen41, weist einen deutlichen Nord-Südwandel auf (je weiter wir nach Norden kommen, werden bei eher ansteigenden Schwankungsbändern die Temperaturen absolut niedriger).

Dieser Wandel wird überlagert von der Höhenstufung mit Temperaturdegressionen in den Höhenlagen. Lokale Temperaturmaxima finden wir in Ostiran, in den Wüstengebieten und der Provinz Sistan. Das absolute Temperaturmaximum finden wir bei geringerer Meereshöhe im Südwesten des Landes (Khuzistan) in einiger Entfernung von der Küste im Bereich Ahwaz, Shush, Dezful, wo sommerliche Temperaturmaxima von über 50°C keine Seltenheit sind. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei um recht dichtbesiedelte, landwirtschaftlich und industriell genutzte Gebiete handelt.

Die großen Erdölfelder liegen im Maximumgebiet von Khuzistan. Dass diese eine wesentliche Einschränkung der Produktivität dieses Gebietes bedeutet, liegt auf der Hand.

Tafel 9-11 . Karten 10-13 - Klimaindikatoren

2.26 Charakterisierung der klimatischen Situation in Fars

Nachdem wir die Klimagliederung von Iran mit besonderem Blick auf Fars betrachtet haben, wir auch einen Blick auf die klimatisch wirksamen Faktoren der Golfküste und Khuzistans werfen konnten, sei noch eine gewisse Gliederung von Fars in klimageographischer Hinsicht gegeben.

Bestimmend wirkt im Nordteil das Klima der Hochflächen vom Typ Esfahans, welches in den großen Becken von Marvdasht und Shiraz nur leicht modifiziert wird, d.h. entsprechend der südlicheren Lage und der schutzgebenden Beckenlandschaft in seiner Temperatur etwas höher liegt.

Erheblich niedrigere Temperaturen haben Hochbecken wie das von Ardekan oder Dasht e Arjan. Entsprechend der Höhenlage und der reliefmäßigen Ausgestaltung hat Shiraz mit 384,6 mm Jahresniederschlag eine höhere Regensumme als Esfahan mit 126,5 mm, wobei die Niederschläge in Shiraz jedoch jahreszeitlich stärker konzentriert fallen. Daher ist ein gewisser Anbau auf Regenverdacht in günstigen Jahren in Fars möglich, weniger in der Region Esfahan42. Für menschliches Wohnen und Handeln erscheint die klimatische Situation des zentralen Fars recht annehmbar.

Für die weitere Gliederung wichtig wird die klimatische Höhenstufung im Zagros. Schon am Indikator der Vegetation lässt sich eine deutliche Höhenstufung ablesen: Wir finden spezifische Hochgebirgsvegetation in Formationen wie Tüpfelwuchs oder Polstervegetation.

Das wesentliche Merkmal der Gebirgslandschaften und der Hochbecken ist die starke winterliche Frostgefährdung. Wir finden Strukturböden und Schuttformationen durch Frostsprengung. Wenn schon im Shiraz-Becken ab und zu Schneefälle zu registrieren sind, so wird der Schneefall nach Auskunft der Bewohner dieser Gebiete um Ardekan und anderen Hochbecken zum bestimmenden Element des winterlichen Wettergeschehens. Länger anhaltende Schneedecken geben eine zusätzliche Behinderung der landwirtschaftlichen Nutzung neben den hier ausgeprägten deutlichen Trockenzeiten der Sommer. Landwirtschaftlich gesehen sind es die problematischsten Gebiete in Fars. Steigen wir hinab nach Südwesten, durchqueren wir eine sehr deutliche Klimagrenze: Hinter den Gebirgsketten des Kuh e Shan bis zum Keh e Maruk im Tal des Rudkane Shapur beginnt bei deutlich geringerer Höhenlage eine Temperaturprogression43, die bei Kazerun, wie wir gesehen haben, ein Maximum erreicht. Eine neuerliche Klimagrenze finden wir am Südabfall des Zagros, hin zur Küstenebene bei Boradzjan. Eine gewisse Einschränkung der winterlichen Minima, bei gleichbleibend hohen Sommertemperaturen, verbunden mit einem beträchtlichen Schwülefaktor, geben diesem Klimatyp wenig ansprechende Züge, was sich für die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes negativ auswirkt. Etwas gemäßigter als in Kazerun, mehr dem Shiraz-Typ angeglichen, ist das Klima in den Becken südlich und südöstlich von Shiraz (Firuzabad, Sarvestan), obwohl genauere Unterlagen nicht vorhanden sind, da wir uns auf die Angaben der drei einzigen Klimastationen in Fars (Shiraz, Kazerun, Busher) und ansonsten auf die mehr subjektiven Beobachtungen der Einwohner verlassen müssten.

Fassen wir noch einmal zusammen:

Das Klima gliedert sich in Fars in

  1. Hochflächenklima des Esfahan-Typs im Gebiet Eghlid/Abadeh

  2. Dem Shiraz-Typ

  3. Dem Hochbeckentyp von Ardekan oder Dasht e Arjan

  4. Der ausgesprochenen Gebirgsstufe mit starker Frosteinwirkung

  5. Dem modifizierten Zentraltyp des Firuzabadgebietes

  6. Dem Kazerun-Typ und südwestlich anschließend

  7. Das Klima der Küstenlandschaft

Bezeichnend für Fars ist die geringe durchschnittliche Niederschlagsmenge, verbunden mit ausgeprägten und regelmäßigen ariden Perioden. Die Temperaturen, deren Schwankungen durch eine ausgesprochene Kontinentalität gekennzeichnet sind, unterliegen der oben angeführten Nord-Süd Progression und ausgesprochener Degression in der Höhenstufe, frostfrei sind die Gebiete südlich und südwestlich von Kazerun, ausgesprochen frostgefährdete Gebiete finden wir in der Höhenstufe, besonders im Raum Ardekan. Die Hochflächen sind gekennzeichnet durch starke, den weiter oben geschilderten Druckverhältnissen und Strömungslinien angepassten Winden, der südliche Küstenberiech wird beherrscht von einem Komplex mit einer Hauptströmungsrichtung aus dem Nordwesten, Fallwinden aus dem Zagros und Ausgleichsströmungen im Meer-Land-Bereich der Küste.

In den Beckenlandschaften von Zentralfars herrschen irreguläre Strömungen und besonders am Ender der Dürreperioden verschiedene Formen von Wirbelstürmen und Windhosen vor, mit all ihren negativen Folgen für die spärliche Bodenkrume44.

Die für den Menschen am angenehmsten empfundene Klimate finden wir im zentralen Bereich um Shiraz. Landwirtschaft wird im gesamten Gebiet bis auf sehr extensive Versuche des Anbaues auf Regenverdacht betrieben, dazu Bewässerungswirtschaft in einigen Oasen.

Das hydrologische System und die technischen Möglichkeiten bestimmen heute den Anbau mehr als unmittelbare klimatische Auswirkungen. Dass sich aus diesen Klimabedingungen spezifische Folgen für Bodenbildung, Vegetation und Oberflächenform ergeben, die im weitesten Sinne den Lebensraum des Menschen bilden, wird jetzt noch im einzelnen darzustellen sein.

2.3 Geologisch-tektonische Übersicht

Die geologische Gesamtstruktur von Iran zeigt eine recht einfache Gliederung. Zwei tektonische Hauptstrukturlinien prägen sich aus in den nördlichen und südlichen Randgebirgen von Iran, Elbruz und Zagros, die im Azerbaidjanischen Knoten zusammenlaufen. Beide sind die östliche Verlängerung des Anatolischen Hochlandes und stehen in dem großen Faltungszug der alpinen Faltung, die sich im Osten weiter erstreckt hin zu den Nordindischen bzw. Afghanische-Pakistanischen Hochgebirgen.

Der Elbruz ist das stärker gestörte und auch höhere Gebirge (Demavend 5654m). Der Zagros, der die Achse des Untersuchungsgebietes bildet, zeigt eine in der Hauptachse regelmäßig einfache Faltung, die in etwa in Mitteleuropa den aus mesozoischen Material gebildeten Bereichen der Mittelgebirge (germanotype Faltung) entspricht. Es handelt sich geologisch-tektonisch um gestaffelte Abfolgen von Mulden und Sätteln, mit einigen schmalen Verwerfungszonen und Störungslinien im Verlauf der Längserstreckung (z.B. Kuh e Bul). Das Landschaftsbild wird geprägt durch harte Kalkschichten des Jungmesozoikums und aus dem Tertiär, welche sowohl als Stufenbildner, als auch als geschlossene Kuppen in Erscheinung treten.

Die Mulden sind mit alluvialem Sediment ausgefüllt, über dessen Struktur in den Abschnitten Hydrologie und Morphologie näher berichtet wird.

Im Untersuchungsgebiet zeigt sich deutlich die großtektonische Struktur des Zagros. Sattel- und Muldenlinien sind recht exakt in Nordwest-Südost Richtung ausgerichtet45. Im Nordosten treten in den Gebirgszügen vorwiegend jurassische und Kreidekalke an die Oberfläche. Zum zentralen Fars hin vollzieht sich der Übergang von den Kreide- zu den tertiären Kalken, die als Landschaftsbildner in Erscheinung treten. Es handelt sich hierbei vorwiegend um Asmari-Kalke des Eozän/Oligozän und Bakhtiari-Kalke des Miozän/Pliozän. Eine wichtige Rolle im Südwesten spielen auch die mächtigen Fars-Mergel und Konglomerate des Miozäns.

Die Küstenebene im Südwesten besteht aus alluvialem Material. In einer gestaffelten Störungszone sinken die das Gebirge bildenden Gesteinsschichten unter den Persischen Golf ab. Eine morphologisch aktive Rolle spielen die stellenweise an die Oberfläche tretenden, kambrischen Salzstöcke (salt plug). Der bedeutendste bei Murghun findet sich zwischen Emam Zadeh und dem Kuh Mareh im Südwestzagros46:

Auskunft über die Mächtigkeit der unter den weichen Deckschichten des Fars befindlichen tertiären und mesozoischen Sedimenten, geben zwei Bohrprofile47.

Die Bedeutung der Amsari-Kalke des Oligozäns/Miozäns, sowie der enger geplatteten Eozän-/Paläozänkalke wird deutlich.

Die obere Kreide (Maastricht, Senon) spielt im Untersuchungsgebiet keine wesentliche Rolle. Es bestehen einige Fazieswechsel zwischen Mergeln undlimnischen Kalken.

Erst der Rudisten-Kalk des Turon in der mittleren Kreise ist wieder ein hervorragender Stufenbildner. Seine Bedeutung ist zu erkennen in den Gebirgszügen des Kuh e Durudzan und des Tupa Zarawi48. Auch der in seinen Ausmaßen imposante Kuh e Bul besteht aus Kalken der mittleren Kreide, spielt jedoch eine tektonische Sonderrolle49.

In einem ausgedehnten Staffelbruchbereich ist keine Kontinuität der Schichten mehr zu erkennen. Das Zentrum bildet der Kuh e Bul, der in sich vollständig zerbrochen ist. Das spiegelt sich auch in seiner Oberflächenform, in dem keine regulären Leitlinien zu erkennen sind. Auch andere wichtige Erhebungen sind in ihrer Struktur geprägt von Kalken der mittleren Kreide50.

Welche Bedeutung die verschiedene Mächtigkeit der Ablagerung in der Reliefgenese spielen kann, wird weiter unten in der Darstellung der Oberlander’schen Theorie der transversalen Täler erläutert51.

Ein weiteres, nun regionales Beispiel für die geologisch-tektonische Struktur wird analysiert im Abschnitt `Das Becken von Marvdasht`52.

2.4 Hydrologie und Böden

Nicht nur die unmittelbaren Niederschlagsverhältnisse und begleitende klimatische Faktoren bestimmen den landwirtschaftlichen Wert eines Gebietes. Hydrologische Faktoren, die den Wasserhaushalt eines Gebietes bestimmen, bestimmen damit auch die Dauer der Durchfeuchtung der Oberfläche und somit die Bodenbildung. So werden dadurch unmittelbar wirksam für die Morphologie eines Gebietes, ebenso wie für die Vegetation. Andererseits wiederum ist die kleinräumige Hydrographie abhängig von Art und Lagerung des anstehenden Gesteins und seiner bestehenden Oberflächenform. Wir finden also auch hier wieder einen wechselseitig abhängigen Wirkungsfaktorkomplex. Entsprechend der vorherrschenden Bodenbedeckung finden wir vor allem zwei Typen hydrologischer Systeme:

  1. Gebirgshydrologie; schnell ablaufende Oberflächengewässer, wenig Versickerung, wenig Bodenbildung und

  2. Der Wasserhaushalt von Schotter- und Sandkörpern mit bei abnehmender Korngröße zunehmender Speicherkapazität

Immer jedoch unterliegt die Oberfläche einer recht schnellen Austrocknung durch Versickerung und Verdunstung. Modifiziert wird dieses Bild durch die Krustenbildung in Aufschotterungsflächen, die den oberflächlichen Abfluss und damit die Verschiebung der Wasserbilanz hin zur Verdunstung fördern. Leider sind im Untersuchungsgebiet exakte Verdunstungszahlen ebenso wenig errechnet worden, wie auch eine exakte hydrographische Gliederung fehlt. Es kann nicht Aufgabe einer geographischen Arbeit sein, diesen Mangel durch spekulative Details zu verdecken. Sicher werden nach Vorliegen diesbezüglicher Untersuchungsreihen die Anschauungen über die exakten Prozessabläufe im Wasserhaushalt, Bodenbildung und Erosionszyklus erheblich erweitert. Bislang jedoch müssen wir uns beschränken auf den Hinweis auf diesbezügliche Arbeiten in anderen Trockenräumen.

Nur in der gesamten Übersicht des Landes kann eine großhydrographische Übersicht gegeben werden über die Entwässerungsbecken und die Grenze zwischen exoreisch und endoreisch entwässerten Gebieten.

Eine Karte `Iran. Hydrographie` gibt gleichzeitig eine recht gute Großgliederung on Iran in naturgeographischer Hinsicht53. Jedes dieser Becken trägt einen spezifischen Landschaftscharakter. Das Untersuchungsgebiet reicht dabei von dem langgestreckten, den Hochflächen zugerechneten Esfahan-Zirjan Becken über das zum Niriz-See entwässernde Shiraz-Becken, zum breiten, die Golfküste und die iraqische Grenze begleitenden Streifen des Südwestabfalles des Zagrosgebirges, welcher exoreisch zum Persischen Golf und den Golf von Oman zum Indischen Ozean hin entwässert.

Einige Züge der endoreischen Entwässerung seien noch erwähnt54. Die Entwässerungslinien gehen hin zu Salzseen bzw. Sümpfen bzw. Kewire. Dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass das hydrologische System eines Großbeckens gespalten ist in mehrere regional verteilte Endbecken. Auch in großflächigen oder langgestreckten Kewiren besteht durchaus nicht immer ein direkter hydrologischer Zusammenhang und Ausgleich. Besonders deutlich wired das im Esfahan-Becken, welches in der Literatur deshalb manchmal auch als in zwei Unterbecken geteilt erscheint55. Auch im Shiraz-Becken haben wir außer dem Niriz-See noch weitere Endpunkte der Entwässerung, wie z.B. den Dariacheh e Maharlu und einige kleinere Salzpfannen bei Shiraz und Marvdasht. Da aber die Entwässerungsnetze nicht streng durch Wasserscheiden voneinander geteilt werden können, die Entwässerungsrichtung eine gewisse Variationsbreite besitzt, erscheint es doch sinnvoll, von einzelnen zusammengefassten Entwässerungsbassins zu sprechen.

Schon mehrfach haben wir die Bedeutung des Prozesses der Bodenbildung bei der Ausgestaltung der Landschaft erwähnt. Es ist nach den über das Klima klar, dass es sich hauptsächlich um Gebirgs- und Schotterböden, Sand- und Salzflächen handeln muss. Die Feinheiten der Bodengenese und Verteilung der Böden in Iran sind noch nicht erfasst. Es existiert nur eine Übersichtskarte über die Böden und eine gleichartige Bodengüterkarte im Maßstab 1:2500000 von Dewan56, die uns aber dennoch einige Aufschlüsse über die Struktur der Bodenregion geben kann. Aus hier ist eine Viergliederung deutlich erkennbar:

  1. Die Salzböden der Küstenebene

  2. Die Bergwüstenböden des Südwestzagros (5b, 5c auf der Karte)

  3. Der eigentliche Gebirgsbereich mit einheitlichen Gebirgsböden und vielgestaltigen Böden der Becken sowie

  4. Trocken- und Salzböden der Hochflächen.

Bezeichnend ist, dass sich entsprechend dem hydrologischen System im Zentrum vieler Becken deutlich sichtbare, versalzene Bereiche herausgliedern lassen (2-2d). Nur in kleinen Streifen finden wir nutzbare Böden, in der Mehrzahl Alluvialböden, Regosols (1b), sowie Sieroseme (3b) und braune Böden (4a,4b, z.T. 5c im Gebirge).

Vorherrschend bleiben jedoch immer die Gebirgsböden bzw. das an die Oberfläche tretende Gestein. Die Struktur der Bodenkarte zeichnet die geologischen und morphologischen Strukturen des Gebietes nach.

2.5 Vegetation

Im Landschaftsbild des Untersuchungsgebietes nimmt die Vegetation nur einen bescheidenen Raum ein. Die Charakteristiken sind, wie schon kurz angesprochen worden ist, individuelle und ökologische Kümmerformen.

Die Vegetationsverteilung ist in Fars erstaunlich konstant und artenarm. Als Vegetationstypen finden wir Gebirgssteppe (Garrigue) und verschiedene Formen der Xerophyten-Vegetation. In den Beckenlandschaften können wir einige verschiedene Bereiche unterscheiden, eng angelehnt an die allgemeine Gliederung, die wir im Abschnitt Morphologie erläutert haben. So folgt der Gebirgssteppe oder Garrigue am Hand eine relative Vegetationsverdichtung zum Beckeninneren hin. Diese ist n den nördlichen Becken (Hochflächen, Deh Bid-Becken, Marvdasht-Becken) geringer als in den südlichen Becken im Bereich Kazerun. Hier finden wir sogar einige weitständige Baumbestände von wilden Pistazien, Mandeln und Wallnüssen. Diese natürliche Vegetation soll in Fars, z.B. im Shiraz-Becken eine weitere Verbreitung gehabt haben, die aber durch anthropogenen Einfluss (Abholzung, Ziegenfrass) vermindert worden ist57.

In den südlichen Becken ist das Vegetationsbild gekennzeichnet dadurch, dass bei Nichtvorhandensein von Wasser die Vegetation fast vollständig verschwindet, die Landschaft daher wüstenhaften Charakter trägt, dass aber gleichzeitig durch das Vorhandensein von einigen wasserführerenden Flüssen bei genügendem Wasserangebot die Vegetation verdichtet wird, sehr häufig in Form von dichten Buschlandschaften. Bestimmend bleibt hier das Vegetationsbild der Kulturlandschaft, die als Oasenwirtschaft große Dattelpalmkulturen kennt. Sekundärkulturen sind, dies sei nur am Rande bemerkt, Fruchtbäume (Nüsse, Orangen, Granatäpfel und Aprikosen).

Auf der Küstenebene verstärkt sich der wüstenhafte Eindruck durch die Versalzung58. Die übrigen Becken unterscheiden wir nach Becken mit xerophytischer Steppenvegetation, Becken, die heute fast ausschließlich der landwirtschaftlichen Nutzung dienen, früher aber eine mäßig dichtere Vegetation gekannt haben und das Ardekan-Becken, das durch seine Höhenlage und das reichhaltige Wasserangebot eine weitere Verdichtung der Vegetation kennt.

Da die Becken zum Zentrum hin meist ausgedehntere Salzflächen kennen, folgt der Xerophytenvegetation eine in der Dichte wieder ärmer werdende Halophytenvegetation zum Beckeninneren hin. Die eigentlichen Salzbereiche sind vegetationslos. Die Großgliederung der Vegetation entspricht also ebenfalls der morphologischen Gliederung, die wir im Folgenden behandeln werden.

Hinsichtlich der anzutreffenden Arten können wir ebenfalls verschiedene Regionen unterscheiden. In der Gesamtsituation befindet sich das Untersuchungsgebiet zwischen den warmen Gebieten (garmsir)59 im Süden bzw. im Südwesten und den Hochflächen im Nordosten. Im Nordwesten, im Verlauf des Höhenzug des Zagros (das Gebiet der kühlen Hochtäler und Becken bezeichnen wir persisch als kaltes Land, sardsir) zu den niederschlagsreicheren Gebieten des Hohen Zagros und im Südosten zu den trockenen Gebirgen Belutchistans. Ganz am Rande berührt das Untersuchungsgebiet die semihumiden Eichenwälder des Hohen Zagros, die sich nach Nordwesten hin mit gewissen Artverschiebungen über Azerbeidjan in das Anatolische Hochland hinein erstrecken. Die Arten sind gegen Kälte und Trockenheit resistente, sommergrüne Spezies, mit niedrigem Wuchs und nur steppenhafter Bodenbedeckung. Wichtigste Arten sind Quercus brantii, Qu. Libanii und Qu. Boissiere begleitet von Ulmen, Ahron, Walnuss, syr. Birne und Pistazien (P. khinjuk, P. atlantica) mit einigen Mandelbäumen60. Im Untersuchungsgebiet wandelt sich die Artenzusammensetzung dieses Wandbestandes in den trockenen Pistazien-Ahorn-Mandelwaldbestand, den wir weiter oben schon kennengelernt haben. Es ist anzunehmen, dass diese Vegetationsformen weite Teile Südwestirans bedeckt haben und anthropogen zurückgedrängt worden ist. Stellenweise tritt zu diesem Bestand neben einer Anzahl von Büschen, eine spezielle Art Wacholder (Juniperus polycarpos). Zwei Formen der niederen Stepenvegetation finden wir in Fars, die Gebirgsgarrigue des Astragaleta-Types (astragalus, acantholimon mit artemisia) und die Form der Dasht-Ebenen mit artemisieta (artemisia, vorwiegend Herba alba) mit niedrigen Büschern, Gräsern, Kräutern und steppenhafter Bodenbedeckung61. In den warmen Gebieten der Küstenebene setzen sich Vegetationsformen der Ebene von Khuzistan fort, welche sich gebirgsaufwärts mit der Pistazien-Mandelformation vermischt. Es handelt sich um eine vorwiegend Nubo-Sindische Vegetation mit sahara-arabischen Einschlägen. Bestandbild ist der Sisyphus oder Kunarbaum (Zuzuphos spina christi), zusammen mit Büschen wie Salvadora persica und calotropis procere u.a.

Für die Kulturlandschaft ist die Dattelpalme (Nannorhops ritchiana wendland) von hervorragender Bedeutung.

Den lokalen Umständen entsprechend findet man eine spezifische Sandvegetation, welche hauptsächlich aus dem Saxaul-Strauch („Tagh“, Haloxylon persicum) und Aristiden besteht. Diese Form wird durch menschlichen Eingriff immer weiter zurückgedrängt. Eine andere azonale Vegetationsform ist die Salzvegetation mit speziellen Salzgräsern und Büschen (Halophyten woe Halocnemum strobilaceum).

Es ergeben sich zwei Fragen:

  1. Inwieweit finden wir in dem alten Kulturland Ran überhaupt noch eine echte natürliche Vegetation und

  2. Haben Klimaänderungen der letztvergangenen Zeit zusätzliche Einwirkungen auf den Pflanzenbestand Persiens genommen?

Es ist wohl kaum anzunehmen, dass sich nicht anthropogen geprägte Pflanzengesellschaften heute noch in Iran befinden. Selbst in den großen Dashts ist der Einfluss des Menschen, den wir weiter oben schon charakterisiert haben, nachweisbar. Klimaänderungen dagegen haben nach den bisher vorliegenden Untersuchungen62 zwar eine ephemere Verdichtung gewisser Vegetationsbereiche, nicht aber eine tiefgreifende Änderung der Vegetationsform und des Artenbestandes zur Folge gehabt.

Wie in den meisten Trockengebieten finden wir auch in Iran eine erstaunlich langfristige Konstanz des physisch-geographischen Faktorenkomplexes, zu dem auch die Vegetationsverbreitung gehört.

Tafel 22 . Abbildungen 3 und 4: Vegetationsformen

Tafel 23 . Karte 17: Fars Vegetation

2.6 Morphologie

2.61 Morphologische Bereiche in Fars

Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung sowohl der Landwirtschaft, als auch der innerräumlichen Kommunikation ist die Kenntnis der Oberflächengestalt der Region.

Wir unterscheiden dabei

  1. Die Großgliederung des Untersuchungsgebietes in räumlich differenzierte regionale Einheiten wie Gebirgszüge, Hochflächen, Tallandschaften, Beckenlandschaften oder Küstenberieche und

  2. die systematische Analyse des Formenschatzes und seine Genese.

Für das Bild der rezenten Landschaft sind diese beiden Aspekte untrennbar verbunden. Erst durch die Kenntnis der reliefbildenden Wirkungsabläufe kann die heutige Landschaft als naturgeographische Einheit gefasst und verstanden werden.

Das Untersuchungsgebiet in den Provinzen Fars und Banader hat Teil an zwei Landschaftsregionen

  1. der Küstenebene des Persischen Golfes im Süden und

  2. dem von Nordwest nach Südost verlaufenden Gebirgszug des Zagros, der in seinem nördlichen Teil eng verflochten ist mit den inneriranischen Hochflächen, hier dem Bereich des Esfahan-Yezd-Beckens.

Die morphologische Analyse hat daher verschiedene Ansatzpunkte zu berücksichtigen:

  1. Die Küstenebene im Bereich von Busher ist ein Durchdringungsgebiet maritimer und terrestrischer Formungsprozesse. Von Norden her wird sie bestimmt durch das Piedmont des Zagros mit den für die Klimaregionen typischen Erscheinungsformen des Glacis und der weitflächigen Aufschotterung. Dieser Bereich geht oihne feste Grenze über in die maritimen Akkumulations- und Versumpfungsflächen des flachgründigen Persischen Golfes. Aus vergleichen mit Quellen der Antike wissen wir, dass ausgehend von der Euphrat-Tigris-Mündung (Schatt e l Arab) eine kontinuierliche, meerwärts Verlagerung der Küstenlinie zu beobachten ist. Die Erscheinungsform dieses Küstenbereiches ist der Salztonsumpf, in weiten Bereichen vegetationslos, oft Salzkrusten bildend. Wir können folgende Materialabfolge in einem Profil der Küstenebene (Ne nach SW) beobachten63:

  1. Hangbereiche des Zagrosrandes: Anstehendes Gestein und grober Schutt (Typ4)

  2. Hangfuss: Schutt- und Schotterkeben, obere Ansätze der Fussflächen in grobem Material, äolische Variante, an den Berghängen angewehte Sanddühnen (Typ 4 bis Typ 2).

  3. Fussfläche: Als unterschiedlich zerschnittenes Glacis (im Untersuchungsgebiet nur in einem Hauptniveau nachweisbar), Schotterdurchmesser nach Südost abnehmend (Typ 2).

  4. Glacisende: Übergang in den maritimen Sedimentationsbereich, zunehmende Versalzung, Korngrößen im Bereich von Sand (vom Glacis herkommend) und Feinmaterial (sowohl fluviatilen, als auch maritimen Ursprungs)64 .

  5. Maritim geprägter Küstenbereich: Feinsedimentation, Salztonsümpfe, Salzkrusten (Typ 1)

  1. Der Zagros ist die bestimmende Landschaftseinheit des Untersuchungsgebietes. Er bildet die Achse von Südwestiran, sein Formenschatz ist mannigkaltig gegliedert. Struktur und Lagerung der alpin gefalteten, meist mesozoischen und frühtertiären Gesteine geben die Grundlage für die Abtragungsprozesse, welche bestimmt sind von den hier vorherrschenden ariden bis semiariden Klimabedingungen. Wir können mehrere geomorphologisch unterschiedene Landschaftseinheiten ausgliedern. Interessant ist dabei, dass die Grenzen dieser Einheiten weitgehend konkordant sind mit denen der Vegetationsverhältnisse und – in kulturgeographischer Hinsicht – mit denen der Anbau- und Siedlungsverhältnisse65.

Bestimmend wird weiterhin auch der Gegensatz zwischen landgestreckten Gebirgszügen, die, ihre geologische Struktur wiederspiegeln, Rücken oder Kuppencharakter tragen, oft aufgespalten zu gegenläufigen Kämmen und weiten Bekcenlandschaften, deren Lage und Gestalt ebenfalls geologisch prädestiniert sind. Wir können zwei verschiedene Beckentypen unterscheiden:

  1. Der Hochflächentyp (Typ 9): Langgezogene Strukturachsen, die der Struktur parallel verlaufenden Entwässerung dienen (Pulvar Rud, Kur Rud). Diesem Typ zugehörig ist auch das, einen Teil des iranischen Hochlandes bildende Esfahan-Yezd-Becken, welches bei Adabeh und Surmagh an unser Untersuchungsgebiet herantritt. Charakteristisch sind die weiten Akkumulationsbereiche, in deren Tiefenlinie sich ein ausgedehnter Erosions- und saisonaler Überflutungsbereich befindet. Die Bergflanken sind Dank der geringen relativen Höhenunterschiede wenig zerschnitten. Fussflächen treten nur als kompakte, nicht zerschnittene Schotterkörper, die in den feinen Sedimentationsbereich übergehen, auf.

  2. Der Hochbeckentyp (Typ 7): In den zentralen Gebieten des Gebirges verkürzen sich die Becken und blden streng abgeschlossene Einheiten, in denen ein durchlaufender Abfluss eine geringe Rolle spielt oder ganz einer ins Beckeninnere gerichteten endoreischen Entwässerung weicht. Charakteristiken dieses Tyopen sind die Salztonflächen bzw. Salzseen, deren Lage, nebenbei bemerkt, für die Landwirtschaft bestimmend wird. Zu diesem Typ gehört unter anderem das südliche Kazerun-Becken und nordöstlich davon das Becken von Dasht Arjan, das Becken von Shiraz mit dem Dariacheh e Maharlu und dem Salzsumpf von Aliabad. Eine ähnliche Gestalt haben auch die Becken von Firuzabad und Ardekan, wobei letzteres durch seine Höhenlage ein modifiziertes Klima aufweist, die Zerschneidung eine etwas größere Rolle spielt und auch Differenzierungen der Vegetation aufweist.

Die eigentlichen Tallandschaften entstehen erst im Südwestteil des Zagros durch die verstärkte Erosion bei der Entwässerung hin zum Persischen Golf

(Höhendifferenz bis zu 1500 m auf 200 km). Die Einzelformen dabei entsprechen dem Zusammenspiel von Gesteinslagerungen und Klimabedingungen (Typ 5). Eine morphologisch interessante Rolle spielen dabei die sogenannten Transversaltäler.

Tafel 24 . Abbildungen 5, 6 und 7: Morphologie: Gebirgsformen

Tafel 25 . Karte 18: Fars. Morphologie 1

Tafel 26 . Karte 19: Fars. Morphologie 2

2.62 Die Transversaltäler in der Theorie von Oberlander

Im südlichen Teil von Fars finden wir Ausläufer eines morphologischen Types, der im nordwestlich benachbarten Zagros strukturbildend ist. Es handelt sich um ein System transversaler Schluchten, deren Entstehung Oberlander in seinem Buch `The Tagros Streams` kritisch untersucht66.

Seine bemerkenswerte These ist, dass dieses System nicht antezedent im Sinne einer zufällig überlagerten prärezenten Struktur ist, sondern dass es bei den gegebenen Sedimentations- und Faltungsbedingungen regelhaft entstehen musste, dass also eine morphologische Anomalie autogen unter den vorherrschenden Bedingungen entstehen musste. Dies sei an Hand von vier Blockdiagrammen von Oberlander kurz charakterisiert67.

Bedingungen sind: einfache, enggestaffelte Faltung und das über den harten cretazeischen bis miozänen Kalken (Asmari) eine weiche, mitgefaltete Sedimentationsschicht (Mergelkonglomerate des Jungtertiärs) liegen muss, deren Mächtigkeit die Amplitude der Faltung übersteigt. Abgedeckt wird diese Lage durch pliozäne (Bakhtiari-) Kalke. Im Verlauf der morphologischen Entwicklung erfolgte eine Reliefumkehr, bei der das ursprünglich konsequente Abflusssystem umgekehrt wurde: Subsequente sekundäre Entwässerungslinien durchbrechen als erste durch verstärkte Erosionsleistungen am Hang die Deckenkalke und gelangen leicht in erodierbares Material. Die Bergrücken werden in Längs- und Querrichtung aufgespalten, während die Hauptentwässerungslinien, mangels Gefälle im gegebenen Zeitraum, die Deckenkalke nicht zerschneiden können.

Ab einem gewissen Zeitpunkt verbinden sich die sekundären Entwässerungslinien zu einem Abflusssystem, dem das ursprüngliche Entwässerungsnetz nur noch beigeordnet ist. Nach Ausräumung der Deckschichten, bei dem unter Umständen einige „Tafelberge“ aus dem Material der Deckschichten stehen bleiben können, tieft sich das si entstandene, dem Faltungssinn als Anomalie entgegengesetzte, Entwässerungsnetz in die an die Oberfläche tretenden Kalkrücken der Unterschichten ein.

Erst dieser letzte Schritt der Reliefgenese kann mit dem Begriff der Antezedenz des Entwässerungssystems beschrieben werden, obgleich die Entstehung dieses Netzes autogen reliefbezogen und zwangsläufig verlief. Die entstehenden transversalen Schluchten (in farsi `teng`), denen wir noch weniger regelhaft entstandene beigegeben sund, finden wir im Gebiet südlich der Linie Firuzabad, Kazerun68.

Tafel 27 . Übersicht 2: Morphologie

2.63 Morphologie der Gebirgslandschaften

Bleibt uns noch die morphologische Gliederung der Gebirgslandschaften69:

  1. Den südwestlichen Gebirgsrand hatten wir schon weiter oben kurz angesprochen. Er ist gekennzeichnet durch tiefe, nach allen Seiten verlaufende – verkehrs- und siedlungsfeindliche – Zerschneidung, tiefen Schluchten und bizarren Formen, die sich bei steilgestellter Wechsellagerung von hartem und extrem weichem Gestein ergeben. Dazu kommen komplizierend noch einige tektonische Störungslinien im Abfallbereich zu der Küsteneben hin,

  2. Den weiteren Gebirgsbereich, der durch zwei nordwest-südöstlich verlaufende Grenzen gegliedert wird.

Diese Grenzen sind:

  1. Zwischen Shiraz und Kazerun die Grenze der jungtertiären Schichten (Signatur B), die zusammenfällt mit der Grenze der unmittelbar zum Persischen Golf hin gerichteten Zerschneidung. Morphologisch ist sie daher als Grenze der Schluchtenbildung zu bezeichnen.

  2. Die Grenze zwischen den Tertiär- und Kreidekalken, die sich morphologisch durch die größere Härte der Kreidekalke und der daraus resultierenden größeren Kompaktheit, als auch Schroffheit der Oberflächenform auszeichnet (Signatur C).

  1. Eine Sonderrolle spielt der Höhenzug von Deh Bid, der über den Kuh e Bul südwestlich von Eghlid hinwegziehend, den Anschluss des Zagros zu den Hochflächen bildet. Er ist als vielfach gebrochene, tektonische Störungszone – meist im Material der mittleren Kreide – gebildet und weist daher eine irreguläre Morphologie auf.

  2. Andere Formen zeigen die weichen Mergel, die bei wechselnder Lagerung zwischen Ardekan und Kazerun der Landschaft ein morphologisch irreguläres Gepräge geben.

Der Faktor der fluviatilen Formung in den Beckenlandschaften von Fars wird in der Karte `Fars. Morphologie 1` in den Vordergrund gerückt70. Dabei wird versucht – an Hand dieser Karte – die morphologischen Elemente von Akkumulation und Einschneidung und ihre räumliche Gliederung darzustellen.

Diese Gliederung zeit das uns schon bekannte Bild der langgestreckten Beckenlandschaften, doch die Typisierung der Einzelbecken lässt alternative Zuordnungsprinzipien zu.

Der Typ der `Beckentales` der großen Flüsse im Nordosten – Kur Rud, Pulvar Rud – nimmt so eine vermittelnde Stellung ein zwischen den Beckenlandschaften des Zentralfarstypes und der Hochflächen; das Becken von Firuzabad ist zum einen noch in den zentralen Bereich integriert, zeigt jedoch schon eine individuelle Ausprägung mit Schluchten und zentraler Zerschneidung durch den Flussverlauf im westlichen Beckeninneren.

Tafel 28 . Abbildungen 8 und 9: Morphologie des Gebirgsrandes

2.64 Morphologische Leitformen

Um den Formenschatz genauer zu charakterisieren, seien einige Einzelformen angesprochen, die typisch für die morphologischen Prozesse dieses Raumes sind71:

  1. Abtragungsformen im anstehenden Gestein

Selektive, an der Petrovarianz orientierte Formung, da die formausgleichende, tiefgründige chemische Verwitterung fehlt.

  1. An Schichtkämmen: Kefbildung

In ariden Gegenden ist das Phänomen der extremen Stufenerhaltung durch das Vorherrschen von physikalischer Abtragung zu beobachten, die Kefs zeichnen sich durch schroffe Formung, nahezu senkrechtem Abfall und entsprechend der Gesteinslagerung ausgedehnter Breite aus

  1. In steil gestelltem Material: Schichtrippen

Das Gestein liegt offen zutage

  1. Bei einer Mehrzahl von aufeinander folgenden steilgestellten Schichten: sogenannte Rippenlandschaften

Diese Rippenlandschaften sind größeren Gebirgskomplexen häufig als Vor- und Hangrippen vorgelagert

  1. Bei waagerechter Lagerung: Gesimse und Canons

Gesimse sind manchmal in Form den Kefs ähnlich, gliedern den Hangbereich der Berge

  1. Abtragungsform in Schotterkörpern und weichem Material

Die linienhafte Abtragung verfügt über eine beachtliche Tiefenerosion. Je nach Korngröße verschieden ist der Umschlagpunkt von oberflächlichen, kaum erodierenden Abfluss auf der Fläche bei wachsender Wassermenge zum linienhaften Abfluss mit seiner kräftigen Erosion

  1. Der `Kastenoued` im gröberen oder verfestigtem Material

Typisch ist die Begrenzung des Erosionsbereiches durch Steilränder. Die ausgleichenden Prozesse fehlen. Die Erhaltung der morphologischen Form (Fläche bzw. Steilform) ist typisch.

  1. `Sandoued` im Felsmaterial, besonders im Beckeninneren, nahe der Erosionsbasis

Bei dieser Form wechseln stellenweise Formen des Kastenoueds mit breitem, kaum vertieften Abflusslinien und sekundären Akkumulationsbereichen. Das Abflusssystem ist dabei inkonstant.

  1. In weichen Materialien wie Mergeln: Auflösungsbereiche

Diese Bereiche zeichnen sich aus durch ein sehr engmaschiges Netz verschieden geformter und eingetiefter Erosionslinien in der Formung wechselnd zwischen kleinkuppigen Landschaften und den oben erwähnten Rippenlandschaften72

  1. Akkumulationsformen

Die verschiedenen Typen der Akkumulation sind abhängig in Lagerungsform und Korngröße vom Transportweg, d.h. vom Ort ihrer Herkunft am Hang

  1. Direkt am Hang: Schutthänge und Schuttkegel, bei gröberem Material Rutschformen

Diese sind die primären Akkumulationsformen, größtenteils durch die Gesetze der Schwerkraft entstanden, noch kaum umgelagert

  1. Am oberen Rand von Schotterflächen: `Hangglacis` und Schotterfächer

Sogenannte `Hangglacis` tragen schon flächenhaften Charakter, sind mehr oder weniger linienhaft zerschnitten, aber noch annähernd parabolisch an den Hang angelehnt. Erosionslinien am Hang setzen sich fort in fächerförmigen Aufschotterungen. Beide leiten zur Aufschotterungsfläche über

  1. Talfüllungen

Wo der Raum nicht ausreicht zu ausgedehnten Flächenbildungen, werden Täler ausgefüllt mit Schottern diverser Größe

  1. Fußflächen

Typisch sind im Vorland arider Gebirge ausgedehnte, flächenhafte Glacislandschaften, deren Schotterkörper zerschnitten wird von einzelnen Tiefenlinien. Im Untersuchungsgebiet finden wir diese Fußflächen in ihrer einfachsten Ausführung als meist kompakte, fast unzerschnittene, in ihrem Aufschotterungsmechanismus intakte, konstant geneigte Vorland- und Beckenauffüllung, die infolgedessen nicht wie z.B. in Nordafrika durch eventuelle verschiedene Niveaus und Auflösungsphasen hinweisen auf die morphologische Entwicklungsweise geben können. Das hängt zusammen mit der mangelnden Erosionskraft bei den relativ geringen Höhenunterschieden zwischen Hochbecken und Gebirgszügen, ebenso mit dem geringen Schotteranfall der wenig kompakten Gebirgszüge. Auch im Küstenvorland des Untersuchungsgebietes treten keine bedeutenden Flüsse aus dem Gebirge, die eine diesbezügliche Erosionsleistung erbringen können73. Charakteristisch sind die Bildungen von Kalkkrusten, dicht unter der Schotteroberfläche, die wir an Aufschlüssen häufig beobachten konnten. Diese verstärken noch durch ihre Festigkeit das Prinzip der Flächenerhaltung. Über ihre Entstehung haben wir weiter oben schon kurz gesprochen, sie sind das Ergebnis unterbrochener Lösungsprozesse in der Wechselfolge von Regenfällen und langanhaltender Aridität. Die Korngröße nimmt mit der Entfernung vom Bergfuss ab, bis hinunter in den Sand- bzw. Feinmaterialbereich.

  1. Dünen

Die äolische Umlagerung von Sand- und Feinmaterial hat im Untersuchungsgebiet zwei unterschiedliche Ausprägungen: In den Hochbecken mit ihren ständigen Staubstürmen und `Windhosen` finden wir Staub- und Sandschleier und kleinere Sandakkumulationen an Hangnischen. Das Material befindet sich in einer ständigen Umlagerung. Im Südwestvorland des Zagros finden wir echte Sanddünen, teilweise schon in Barchanform.

  1. Salzflächen (Salzkrusten, Salztonflächen, Salztonsümpfe und Salzseen)

In den zentralen Bereichen der endoreischen entwässerten Becken im zentralen Fars und auf den Hochflächen ist die Salzfläche die Regel. Strukturböden (Polygone), Krusten und Sümpfe mit ihren periodischen Verschiebungen bestimmen Form und Bodentyp. Auch die Küste zum Persischen Golf ist, wie schon erwähnt, in weiten Bereichen eine Salzlandschaft.

Diese Einzelformen bilden die Landschaftseinheiten (units) in typischen Abfolgen. Kombinieren wir die morphologischen Fakten der Kartierungen mit einer systematischen Analyse der Formabfolge der morphologischen units, können wir vier morphologische Großlandschaften im Untersuchungsgebiet unterscheiden:

  • Das schon mehrfach angesprochene Küstengebiet, welches im weiteren Bericht der Untersuchungen nur noch am Rande behandelt wird, da es wenig naturgeographische Differenzierungen bietet und der eigentlichen Problematik der Landschaftsformung des Gebirgsbereiches gegenübersteht.

  • Der Bereich des südwestlichen Zagros. Vorherrschend sind in ihm die starke Zerschneidung durch größere, exoreisch, zum Teil zum Golf hin entwässernde Flusssysteme, gekennzeichnet durch Schluchten- und Cananbildung und eng gestaffelte Schichtrippen und Kämme74.

  • Der mittlere und nördliche Zagtros, die Kernlandschaft der Provinz Fars. Hier finden wir eine eigentümliche morphologische Regelmäßigkeit, deren Formabfolge näher zu beschreiben typische Erkenntnisse über den Aufbau der Region verspricht. Ich halte es für angebracht, hier von einem spezifischen `Zentralfarstyp` zu sprechen75.

Die Grundlage ist die regelmäßige geologisch-tektonische Struktur dieses Gebietes, in dem eine Abfolge von geologischen Sätteln und Mulden auch die morphologische Gliederung prägt76. Dabei ist zu verweisen auf den Abschnitt `Geologisch-tektonische Übersicht`77.

Die Kalkuppen machen eine typische Formgenese durch, Von der Achsenlinie her werden sie engräumig durch Erosion `aufgeschlitzt` und durch Querschluchten an das hydrologische System der Becken angeschlossen. Dabei entstehen gegeneinander stehende Kefs, canonartige Schluchten und zur Beckenseite hin vorgelagerte `Hangrippen`. Die Becken sind durch mächtige Schotter stärker aufgefüllt, in ihren Tiefenlinien finden wir Versalzungsgebiete, bis hin zum Salzsee. Diese Abfolge tritt mit erstaunlicher Regelmäßigkeit immer wieder auf78.

  • Die dem zentralen Farstyp ähnlichen, aber weitläufigen Hochflächen bilden den nordöstlichen Anschluss an unser Untersuchungsgebiet.

Im nachfolgenden Teil soll versucht werden, diese Gliederung an Hand von einzelnen Landschaftsbeispielen noch genauer zu analysieren; dabei soll auch auf ihre Bedeutung als Lebensraum des Menschen hingewiesen werden.

Beginnen wir dabei mit der zentralen Landschaft unseres Untersuchungsgebietes, wie auch der Provinz Fars und ihrem signifikanten morphologischen Formenschatz.

Tafel 29 . Übersicht 3: Morphologie: Zentralfarstyp

Tafel 30 . Übersicht 4: Einzelformen in Fars

3. Regionen in Fars

3.1 Das Marvdasht-Becken

Eines der zentralen landwirtschaftlichen Zentren in Fars ist das Marvdasht-Becken. Schon in altgeschichtlicher Zeit lag hier ein Zentrum des Perserreiches (Persopolis, heute Takht e Djamshid). Neuere Untersuchungen des Agriultural College der Pahlavi University Shitazu/Bashgad, die zum Zwecke einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung angestellt worden sind, zeigen uns deutlich Aufbau uns Gliederung dieser Ebene79. Das Becken erstreckt sich von Nordosten nach Südosten und dient dem Kur Rud, einer wichtigen Entwässerungslinie hin zum Niriz-See als Talverlauf. In der Höhe von Takht e Djamshid und Naghsh e Rostem (achämenidisch-sassanidische Nekropole) fließt der Pulvar Rud, der zwischen Deh Bid und Sivand das längsstreichende Randgebirge durchschnitten hat, in den Kur Rud. Die südöstliche Begrenzung des Marvdasht-Beckens bildet der von den Gebirgszügen umgebene Niriz-See (Dariacheh e Bakhtegan und Dariache e Tasht). Im Nordwesten verliert sich die Ebene im Talsystem des Kur Rud, der on seiner nördlichen Verlängerung Rud Malbur genannt wird. Der heutige Ort Marvdasht ist eine recht neue Gemeinde zur Erschließung der fruchtbaren und für die Versorgung von Shiraz wichtigen Alluvialebene.

Die Profile zeigen uns, dass das Becken tektonisch mehrfach untergliedert ist. Die Randzüge bestehen im Südwesten aus harten Eozänkalken, die in Richtung zum Becken hin ausstreichen und Kefformen zeigen.

Den Nordoststrand bilden zum Becken hin einfallende Kalke der mittleren und unteren Kreide (Cenoman bis Apt). Diese sind, abgesehen von ihrer anderen Lagerung, härter und massiver als die oft feingeschichteten Eozänkalke. Das wirkt sich im Landschaftsbild aus. Die Morphologie des Eozänrandes zeigt ein stark zerklüftetes und vielfältig gegliedertes Relief. Vegetation ist hier kaum zu finden und die sehr unregelmäßige, hydrologische Struktur bedingt eine unregelmäßige Verteilung der Wasserschöpfmöglichkeiten.

Ebenso vielfältig ist daher auch hier die landwirtschaftliche Struktur. In der Mitte des Beckens befindet sich eine tektonische Störungszone, bei der die am Nordoststrand einfallenden Km-Schichten noch einmal auf der Gegenseite einer Mulde ausstreichen und mehrere kleine Kämme bilden. Das bedingt, dass Teile der Südwesthälfte des Beckens keinen Anschluss an das allgemeine Entwässerungssystem des Kur Rud finden und ein sekundäres endoreisches Becken mit Entwässerung zu einem Salzsumpf bei Allasbab bilden.

Wir finden somit im Marvdasht-Becken zu den Rändern hin weite Aufschotterungsflächen, die in ein zentrales Feinsedimentationsgebiet auslaufen. Der Kur Rud durchschneidet diesen Bereich in einem mehrfach verzweigten Abflusssystem. Die Zerschneidungsform ist die eines Kastenoueds, in seinem südöstlichen Teil die eines weitverfächerten Sandoueds.

Der nordöstliche Kreidekalkrand ist durch mehrere Einschnitte gegliedert, in seiner Gesamtstruktur jedoch einheitlich mit Rückencharakter. Hier sind einige natürliche Quellen zu finden, deren Wasser der Landwirtschaft dient. Auch Brunnen und Ghanate finden wir hier, was die Voraussetzung von Intensiv- und Baumkulturen ist. Die natürliche Vegetation dieses Gebietes war nach Untersuchungen des Agricultural College der Pahlavi University Shiraz/Bashgad80 die des Pistazien-Mandel Waldes, bei steppenartiger Oberflächenbedeckung. Heute finden wir außerhalb des Kulturlandes nur noch eine degradierte Artemisieta-Steppe, die im nordöstlichen Gebirge in eine Trockenstrauchvegetation übergeht. Der anthropogene Einfluss auf diese Vegetationsform ist unübersehbar. Besondere Salzvegetation in der Art wie sie im Abschnitt `Vegetation`81 beschrieben worden ist, finden wir an den Ufern des Niriz-Sees und dem Bereich der Salzsümpfe bei Allabad und Zarghan.

Das Marvdasht-Becken ist uns ein wichtiges Beispiel für die genetische Verzahnung und räumliche Zuordnung der Kulturlandschaft zu den naturgeographischen Wirkungsfaktoren. Deshalb bin ich sn firdrt Stelle etwas mehr als üblich auf die kulturlandschaftlichen Phänomene, die Eilers noch weiter analysieren wird82, eingegangen. Die heutige Landschaft kann also nur aus dem Zusammenspiel von naturgeographischen und strukturellen Wirkungsfaktoren und den anthropogenen Einflüssen verstanden werden.

Außerdem ist das Marvdasht-Becken in seiner Struktur exemplarisch für den Landschaftscharakter und den Aufbau von Zentralfars.

Tafel 31 . Karte 20: Becken von Shiraz

3.2 Das Shiraz-Becken

Die Kernlandschaft von Fars ist der Raum um die Ostanhauptstadt Shiraz. Hier prägt sich auch am deutlichsten die Formenstafel des weiter oben analysierten Zentralfars aus. Die allgemeinen Strukturlinien entsprechen denen des allgemeinen Zagrosverlaufes. In seiner geologisch-tektonischen Struktur83 ist das Shiraz-Becken ein Doppelbecken, welches begrenzt ist im Nordosten von Eozän- bis Oligozänkalken, welche in einer steiler gefalteten Zone mit einigen Störungslinien über den Kuh e Bamu in die Marvdasht-Ebene überleiten und im Südwesten begrenzt ist von dem aus Asmari-Kalken (unteres Fars bis Oligozän) gebildeten, als Sattelstruktur ausgeprägten Kuh e Sabzpushan.

Der geklappte Sattel im Zentrum des Shriaz-Beckens tritt an der Oberfläche nicht in Erscheinung, verändert jedoch die hydrologische Struktur des Areals in folgender Weise:

Durch die Kappungsflächen sickert das Wasser schneller als in den untergründischen geologischen Muldenbereichen, die einen Staueffekt verursachen. In diesen Bereichen finden wir an der Oberfläche die maximale Versalzung, während wir dazwischen den zwar intensiveren, Bewässerung erfordernden Bereich optimaler Nutzbarkeit zu suchen haben. Die Oberfläche des Shiraz-Beckens bildet regelmäßig eine mächtige Sedimentationsschicht, die am Rande aus gröberem Schottern, zum Zentrum hin mit Feinmaterialien angefüllt ist. Die Neigung dieser Ebene ist sehr gering (im äußeren Bereich 3-5°) und die Zerschneidung ist, da ein zentrales Flussentwässerungssystem fehlt, minimal. Die Zerschneidungstiefe einzelner Abflussrinnen liegt zwischen 10 und 50 cm, der Verlauf dieser Linien ist wechselnd und das Längsprofil unausgeglichen.

Bevorzugte Bereiche der Zerschneidung sind die äußeren Zonen des Feinsedimentationsbereichs in denen

  • Durch das geringere Korngewicht keine allzu großen Erosionskräfte beansprucht werden und

  • Die für diesen Bereich größte Handneigung in Anspruch nehmen kann.

Gestört wird im Shiraz-Becken diese Feingliederung durch die vorher erwähnte Doppelstruktur, die ein mehrfach gegliedertes Zerschneidungsprofil bedingt. Die Versalzungsbereiche tragen im eigentlichen Shiraz-Becken den Charakter von Solonchak-Böden und Salzsümpfen mit geringer Mächtigkeit (3-4 m).

Der wichtigste Bereich des Shiraz-Beckens kann nach Dewan a,ls feinkörniger Alluvialboden angesprochen werden, dem zum Rande nach Süden und Südosten grobkörnige Alluvial- und Kollovialböden folgen84. Nach Südosten hin verzweigt sich das Shiraz-Becken in einen nördlichen Strang, der über den Dariache e Mahrlu in das Sarvestan-Becken überleitet und in einen südlichen Beckenbereich, der durch das Kovar-Becken in das Talsystem des Rud e Mond übergeht. Dazwischen liegt eine geologisch als Sattel angelegte Erhebung, die entsprechend dem schon bekannten morphologischen Prinzip des Zentralfarstypes längsseitig aufgeschlitzt und mit einer Ausräummulde versehen ist. Die südwestliche Seite des Gebirgszuges bildet das Hauptkef, während die steil aufgestellte nordöstliche Seite als Rippenstaffel ausgebildet ist85.

Gebildet wird der Kefbereich und die Rippenstaffel durch harte Eozänkalke, denen randlich vorgelagert Hangrippen und nach Shiraz hin ein geschlossener Sattelbereich aus Asmari-Kalken zugeordnet ist86.

Der Dariacheh e Maharlu stellt sich dar als weitflächiger Salzsee, der mit inkonstanter Uferlinie (abhängig von der jeweiligen Niederschlagssituation) eingebettet ist in eine größere Salzfläche. Mehrere kleinere Quellen, besonders im Südwestbereich, spenden eine gewisse Wassermenge, die dem Salzsee auch in Trockenzeiten vor der völligen Austrocknung bewahrt. Für die Vegetation sind diese Zuflüsse, da sie nicht versalzen sind, wichtige Standortvergütungen, so dass wir in einer scheinbar toten Salzfläche eng abgegrenzte Bereiche üppiger Vegetationsentfaltung finden.

Eine Besonderheit ist dabei, da der umliegende Boden versalzen ist, dass Wasserpflanzen ohne tiefgründige Verwurzelung bevorzugt auftreten. Für die Tierwelt sind diese Einflussbereiche wichtige Refugien, was am Reichtum der Insekten und Vogelarten beobachtet werden konnte87.

Ein schmaler Streifen halophytischer Vegetation begleitet den Rand des Versalzungsgebietes, dem nach außen hin eine Steppenvegetation vorwiegend des Artemisieta-Types folgt. Auch hier ist die ursprüngliche Trockenbusch- und Pistazien-Mandel Steppe durch anthropogene Einflüsse aufgelöst worden. Diese Region ist heute Zentrum einer auf Bewässerungsgrundlage arbeitenden Landwirtschaft.

Die Hydrologisch günstige Situation des Shiraz-Beckens ermöglicht differenzierte Wassergewinnungsmaßnahmen und damit eine differenziertere Landwirtschaft88.

Besonders deutlich wird der morphologische Zentralfarstyp in der Formabfolge im südöstlichen Teil des Shiraz-Beckens. In dem diesbezüglichen Profil und Blockdiagramm wird deutlich ersichtlich:

    1. Die von nur wenigen Störungslinien modifizierte, einfache Faltungsbewegung in Sättel und Mulden und

    2. Der daraus resultierende Formenschatz von recht ebenen Sedimentationsflächen und kuppenartigen, dazwischen liegenden Gebirgssätteln, die im Bereich ihrer maximalen Erhebung durch die Erosion aufgeschlitzt werden, so dass sich gebirgsparallele, von Steilformen (Kefs, Rippen) gesäumte Ausraumtäler bilden.

Eben diesen Vorgang haben wir in Zusammenhang mit der Oberlander’schen Theorie der Transversaltäler kennengelernt, wobei ein analoger Formungsvorgang bei einer spezifischen Lagerungsabfolge, die in unserem Bereich nicht vorliegt, zu einer zwischenzeitlichen Reliefumkehr und damit zur Bildung von Transversaltalsystemen führte.

Unsere Beobachtungen beim Zentralfarstyp bestätigen damit den Ansatz dieser Theorie, da di zu Grunde gelegten Formungsprozesse im zentralen Fars übereinstimmend zu beobachten waren.

Ebenfalls sichtbar wird, was in der schon mehrfach angesprochenen Übersicht89 deutlich gemacht werden soll, der unmittelbare Formenzusammenhang von geotektonischer Struktur, Lagerungsverhältnissen in ihrer Petrovarianz und der herauspräparierten Oberflächenform. Die Erosion in ariden und semiariden Gebieten arbeitet selektiv, d.h.:

  1. Vorhandene Formen werden im Prinzip erhalten (Stufenerhaltung, Flächenerhaltung) und

  2. Lagerungsverhältnisse (Steilstellung, Sättel, Mulden) werden herauspräpariert (Rippen, Kefs, Kuppen) bzw. als Strukturlinien einer weitergehenden Formung erhalten (Ausraumtäler, Aufschotterungsflächen).

Die klimatische Bedingtheit dieser Formungsvorgänge wurde im allgemeinen Teil untersucht. Aus dem gegebenen Formenschatz kann auf einen gesamtnaturlandschaftlichen Wirkungskomplex geschlossen werden, in dem Bedingungsfaktoren (Geologie, Klima) Umgestaltungsabläufe (Vegetationsgeschichte, morphologische Prozesse) sich komplex verbinden zu der augenblicklichen Landschaftsgestalt wie sie sich dem Betrachter darbietet.

Es ist dabei wichtig, das zeitliche Element nicht aus dem Auge zu lassen, da die Landschaftsgestalt keine Konstante ist, sondern der augenblickliche Zustand eines fortlaufenden Prozesses.

3.3 Das Hügelland westlich von Shiraz

Durch die geologische Situation westlich vom Kuh e Sabzpushan90, wo die alttertiären Kalke (Asmari) abgelöst werden von dem wechsellagernden Bereich der Fars-Mergel und Kalke, die teilweise recht steil gestellt sind, finden wir hier eine gesonderte morphologische Einheit, die nach Nordwesten hin übergeht n einen tiefzerschnittenen, irregulären Zerschneidungsbereich im weichen Material, der von in Richtung Bebehan zum Persischen Golf hinentwässerten Flüssen geprägt wird.

Der im Untersuchungsgebiet angesprochene Auslöufer zwischen dem Shiraz-Bekcen, dem Dasht Arjan-Becken und im Norden der Tal- und Beckenlandschaft von Ardekan fällt auf durch die von weichen Materialien geprägte, kuppige Oberflächengestalt.

Dieser Landschaft fehlen die schroffen Abstürze der Kalklandschaften, vorherrschend sind fließende Formen, die nur durch Rippen und Gesimse, welche eng gestaffelt auftreten, dabei von dünnen Kalkbänken gebildet werden, unterbrochen erscheinen. Sehr viel ausgeprägter als in den großräumigen Landschaften des Zentralfarstypes tritt hier jedoch das Abflusssystem in Erscheinung. Auch kleine Abflussrinnen verursachen tiefer Einschnitte, größere Flusssysteme bilden breite, ausgeräumte Talsysteme.

Da hier die lagernden Mergel dem Einsickern von Wasser stauend entgegentreten und den oberflächlichen Abfluss begünstigen, was auch die Erosion fördert und gleichfalls der Nährstoffmangel des Mergels lassen uns hier die Vegetation noch ärmer erscheinen als in den bekannten Tal- und Beckenlandschaften. Eindrucksvoll sin die Farbabfolgen dieser Mergel der Farsformatrion des Miozäns, die von weiß und grau über grün und blaugrau hinreichen bis zu verschiedensten Braun-, Rot- und Violett-Tönen.

Da dieses Gebiet aus den gesagten Gründen kaum landwirtschaftlich nutzbar ist, finden wir auch keine Siedlungen. Es ist eines der Rückzugsgebiete der Ghasghai-Nomaden.

Tafel 32 . Karte 21: Kazerun-Becken

3.4 Das Kazerun-Becken

Eine besonders wichtige Landschaftseinheit ist das Kazerun-Becken. Durch einen klimatischen Extremcharakter ist Vegetation und Nutzbarkeit dieses Gebietes entscheidend geprägt. Schon außerhalb des morphologischen Zentralfarstypes gelegen, stellt es den Übergang des Bereiches der Beckenlandschaften zu den Tal- und Zerschneidungsgebieten des Randzagros dar. Es ist das südwestlichste Becken, welches in ähnlicher Art wie das Firuzabad-Becken noch durch die geotektonische Situation strukturell vorgebildet ist. Die großen Züge der Form entsprechen denen der übrigen Becken von Fars.

Im Nordosten wird es begrenzt durch ene Gebirgsstaffel, die anfänglich noch den einfachen Sattelcharakter mit Ausraumlängstälern darstellt, dann aber in engerer und gestörter Folge ansteigt zu der mächtigen Erhebung in deren Zentrum nordöstlich des `Passes der alten Frau` das Dasht Arjan-Becken, rund 1000 m höher als das Kazerun-Becken gelegen, situiert ist.

Die Gebirgslandschaften um Kazerun sind noch geprägt von alttertiären Kalken des Asmari bis Eozän; südlich der Kazerun-Ebene finden wir Gebirgslandschaften, in denen die alttertiären Schichten abtauchen und den mittel- bis jungtertiären Mergeln, Konglomeraten und dünn geplatteten Kalken des Fars und Bakhtiare Platz machen.

Dadurch dass in diesem Bereich die spröden, wechsellagernden und geringer mächtigen Tertiärkalke als Stufenbilder fungieren, als auch der Bereich einer direkten fluviatilen Entwässerung zum Persischen Golf die Erosion bestimmt und die immer stärker auftretenden mittelalterlichen Mergel und Konglomerate die Erosion begünstigen, ist das Kazerun-Becken umgeben von tiefeingeschnittenen Schluchten (teng). Da hier flachliegende Kalke anzutreffen waren, konnten Flächen mit deutlichen Karstbildungen beobachtet werden. Besonders in der Höhenstufe der Sättel waren typische Lösungsformen, sowie das Fehlen oberflächlicher Abflussrinnen zu Gunsten der Karsthydrologie zu beobachten. Mikrokarstformen konnten im Untersuchungsgebiet, das durch die Kalkfazies strukturiert wird, allenthalben beobachtet werden.

Durch die klimatische Abnormität: Hitzemaximum höher als in Busher, äußerst geringe Niederschläge bei einer durch die Beckenlage bedingte Abgeschlossenheit der Luftmassen, die extreme Tagesgänge verursacht, ohne irgendwelche Ausgleichsströmungen, wird die Vegetation stark behindert. Dennoch gehörten in den zentralen Bereichen weitständige Pistazien-Mandelbestände zu der erst anthropogen gelichteten Vegetation. Reste dieser Vegetation finden wir in dem siedlungsarmen, nordöstlichem Paralleltal zum Kazerun-Becken, von welchem ein sich verdichtendes Baumvegetationsland emporzieht zum Hohen Zagros, dessen Ausläufer wir in der Gegend des Ardekan-Beckens zu suchen haben91.

Durch die klimatische Besonderheit finden wir im Kazerun-Becken große Palmenbeständer, deren Bewässerung durch Tiefbohrungen sichergestellt werden musste. Ein gewisser Versalzungsbereich ist südöstlich von Kazerun zu finden zwischen zwei Armen des Einzugsbereiches eines bei Boradzjan an die Küstenebene austretenden Flusses. Dieses Gebiet gleicht in vielem den beschriebenen Versalzungsbereichen des Shiraz- und Marvdasht-Beckens. Die Ausläufer des Beckens gehen über in die Talzerschneidungsbereiche des südwestlichen Randzagros, der sich morphologisch seitlich vom zentralen Zagros abhebt. Hier wird die Faltung engräumiger, wodurch sich keine Beckenlandschaften mehr ausbilden können, gleichzeitig weren die weichen jungtertiären Schichten landschaftsprägend. Ebenfalls finden wir in diesem Bereich die feinverästelten Einzugsbereiche einiger zum Persischen Golf hin entwässernden Flüsse (z.B. Mond Rud). Das bedingt eine tiefgründige Zerschneidung, die wenig Flächen für eine Nutzung durch den Menschen bereitstellt.

Die Vegetation ist spärlich und beschränkt sich auf verschiedene Formen der Artemisiete-Steppe mit Anschüben von Astragalieta. Im unteren Bereich einiger Hänge finden wir in günstiger Exposition weitständige Sträucher und niedrige Garriguen. Die Nutzung bevorzugt die flussbewässerte, auf zusätzliche Quellen und Brunnen zurückgreifende Dattelpalmoase, deren räumliches Wachstum durch die Geländeform und die verkehrsmäßige Abgeschlossenheit begrenzt wird. Dass dieses Gebiet sowohl als Durchgangsachse für den Verkehr von den Hochflächen zum Persischen Golf, ebenso wie für alte Handelswege nach Mesopotamien von großer Bedeutung war und schon in früher Zeit eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebt hat, wird in der Arbeit von Eilers ausführlicher dargelegt92.

3.5 Die Randlandschaften und die Küstenebene

Für die Gliederung von Fars in einzelne Regionen bedeutungsvoll ist die unterschiedliche Niederschlagsverteilung.

Wir sahen, dass das Kazerun-Becken seine Sonderrolle zu einem Teil aus seiner klimatischen Exposition erklärt. Es wäre nun angebracht, die einzelnen Regionen von Fars an Hand von Klimadaten zu kategorisieren, finden jedoch auch hier unsere Grenze wieder an der mangelhaften Quellenlage.

Durch das Landwirtschaftsamt Shiraz konnten wir einige nicht veröffentlichte Niederschlagssummen für die Jahre 1968/69 und 1969/70 (das iranische Jahr beginnt am 21. März) erhalten. Bemerkenswert ist bei diesen Zahlen der für die Variabilität des Klimas bezeichnende Unterschied in den Niederschlagssummen dieser beiden Jahre. Zum anderen ist eine deutliche Regionalisierung der Niederschlagsverteilung, die in beiden Jahren trotz unterschiedlicher absoluter Höhe parallel verläuft, festzustellen. Vom Typ her zu erkennen ist, dass kleine Becken und die Hochflächen, die im lokalen Schutz von höheren Gebirgen liegen, erheblich weniger Regen erhalten, als die grö0ßeren Becken und die zum Flachland hin nicht geschützten Regionen.

Setzen wir diese Zahlen, wie es uns bei den Werten von Shiraz möglich ist, in Beziehung zu verschiedenen Durchschnittswerten nach Ganji93 und Latefi94 und der in der amtlichen Statistik95 gemessenen Niederschlagssummen von 1967, wobei wir für Kazerun ebenfalls einen Durchschnittswert nach Ganji zur Verfügung hatten96, so können wir folgendes feststellen:

  1. Durchschnittswerte besagen für ein Gebiet dieses klimatischen Charakters weniger als typische jahreszeitliche Verläufe oder die Analyse der klimatischen Situation in ausgewählten Extremjahren und

  2. Die Spannweite unterschiedlicher klimatischer Situationen ist beträchtlich und für die Analyse dieses Gebietes in Hinblick auf seine Nutzungsfähigkeit für den Menschen von besonderer Bedeutung, denn selbstverständlich werden die Ertragsleistungen der einzelnen Jahre von den klimatischen Differenzen entschieden mitgeprägt97.

Niederschläge in Fars in mm

Station

Niederschläge Durchschnittswerte

 

1967/6898

1968/6999

1969/70100

Nach Ganji101

 Nach Latefi102

Mamasani

 

847,4

529,0

 

 

Kazerun

 

467,7

288,6

153

 

Firzuabad

 

451,5

251,0

 

 

Shiraz

390

417,9

209,6

384

168

Fasa

 

362,1

181,1

 

 

Djarom

 

354,6

288,6

 

 

Lar

 

323,0

101,0

 

 

Darab

 

250,6

205,5

 

 

Abadeh

 

228,0

78,0

 

 

Aus diesen Zahlen ergeben sich Ansätze für eine klimaorientierte Gliederung von Fars, dennoch sind sie, insgesamt gesehen, ungenügende Werte.

Die Becken von Firuzabad und Darb kennzeichnen randliche Beckenlandschaften, die in ihrer Struktur den Becken des Zentralfarstypes zugeordnet werden können und naturgeographisch nicht viel Neues bringen. Die Gliederungsprinzipien sowohl in morphologischer als auch vegetationsgeographischer Hinsicht bestimmen hier den Lebensraum des Menschen. Eine ins einzelne gehende Kartierung dieser Randbecken würde nach den Analyse des Marvdasht-, Shiraz- und Kazerun-Beckens keine neuen Erkenntnisse bringen, sondern nur die Abreit mit leerem Material belasten.

In Kulturgeographischer Hinsicht sei nur der Hinweis erlaubt, dass in diesen Regionen eine primitive Landwirtschaft mit traditionellen Bewässerungssystemen, fernab jeder Kommunikation mit den Zentralregionen, das Bild der Landschaft bestimmt. Bezeichnend für diese Gebiete ist die verkehrsgeographische Abgeschlossenheit.

Notwendig erscheint es jedoch noch einmal, nach dem im allgemeinen Teil schon Gesagten, einen Blick auf die Küstenebene des Persischen Golfes und die Region Busher zu werfen. Diese Landschaft unterscheidet sich grundsätzlich von den Gebirgsbereichen von Fars.

Zusammengefasst stellen sich die prägenden naturgeographischen Einzelzüge dieser Landschaftseinheit folgendermaßen dar, wobei wir im großen und ganzen die schon bekannten Punkte des allgemeinen Teils noch einmal beleuchten wollen:

  • Trotz der Nähe des Temperaturmaximum in Khuzistan ist de Temperaturgang in Busher durch den Einfluss des Meeres gemildert. Die Temperaturen liegen etwas unter denen der südlichsten Zagrosbecken wie Kazerun, jedoch weit über denen des zentralen Ostans Fars oder der Hochflächen.

  • Eine Frostgefährdung liegt in der Küstenebene nicht mehr vor. Die absoluten Minima liegen bei 1,1°C.

  • Die Nähe des Meeres drückt sich weniger in höheren Niederschlägen, als in höherer Luftfeuchtigkeit mit zeitweiligem Schwülecharaktrer aus. Dazu eine kleine Tabelle, die die relative Luftfeuchtigkeit von Busher (14 m, Hafenstadt) mit der von Shiraz (Stationshöhe 1491 m) vergleicht. Zu beachten sind insbesondere die hohen Luftfeuchtigkeitswerte in den heißen Sommermonaten, während die Wintermonate ausgeglichen erscheinen. Ebenfalls ist die Diskrepanz der Tages- und Morgenwerte größer als in der Nacht, was auf die unterschiedliche Ausgangslage des Verhältnisses von Verdunstungspotential bei gegebener Temperatur zu zur Verfügung stehender Flüssigkeit erklärbar ist. Die nachfolgende Tabelle gibt die Werte der Monatsmittel des Jahres 1967 für die Ablesezeitpunkte von 3h, 9h und 15h an. Damit wird auch de durchschnittliche Tagesgang der Luftfeuchtigkeit sichtbar, welcher je nach Jahreszeit einen unterschiedlichen Verlauf nimmt. Vergleichbar sind die Werte mit denen der Klimadiagramme von Shiraz und Busher103.

Relative Luftfeuchtigkeit 1967 in %

Monat

03h

09h

15h

 

Shiraz

Busher

Shiraz

Busher

Shiraz

Busher

Januar

81

80

43

55

56

66

Februar

83

74

48

55

37

62

März

73

56

36

42

43

53

April

77

63

42

42

48

50

Mai

59

65

28

45

29

54

Juni

39

60

17

44

18

53

Juli

41

66

17

47

19

57

August

33

76

13

58

15

63

September

44

77

16

50

19

61

Oktober

56

74

22

52

25

68

November

77

84

44

63

59

69

Dezember

84

83

44

62

63

74

Jahr

62

72

31

51

36

61

  • Morphologisch ist die Küstenebene eintönig. Die Fußflächen des Zagros, die wenig zerschnitten sind, gehen über eine weite Salz- und Schwemmlandeben, in der vereinzelte Dünen und zur Küste hin auch feuchte Salzsümpfe eingebettet liegen. Genetisch ist diese Küstenebene aus dem Zusammenschluss terrestrischer und maritimer Ablagerungsprozesse entstanden. Der Strand ist nicht deutlich abgegrenzt, sondern trägt den Charakter einer versumpften, salzigen Übergangszone. Einige halophytische Sumpfpflanzen unterbrechen die weite Vegetationslosigkeit. Zum Gebirge hin finden sich stellenweise Artemisiete-Steppen.

  • Bäume sind nur im bewässerten Kulturland anzutreffen. Hier dominiert der Typ der Dattelpalmoase.

  • Busher selbst liegt an einer Art versumpfter Lagune und ist durch seine von drei Seiten vom Meer umschlossene Lage nur von einer Seite her erreichbar. Die gesamte Halbinsel von Busher trägt wüstenhaften Charakter du ist versumpft. Nur an einigen Stellen finden wir bewässerte Palmoasen. Gleichwohl ist Busher Fundort ältester elamitischer Kulturspuren und es finden sich auf der Halbinsel von Busher bedeutende Baudenkmäler aus islamischer Zeit.

Die Küstenebene von Busher ist Teil einer iranischen Großlandschaft der niederiranischen Flachländer und Küsten, die sich beginnend in Luristan durch Khuzistan, als Ausläufer Mesopotamiens über das Schatt el Arab-Gebiet entlang der Küsten des Persischen Golfes, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman bis hinein nach Pakistan und den Pandjab erstreckt. Keine deutlichen Grenzen gliedern diesen Bereich, nur breite Übergangszonen leiten über von extrem heißen, durch Föhneffekt kontinentalisierten über gemäßigtere, den maritimen Einfluss stärker spürbar machende Bereiche, bis hin in monsunal tropisch geprägte, hindotype Tiefländer.

Ein Ausschnitt aus dieser sich langsam wandelnden Region ist die Küstenebene zwischen Bandar e Busher und Boradzjan, die sich durch außergewöhnliche Breite, ca. 80 km, auszeichnet. Es ist zu erwarten, dass durch anthropogene Einflüsse, hervorgerufen durch den Ausbau der Verkehrswege und das Eindringen der Erdölindustrie der Landschaftscharakter, der sich bis heute in weiten Teilen noch in seiner ursprünglichen Gestalt befindet, stark verändert wird.

Tafel 33 . Abbildungen 10 und 11: Küstenebene und Südwestzagros

4. Die Region Fars als Lebensraum

Nachdem nach einigen grundsätzlichen Überlegungen wichtige naturlandschaftliche Beziehungen im Raume des Untersuchungsgebietes analysiert worden sind und dabei versucht worden ist, eine reale Situation des Untersuchungsgebietes aussagefähige Form der Landschaftsgliederung zu finden, bleibt es die Aufgabe einer zusammenfassenden Darstellung, die Untersuchungsergebnisse für die Bedeutung dieser Landschaft als Lebens- und Handlungsraum des Menschen zu charakterisieren.

Durchgehender Gedanke dieser Arbeit war es, die Komplexität des physisch-geographischen Geschehens fernab jeder kausalistischen Einseitigkeit oder verfälschender, eindimensionaler Betrachtungsweisen, wie es z.B. das Hettner-Schema darstellt, aufzuzeigen. Regionale Differenzierung ist abhängig von den verschiedensten natürlichen Wirkungsabläufen, wie Klima, Lagerungsverhältnisse, sekundäre Prozesse der Bodenbildung und der Vegetationsentwicklung, die gegenseitig in unterschiedlicher Weise in einem Wirkungsgefüge vereint sind. Der Charakter einer ariden Landschaft macht es dabei leicht, diese Wirkungsabläufe noch im Gelände zu beobachten oder in ihren Auswirkungen zu analysieren. Für eine physisch-geographische Betrachtung nimmt die aride bzw. semiaride Landschaft den Charakter eines Modellversuches an, da aus zwei Gründen die einzelnen Wirkungsfaktoren deutlicher sichtbar und voneinander isolierbar erscheinen:

  1. Die klimatische Extremsituation reduziert verdeckende Faktoren, wie Vegetation und Bodenbildung, die dadurch, wo sie auftreten, überschaubarer werden und gibt den Blick frei auf primäre Strukturen, die durch den Charakter der Abtragungsprozesse in diesen Regionen noch hervorgehoben werden, wie z.B. die geotektonischen Strukturlinien.

  2. Diese Regionen sind bis heute noch längst nicht in einem Maße, wie z.B. Mitteleuropa, von anthropogenen Einflussfaktoren umgestaltet worden, so dass physisch-geographische Prozesse noch unmittelbar im Gelände analysierbar bleiben, ohne den Abstraktionsaufwand, der in einer vorwiegend kulturlandschaftlich geprägten Region von Nöten ist.

Allgemein gesprochen bedeutet das:

Extremsituationen tendieren zu Grenzwerten, die leichter beobachtbar sind als graduelle Übergangsbereiche. Aus diesen Fakten rührt die Bedeutung der Trockenlandschaft für die Darstellung allgemeiner naturgeographischer Abläufe und Gesetzmäßigkeiten her.

Nur am Rande sei darum darauf hingewiesen, wie wichtig eine regionale Analyse der Trockenräume für eine fundamentale Didaktik der Naturgeographie sein kann, wenn die vielfältige Bedingtheit naturgeographischer Prozesse, ihr gegenseitiges Wirkungsgefüge und die Bestimmungsmöglichkeiten für den Lebensraum des Menschen dargestellt werden sollen. Dieser letzte Gesichtspunkt führt hin zum zweiten Schritt der regionalen Landschaftsanalyse, bei dem die vielfältigen, gegenseitigen Bedingungskomplexe zwischen menschlichem Handeln und Landschaftsgestalt sichtbar gemacht werden. Auch dieser Schritt macht deutlich, in welch engem, wechselseitigem Gefüge geographische Prozesse stehen.

Die Grundlagen, die die Naturlandschaft für das Leben und die Aktionen des Menschen bereithalten, befähigen ihn zur Einflussnahme auf eben diese Landschaft, in die er als Teil der Biosphäre selbst direkt oder indirekt gestaltend eingreift. Dabei darf nicht in den Biologismus vergangener Zeit gefallen werden, der die Handlungen des Menschen aus wenigen Ursachen, wie z.B. der Landschaft in der er lebt, direkt kausal ableiten versucht, sondern es ist notwendig, die diffizilen Einflussmöglichkeiten, die die Landschaft als Lebensraum und in vielen Fällen als Widerpart menschlichen Handels begreift, abzuwägen gegenüber der Bedeutung der geschichtlichen Situation dieser Menschen, die sich in Sozialordnungen und wirtschaftlicher Lage darstellen.

Der Lebensraum im Untersuchungsgebiet ist geprägt von einigen durchgehenden Faktoren:

  • Bestimmender Faktor für die Gestalt der Landschaft ist die Aridität in ihrer regional differenzierten Gestalt. Das bedeutet für die menschliche Nutzung, die in diesem Raum vorzugsweise eine agrarische Nutzung ist, eine wesentliche Einschränkung. Durch den Faktorenkomplex der Trockenlandschaft – schroffe Geländeformen, mangelnde Bodenbedeckung, mangelnder Nährstoff- und Humusgehalt des Bodens, engräumige differenzierte Hydrologie bei mangelndem Oberflächenwasser, geringe natürliche Vegetationsbedeckung und mangelnde Bereitstellung von natürlichen Wasserressourcen – ergeben sich bestimmte Bedingungen für die landwirtschaftliche Nutzung, die sich in Anbausystem (Bewässerung), Sortenauswahl (trockenliebende Pflanzen) und Ertragsleistung pro Flächeneinheit ebenso auswirkt, wie in dem notwendigen Aufwand Areal, Arbeitsleistung und eventuellen Betriebskapital, um eine bestimmte Ertragsleistung hervorzubringen. Dieser Faktorenkomplex und seine Bezogenheit auf die naturlandschaftlichen Bedingtheiten, wird in der Arbeit von Eilers in einem überleitenden Kapitel analysiert.

Hier bleibt nur die zusammenfasende Feststellung, dass der Lebensraum des Menschen grundsätzlich anders strukturiert ist, als in den humiden Gunstgebieten Mitteleuropas und durch seine physisch-geographische Gestalt spezielle Formen menschlichen Handels verlangt.

  • Zusätzliche Einflüsse auf die Lebensumstände des Menschen rühren aus der Lage und Großgliederung des Untersuchungsgebietes her, besonders wichtig ist hier die einer enggekammerten Beckenlandschaft eigene Abgeschlossenheit und Verkehrsfeindlichkeit, die eine auf verstärkter Kommunikation beruhender, modernen Wirtschaft Widerstand entgegensetzt.

Erst erhebliche Aufwendungen zum Bau von Verkehrs-, Nachrichten- und Versorgungseinrichtungen ermöglichen einen engeren Anschluss an weiter entwickelte Gebiete. Erschwerend tritt hinzu, dass überregionale Verkehrslinien das Gebiet heute nicht mehr durchqueren, es also praktisch „abgeschnitten“ ist, da die Hafenkapazitäten sich an der Golfküste westwärts (Bandar Shapur, Korramshar, Insel Khargh) verlagert haben und andererseits die traditionellen Verkehrswege im Ost-West-Verkehr heute über die Hochflächen durch Teheran führen.

  • Der Mangel an natürlichen Bodenschätzen erschwert die industrielle Entwicklung, da wenige Anreize für die Ansiedlung von neuen Industrien bestehen. Man versucht jetzt, das sei hier nur am Rande bemerkt, durch eine verstärkte Prospektion nach Buntmetallen im Nordwestteil des Untersuchungsgebietes diesem Mangel abzuhelfen. Dennoch ist die Erzarmut eines vorzugsweise aus Kreide- und Tertiärgesteinen aufgebauten Geländes ein hervorstechendes Charakteristikum für die wirtschaftliche Ausgangssituation dieses Raumes.

Diese geschilderten Ungustfaktoren werden nur am Rande durch die regionale Gliederung differenziert und bleiben im Prinzip für das gesamte Untersuchungsgebiet gültig.

In welcher Weise der Mensch in diesem Gebiet, welches er schon seit einigen Jahrtausenden bewohnt fertig wird, will an diesem Punkte ansetzender Arbeit von W. Eilers analysieren.

Hannover, den 1. März 1971

Gerhard Voigt

Tafel 34 . Abbildungen 12, 13 und 14: Hochflächen und Zentralfars

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Cf. Regionalkarten und Pläne unter 19,20,23,24,27

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103 Geological Map and Sections of South-West Persia 1:1000000 International Geological Congress, Proceedings of 20th Session Mexico 1956. Prepared by the geological staff of the British Petroleum Co., Ltd., London/Teheran

104 Geological Maps Iran 1:250000 Series (South-West Iran) With: Notes to Accompany 1:250000 Geological Maps. Survey Branch, The British Petroleum Company Ltd., (London), 1963

105 Sahab Economic Map of Iran 1:3000000. Teheran, o.J.

106 Sahab Iran. Agricultural Products 1:3000000. Teheran, o.J.

107 Sahab Iran. River Bassins 1:3000000. Sources of Irrigation in Iran. Teheran, o.J.

108 Sahab Iran. Physiographic Divisions, Physiography and national Bounderies 1:3000000. Teheran, o.J.

109 Sahab Iran. Natural Vegetation. 1:3000000. Classification of Iran Forests, their Situation and Approximate Area. Teheran, o.J.

110 Sahab Iran. Soil Regions. Zonal Soil Groups 1:5000000 Teheran, o.J. (Photodruck)

Unveröffentlichte Materialien

111 Iran Stadtverwaltung Eghlid: Karte Eghlid. Auskünfte

112 Iran Agricultural College der Pahlavi University Shiraz, Bashgad. Materialien im Rahmen des Forschungsprojektes Marvdasht-Becken und Takht e Djamshid Irrigation Projekt

Weitere Auskünfte über Landwirtschaft etc.

113 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz. Statistiken, Meterologische Übersichten, AUskünfte

114 Iran Universität Esfahan. Auskünfte über geographische Arbeiten in Zentraliran

115 Ministry of Economy, Auskünfte (Teheran)

116 Agricultural Institute, Auskünfte (Karadj)

 

Verzeichnis der Karten

Karte 1 Iran. Übersicht Tafel 1

Karte 2 Fars. Übersichtskarte Tafel 2

Karte 3 Iran. Niederschläge Tafel 3

Karte 4 Iran. Klima 1. Gliederung nach Troll und Pfaffen Tafel 6

Karte 5 Iran. Klima 2. Gliederung nach Creutzburg Tafel 6

Karte 6 Iran. Klima 3. Gliederung nach Wißmann Tafel 7

Karte 7 Iran. Klima 4. Gliederung nach Köppen-Geiger Tafel 7

Karte 8 Iran. Klima 5. Klimatypen nach Walter und Lieth Tafel 8

Karte 9 Iran. Klima 6. Temperaturprovinzen und Strömungslinien nach Ganji Tafel 8

Karte 10 Iran. Klima 7. Luftdruck Januar Tafel 9

Karte 11 Iran. Klima 8. Luftdruck Juli Tafel 10

Karte 12 Iran. Klima 9. Prozentuale Verteilung des Jahresniederschlages für Winter und Frühling Tafel 11

Karte 13 Iran. Klima 10. –dito- für Sommer und Herbst nach Ganji Tafel 11

Karte 14 Fars. Geologie Tafel 13

Karte 15 Iran. Hydrographie. Entwässerungsbecken Tafel 19

Karte 16 Fars. Bodenkarte nach Dewan Tafel 21

Karte 17 Fars. Vegetation Tafel 23

Karte 18 Fars. Morphologie 1 Tafel 25

Karte 19 Fars. Morphologie 2. Kartierungsergebnisse Tafel 26

Karte 20 Becken von Shiraz. Naturlandschaft Tafel 31

Karte 21 Kazerun-Becken. Nordwestteil. Morphologie Tafel 32

Klimadiagramme 1 Shiraz, Busher, Zahedan Tafel 4

Klimadiagramme 2 Teheran, B. Abbas, Meshed, Kerman, Tabriz, Esfahan, Kazerun, B. Pahlavi Tafel 5

Übersicht 1 Endoreisches Becken Tafel 20

Übersicht 2 Morphologie. Entstehung von Transversaltälern im Zagros (nach Oberlander) Tafel 27

Übersicht 3 Morphologie: Zentralfarstyp. Beckenlandschaft südöstlich von Shiraz (fars) Tafel 29

Übersicht 4 Signifikante geomorphologische Einzelformen in Fars und die Möglichkeiten ihrer Darstellung Tafel 30

Profile 1 Emamzadeh - Fathabad [Kuh e Lapuy - Kuh e Rahmat] Tafel 14

Profile 2 Kuh e Morgaseh – Ghal’eh Shaghna [Kuh e Lapuy – Kuh e Nagsh e Rostem] Tafel 15

Profile 3 Kuh e Mond - Sivand Tafel 16

Profile 4 Kuh e Bayza – Kuh e Naghsh e Rostem [Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e Rostem, - Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e Rostem Tafel 17

Profile 5 Kuh e Kalat – Kuh e Bul. Bohrprofile 1 und 2 Tafel 18

Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1+2 Salzsee: Dariache e Maharlu Tafel 12

Abb. 3+4 Vegetationsformen. Zendjiran-Ebene, Paß Gardene e Gur e Behman Tafel 22

Abb. 5,6+7 Morphologie: Gebirgsformen. Zendjiran-Ebene, Paß Gardene e Gur e Behman. Tang e Ab. Kuh e Garh, am Dariache e Maharlu Tafel 24

Abb. 8+9 Morphologie des Gebirgslandes Kuh e Garh, am Dariache e Maharlu. Zendjioran-Ebene, Paß Gardene e Gur e Behman Tafel 28

Abb. 10+11 Küstenebene und Südwestzagrois. Küstenebene bei Busher, Kotal e Malu, am Dalaki Rud Tafel 33

Abb. 12, 13+14 Hochflächen und Zentralfars. Hochfläche bei Esfahan. Talbecken des Pulvar Rud südlich von Eghlid. Dariache e Maharlu, Südosteinfluss Tafel 34

Übersichten und Klimadiagramme siehe am Ende des Verzeichnisses der Karten

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

 

1. EINLEITUNG

1.1 Aufbau und thematische Abgrenzung

1.2 Quellenlage

Tafel 1, Karte 1: Iran. Übersicht. Materialien zu Tafel 1

1.3 Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes

Tafel 2, Karte 2: Fars. Übersichtskarte

1.4 Geographische Lage

1.5 Verwaltungssituation

 

2. ANALYTISCHER TEIL

2.1 Die physisch-geographischen Prozesse und Wirkungsfaktoren und ihre Funktionsverflechtung

2.2 Klimatische Systematik und Regionalisierung

2.21 Quellenlage

Tafel 3, Karte 3: Iran. Niederschläge

2.22 Klimadaten von Iran und ihre Repräsentation im Untersuchungsgebiet

Tafel 4, Klimadiagramme 1: Shiraz, Busher, Zahedan

Tafel 5, Klimadiagramme 2: Teheran, B. Abbas, Meshed, Kerman, Tabriz, Esfahan, Kazerun, B. Pahlavi

2.23 Klimatypen im Diagramm

Tafel 6, Karten 4 und 5:
Iran. Klima 1: Gliederung nach Troll und Paffen

Iran. Klima 2: Gliederung nach Creutzburg

2.24 Typen der Regionalisierung

Tafel 7, Karten 6 und 7:
Iran. Klima 3: Gliederung nach Wißmann

Iran. Klima 4: Gliederung nach Köppen-Geiger

Tafel 8, Karten 8 und 9:
Iran. Klima 5: Gliederung nach Walter und Lieth

Iran. Klima 6: Temperaturprovinzen und Strömungslinien nach Ganji

Materialien zu Tafel 8 24

2.25 Die klimatische Gesamtsituation 26

Tafel 9, Karte 10

Iran. Klima 7: Luftdruck Januar n. 26

Tafel 10, Karte 11

Iran. Klima 8: Luftdruck Juli n. 26

Tafel 11, Karten 12 und 13

Iran. Klima 9: Prozentuale Verteilung des Jahresniederschlages für Winter und Frühling

Iran. Klima 10: -dito- für Sommer und Herbst nach Ganji n. 26

2.26 Charakterisierung der klimatischen Situation in Fars 28

Tafel 12, Abbildungen 1 und 2: Salzsee: Dariache e Maharlu n. 30

Tafel 13, Karte 14: Fars. Geologie n. 30

2.3 Geologisch-tektonische Übersicht 31

Tafel 14, Profile 1

1. Emamzadeh – Fathabad

2. Kuh e Lapuy – Kuh e Rahmat

Tafel 15, Profile 2

3. Kuh e Morgaseh – Ghal’eh Shaghna

4. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e Rostem

Tafel 16, Profile 3

5. Kuh e Mond - Sivand

Tafel 17, Profile 4

6. Kuh e Bayza – Kuh e Naghsh e Rostem

7. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e Rostem

8. Kuh e Lapuy – Kuh e Naghsh e Rostem

Tafel 18, Profile 5

9. Kuh e Kalat – Kuh e Bul

Bohrprofile 1 und 2

2.4 Hydrologie und Böden

Tafel 19, Karte 15: Iran. Hydrographie. Entwässerungsbecken

Tafel 20, Übersicht 1: Endoreisches Becken

Tafel 21, Karte 16: Fars. Bodenkarte nach Dewan

2.5 Vegetation

Tafel 22, Abbildungen 3 und 4: Vegetationsformen

Tafel 23, Karte 17: Fars. Vegetation

2.6 Morphologie

2.61 Morphologische Bereiche in Fars

Tafel 24, Abbildungen 5, 6 und 7: Morphologie: Gebirgsformen

Tafel 25, Karte 18: Fars. Morphologie 1

Tafel 26, Karte 19: Fars. Morphologie 2. Kartierungsergebnisse

2.62 Die Transversaltäler in der Theorie von Oberlander

Tafel 27, Übersicht 2: Morphologie. Entstehung von Transversaltäler im Zagros (nach Oberlander) - Materialien zu Tafel 27

2.63 Morphologie der Gebirgslandschaften

Tafel 28, Abbildungen 8 und 9: Morphologie des Gebirgsrandes

2.64 Morphologische Leitformen

Tafel 29, Übersicht 3: Morphologie: Zentralfarstyp. Beckenlandschaft südöstlich von Shiraz (Fars)

Tafel 30, Übersicht 4: Signifikante geomorphologische Einzelformen in Fars und die Möglichkeiten ihrer Darstellung

 

3. REGIONEN IN FARS

3.1 Das Marvdasht-Becken

Tafel 31, Karte 20: Becken von Shiraz. Naturlandschaft

3.2 Das Shiraz-Becken

3.3 Das Hügelland westlich von Shiraz

Tafel 32, Karte 21: Kazerun-Becken. Nordwestteil. Morphologie

3.4 Das Kazerun-Becken

3.5 Die Randlandschaften und die Küstenebene

Tafel 33, Abbildungen 10 und 11: Küstenebene und Südwestzagros

 

4. DIE REGION FARS ALS LEBENSRAUM

Tafel 34, Abbildungen 12, 13 und 14: Hochflächen und Zentralfars

 

Bibliographie

Allgemeine Werke
Iran: Übersicht, Gesamtdarstellung, Landeskunde
Iran: Allgemeines Informationsmaterial
Iran: Statistiken
Allgemeine Naturgeographie des Irans
Geologie und Tektonik
Klima und Hydrologie
Bodenkunde
Vegetationsgeographie
Kulturgeographie
Übersichtskarten. Topographische Karten
Thematische Karten
Unveröffentlichte Materialien

 

Verzeichnis der Karten

Verzeichnis der Abbildungen

 

Anmerkungen

1 Eilers, (68), a.a.O.

2 Ibid., pp. 2f.

3 Cf. Abschnitt 1.3, p.8

4 Wie: morphologische und klimatische Grenzen mit Grenzen des Anbaugebietes oder mit der Gliederung der Nutzungsgebiete

5 Cf. Bibliographie, p.71

6 Gewisse Mängel und Unmaßstäblichkeiten in der Kartographie sind so unumgänglich geworden.

7 Geological Maps, (103 und 104), a.a.O.

8 Bobek, Die südliche Lut, (100), a.a.O. u.a.; Sahab: Lit. 105-110, a.a.O.

9 Dewan, (101), a.a.O. und Dewan-Famouri, (102) a.a.O.

10 Fisher, C.H.I, (10) a.a.O.

11 Cf. Lit. 20-26, 28-33, 111-116

12 Hinz, (4), a.a.0. u. a.

13 Z.B.: Maku-Makoo-Macou

14 Cf. Karte 1 Iran. Übersicht, Tafel 1, und Karte 2 Fars. Übersichtskarte, Tafel 2

15 Cf. Karte 1 Iran. Übersicht, Tafel 1

16 Cf. Typen der Regionalisierung, 2.24, p. 20 ff.

17 In den Klimadiagrammen (Tafel 18) von Shiraz und Busher wurde versucht, die unterschiedlichen Werte verschiedener Quellen vergleichend darzustellen.

18 Cf. Walter und Lieth, (62), a.a.0.

Zum Vergleich kann die umfangreiche Literatur über die Trockengebiete Nordafrikas herangezogen werden, auf die aus den angegebenen Gründen an dieser Stelle nicht eingegangen werden kann.

19 Tafel 4

20 Karte 3, Tafel 3

21 Iran. Ministry of Roads, (57), a.a.O., cf.: Kt. 12+13, Tf. 11

22 ibid.

23 ibid.

24 Karte 9, Tafel 8

25 Cf. Tabelle auf p. 63, Niederschläge in Fars

26 Tafel 4

27 Iran. Ministry of Roads, (57), a.a.O.

28 Latefi, (82), a.a.O.

29 Cf. Karten 12 und 13, Tafel 11

30 Cf. Karten 4-9, Iran. Klima 1-6, Tafeln 6-8

31 Karte 4, Tafel 6. Cf. Blüthgen, (44), a.a.O., Beilage

32 Karte 9, Tafel 8. Cf. Fischer , C.H.I., (10), p. 227

33 Karte 5, Tafel 6. Cf. Blüthgen, (44), a.a.O., Beilage

34 Karte 6, Tafel 7. Cf. Ibid.

35 Karte 7, Tafel 7. Cf. Blüthgen, (44), a.a.O., Beilage

36 Karte 8, Tafel 8. Cf. Fisher, C.H.I., (10), a.a.O., p.330

37 Karte 10, Tafel 9 und Karte 11, Tafel 10

38 Karte 9, Tafel 8

39 Cf. Boesch, (49), a.a.O.; Gotthardt, (54), a.a.O.; Voute, (61), a.a.O.

40 Nach Ganji. In: Fisher, C.H.I., (10), p. 247

41 Karte 9, Tafel 8, cf. Fisher, C.H.I, (10), p.227

42 Latefi, (82), a.a.O.; Bowen-Jones. In: Fisher, C.H.I., (10), a.a.O., p. 591; Eilers, (68), a.a.O., p.28 und p. 26

43 Cf. Klima 5: Typ 4-1. Karte 8, Tafel 8

44 Abbildung 13, Tafel 34

45 Karte 14 Fars. Geologie, Tafel 13

46 Profile 1, a., Tafel 14

47 Profile 5, Tafel 18

48 Profile 5, i., Tafel 18

49 ibid.

50 Profile 3, e., Tafel 16

51 Cf. 2.62 Die Transversaltäler, p. 42; Tafel 27

52 P. 52. Cf. Profile 1, b., Tafel 14; Profile 2, d., Tafel 15 und Profile 4, f.-h., Tafel 17

53 Karte 15, Tafel 19. Cf. Goblot, (53), a.a.O., p. 28

54 Übersicht 1, Endoreisches Becken, Tafel 20, Abbildungen 1 und 2, Salzsee: Dariache e Maharlu, Tafel 12

55 Auf Karte 15, Tafel 19: Becken 4. Cf. Sahab, (107), a.a.O.

56 Dewan, (101), a.a.O.

57 Karte 17, Fars. Vegetation, Tafel 23

58 Ibid., vergl. Typen in der Legende zur Karte; cf. Abbildungen 3 und 4, Vegetationsformen, Tafel 22

59 Nach Bobek, in: Fisher C.H.I, (10), a.a.O., p. 283 ff.

60 Ibid., p. 286

61 Ibid., p. 289

62 Huckriede, (55), a.a.O.; Scharlau, (60), a.a.O.; Rechinger, (65), a.a.O.

63 Als Grenzbereiche treten zu der Gliederung auf der Karte 19 Morphologie 2, Tafel 26, auf die sich die Angaben `Typ...` beziehen, die Materialgruppen b und d hinzu

64 d = Beriech, in dem die Grenze zwischen `Typ 2` und `Typ 1` verläuft.

65 Eilers, (68), a.a.O.

66 Oberlander, (36), a.a.O.

67 Übersicht 2, Tafel 27

68 Cf. Schluchtengrenze B auf Karte 19 Fars. Morphologie 2, Tafel 26

69 Karte 19 Fars. Morphologie 2, Tafel 26

70 Karte 18, Tafel 25

71 Kef – aus dem arab.: Steilabfall, Klippen (arider Typ)

72 Im Untersuchungsgebiet hauptsächlich in den Mergeln des Upper Fars und am Südrand des Zagros in jungtertiären Konglomeraten.

73 Im Norden des Iranischen Hochlandes, am Südrand des Elbruz, fanden wir jedoch ausgeprägte Glacis mit deutlicher Niveaugliederung und großer Prägnanz der Formung!

74 Diese Landschaft ist äußerst verkehrsfeindlich und bildet eine natürliche Barriere zwischen iranischem Hochland und dem Persischen Golf. Die Versorgung von Shiraz von Busher aus konnte so nur kurze Zeit funktionieren, erst heute wird die gefährliche, provisorische Autopiste ausgebaut.

75 Profil 4, Tafel 17; Karte 14 Fars. Geologie, Tafel 14

76 Übersicht 3 Morphologie: Zentralfarstyp, Tafel 29

77 2.3, p. 31 ff.

78 Übersicht 4 Signifikante geomorphologische Einzelformen, Tafel 30. Cf. Abbildungen 5, 6 und 7, Tafel 24

79 Profile 1, 2 und 4: b., d., f., g., h.; Tafeln 14, 15, 17

80 Lit. 112, a.a.O.

81 P. 36 ff.

82 Eilers, (68), a.a.O.

83 Profile 1 (a.) und 3 (e.), Tafeln 14 und 16

84 Dewan, Soil Map of Iran, (101), a.a.O.; cf. Karte 16, Tafel 21

85 Übersicht 3 Morphologie: Zentralfarstyp, Tafel 29

86 Cf. Übersicht 4, Tafel 30

87 Abbildungen 1 und 2, Tafel 12

88 Eilers, (68), a.a.O., p. 61 ff.

89 Morphologie: Zentralfarstyp, Übersicht 3, Tafel 29

90 Profile 3 (e.), Tafel 16

91 Karte 17, Fars. Vegetation, Tafel 23

92 Eilers, (68), a.a.O., p. 73 ff.

93 In: Fisher, C.H.I., (10), p. 249

94 Latefi, (82), a.a.O.

95 Iran. Ministry of Roads, (57), a.a.O.

96 In: Fisher, ibid.

97 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (113), a.a.O.

98 Iran. Ministry of Roads, (57), a.a.O.

99 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (113), a.a.O.

100 Iran. Landwirtschaftsamt Shiraz, (113), a.a.O.

101 Ganji, in: Fisher, C.H.I., (10), p. 249

102 Latefi, (82), a.a.O., p. 23

103 Iran. Ministry of Roads, (57), a.a.O.

 

Impressum zu dieser Veröffentlichung:

Geographische Untersuchungen in Fars/SW-Iran 1970  (Band 1)

Gerhard Voigt

Physisch-geographische Grundlagen des Lebensraumes zwischen Zagros-Gebirge und Küste des Persischen Golfes

Ergebnisse von Untersuchungen in Fars während einer Reise im Sept. und Okt. 1970

Schriftliche Hausarbeit für die Fachwissenschaftliche Prüfung im Fach Geographie

Betrifft: Az.: HG 62 vom 30.10.70

Eingereicht am 1.3.71 beim Wissenschaftlichen Prüfungsamt für die Lehrämter an Gymnasien und Realschulen

Meldung zum Staatsexamen im Sommersemester 1971, am 10.7.70

Zur Prüfung bei: Prof. Dr. H. Mensching

Geographisches Institut. Technische Universität Hannover

Vorgelegt als Typoskript.

Gerhard Voigt (3000 Hannover-Döhren, Riepestr. 3 (1970)]

Matrikel-Nr. 2-1201

Zur Internetausgabe:

Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (Vgl. Impressum/Kontakte)

Zu der Kartenwiedergabe: Achtung, 2009/2011:
Die vielen Karten und Abbildungen in dieser Staatsexamensarbeit haben durch die fast vierzig jährige Lagerung des Typoskriptes erheblich gelitten.
Wir haben uns bemüht sie technisch aufzubereiten und lesbar zu machen, was aber nicht zu einwandfreien Ergebnissen geführt hat. Bei einer entsprechenden Vergrößerung im Browser sind die Karteninhalte jedoch wohl einwandfrei zu erkennen und auszuwerten.
Wir bitten um Verständnis! Danke!

Bei der Vorbereitung der Internetausgabe und der Textaufnahme war entscheidend beteiligt
Sergej Grimm, Abiturient der Bismarckschule Hannover 2009

Ihm gilt ganz herzlicher Dank!

Stand: 10. Juli 2009 / revidiert 17.01.2011

   
   

Verantwortlich für diese Seite

Gerhard Voigt, OStR i.R. - Kontakt vgl. Impressum

bismarckschule.voigt@gmx.de

Bearbeitungsstand: Sept. 1970.

Letzte Bearbeitung: 17.01.2011

   
   

 

     
   

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URL: http://www.iran-didaktik.de

Stand: 08.04.2011

Verantwortlich: Gerhard Voigt, OStR i.R. (vgl. Impressum)